Fragenkatalog zum ÖAMTC Sommerreifentest 2017

Häufige Fragen und Antworten.

Welche Reifenmodelle wurden in der Dimension 215/65 R16 H ausgewählt?

In der Dimension 215/65 R16 H wurden 2017 nur Modelle ausgewählt, die vom Hersteller als SUV-Modelle vermarktet werden.

Einige Modelle in der Dimension 215/65 R16 H haben eine M+S-Markierung. Sind sie daher Winter- oder Ganzjahresreifen?

Sechs der getesteten Modelle sind mit einer M+S-Markierung versehen, obwohl sie vom jeweiligen Hersteller dezidiert als Sommerreifen vermarktet werden. 
Bei einer kurzen Überprüfung dieser sechs Modelle auf Schnee wurden bei der Mehrzahl Schneegriff-Eigenschaften vergleichbar mit Sommerreifen, und damit eine mangelnde Wintertauglichkeit, festgestellt.

„M+S“ ist doch die Bezeichnung für Winterreifen, oder?

Die M+S-Kennung ist zwar derzeit die einzige in Europa rechtlich gültige Winterreifen-Kennzeichnung, es gibt allerdings keine ausreichende Definition, welche Eigenschaften M+S-markierte Reifen aufweisen müssen. Daher können z.B. auch Sommerreifen ungestraft mit M+S gekennzeichnet werden.
Die M+S-Kennzeichnung wurde vor vielen Jahren für grobstollige Offroad-Reifen, die damals auch im Schnee bessere Griff-Eigenschaften aufwiesen als „normale“ Reifen, eingeführt. Die ursprüngliche Abkürzung „M+S“ stammt vom englischen „Mud & Snow“. Daher sollen die M+S-Markierungen bei den getesteten Modellen möglicherweise auf Offroad-Fähigkeiten (die nicht getestet wurden) hinweisen und nicht auf Wintereigenschaften.

Woran kann man Winterreifen erkennen?

Das sogenannte Schneeflockensymbol (genauer: Schneeflocke in dreizackigem Berg) kennzeichnet Reifen, die nach einem amerikanischen Testverfahren ein Mindestmaß an Schneegriffeigenschaften aufweisen müssen. Es hat in Europa noch keine rechtliche Bedeutung. Man kann aber davon ausgehen, dass mit diesem Symbol gekennzeichnete Reifen Winter- oder zumindest Ganzjahresreifen sind. Reifen für den Wintereinsatz sollten daher nicht nur die M+S-Markierung, sondern auch das Schneeflockensymbol aufweisen.
Hier noch die Abbildung des Symbols, da etliche Reifenhersteller Schneeflocken in den unterschiedlichsten Formen auf der Reifenseitenwand abbilden: 

Wieso sind einige neue Modelle bekannter Hersteller heuer nicht im Test vertreten?

In der Dimension 215/65 R16 H wurden nur SUV-Modelle getestet. Auch bekannte Hersteller (wie z.B. Continental und Dunlop) bieten heuer in dieser Dimension keine ausgewiesenen SUV-Modelle, sondern Standard-Pkw-Reifenmodelle an und konnten daher nicht in das Testprogramm aufgenommen werden.

Wie werden die Modelle ausgewählt?

Die zu testenden Reifendimensionen werden im Testkonsortium diskutiert und festgelegt. Dabei spielen Kriterien wie Marktstärke oder Aktualität eines früheren Tests wichtige Rollen.
Auch die Auswahl der Reifenmodelle richtet sich nach den Verhältnissen am Markt. Ziel ist es, die gesamte Preisspanne von der Premiummarke bis zum günstigen Preissegment abzubilden.
Alle Modelle müssen frei am Markt erhältlich sein und einen Nassgriffindex laut EU-Reifenlabel von mindestens „C“ aufweisen.

Wie werden die Testreifen eingekauft?

Es werden insgesamt 28 Reifen je Modell bei fünf Reifenhändlern eingekauft. Durch diesen weit gestreuten Einkaufsprozess an verschiedenen Orten wird sichergestellt, dass die getesteten Reifen dem Serienstand entsprechen. 
In weiteren Einkaufsschritten können zusätzlich Stichproben kurz vor Veröffentlichung gekauft und in einigen wenigen, aber aussagekräftigen Kriterien nachgetestet werden.

Wer sind die Partner beim ÖAMTC Reifentest?

Die Reifentests des ÖAMTC und seiner Partner sind ein europaweites Projekt, sie werden in einem internationalen Testkonsortium durchgeführt. 
Dieses Testkonsortiums besteht aus europäischen Mobilitätsclubs und Konsumentenschutzorganisationen. Die in Österreich bekanntesten Partner sind – neben dem ÖAMTC – der deutsche ADAC, der schweizerische TCS und der österreichische Verein für Konsumenteninformation.
Die Projektleitung der Reifenvergleichstests hat das technische Zentrum Landsberg des ADAC inne.

Wie laufen die Reifentests ab?

Eine detaillierte Beschreibung des gesamten Reifentest-Ablaufs, von der Vorbereitung bis zur Auswertung, ist hier abrufbar.

Wieso ist die Verschleißprüfung beim Reifentest so wichtig?

Nur wenn, neben allen anderen getesteten Kriterien, auch die Verschleißfestigkeit überprüft wird, erhält der Konsument ein vollständiges und damit richtiges Bild der Eigenschaften des Reifenmodells. 
Sollten sehr gute Nassgriffeigenschaften durch eine Verringerung der Abriebsfestigkeit erreicht werden, ist das weder im Sinne des Konsumenten noch schont es Umwelt und Ressourcen.

Wie wird die Gesamtnote errechnet?

Die Gesamtnote resultiert prinzipiell aus den gewichteten Noten der Einzelkriterien.
Bei Reifen, die mit weniger als 4 Sternen beurteilt wurden, entspricht die Gesamtnote der schlechtesten Note der Prüfkriterien Trocken, Nässe, Schnelllauf, Kraftstoffverbrauch und Verschleiß.

Wie erfolgt die Reihung der Reifenmodelle?

Die Reifenmodelle werden nach ihrer Gesamtnote gereiht. 
Bei gleicher Gesamtnote erfolgt die Reihung alphabetisch nach dem Herstellernamen.

Was ist das „Reifenlabel“?

Seit 01.11.2012 müssen alle in der EU verkauften Pkw-Reifen mittels Aufkleber oder durch Information im Verkaufsraum mit einem sogenannten „Reifenlabel“ gekennzeichnet werden. 
Auf diesem Reifenlabel ist, ähnlich der bekannten Energieverbrauchskennzeichnung bei Haushaltsgeräten, eine Einstufung des Rollwiderstandes (damit wird der Kraftstoffverbrauch beeinflusst) und des Bremsweges bei Nässe sowie ein Zahlenwert plus Symbol für die Geräuschemission des Reifens bei der Vorbeifahrt angegeben. Die Angaben zur Reifenlabeleinstufung kommen von den Reifenherstellern selbst.

Warum werden die Reifenlabelwerte in den Tabellen angegeben?

Es hat sich gezeigt, dass am Markt Reifen gleicher Modell- und Dimensionsbezeichnung mit unterschiedlichen Reifenlabelwerten, und damit möglicherweise in unterschiedlichen Ausführungen, verfügbar sind. 
Die im Reifentest ermittelten Bewertungen und Beurteilungen gelten nur für Ausführungen mit den angegebenen Reifenlabelwerten.

Wieso kann ein gleiches Modell eine andere Bewertung als voriges Jahr erhalten?

Letztes Jahr wurden, wie üblich, andere Reifendimensionen als heuer getestet. Daher ist es durchaus nicht ungewöhnlich, dass es zu unterschiedlichen Beurteilungen kommen kann. 
Außerdem werden alle Bewertungen immer relativ zum gesamten Testfeld vorgenommen. Daher könnte ein Modell auch schlechter beurteilt werden, weil z.B. die Konkurrenzmodelle besser wurden.

Worauf muss ich achten, wenn ich mein Auto mit einer anderen Reifenbreite ausstatten will?

Es dürfen nur die in den Genehmigungsdokumenten (z.B. dem Typenschein) eingetragenen Reifen- und Felgendimensionen am Fahrzeug montiert werden. 

Ich habe eine andere Dimension als im Test angeführt, kann ich den Test trotzdem heranziehen?

Für benachbarte bzw. ähnliche Dimensionen kann man sich an den Ergebnissen bzw. Empfehlungen orientieren.
Bis ins letzte Detail gelten die angeführten Ergebnisse allerdings nur für die getestete Reifendimension. Da es sich bei den Testdimensionen um die meistverkauften Reifengrößen handelt, sind dies oft auch die Entwicklungsdimensionen der Hersteller. Dann sind ähnliche bzw. benachbarte Dimensionen davon abgeleitet und haben ähnliche Eigenschaften. 
Es lohnt aber sicher auch, bei älteren Reifentests nachzusehen, ob vielleicht gerade die benötigte Dimension dabei ist. Besonders bei ein bis zwei Jahre alten Tests sind viele der getesteten Modelle noch am Markt erhältlich.

Soll man Winterreifen, die nur mehr 4 mm Profiltiefe aufweisen, im Sommer weiter verwenden? Ist das überhaupt erlaubt?

Prinzipiell ist es erlaubt, Winterreifen in den Sommermonaten zu verwenden. Haben sie am Ende der Wintersaison nur mehr 4 bis 5 mm Profiltiefe, so ist es wirtschaftlich verlockend, sie während der Sommermonate „fertig zu fahren“.
Aus Sicherheitsgründen ist davon aber abzuraten. Die Profilgestaltung und die Gummimischung von Winterreifen sind für die kalte Jahreszeit ausgelegt. Bei höheren Temperaturen haben sie deutlich weniger Griff als Sommerreifen. Dadurch verlängert sich der Bremsweg erheblich und auch in der Kurve kann das Fahrzeug leichter wegrutschen.

Wie alt darf ein Reifen sein (Produktionsdatum), damit er auch verkauft werden darf?

Es gibt keine gesetzliche Regelung, wie alt ein Reifen beim Verkauf sein darf. 
Der ÖAMTC ist aber der Meinung, dass ein maximal drei Jahre nach Produktionsdatum sachgemäß gelagerter Reifen den Qualitätsansprüchen eines Neureifens gleichen Modells entspricht. Hier ist allerdings eventuell zu berücksichtigen, dass der Kunde bei solchen Reifen auf den Technologiefortschritt neuerer Reifenmodelle verzichten muss. 

Wo sind die „sehr empfehlenswerten“ Reifenmodelle erhältlich und warum sind keine Preisangaben beim Test angegeben?

Die meisten Reifenmodelle sind im Fachhandel, fast alle Modelle im Internethandel erhältlich. 
Preise sind oft erheblichen Schwankungen unterworfen und können daher nicht verlässlich angegeben werden. Oft lohnt sich ein Preisvergleich verschiedener Händler.

In welchem Land werden welche Modelle hergestellt?

Als ergänzende Information ist beim Reifentest auf den Einzelseiten der Reifenmodelle das Herstellungsland der getesteten Reifen angeführt.
Viele Reifenhersteller haben aber Produktionsstätten in verschiedenen Ländern. Gleiche Modelle und Dimensionen werden daher oftmals in verschiedenen Ländern produziert. Es kann daher vorkommen, dass im Handel gleiche Modelle aus verschiedenen Produktionsländern angeboten werden.

Geschwindigkeitsindex Pkw-Reifen

T 190 km/h
H 210 km/h
V 240 km/h
W 270 km/h
Y 300 km/h

Crashtest 3. Sitzreihe

Thema Tests

Der ÖAMTC führt in regelmäßigen Abständen verschiedene umfangreiche Tests durch. Vom Crashtest über den Kindersitz- bis hin zu Reifentests. Der Club bietet Ihnen unabhängig alle notwendigen Informationen, um Ihre Entscheidung für ein Produkt zu erleichtern. Ein gutes Gefühl, beim Club zu sein.

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