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November 2022

Flach, hoch, steil

Das vollelektrische Kompakt-SUV Audi Q4 e-tron und sein sportlicher Ableger Sportback haben vieles gemeinsam. Aber nicht alles.

Das Angebot an SUV-Modellen ist kaum noch überschaubar. Nahezu jeder Hersteller hat sie im Angebot, immer mehr Kunden greifen zu. Auf die Größe kommt es dabei kaum an, denn vom SUV auf Kleinwagen-Basis bis zum über fünf Meter langen Luxus-Riesen gibt's mittlerweile alles.

Neu ist allerdings, dass immer öfter auch SUV mit schrägem Heck, sogenannte SUV-Coupés, in den Hersteller-Listen auftauchen. Man erinnert sich an den Aufschrei, als BMW 2008 mit der ersten Generation des X6 vorpreschte.

Trotz des bis heute viel diskutierten Designs ist das Auto ein Erfolg – und Grund genug für viele andere Hersteller, ebenfalls SUV mit coupéhafter Linienführung anzubieten.

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Audi Q4 e-tron

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Ähnlich, aber anders

Wir wollten es beim Audi Q4 daher ganz genau wissen. Was kann der klassische Q4 besser als der Q4 Sportback? Oder umgekehrt?

Bullig stehen beide da. Die hohe Front wird von zwei schmalen LED-Scheinwerfern dominiert, die den mächtigen, schwarz umrahmten Grill in ihre Mitte nehmen. Identisch ist auch das schmale Leuchtenband am Heck.

Darüber wird's unterschiedlich. Beim Sportback mündet nämlich das sanft abfallende Heck in einen Spoiler, der das gesamte Heckfenster teilt. Beiden Varianten gemeinsam ist allerdings die generell schlechte Sicht nach hinten.

Audi Q4 e-tron Sportback

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Sitzt, passt, hat Luft

Platz haben die Insassen im Q4 reichlich. Vor allem vorne geht's sehr luftig zu. Auffallend: Die optionalen Sportsitze im getesteten Sportback bieten spürbar mehr Halt und sind ideale Langstreckenbegleiter.

Durch den fehlenden Kardantunnel des vollelektrischen Q4 hat man auch hinten viel Platz, lediglich Großgewachsene jenseits von 1,85 Meter stoßen wegen der coupéhaften Dachlinie des Q4 Sportback bald an ihre Grenzen, speziell mit dem Kopf.

Erfreulich groß und familientauglich ist der gut nutzbare Kofferraum in beiden Modellen. Das Volumen ist in beiden Versionen annähernd gleich groß, der Ladeboden ist höhenverstellbar und die Rücksitzlehnen sind jeweils dreigeteilt vorklappbar. Verschiebbar sind die Rücksitze allerdings nicht.

Aktuell entscheidet sich rund ein Viertel der Käufer eines Q4 e-tron für das SUV-Coupé Sportback.

Gut aufgehoben

Gut aufgehoben fühlt man sich im Innenraum. Das Cockpit-Design ist modern und die Instrumententafel zum Fahrer orientiert, die verwendeten Materialien sind erstaunlicherweise aber nicht an allen Stellen hochwertig.

Schön anzusehen: die horizontal freischwebende Bedieninsel in der Mittelkonsole, auf dem der "Shifter" für die Wahl der Gangstufen sitzt.

Eine Domäne beider SUV ist ein dank des tiefen Schwerpunkts und der direkten Lenkung ausgesprochen agile Handling. Nur in engen Kurven neigt der Q4 zum Untersteuern. Sehr gelungen ist dafür der überaus geschmeidige Abrollkomfort, trotz der großen Räder dringen unsanfte Schläge aufgrund von Fahrbahnschäden oder tiefen Kanaldeckeln nur selten bis ins Fahrzeuginnere durch.

Schönheit muss leiden

Die Fahrleistungen sind in beiden Versionen mehr als ausreichend, sowohl im 204 PS starken Q4 40 e-tron als auch im allradgetriebenen, knapp 300 PS starken Q4 Sportback 50 e-tron.

Keine Überraschungen erleben Q4-Piloten an der Stromtankstelle. Auf der auto-touring-Normrunde begnügten sich beide Q4-Varianten mit knapp über 17 kWh pro hundert Kilometer. Selbst der spürbar stärkere Q4 Sportback 50 e-tron quattro verbraucht nur unwesentlich mehr. Die Reichweite lag bei beiden Modellen damit bei weit mehr als 400 Kilometern. Selbst bei flotter Gangart kletterte der Stromverbrauch selten über 20 kWh/100 km.

Preislich unterscheiden sich die beiden SUV um rund 2.000 Euro. Wer also die etwas flottere Optik des Sportback bevorzugt, muss etwas tiefer in die Tasche greifen.

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