Frau im Rollstuhl Strand

Behinderung & Mobilität

Für viele Menschen mit körperlicher Behinderung ist es ein wesentlicher Faktor für mehr Lebensqualität ein Kraftfahrzeug benützen zu können. Die moderne Technik macht hierbei vieles leichter. Auch der Gesetzgeber hat Rahmenbedingungen geschaffen, um die Mobilität zu fördern. Der ÖAMTC bietet spezielle Beratung, einen ermäßigten Mitgliedsbeitrag und ein Gehörlosenservice.

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  • Information
  • Behindertenberatung beim ÖAMTC
  • Beratung in Gebärdensprache
  • Pannennotruf für Gehörlose
  • Broschüre "Wege zur persönlichen Mobilität"
  • Kraftfahrzeuge für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung
  • Parkausweis nach §29b STVO
  • Führerschein
  • Begünstigungen
  • Ermäßigte Beiträge für Clubmitglieder mit Behinderungen
  • Unterstützung bei Kauf und Adaptierung
  • Motorbezogene Versicherungssteuer
  • Ermäßigte Sondermauten
  • Barrierefrei Reisen
  • Häufige Fragen
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Behinderung & Mobilität:
Beratung

Behindertenberatung beim ÖAMTC

Clubmitgliedern mit körperlichen Beeinträchtigungen steht der ÖAMTC bei allen technischen, wirtschaftlichen und juristischen Fragen rund um das Thema Mobilität beratend zur Seite.

Die Schwerpunkte unserer Beratung:

  • Parkausweis (§ 29 b StVO)
  • Förderungen/Begünstigungen 
  • Erwerb eines Führerscheins
  • Technische Adaptierung eines Kfz
  • Rechtsberatung
  • Wahrung der Mitgliederinteressen

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland:

Barbara Reiter
Stützpunkt Schanzstraße
1150 Wien, Schanzstraße 44
Tel. (01) 981 20 10183
Fax (01) 981 20 20 10183

Salzburg:

Thomas Ritzinger
Stützpunkt Salzburg
5020 Salzburg, Alpenstraße 102–104
Terminvereinbarung unter Tel. (0662) 639 99

Gerne können Sie Ihre Anfrage auch per E-Mail an behindertenberatung@oeamtc.at richten oder einen persönlichen Termin unter 0810 120 120 vereinbaren.

Gehörlosenservice

Beratung in Gebärdensprache

Ganz gleich ob technische, juristische oder touristische Angelegenheiten: Das kostenlose ÖAMTC-Service unterstützt die Kommunikation zwischen Clubmitarbeitern und hörbeeinträchtigten Menschen. ÖAMTC-Mitarbeiter Jürgen Muß beherrscht die Gebärdensprache perfekt und hilft bei der Verständigung.

Persönliche Beratungs-Termine

Ihr direkter Kontakt
Jürgen Muß
1030 Wien, Baumgasse 129
E-Mail: gehoerlosenservice@oeamtc.at
Fax: +43 (0)1 250 96 20 21 689
SMS: +43 (0)664 613 1612

Termine sind nach Vereinbarung zu folgenden Zeiten möglich:
Dienstag: 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Mittwoch: 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Donnerstag: 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Gehörlosenservice-Postfach

Hörbeeinträchtigte Clubmitglieder können per Mail an gehoerlosenservice@oeamtc.at Termine für persönliche Beratungen sowie Hilfestellung in Gebärdensprache vereinbaren bzw. anfordern. Selbstverständlich können an dieses Postfach auch diverse Anfragen hinsichtlich des ÖAMTC-Gehörlosenservice gerichtet werden.

Pannennotruf

Pannennotruf für Gehörlose

Gehörlose, Schwerhörige oder Hörbeeinträchtigte können folgendermaßen Pannenhilfe und Abschleppungen beim ÖAMTC anfordern. Dies ist über die ÖAMTC App oder per SMS möglich. 

Anforderung von Nothilfe in der ÖAMTC App © ÖAMTC Anforderung von Nothilfe in der ÖAMTC App
  • Über die ÖAMTC Nothilfe-App für Smartphones: Anforderung von für Pannenhilfe und Schutzbrief-Nothilfe. Der Nothilfe-Assistent begleitet Sie in Form eines App-Dialoges. Weitere Nothilfe-Tools und -Services sind ebenfalls verfügbar. Zum Download im App Store oder bei Google Play
  • Aus dem Ausland per Mail an schutzbrief-notruf@oeamtc.at
  • Österreichweit per Fax und/oder SMS unter der Notruf-Nummer 0800 133 133 (mit allen österreichischen Netzbetreibern möglich)
SMS Gehörlosen-Service © Cornelia Wild

 Wie funktioniert das SMS/E-Mail Schreiben?

 Bitte folgende Daten angeben:

  • Ich bin gehörlos
  • brauche ÖAMTC
  • Clubkartennummer z. B. 12345678
  • Name
  • Handynummer
  • Kennzeichen Automarke/Typ
  • Wo? z. B.: Autobahn A1 Richtung Wien oder KM-Stand 178
  • Grund? z B.: Motor heiß oder Batterie kaputt

Dann an 0800 133 133 senden.

Nach Eingang der SMS in der Notrufzentrale werden Sie von uns per SMS benachrichtigt, wann der Pannenfahrer bei Ihnen eintreffen wird.

Download

Broschüre "Wege zur persönlichen Mobilität"

Die Broschüre "Wege zur persönlichen Mobilität" der ÖAMTC Behindertenberatung finden Sie hier als E-Paper und zum Download. 

Welche Motorfahrzeuge stehen unter welchen Voraussetzungen Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen zur Verfügung, wie findet man das passende Auto, was ist beim Führerschein-Erwerb zu beachten? Welche Begünstigungen und Förderungen gibt es bei Anschaffung oder Umbau eines Kfz, bei Mautgebühren oder Kfz-Versicherungen? Worauf ist bei Behindertenparkplätzen und Insassensicherheit zu achten und wie ist die Herausforderung Reisen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität einfacher zu bewältigen?

Clubmitgliedern mit körperlichen Beeinträchtigungen steht der ÖAMTC bei allen Fragen rund um Mobilität beratend zur Verfügung. Nützliche Tipps und Hinweise zum Führerschein-Erwerb, finanzielle Unterstützungs-Möglichkeiten bei der Anschaffung eines passenden Fahrzeuges, Infos rund um Kfz-Umbauten, steuerrechtliche Informationen oder Praxistipps zu Reisen sind dabei u.a. Schwerpunktthemen.

Nützliche Tipps sowie Infos

Antworten auf all diese Fragen wurden in der ÖAMTC-Broschüre „Wege zur persönlichen Mobilität“ von Clubexperten kompakt und informell zusammengefasst, um Betroffenen, Ratsuchenden und Angehörigen unterstützende Informationen für ein selbstständiges, unabhängiges Leben mit Handicap zu bieten. Die Broschüre ist an allen ÖAMTC-Dienststellen in Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich und Salzburg erhältlich und steht auch hier als E-Paper und als barrierefreie Textversion zur Verfügung.

Kraftfahrzeuge

Kraftfahrzeuge für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung

Für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung gibt es verschiedene, an ihre Bedürfnisse angepasste Kraftfahrzeuge. 

Invalidenkraftfahrzeuge

Mit 26.2.2013 ist der Begriff des Invalidenkraftfahrzeuges entfallen. Bereits genehmigte oder zugelassene Invalidenkraftfahrzeuge dürfen aber weiterhin verwendet werden.
Invalidenkraftfahrzeuge (mit einem Eigengewicht bis zu 300 kg und einer Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 30 km/h bei einer Belastung von 75 kg) waren im Unterschied zu Ausgleichkraftfahrzeugen von vornherein für die Bedürfnisse und Möglichkeiten körperbehinderter Menschen gebaut und ausgerüstet.

Vierrädriges Leichtkraftfahrzeug

Darunter versteht man Kraftfahrzeuge mit einem Gewicht (Leermasse) von max. 350 kg. Bei Elektrofahrzeugen ist die Batterie nicht mitzurechnen. Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit darf max. 45 km/h betragen, der Hubraum bei Fremdzündungsmotoren nicht mehr als 50 cm3. Für andere Motortypen gilt die Grenze von nicht mehr als 4 kW.

Ausgleichkraftfahrzeug

Ein Ausgleichkraftfahrzeug gleicht durch angebrachte besondere Teile oder Vorrichtungen die Körperbehinderung beim Lenken des Fahrzeuges aus. Die Betriebsbremsanlage darf hierbei, sofern keine andere Möglichkeit besteht, so zu betätigen sein, dass der Lenker die Lenkvorrichtung dazu mit einer Hand loslassen muss. Laut ärztlichem Gutachten „beschränkt geeignete“ Personen dürfen ausschließlich ein oder mehrere darin bezeichnete Ausgleichkraftfahrzeuge lenken.​

Kraftfahrzeuge mit bestimmten Merkmalen

Körperliche Einschränkungen können nicht nur durch Behelfe wie Sitzpolster oder Brillen ausgeglichen werden, sondern auch durch das Kraftfahrzeug selbst (z.B. automatisches Getriebe). Bei Letzteren handelt es sich um Fahrzeuge mit bestimmten Merkmalen. Sie sind im Unterschied zu Ausgleichkraftfahrzeugen nicht individuell auf die Einzelperson abgestimmt.

Kraftfahrzeuge, die ohne Führerschein gelenkt werden dürfen

Ab einem Mindestalter von 16 Jahren darf man Kraftfahrzeuge mit einer Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 10 km/h ohne Führerschein lenken. Elektrorollstühle zählen nicht zu den Fahrzeugen und dürfen auf Gehsteigen, Gehwegen sowie in Fußgängerzonen mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.

Führerscheinpflicht

  • Motorfahrräder (Mopeds)
  •  Vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (und bestehende Invalidenkraftfahrzeuge)
  • Andere Kraftfahrzeuge (insbesondere Ausgleichkraftfahrzeuge)

Ein Führerschein darf nur dann erteilt werden, wenn das klassenspezifische Mindestalter, Verkehrszuverlässigkeit, gesundheitliche Eignung sowie eine fachliche Befähigung zum Lenken eines Kfz gegeben sind. Zusätzlich bedarf es einer Ausbildung in Erster Hilfe.

Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Führerscheinklassen finden Sie unter www.oeamtc.at/themen/fuehrerschein

Parken

Parkausweis nach §29b STVO

In der österreichischen Gesetzgebung sind für Menschen mit Behinderungen, die ein Kraftfahrzeug lenken, einige Regeln vorgesehen, die das Parken erleichtern.

Konkret sind die Parkerleichterungen im § 29b der Straßenverkehrsordnung festgelegt. Demnach ist Personen, die eine Zusatzeintragung über die Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel im Behindertenpass haben, ein Ausweis auszustellen.

Seit 1. Jänner 2014 ist der Parkausweis beim Sozialministeriumservice (Bundessozialamt) zu beantragen. Der Antrag ist gebührenfrei.

Der Parkausweis wird, je nach Sachlage, nach Begutachtung durch einen ärztlichen Sachverständigen des Sozialministerumservice befristet oder unbefristet ausgegeben.

Halte- und Parkverbote

Inhaber eines Parkausweises nach § 29b StVO dürfen mit ihrem selbst gelenkten oder als Mitfahrer genutzten Kfz folgende Parkerleichterungen in Anspruch nehmen:

1. Halten

  • Auf durch Straßenverkehrszeichen „Halten und Parken verboten“ oder nicht unterbrochene, am Fahrbahnrand angebrachte gelbe Linien gekennzeichneten Straßenstellen sowie in zweiter Spur, und zwar
  • Für die Dauer des Aus- oder Einsteigens einschließlich des Aus- oder Einladens der für die behinderte Person nötigen Behelfe (z. B. Rollstuhl)

2. Parken

  • Auf Straßenstellen, an denen ein Parkverbot durch das Straßenverkehrszeichen „Parken verboten“ oder durch eine unterbrochene, am Fahrbahnrand angebrachte gelbe Linie kundgemacht ist
  • In einer Fußgängerzone während der Zeit, in der eine Ladetätigkeit vorgenommen werden darf oder in der diese von/mit Ausweisinhabern ausdrücklich befahren werden darf
  • In Kurzparkzonen gemäß § 25 StVO gebührenfrei (§ 17 FAG 2017) und ohne zeitliche Beschränkung
  • Sowie auf Parkplätzen für Menschen mit Behinderungen

Die in § 29b StVO eingeräumten Rechte stehen mobilitätseingeschränkten Personen nur zu, wenn sie im Besitz eines Parkausweises nach § 29b StVO sind (rechtsbegründende Wirkung). Bei Inanspruchnahme dieser Ausnahmen gemäß Punkt 2. ist es unbedingt notwendig den Parkausweis nach § 29b StVO im Auto, hinter der Windschutzscheibe, gut erkennbar anzubringen. Bei anderen Fahrzeugen (z. B. Motorrädern) ist dieser an einer anderen geeigneten Stelle so anzubringen, dass der
Ausweis gut erkennbar ist. In allen anderen Fällen genügt das Mitführen des Ausweises, der auf Verlangen des Kontrollorgans vorzuweisen ist.

ÖAMTC Tipp

Alle anderen Halte- und Parkverbote, wie z.B. im Kreuzungsbereich, auf Sperrflächen, auf Radfahrstreifen oder auf Rad- und Gehwegen, werden von den Ausnahmeregelungen des § 29b StVO nicht berührt. Sie sind daher einzuhalten!

Parkausweis als Nachweis der Behinderung

Der Parkausweis kann außerdem als Nachweis der Behinderung verwendet werden für:

  • Eine ermäßigte ÖAMTC-Clubmitgliedschaft
  • Die Beantragung eines Behindertenparkplatzes
  • Finanzielle Unterstützungen für die Adaptierung von Kraftfahrzeugen 
  • Die Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer sowie andere steuerliche Begünstigungen (Lohn- und Einkommenssteuer etc.)
  • Den Antrag für einen Euro-Key (europaweit gültiger Universalschlüssel für behindertengerechte Einrichtungen)
Führerschein

Führerschein

Grundsätzlich gilt: Begünstigten behinderten Personen, die zur Erreichung oder Erhaltung eines Arbeitsplatzes auf die Benützung eines Kraftfahrzeuges angewiesen sind, kann zur Erlangung der Lenkberechtigung ein Zuschuss bis zur Hälfte der Kosten gewährt werden. Dies gilt, wenn die Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel im Behindertenpass eingetragen ist. Den Antrag stellt man beim Sozialministeriumservice (Bundessozialamt). Beratung hierzu bietet auch der ÖAMTC.

Wenn Sie erstmals den Führerschein machen wollen: Zunächst sollten Sie eine Fahrschule auswählen, die spezielle Angebote für Menschen mit Behinderungen hat, die im Fuhrpark auch entsprechende Fahrzeuge angemeldet hat, die auf verschiedenste Bedürfnisse angepasst werden können.

Sollte die Fahrschule mit den adaptierten Fahrzeugen weiter weg vom Wohnort sein, so besteht die Möglichkeit, die Theorieausbildung in einer Schule in der Nähe zu absolvieren und die Fahrprüfung danach in der Schule abzulegen, die über adaptierbare Ausgleichfahrzeuge im Fuhrpark verfügt.

Zunächst muss durch einen Amtsarzt festgestellt werden, ob jemand geeignet ist, ein Fahrzeug zu lenken. Wenn der Amtsarzt sonst keine sichere Entscheidung über die gesundheitliche Eignung treffen kann, wird eine Beobachtungsfahrt angeordnet. Mithilfe dieser kann man auch feststellen, welche Umbauten und Betätigungsvorrichtungen in einem adaptierten Fahrzeug allenfalls notwendig sein sollten.

Die amtsärztliche Untersuchung kann folgendes ergeben: geeignet, bedingt geeignet, eingeschränkt geeignet, nicht geeignet.

„Bedingte Eignung“

  • Nur Kraftfahrzeuge, die bestimmte Merkmale aufweisen, dürfen gefahren werden oder
  • Körperersatzstücke oder Behelfe (z. B. Brillen, Sitzpolster) sind notwendig.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen können vorgeschrieben werden

„Beschränkte Eignung“

  • Der Person wird lediglich erlaubt, ein bestimmtes, adaptiertes Ausgleichkraftfahrzeug zu lenken 
  • Merkmale und Vorrichtungen zum Ausgleich der körperlichen Einschränkungen und 
  • Das amtliche Kennzeichen und die Fahrgestellnummer des Fahrzeugs werden in den Führerschein eingetragen

Alle Auflagen und allfällige Befristungen trägt die ausstellende Behörde in Form von Zahlencodes in den Führerschein ein.

Die Führerscheinprüfung selbst und die Anträge sind ansonsten identisch mit dem Standardfall.

Bei gehörlosen oder stark schwerhörigen Personen wird die Prüfungszeit der theoretischen Fahrprüfung entsprechend verlängert. Die Prüfung kann auch in Gebärdensprache abgelegt werden.

Begünstigungen

Begünstigungen

Der Club informiert über Begünstigungen, die Menschen mit Behinderungen in Anspruch nehmen können.

Ermäßigte Beiträge für Clubmitglieder mit Behinderungen

Die ÖAMTC Mitgliedschaft gibt es für Menschen mit Behinderungen besonders günstig. Bitte informieren Sie den Club zu diesem Zweck nur über einen der folgenden Nachweise:

  • Parkausweis nach § 29b StVO oder
  • Behindertenpass mit Zusatzeintragung "Unzumutbarkeit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel" oder
  • Einschränkung der Lenkberechtigung gemäß § 8 Abs. 3 FSG (Lenkberechtigung auf Invaliden- oder Ausgleichkraftfahrzeuge eingeschränkt) oder
  • Bestätigung oder Bescheid (Versicherung oder Finanzamt) über die Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer 

Unterstützung bei Kauf und Adaptierung

Beim Neukauf und bei der Adaptierung eines Kraftfahrzeuges kann ein Ansuchen auf Gewährung einer Beihilfe (Darlehen oder Zuschuss) gestellt werden.

Förderungen können durch das Sozialministeriumservice (früher: Bundessozialamt), den zuständigen Sozialversicherungsträger, das zuständige Amt der Landesregierung, die Bezirkshauptmannschaft oder die Arbeiterkammer vergeben werden. Es gibt je nach Wohnort, Bundesland und beruflichem Zusammenhang unterschiedliche Förderarten und -höhen.

Häufige Voraussetzungen sind:

  • Zulassung und Rechnung des Kraftfahrzeugs auf die körperbehinderte Person
  • Nachweis der Behinderung durch einen Behindertenpass mit Eintragung der Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel oder einen Parkausweis nach § 29b StVO.
  • Bestimmte Einkommens- und Kaufpreislimits müssen eingehalten werden.
  • Auf Wunsch wird das Ansuchen auch an andere Stellen (z. B. Länder, Gemeinden) weitergegeben, die ebenfalls Zuschüsse und Darlehen gewähren können.

Erkundigen Sie sich vor dem Kauf bei der zuständigen Stelle über die Förderungs-Voraussetzungen und schließen Sie das Vorhaben erst nach erfolgter Zusage der Beihilfe ab. Die ÖAMTC Beratung für Mitglieder mit Behinderungen unterstützt Sie gerne bei konkreten Fragen - Mail an behindertenberatung@oeamtc.at

Motorbezogene Versicherungssteuer

Menschen mit Behinderungen können sich von der motorbezogenen Versicherungssteuer bzw. der Kraftfahrzeugsteuer für ein auf sie zugelassenes Kraftfahrzeug befreien lassen.

Voraussetzungen sind:

  • Zulassung des Kfz ausschließlich auf die körperlich beeinträchtigte Person
  • Nachweis der Behinderung mit einem Parkausweis nach § 29b StVO oder der Eintragung der Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel im Behindertenpass
  • Vorwiegende Verwendung des Kfz zur persönlichen Fortbewegung und Haushaltsführung des Zulassungsbesitzers
  • Beantragung mit dem Formular KR21 beim Haftpflichtversicherer, dieser übermittelt den Antrag ans Wohnsitzfinanzamt
  • Die Abgabenfreiheit steht erst ab dem Zeitpunkt der Beantragung zu

Gratisvignette

Die Landesstellen des Sozialministeriumservice (früher: Bundessozialamt) stellen behinderten Menschen, die im Besitz eines Behindertenpasses sind, in dem eine dauernde starke Gehbehinderung, die Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel wegen dauernder Gesundheitsschädigung oder die Blindheit eingetragen ist, für jedes Kalenderjahr eine Jahresvignette kostenlos zur Verfügung. Es kann auch im Nachhinein eine Rückerstattung des Kaufpreises beantragt werden.

Ermäßigte Sondermauten

Auf den österreichischen Sondermautstrecken – Pyhrn-Autobahn (A 9), der Tauern-Autobahn (A 10) und der Arlberg-Schnellstraße (S 16) – können mit dem Parkausweis nach § 29b StVO und einem speziell für behinderte Lenker adaptierten Fahrzeug (oder der Einschränkung der Lenkbefugnis zumindest auf Automatik-Pkw) bei der Asfinag Maut Service GmbH eine Jahreskarte um 7 Euro beantragt werden (gilt nicht auf der Karawankenautobahn). Auch auf anderen Maut- und Alpenstraßen gibt es Ermäßigungen. Es gelten unterschiedliche Voraussetzungen, nähere Informationen erhalten Sie bei der jeweiligen Mautgesellschaft.

Auf Reisen

Barrierefrei Reisen

Für Städtetrips empfehlen wir den ÖAMTC City Guide © pexels.com Für Städtetrips empfehlen wir den ÖAMTC City Guide

Barrierefrei Reisen

Flugreisen

Es ist ratsam, sich vorab über das Prozedere am Flughafen zu erkundigen. Ein Rollstuhl gilt übrigens nicht als Gepäck – er darf also nicht berechnet werden und zählt auch nicht zur zulässigen Freigepäcksmenge. Außerdem sollte man die Airline mindestens 48 Stunden vor Reiseantritt über die persönlichen Bedürfnisse informieren. Auch wenn diese Informationen bereits bei der Buchung über ein Reisebüro kommuniziert wurden, sollte man sich zusätzlich persönlich um die Klärung dieser Punkte kümmern. Eine EU-Verordnung schreibt Airlines übrigens die Beförderungspflicht von Passagieren mit körperlichen Einschränkungen vor: Mit gültigem Flugticket darf diesen der Transport nicht verweigert werden.

Generell empfiehlt der ÖAMTC bei allen Reisen die Mitnahme eines ärztlichen Attests, das über den gesundheitlichen Zustand und den medizinischen Bedarf informiert – am besten auf Deutsch und Englisch.

Autoreisen

Bei Autoreisen kann der "FIA-Leitfaden zur Verwendung des Parkausweises für Reisende mit eingeschränkter Mobilität" (wird gerade aktualisiert) eine wertvolle Hilfe sein. Er informiert über die Anerkennung des Ausweises in über 130 Ländern weltweit (www.disabledmotorists.eu).

Die ÖAMTC Raststationen-Übersicht bietet Informationen zur Barrierefreiheit an allen österreichischen Raststätten unter www.oeamtc.at/raststationen.

In zahlreichen Städten Europas bestehen Fahrverbote oder Mautpflichten für begrenzte Verkehrszonen, meist in den Innenstädten. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkung gibt es häufig Ausnahmeregelungen.

Behindertengerechte öffentliche Toiletten (auch an Autobahn-Raststationen) werden europaweit mit dem Euro-Key-Schließsystem ausgestattet und so nur berechtigten Personen zugänglich gemacht. Der Euro-Key kann kostenlos unter www.oear.or.at angefordert werden. In Großbritannien gibt es ein ähnliches System. Der dafür benötigte Radar-Schlüssel kann im Webshop von www.londonbarrierefrei.com bestellt werden.

Städtereisen

Viele Städte im In- und Ausland haben eigene Websites für mobilitätseingeschränkte Urlauber. Neben Standorten von Behindertenparkplätzen oder behindertengerechten Toiletten sind Tipps zur einfachen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs oder zu Stadtführungen für mobilitätseingeschränkte Besucher abrufbar.

Das Projekt „Wheelmap“dokumentiert auf einer internationalen Online-Karte die rollstuhlgerechte Zugänglichkeit öffentlicher Orte. Zusätzlich zur Website (www.wheelmap.org) gibt es Apps für iPhone und Android-Smartphones.

Geführte Rundreisen und Kreuzfahrten

Sowohl bei geführten Rundreisen als auch bei Kreuzfahrten sollte man vorab Kontakt mit dem Reiseveranstalter aufnehmen, um die Möglichkeit einer Teilnahme und die individuellen Bedürfnisse abzuklären. Viele Reedereien haben eine"Special-Needs"-Abteilung, die bei Bedarf gegen einen Aufpreis Landausflüge in rollstuhlgerechten Fahrzeugen oder sogar eigene Guides für individuelle Entdeckungstouren organisieren kann. Die meisten Kreuzfahrtschiffe sind übrigens barrierefrei.

Hotel

Oft ist es schwierig, Informationen darüber zu erhalten, ob eine Unterkunft barrierefrei ist. Am besten nimmt man persönlich Kontakt mit dem Hotel auf und stellt möglichst detaillierte Fragen, etwa zur Türbreite im Zimmer oder zur Anzahl der Haltegriffe im Badezimmer. Auf eine allgemeine Zusicherung der Barrierefreiheit sollte man sich nicht verlassen. Zur Absicherung kann es sinnvoll sein, Fotos von der Situation vor Ort anzufordern. ÖAMTC-Experten haben für Sie Checklisten zusammengestellt, die Ihnen die Reiseplanung und Hotelsuche vereinfachen.

Die ÖAMTC Beratung für Mitglieder mit Behinderung hilft gerne bei konkreten Fragen – Mail an behindertenberatung@oeamtc.at.

FAQ

Häufige Fragen

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