Behinderung & Mobiltät

Behinderung & Mobilität

Für viele Menschen mit körperlicher Behinderung ist es ein wesentlicher Faktor für mehr Lebensqualität ein Kraftfahrzeug benützen zu können. Die moderne Technik macht hierbei vieles leichter. Auch der Gesetzgeber hat Rahmenbedingungen geschaffen, um die Mobilität zu fördern. Der ÖAMTC bietet spezielle Beratung, einen ermäßigten Mitgliedsbeitrag und ein Gehörlosenservice.

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  • Mobilitätsberatung für Mitglieder mit Behinderungen beim ÖAMTC
  • Broschüre "Wege zur persönlichen Mobilität"
  • Nützliche Tipps und Infos
  • Begünstigungen
  • Ermäßigte Beiträge für Clubmitglieder mit Behinderungen
  • Unterstützung bei Kauf und Adaptierung
  • NoVA Befreiung ab 1. Juli 2021
  • Motorbezogene Versicherungssteuer
  • Gratisvignette
  • Ermäßigte Sondermauten
  • Parkausweis nach §29b STVO
  • Kraftfahrzeuge für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung
  • Führerschein
  • Barrierefrei Reisen
  • Pannennotruf für Gehörlose
  • Wie funktioniert das SMS/E-Mail Schreiben?  Bitt…
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Behinderung & Mobilität:
Beratung

Mobilitätsberatung für Mitglieder mit Behinderungen beim ÖAMTC

Clubmitgliedern mit körperlichen Beeinträchtigungen steht der ÖAMTC bei allen technischen, wirtschaftlichen und juristischen Fragen rund um das Thema Mobilität beratend zur Seite.

Die Schwerpunkte unserer Beratung:

  • Parkausweis (§ 29 b StVO)
  • Förderungen/Begünstigungen 
  • Erwerb eines Führerscheins
  • Technische Adaptierung eines Kfz
  • Rechtsberatung
  • Wahrung der Mitgliederinteressen

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland:

Barbara Reiter
Baumgasse 129
1030 Wien
Tel. (01) 711 99 21283

Telefonische Erreichbarkeit zu folgenden Zeiten:
Montag, Mittwoch, Donnerstag von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Außerhalb der telefonischen Beratungszeiten können Sie Ihre Anfrage auch gerne per E-Mail an behindertenberatung@oeamtc.at richten oder Ihren Rückrufwunsch auf Band hinterlassen.

Persönliche Beratungstermine am Stützpunkt Wien-West, Hadikgasse 192, 1140 Wien sind nach telefonischer Terminvereinbarung möglich.

Salzburg:

Thomas Ritzinger
Stützpunkt Salzburg-Nord
5020 Salzburg, Vogelweiderstraße 63

Telefonische Erreichbarkeit: Donnerstag von 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr.
Persönliche Beratungstermine am Stützpunkt Salzburg-Nord sind nach telefonischer Terminvereinbarung unter Tel. +43 (0662)639 99 möglich.

andere Bundesländer:

Mitglieder aller anderen ÖAMTC Landesvereine werden gerne von den oben genannten Beratungsstellen mit betreut.

Beratung in Gebärdensprache

Ganz gleich ob technische, juristische oder touristische Angelegenheiten: Das kostenlose ÖAMTC-Service unterstützt die Kommunikation zwischen Clubmitarbeitern und hörbeeinträchtigten Menschen. ÖAMTC-Mitarbeiter Jürgen Muß beherrscht die Gebärdensprache perfekt und hilft bei der Verständigung.

Persönliche Beratungs-Termine

Ihr direkter Kontakt
Jürgen Muß
1030 Wien, Baumgasse 129
E-Mail: gehoerlosenservice@oeamtc.at
Fax: +43 (0)1 250 96 20 21 689
SMS/Whatsapp/Signal/Facetime: +43 (0)664 613 1612

Videotelefonische Erreichbarkeit zu folgenden Zeiten:
Montag                               09:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Dienstag                             09:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Mittwoch                             09:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Donnerstag                         09:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Gehörlosenservice-Postfach

Hörbeeinträchtigte Clubmitglieder können per Mail an gehoerlosenservice@oeamtc.at Termine für persönliche Beratungen sowie Hilfestellung in Gebärdensprache vereinbaren bzw. anfordern. Selbstverständlich können an dieses Postfach auch diverse Anfragen hinsichtlich des ÖAMTC-Gehörlosenservice gerichtet werden.

Pannennotruf für Gehörlose

Gehörlose, schwerhörige oder hörbeeinträchtigte Mitglieder können auch Pannenhilfe und Abschleppungen beim ÖAMTC anfordern. Dies ist über die ÖAMTC App oder per SMS möglich. Mehr Infos unter Pannennotruf - so funktioniert's.

Gratis Broschüre

Broschüre "Wege zur persönlichen Mobilität"

Die Broschüre "Wege zur persönlichen Mobilität" der ÖAMTC Beratung für Mitglieder mit Behinderungen finden Sie hier als E-Paper und zum Download. 

Kostenlose Broschüre  © ÖAMTC © ÖAMTC

Welche Kraftfahrzeuge stehen Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen unter welchen Voraussetzungen zur Verfügung?

Wie findet man das passende Auto, was ist beim Führerschein-Erwerb zu beachten?

Welche Begünstigungen und Förderungen gibt es bei Anschaffung oder Umbau eines Kfz, bei Vignette, Mautgebühren oder Kfz-Versicherungen?

Worauf ist bei Behindertenparkplätzen und Insassensicherheit zu achten und wie ist die Herausforderung Reisen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität einfacher zu bewältigen?

Nützliche Tipps und Infos

Der ÖAMTC hat die wichtigsten Begünstigungen, rechtliche Infos sowie Tipps und Hinweise von der Anschaffung eines adaptierten Fahrzeuges bis hin zur Organisation eines barrierefreien Urlaubs in seiner Broschüre "Wege zur persönlichen Mobilität“ zusammengefasst. Damit bietet der Club Betroffenen, Ratsuchenden und Angehörigen unterstützende Informationen für ein selbstständiges, unabhängiges Leben mit körperliche Behinderungen.

Die Broschüre ist an allen ÖAMTC-Stützpunkten in Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich und Salzburg erhältlich und steht auch hier als E-Paper zur Verfügung.

Broschüre "Wege zur persönlichen Mobilität" (E-Paper)

Bitte beachten Sie die aktuellen Änderungen bei der NoVA-Befreiung, diese lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Begünstigungen

Begünstigungen

Der Club informiert über Begünstigungen, die Menschen mit Behinderungen in Anspruch nehmen können.

Ermäßigte Beiträge für Clubmitglieder mit Behinderungen

Die ÖAMTC Mitgliedschaft gibt es für Menschen mit Behinderungen besonders günstig. Bitte informieren Sie den Club zu diesem Zweck nur über einen der folgenden Nachweise:

  • Parkausweis nach § 29b StVO oder
  • Behindertenpass mit Zusatzeintragung "Unzumutbarkeit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel" oder
  • Einschränkung der Lenkberechtigung gemäß § 8 Abs. 3 FSG (Lenkberechtigung auf Invaliden- oder Ausgleichkraftfahrzeuge eingeschränkt) oder
  • Bestätigung oder Bescheid (Versicherung oder Finanzamt) über die Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer 

Unterstützung bei Kauf und Adaptierung

Beim Neukauf und bei der Adaptierung eines Kraftfahrzeuges kann ein Ansuchen auf Gewährung einer Beihilfe (Darlehen oder Zuschuss) gestellt werden.

Förderungen können durch das Sozialministeriumservice (früher: Bundessozialamt), den zuständigen Sozialversicherungsträger, das zuständige Amt der Landesregierung, die Bezirkshauptmannschaft oder die Arbeiterkammer vergeben werden. Es gibt je nach Wohnort, Bundesland und beruflichem Zusammenhang unterschiedliche Förderarten und -höhen.

Häufige Voraussetzungen sind:

  • Zulassung und Rechnung des Kraftfahrzeugs auf die körperbehinderte Person
  • Nachweis der Behinderung durch einen Behindertenpass mit Eintragung der Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel oder einen Parkausweis nach § 29b StVO.
  • Bestimmte Einkommens- und Kaufpreislimits müssen eingehalten werden.
  • Auf Wunsch wird das Ansuchen auch an andere Stellen (z. B. Länder, Gemeinden) weitergegeben, die ebenfalls Zuschüsse und Darlehen gewähren können.

Erkundigen Sie sich vor dem Kauf bei der zuständigen Stelle über die Förderungs-Voraussetzungen und schließen Sie das Vorhaben erst nach erfolgter Zusage der Beihilfe ab. Die ÖAMTC Beratung für Mitglieder mit Behinderungen unterstützt Sie gerne bei konkreten Fragen - Mail an behindertenberatung@oeamtc.at

NoVA Befreiung ab 1. Juli 2021

NEU: Befreiung von der Normverbrauchsabgabe ab 1. Juli 2021 auch für Leasingfahrzeuge möglich

Neben Verschärfungen der Normverbrauchsabgabe (NoVA) treten ab 1. Juli 2021 auch geänderte Regelungen für die NoVA-Befreiung für Menschen mit Behinderungen in Kraft.

Voraussetzungen

  • Vorwiegende Verwendung des Fahrzeugs für die persönliche Fortbewegung der Person mit Behinderungen (Glaubhaftmachung bspw. durch Zulassung auf die Person mit Behinderungen)
  • Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer für das betroffene Kraftfahrzeug (Voraussetzung: Zusatzeintragung der Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel oder der Blindheit im Behindertenpass)

Befreite Fahrzeuge

Die Befreiungsmöglichkeit besteht für Neufahrzeuge (auch Vorführfahrzeuge und sogenannte Tageszulassungen (max. 3 Monate Zulassungsdauer)) und importierte Gebrauchtfahrzeuge, die erstmals in Österreich zugelassen werden. Auch für leasingfinanzierte Fahrzeuge kann die NoVA-Befreiung in Anspruch genommen werden.
Es gibt keine Mindestbehaltedauer und keine Kaufpreisobergrenze.

Vorgehensweise

Die erfüllten Voraussetzungen für die NoVA-Befreiung werden beim
Fahrzeughändler dokumentiert, der die Unterlagen ablegt und aufbewahrt.
Innerhalb von zwei Wochen muss der Nachweis, dass die Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer für das Fahrzeug in Anspruch genommen wird, beim Händler vorgelegt werden. Die Ausstellung dieser Bestätigung erfolgt bei der Zulassung des Fahrzeugs bei der örtlich zuständigen Zulassungsstelle.

Beim Import eines Gebrauchtfahrzeugs ist das Finanzamt für die Abwicklung der NoVA-Befreiung zuständig. Die Bestätigung, über die Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer, ist dem Finanzamt innerhalb von zwei Wochen vorzulegen.

Wegfall der Befreiungsvoraussetzungen/Weiterverkauf des Fahrzeugs

Bei Wegfallen der Befreiungsvoraussetzungen ist die NoVA erst bei erneuter Zulassung des Fahrzeugs zu zahlen. Wird das Fahrzeug an eine Person verkauft, die nicht von der NoVA befreit ist, muss der Käufer bei der Zulassung des Fahrzeugs die NoVA entrichten.

Weitere Informationen finden Sie beim Hauptartikel zur NoVA und auf der Webseite des Bundesministeriums für Finanzen.

Motorbezogene Versicherungssteuer

Menschen mit Behinderungen können von der motorbezogenen Versicherungssteuer bzw. der Kraftfahrzeugsteuer für ein auf sie zugelassenes Kraftfahrzeug befreien werden.

Ab dem 1. Dezember 2019 trat eine neue Rechtslage bei der Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer für Kraftfahrzeuge von Menschen mit Behinderungen in Kraft.

Voraussetzungen ab dem 1. Dezember 2019:

  • Zulassung des Kfz ausschließlich auf die körperlich beeinträchtigte Person
  • Nachweis der Behinderung mit einem Behindertenpass mit der Eintragung der Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel oder der Blindheit
  • Vorwiegende Verwendung des Kfz zur persönlichen Fortbewegung und Haushaltsführung des Zulassungsbesitzers
  • Ansuchen um Steuerbefreiung in der örtlich zuständigen Zulassungsstelle 
  • Die Abgabenfreiheit steht erst ab dem Zeitpunkt des Ansuchens zu

Wer bisher schon von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit war, wird automatisch in das neue System übernommen!

WICHTIG: Kraftfahrzeuge, die bereits vor dem 1. Dezember von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit waren und für die der Nachweis der Behinderung mit einem Parkausweis gem. § 29b StVO ausgestellt in den Jahren 2001 - 2013 erbracht wurde, bleiben weiterhin steuerbefreit.

Bei einem Wechsel des Kraftfahrzeugs muss aber ein neues Ansuchen mit einem gültigen Behindertenpass und der benötigten Zusatzeintragung eingebracht werden. Die Zusatzeintragung in den Behindertenpass sollte daher unbedingt rechtzeitig bei der zuständigen Landesstelle des Sozialministeriumservice beantragt werden.

Weitere Details und Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Finanzen.

Bei Fragen rund um die Beantragung des Behindertenpasses steht die ÖAMTC Beratung für Mitglieder mit Behinderungen unter behindertenberatung@oeamtc.at zur Verfügung.

Gratisvignette

Seit 1. Dezember 2019 ist die Vergabe der kostenlosen Autobahnvignette an Menschen mit Behinderungen neu geregelt.  Es wird nur mehr eine digitale Vignette als Dauervignette zur Verfügung gestellt, die dafür zuständige Stelle ist nicht mehr das Sozialministeriumservice.  Die Datenweitergabe zwischen den eingebundenen Stellen  erfolgt automationsgestützt.

Ein Ansuchen auf Vergabe einer kostenlosen Digitalen Vignette ist über die örtlich zuständigen Zulassungsstellen einzubringen.

Genauere Informationen finden Sie unter folgendem Artikel: Gratisvignette bei Mobilitätseinschränkung

Ermäßigte Sondermauten

Auf den österreichischen Sondermautstrecken – Pyhrn-Autobahn (A 9), der Tauern-Autobahn (A 10) und der Arlberg-Schnellstraße (S 16) – können mit dem Parkausweis nach § 29b StVO und einem speziell für behinderte Lenker adaptierten Fahrzeug (oder der Einschränkung der Lenkbefugnis zumindest auf Automatik-Pkw) bei der Asfinag Maut Service GmbH eine Jahreskarte um 7 Euro beantragt werden (gilt nicht auf der Karawankenautobahn). Auch auf anderen Maut- und Alpenstraßen gibt es Ermäßigungen. Es gelten unterschiedliche Voraussetzungen, nähere Informationen erhalten Sie bei der jeweiligen Mautgesellschaft.

Parken

Parkausweis nach §29b STVO

In der österreichischen Gesetzgebung sind für Menschen mit Behinderungen, die ein Kraftfahrzeug lenken, einige Regeln vorgesehen, die das Parken erleichtern.

Konkret sind die Parkerleichterungen im § 29b der Straßenverkehrsordnung festgelegt. Demnach ist Personen, die eine Zusatzeintragung über die Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel im Behindertenpass haben, ein Ausweis auszustellen.

Seit 1. Jänner 2014 ist der Parkausweis beim Sozialministeriumservice (Bundessozialamt) zu beantragen. Der Antrag ist gebührenfrei.

Der Parkausweis wird, je nach Sachlage, nach Begutachtung durch einen ärztlichen Sachverständigen des Sozialministerumservice befristet oder unbefristet ausgegeben.

Halte- und Parkverbote

Inhaber eines Parkausweises nach § 29b StVO dürfen mit ihrem selbst gelenkten oder als Mitfahrer genutzten Kfz verschiedene Parkerleichterungen in Anspruch nehmen.

Muster Parkausweis §29b © BMASK

Muster Parkausweis § 29b StVO

Die in § 29b StVO eingeräumten Rechte stehen mobilitätseingeschränkten Personen nur zu, wenn sie im Besitz eines Parkausweises nach § 29b StVO sind (rechtsbegründende Wirkung).    

ÖAMTC-Tipp:

Der ÖAMTC berät Sie gerne ausführlich zu den Voraussetzungen für die Zusatzeintragung der „Unzumutbarkeit der öffentlichen Verkehrsmittel“ und kann Sie bei der richtigen Vorbereitung Ihres Antrags unterstützen.

Mit dem Parkausweis im Ausland

Viele Länder haben bereits einem internationalen Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung des Parkausweises nach EU-Modell zugestimmt. Die nationalen Parkregelungen für mobilitätseingeschränkte Menschen sind aber sehr unterschiedlich, daher sollte man sich unbedingt bereits vor Reiseantritt dazu informieren. Mehr Infos unter

Bestimmungen in den Nachbarländern

Parkausweis als Nachweis der Behinderung

Der Parkausweis kann außerdem als Nachweis der Behinderung verwendet werden für:

  • Eine ermäßigte ÖAMTC-Clubmitgliedschaft
  • Die Beantragung eines Behindertenparkplatzes
  • Finanzielle Unterstützungen für die Adaptierung von Kraftfahrzeugen 
  • steuerliche Begünstigungen (NoVA-Befreiung, Lohn- und Einkommenssteuer etc.)
  • Den Antrag für einen Euro-Key (europaweit gültiger Universalschlüssel für behindertengerechte Einrichtungen)
Kraftfahrzeuge

Kraftfahrzeuge für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung

Für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung gibt es verschiedene, an ihre Bedürfnisse angepasste Kraftfahrzeuge. Die ÖAMTC Beratung für Mitglieder mit Behinderungen informiert Sie gerne über Adaptierungsmöglichkeiten und rechtliche Voraussetzungen.

Invalidenkraftfahrzeuge

Mit 26.2.2013 ist der Begriff des Invalidenkraftfahrzeuges entfallen. Bereits genehmigte oder zugelassene Invalidenkraftfahrzeuge dürfen aber weiterhin verwendet werden.

Vierrädriges Leichtkraftfahrzeug

Darunter versteht man Kraftfahrzeuge mit einer Masse in fahrbereitem Zustand von höchstens 425 kg. Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit darf maximal 45 km/h betragen, der Hubraum bei Fremdzündungsmotoren nicht mehr als 50 cm³, bei Selbstzündungsmotoren maximal 500 cm³. Die Leistung ist mit höchstens 6 kW begrenzt, es dürfen nicht mehr als zwei Sitzplätze vorhanden sein.

Ausgleichkraftfahrzeug

Ein Ausgleichkraftfahrzeug gleicht durch nachträglich angebrachte besondere Teile oder Vorrichtungen die Körperbehinderung beim Lenken des Fahrzeuges aus. Die Betriebsbremsanlage darf hierbei, sofern keine andere Möglichkeit besteht, so zu betätigen sein, dass der Lenker die Lenkvorrichtung dazu mit einer Hand loslassen muss. Laut ärztlichem Gutachten „beschränkt geeignete“ Personen dürfen ausschließlich ein oder mehrere darin bezeichnete Ausgleichkraftfahrzeuge lenken.​ Die Fahrgestellnummer dieser Fahrzeuge wird dann im Führerschein eingetragen. 

Wird der Ausgleich der Körperbehinderung durch Teile oder Vorrichtungen bewirkt, die das Fahrzeug von vornherein aufweist und die auch für den körperlich nicht behinderten Benützer bestimmt sind, wie etwa eine serienmäßig hergestellte automatische Kupplung, so liegt kein Ausgleichkraftfahrzeug vor.

Kraftfahrzeuge mit bestimmten Merkmalen

Körperliche Einschränkungen können einerseits durch Körperersatzstücke oder Behelfe wie z.B. Sitzpolster oder Brillen oder andererseits durch das Kraftfahrzeug selbst (z.B. automatisches Getriebe) ausgeglichen werden.

Bei Letzteren handelt es sich um Fahrzeuge, die bereits serienmäßig mit bestimmten Merkmalen ausgestattet sind. Im Unterschied zu Ausgleichkraftfahrzeugen sind diese Einrichtungen nicht individuell auf die Einzelperson abgestimmt.

Kraftfahrzeuge, die ohne Führerschein gelenkt werden dürfen

Ab einem Mindestalter von 16 Jahren darf man Kraftfahrzeuge mit einer Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 10 km/h ohne Führerschein lenken. Elektrorollstühle zählen nicht zu den Fahrzeugen und dürfen auf Gehsteigen, Gehwegen sowie in Fußgängerzonen mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.

Führerscheinpflicht

  • Motorfahrräder (Mopeds)
  •  Vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (und bestehende Invalidenkraftfahrzeuge)
  • Andere Kraftfahrzeuge (insbesondere Ausgleichkraftfahrzeuge)

Ein Führerschein darf nur dann erteilt werden, wenn das klassenspezifische Mindestalter, Verkehrszuverlässigkeit, gesundheitliche Eignung sowie eine fachliche Befähigung zum Lenken eines Kfz gegeben sind. Zusätzlich bedarf es einer Ausbildung in Erster Hilfe.

Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Führerscheinklassen finden Sie unter www.oeamtc.at/thema/fuehrerschein/

Führerschein

Führerschein

Grundsätzlich gilt: Begünstigten behinderten Personen, die zur Erreichung oder Erhaltung eines Arbeitsplatzes auf die Benützung eines Kraftfahrzeuges angewiesen sind, kann zur Erlangung der Lenkberechtigung ein Zuschuss bis zur Hälfte der Kosten gewährt werden. Dies gilt, wenn die Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel im Behindertenpass eingetragen ist. Den Antrag stellt man beim Sozialministeriumservice (Bundessozialamt). Beratung hierzu bietet auch der ÖAMTC.

Wenn Sie erstmals den Führerschein machen wollen: Zunächst sollten Sie eine Fahrschule auswählen, die spezielle Angebote für Menschen mit Behinderungen hat, die im Fuhrpark auch entsprechende Fahrzeuge angemeldet hat, die auf verschiedenste Bedürfnisse angepasst werden können.

Sollte die Fahrschule mit den adaptierten Fahrzeugen weiter weg vom Wohnort sein, so besteht die Möglichkeit, die Theorieausbildung in einer Schule in der Nähe zu absolvieren und die Fahrprüfung danach in der Schule abzulegen, die über adaptierbare Ausgleichfahrzeuge im Fuhrpark verfügt.

Zunächst muss durch einen Amtsarzt festgestellt werden, ob jemand geeignet ist, ein Fahrzeug zu lenken. Wenn der Amtsarzt sonst keine sichere Entscheidung über die gesundheitliche Eignung treffen kann, wird eine Beobachtungsfahrt angeordnet. Mithilfe dieser kann man auch feststellen, welche Umbauten und Betätigungsvorrichtungen in einem adaptierten Fahrzeug allenfalls notwendig sein sollten.

Die amtsärztliche Untersuchung kann folgendes ergeben: geeignet, bedingt geeignet, eingeschränkt geeignet, nicht geeignet.

„Bedingte Eignung“

  • Nur Kraftfahrzeuge, die bestimmte Merkmale aufweisen, dürfen gefahren werden oder
  • Körperersatzstücke oder Behelfe (z. B. Brillen, Sitzpolster) sind notwendig.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen können vorgeschrieben werden

„Beschränkte Eignung“

  • Der Person wird lediglich erlaubt, ein bestimmtes, adaptiertes Ausgleichkraftfahrzeug zu lenken 
  • Merkmale und Vorrichtungen zum Ausgleich der körperlichen Einschränkungen und 
  • Das amtliche Kennzeichen und die Fahrgestellnummer des Fahrzeugs werden in den Führerschein eingetragen

Alle Auflagen und allfällige Befristungen trägt die ausstellende Behörde in Form von Zahlencodes in den Führerschein ein.

Die Führerscheinprüfung selbst und die Anträge sind ansonsten identisch mit dem Standardfall.

Bei gehörlosen oder stark schwerhörigen Personen wird die Prüfungszeit der theoretischen Fahrprüfung entsprechend verlängert. Die Prüfung kann auch in Gebärdensprache abgelegt werden.

Fahrtechnik Training

In den ÖAMTC Fahrtechnik Zentren können auch Personen mit körperlichen Einschränkungen das richtige Verhalten in Extremsituationen üben. Die Trainings werden in Kooperation mit dem Verein "Club Mobil" angeboten.

Auf Reisen

Barrierefrei Reisen

Eine Reise will gut geplant sein - dieser Leitsatz gilt ganz besonders für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Denn barrierefreies Reisen ist nach wie vor eine große Herausforderung.

Barrierefrei Reisen

Reiseplanung

Die gute Planung Ihrer Reise lässt Sie Ihren Urlaub entspannt genießen. Unterstützung bei der Vorbereitung finden Sie in zwei detaillierten Checklisten für mobilitätseingeschränkte Reisende zu den Themen Urlaubsplanung und Hotelsuche, die zum Download zur Verfügung stehen. Die ÖAMTC App Meine Reise ist Ihr smarter Reisepartner - mit individueller Reise-Checkliste, Reise-Kassa u.v.m.

Flugreisen

Es ist ratsam, sich vorab über das Prozedere am Flughafen zu erkundigen. Ein Rollstuhl gilt übrigens nicht als Gepäck – er darf also nicht berechnet werden und zählt auch nicht zur zulässigen Freigepäcksmenge. Außerdem sollte man die Airline mindestens 48 Stunden vor Reiseantritt über die persönlichen Bedürfnisse informieren. Auch wenn diese Informationen bereits bei der Buchung über ein Reisebüro kommuniziert wurden, sollte man sich zusätzlich persönlich um die Klärung dieser Punkte kümmern. Eine EU-Verordnung schreibt Airlines übrigens die Beförderungspflicht von Passagieren mit körperlichen Einschränkungen vor: Mit gültigem Flugticket darf diesen der Transport nicht verweigert werden. Für die Mitnahme von Medikamenten im Handgepäck hat der Club für Sie einen Attestvordruck entwickelt.

Generell empfiehlt der ÖAMTC bei allen Reisen die Mitnahme eines ärztlichen Attests, das über den gesundheitlichen Zustand und den medizinischen Bedarf informiert – am besten auf Deutsch und Englisch.

Autoreisen

Auch ausländischen Inhabern eines Behindertenausweises nach EU-Modell (mit Rollstuhlfahrer-Symbol) werden durch ein internationales Abkommen die Parkerleichterungen des besuchten EU- und EWR-Mitgliedstaates gewährt. Außerhalb von Europa gibt es kein länderübergreifendes Modell eines Parkausweises für Menschen mit Behinderungen. Dennoch werden in manchen Staaten ausländische Ausweise akzeptiert.
Achtung: Die nationalen Bestimmungen sind auch innerhalb Europas unterschiedlich geregelt! Mehr Infos zu einigen Bestimmungen in den Nachbarländern finden Sie hier. Kontaktieren Sie für aktuelle Informationen rechtzeitig vor Reiseantritt die ÖAMTC Beratung für Mitglieder mit Behinderungen unter behindertenberatung@oeamtc.at

In zahlreichen Städten Europas bestehen Fahrverbote oder Mautpflichten für begrenzte Verkehrszonen, meist betrifft es die Innenstädte. Für mobilitätseingeschränkte Personen gibt es häufig Ausnahmeregelungen.
In der ÖAMTC Länder-Info  sind unter dem Punkt „Fahrverbote & Umweltzonen“ die wichtigsten Regelungen zu den jeweiligen Ländern zusammengefasst und Links zu weiterführenden Informationen gesetzt.

Im ÖAMTC Routenplaner erhalten Sie auch beim Berechnen Ihrer gewünschten Route die Information, ob Ihre Strecke in eine Fahrverbots-, Umwelt- oder City Maut Zone führt. Auch Informationen über barrierefreie Raststätten an Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen sind im ÖAMTC Routenplaner zu finden.

Behindertengerechte öffentliche Toiletten (auch an Autobahn-Raststationen) werden europaweit mit dem Euro-Key-Schließsystem ausgestattet und so nur berechtigten Personen zugänglich gemacht. Der Euro-Key kann kostenlos unter www.behindertenrat.at angefordert werden. In Großbritannien gibt es ein ähnliches System. Der dafür benötigte Radar-Schlüssel kann im Webshop von www.londonbarrierefrei.com bestellt werden.

Städtereisen

Viele Städte im In- und Ausland haben eigene Websites für mobilitätseingeschränkte Urlauber. Neben Standorten von Behindertenparkplätzen oder behindertengerechten Toiletten sind Tipps zur einfachen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs oder zu Stadtführungen für mobilitätseingeschränkte Besucher abrufbar.

Das Projekt „Wheelmap“dokumentiert auf einer internationalen Online-Karte die rollstuhlgerechte Zugänglichkeit öffentlicher Orte. Zusätzlich zur Website (www.wheelmap.org) gibt es Apps für iPhone und Android-Smartphones.

Geführte Rundreisen und Kreuzfahrten

Sowohl bei geführten Rundreisen als auch bei Kreuzfahrten sollte man vorab Kontakt mit dem Reiseveranstalter aufnehmen, um die Möglichkeit einer Teilnahme und die individuellen Bedürfnisse abzuklären. Viele Reedereien haben eine "Special-Needs"-Abteilung, die bei Bedarf gegen einen Aufpreis Landausflüge in rollstuhlgerechten Fahrzeugen oder sogar eigene Guides für individuelle Entdeckungstouren organisieren kann. Die meisten Kreuzfahrtschiffe sind übrigens barrierefrei.

Hotel

Oft ist es schwierig, Informationen darüber zu erhalten, ob eine Unterkunft barrierefrei ist. Am besten nimmt man persönlich Kontakt mit dem Hotel auf und stellt möglichst detaillierte Fragen, etwa zur Türbreite im Zimmer oder zur Anzahl der Haltegriffe im Badezimmer. Auf eine allgemeine Zusicherung der Barrierefreiheit sollte man sich nicht verlassen. Zur Absicherung kann es sinnvoll sein, Fotos von der Situation vor Ort anzufordern. ÖAMTC-Experten haben für Sie Checklisten zusammengestellt, die Ihnen die Reiseplanung und Hotelsuche vereinfachen.

Die ÖAMTC Beratung für Mitglieder mit Behinderung hilft gerne bei konkreten Fragen – Mail an behindertenberatung@oeamtc.at.

Buchungsportal

roomchooser ist einer der Gewinner der ÖAMTC Startup Challenge. Das Buchungsportal vereinfacht die Suche nach barrierefreien Hotelzimmern. Die Fotodokumentation der gelisteten Zimmer ermöglicht sichere Information und verlässliche Buchung. Mehr zu roomchooser

Pannennotruf

Pannennotruf für Gehörlose

Gehörlose, schwerhörige oder hörbeeinträchtigte Mitglieder können folgendermaßen Pannenhilfe und Abschleppungen beim ÖAMTC anfordern. 

Anforderung von Nothilfe in der ÖAMTC App © ÖAMTC © ÖAMTC
Anforderung von Nothilfe in der ÖAMTC App
  • Über die ÖAMTC Nothilfe-App für Smartphones: Anforderung von für Pannenhilfe und Schutzbrief-Nothilfe. Der Nothilfe-Assistent begleitet Sie in Form eines App-Dialoges. Weitere Nothilfe-Tools und -Services sind ebenfalls verfügbar. Zum Download im App Store oder bei Google Play
  • Aus dem Ausland per Mail an schutzbrief-notruf@oeamtc.at
  • Österreichweit per Fax und/oder SMS unter der Notruf-Nummer 0800 133 133 (mit allen österreichischen Netzbetreibern möglich)
SMS Gehörlosen-Service © Cornelia Wild

Wie funktioniert das SMS/E-Mail Schreiben?

 Bitte folgende Daten angeben:

  • Ich bin gehörlos
  • brauche ÖAMTC
  • Clubkartennummer z. B. 12345678
  • Name
  • Handynummer
  • Kennzeichen Automarke/Typ
  • Wo? z. B.: Autobahn A1 Richtung Wien oder KM-Stand 178
  • Grund? z B.: Motor heiß oder Batterie kaputt

Dann an 0800 133 133 senden.

Nach Eingang der SMS in der Notrufzentrale werden Sie von uns per SMS benachrichtigt, wann der Pannenfahrer bei Ihnen eintreffen wird.

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