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März 2019

Autosalon Genf 2019

Jetzt kommen wir der Elektromobilität einen entscheidenden Schritt näher, weil: So viele serienreife Modelle wie heuer gab es noch nie. Das Ende der Verbrenner naht deswegen aber nicht schneller. 

Müssten wir den heurigen Automobilsalon in Genf mit nur drei Schlagwörtern hinreichend und sinnvoll charakterisieren, wir täten es mit jenen: Elektroantrieb, SUV, Kleinwagen – und, schwups, schon wäre alles gesagt, freilich ohne ins Detail zu gehen.

Aber das machen wir ja jetzt. In gewohnter Manier und auf zweierlei Arten, mit einem Bewegtbild-Fünfminüter einerseits sowie einem Standbild-Feuerwerk andererseits. Unsere wiederholt anerkennenden Schulterklopfer hierfür gehen an den Video-David und den Foto-Markus, die sich stets aufs Neue dem Messe-Trubel mit ihren Kameras entgegenstemmen und so für faszinierende Aufnahmen sorgen.

Was wir heuer vor die Linse geholt haben? Farbenfrohe französische Kleinigkeiten von Citroën, Peugeot und Renault, doppeldeutig Grünes aus dem Volkswagen-Konzern, optisch herausragende (und zwar buchstäblich) asiatische Studienobjekte von Kia, Mitsubishi und Nissan, den (subjektiv wahrgenommenen) Publikums-Liebling von Honda, zweierlei Drall-Rundliches aus dem Hause Fiat sowie einen Sportler aus der Schweiz mit dem prestigeträchtigem Namen Piëch. Ferner ein Mix-Dings von Mazda plus eine schwedische Elektro-Limousine namens Polestar 2. Oh, und ein skurril anmutendes E-Bike von Škoda haben wir ebenso entdeckt. 

Doch genug der Worte, Film ab!

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Sechs Highlights aus Genf im Bewegtbild-Fünfminüter

Autos, die schon bald kommen

Hier geht es nicht um Studien, sondern um Autos, die teilweise noch heuer, spätestens aber bis 2021 den Weg in die Schauräume und auf die Straßen finden. Es sind dies Kleinwagen und kompakte SUV, teils mit klassischem Verbrenner, teils mit E-Antrieb unter der Haube. Und: Unsere Selektion an automobilen Stars der unmittelbaren Zukunft ist mehrheitlich europäischer Prägung. Voilà.

Neben kleinen und leistbaren Modellen mit Bestseller-Potenzial steht bei vielen Herstellern ganz klar die Elektromobilität im Fokus.

Christian Stich, Redakteur

Seat el-Born

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1 Was wir hier sehen: Einen Van kompakter Größe, der auf der neuen Elektro-Plattform des VW-Konzerns (namens MEB) aufbaut. Vorläufige technische Eckdaten: 62-kWh-Batterie, 420 Kilometer Reichweite (gemessen nach dem WLTP-Fahrzyklus), ausgelegt auf eine Ladeleistung von 100 kW. © markuszahradnik.com

2 Falls Sie, liebe Leser, vielleicht die Herkunft des Namens beschäftigt – wir haben nachgefragt und erfahren: Es gibt da ein Szeneviertel in Barcelona, genannt "Born", das gewissermaßen als Referenz dient. Und das "el" steht für Elektro. Alles klar? © markuszahradnik.com

3 Der el-Born wird voraussichtlich 2020 auf den Markt kommen, auf die endgültige Konfiguration sind wir aber bereits jetzt neugierig. Denn momentan ist sowohl von Sportwagen-ähnlichen Fahrleistungen die Rede als auch von jeder Menge Assistenzsysteme bis hin zum autonomen Fahren. Klingt nach einem interessanten Mix.    © markuszahradnik.com

Renault Clio

Eigentlich hätte er der Star des Pariser Automobilsalons im vergangenen Herbst sein können – hätte, denn er war nicht da. In Genf nun hat ihm der ebenfalls neue Peugeot 208 eiskalt die Show gestohlen.

Was gibt's über die mittlerweile fünfte Clio-Generation zu sagen? Nun, die augenscheinlichste Änderung hat definitiv an der Front stattgefunden und wir meinen, der neue Look steht ihm gut. Der Clio sieht dem größeren Mégane zwar zum Verwechseln ähnlich, dabei hat er in punkto Größe gar nicht zugelegt. Im Gegenteil. Der Neue ist sogar ein Spur kürzer (rund 1,5 Zentimeter) als der Vorgänger, in Summe also 4,05 Meter lang.

Technisch betrachtet steht er auf einer komplett neuen Plattform (intern CFM-8 genannt), die erstmals sämtlich moderne Anforderung möglich macht – vom autonomen Fahren (und den dafür erforderlichen Assistenzsystemen) bis hin zum Hybridantrieb.

Markstart ist im Mai, drei Benzin- (75, 95 und 130 PS) und zwei Dieselmotoren (85 und 115 PS) stehen zur Wahl, der Einstiegspreis liegt bei 9.990 Euro.

Polestar 2

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1 Volvo zeigt unter seiner Elektro-Submarke den Polestar 2, ein Auto, dem rund 400 PS (knapp 300 kW) und über 500 Kilometer Reichweite zugeschrieben werden. Vielversprechende Preisprognose: bei uns knapp unter 45.000 Euro. © markuszahradnik.com

2 Alleinstellungsmerkmal: Als erstes Elektroauto setzt der Steckdosen-Volvo auf ein Infotainment-System, das auf Android basiert. Sprich: Einbindung von Google Maps, Google Assistant und Google Play Store. © markuszahradnik.com

3 Kein Geheimnis: Sowohl Karosserieform, technische Eckdaten, Tablet-Bildschirm als auch Preisgestaltung erinnern frappant an Teslas Model 3. Und noch eine Parallele gibt's: Auch den Polestar 2 wird man nur im Internet kaufen können – unter www.polestar.com können Sie ihn sogar schon vorbestellen. © markuszahradnik.com

Mazda CX-30

Nicht 4, sondern 30 markuszahradnik.com 1
Innen eng markuszahradnik.com 2
Außen schön markuszahradnik.com 3

1 Mazda erweitert, so wie es all die anderen Hersteller auch tun, seine SUV-Palette und baut nun auch ein kompaktes SUV. Das heißt CX-30 und nimmt den Platz zwischen dem kleineren CX-3 und dem größeren CX-5 ein. © markuszahradnik.com

2 Unser erster Eindruck im Innenraum: Hier geht's relativ beengt zu. Speziell vor dem Beifahrer baut sich eine regelrechte Kunststoff-Steilwand auf, das darin untergebrachte Handschuhfach bietet aber nur wenig Platz.  © markuszahradnik.com

3 Der zumindest optisch gelungene CX-30 baut übrigens auf dem eben erst vorgestellten neuen  Mazda 3 auf (unsere ersten Fahreindrücke sind hier nachzulesen) und übernimmt somit dessen Motorenpalette – also auch den so genannten Skyactiv-X-Motor, den ersten Serienbenziner mit Kompressionszündung. Ende des Jahres soll es den CX-30 zu kaufen geben.  © markuszahradnik.com

Škoda Kamiq

Škoda Kamiq markuszahradnik.com 1
Der Yeti-Ersatz markuszahradnik.com 2
Sitzprobe bestanden, auch hinten markuszahradnik.com 3

1 Nach Kodiaq und Karoq jetzt also Kamiq – so heißt das dritte SUV von Škoda, das kompakte 4,2 Meter lang ist und ab Herbst endgültig die Nachfolge des (eh schon nicht mehr produzierten) Yeti übernimmt. © markuszahradnik.com

2 Das Frontdesign orientiert sich stark an seinen größeren Brüdern, hinten wirkt der Kamiq – unserer Meinung nach – allerdings stimmiger und harmonischer. Er ist übrigens ungefähr so lang wie ein VW Golf und bietet auch vergleichbare Platzverhältnisse für Insassen und… © markuszahradnik.com

3 … Gepäck. Die hohe Ladekante erschwert zwar die Beladung, hinsetzen und kurz darauf ausrasten klappt allerdings hervorragend. Antrieb: Benzin- und Dieselmotoren, eine Erdgasvariante wird es ebenfalls geben. © markuszahradnik.com

Alfa Romeo Tonale

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1 Nachwuchs im Hause Alfa Romeo: Die seriennahe Kompakt-SUV-Studie mit dem klingenden Namen Tonale könnte schon Ende nächsten Jahres als kleiner Bruder des Stelvio das Licht der Händler-Schauräume erblicken. © markuszahradnik.com

2 Allzu viel verraten die Italiener über einen künftigen Serien-Tonale hier in Genf noch nicht, man darf aber von Elektrifizierung in Richtung Plug-in-Hybrid ausgehen – davon zeugt auch das hübsche Emblem vor der C-Säule, das um ein Kabel erweitert wurde. © markuszahradnik.com

3 Und noch ein bisschen Wissen fürs nächste Autoquiz: Wie auch der Stelvio ist der Tonale nach einer norditalienischen Passstraße benamst – in diesem Fall der Verbindungsstrecke von Bozen zum Gaviapass. © markuszahradnik.com

Autos, die vielleicht kommen

Und weil es bei Fahrzeug-Studien meist mehr zu sehen als technisch zu erfahren gibt, wechseln wir nun in das XL-Bildformat. Wir hoffen, Sie finden Gefallen daran.

Wie in allen Jahren, ist der Genfer Salon auch eine Showbühne für schöne Supersportler und exaltierte Studien. Realisierungsgrad? Unterschiedlich. Manchmal entstehen aus den Studien Kleinserien, manchmal wird hier auch nur das Markendesign der kommenden Jahre abgetestet.

Alexander Fischer, Redakteur

And finally: das Fahrrad

Frage: Was hat ein Fahrrad auf dem Automobilsalon zu suchen? Die Antwort geben wir per Stichwort: Mikro-Mobilität, also die Zurücklegung relativ kurzer Distanzen mit eher kleinen, meist elektrischen Fahrzeugen. Škoda ist übrigens bei weitem nicht der einzige Hersteller, der sich dem Thema Mikro-Mobilität widmet und eigene E-Bikes zwischen den zahlreichen Autos präsentiert. 

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1 Wir stellen vor: Das Škoda Klement, ein E-Bike mit 4 kW starkem Radnabenmotor, das, rechtlich eingestuft, somit als Moped gilt. Dementsprechend wird auch die Höchstgeschwindigkeit mit maximal 45 km/h angegeben. ABS ist übrigens auch an Bord. © markuszahradnik.com

2 Wer genau hingesehen hat, wird sich im ersten Moment vielleicht noch über die fehlende Kette (plus zugehöriger Peripherie) gewundert haben. Wie man trotzdem vorankommt? Nun, diese Pedale hier sind nicht für runde Tretbewegungen gemacht bzw. gedacht. Ihre Funktionsweise ähnelt eher jenen im Auto – mit einem Unterschied. Wird die vordere Pedal-Hälfte belastet, fährt das Klement vorwärts. Soweit, so gut. Wird mit der Ferse jedoch die hintere Hälfte belastet, beginnt das E-Bike langsam rückwärts zu rollen. © markuszahradnik.com

3 Ob das Klement Serienreife erlangen darf steht scheinbar noch nicht endgültig fest, im Pressetext ist die entsprechende Passage eher vage formuliert. Wir würden uns jedenfalls freuen, das Klement einmal in freier Natur ausprobieren zu können. © markuszahradnik.com

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