Ein hellgrauer Seat Ibiza steht schräg neben einem roten Renault Clio
© Sebastian Weissinger
© Sebastian Weissinger
Februar 2026

Kleinwagen-Duell

Im Vergleich: Womit der neue Renault Clio dem Seat Ibiza Konkurrenz machen will. 

Kleinwagen bleiben gefragt – und das aus gutem Grund. Sie vereinen Sparsamkeit, solide Alltagstauglichkeit und erstaunlich viel Platz auf einer Länge von rund vier Metern. Zwei dieser Bestseller sind aktuell neu auf dem Markt: Auf der einen Seite der völlig neue Renault Clio, zum anderen der frisch überarbeitete und mit 5.137 Modellen im Jahr 2025 meistverkaufte Kleinwagen Österreichs – der Seat Ibiza.

Moderne Kleinwagen punkten dank ihrer hohen Agilität heute nicht mehr ausschließlich im dichten Stadtverkehr. Sie bieten auch für Familien überraschend viel Platz und offerieren mittlerweile selbst auf Überlandfahrten einen soliden Fahrkomfort. Sparsam und preiswert sind sie sowieso – allesamt Argumente, die gerade in Zeiten steigender Mobilitätskosten zählen. Beide Modelle zeigen deutlich, dass kompakte Abmessungen und Komfort sich nicht ausschließen.

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Video: Renault Clio vs. Seat Ibiza

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Der Clio tritt als meistverkaufter Renault aller Zeiten an (in 35 Jahren wurden insgesamt 17 Millionen Stück abgesetzt), mittlerweile in sechster Generation und komplett neu entwickelt. Wie schon sein Vorgänger läuft auch die ­aktuelle Version im Renault-Werk Bursa in der Türkei vom Band. Im Vergleichstest trifft er auf den in Spanien produzierten, überarbeiteten Seat Ibiza.

Ein hellgrauer Seat Ibiza steht neben einem roten Renault Clio © Sebastian Weissinger

Beide Modelle bringen bewährte Stärken mit: Handlichkeit, moderne Assistenzsysteme und effiziente Antriebe. Sie gehen in beliebten Einstiegsvarianten an den Start und bleiben beide unter der, für diesen Test ausschlaggebenden 20.000-Euro-Marke – der Ibiza mit 95 PS, der Clio mit 115 PS. Welche Unterschiede im Detail zählen und welches Modell womit punkten kann, zeigt der direkte Vergleich – von Raumangebot über Ausstattung bis hin zu Fahrverhalten und Verbrauch.

1. Platz: Seat Ibiza 1,0 TSI Edition Style

Seat frischt seinen Topseller mit neuem sechseckigem Kühlergrill, schlankeren LED-Scheinwerfern und überarbeiteten Schürzen auf. Im Innenraum verbessern hochwertigere Materialien mit Soft-Touch-Oberflächen die Haptik. Das Cockpit punktet mit logisch angeordneten Bedienelementen und einem Mix aus Tasten und Drehknöpfen sowie zahlreichen Ablagen. Insassen profitieren zudem vom spürbar besseren Platzangebot als im Clio, vor ­allem vorne. Dafür ist der Kofferraum enger geschnitten, bietet jedoch einen höhenverstellbaren Ladeboden. Für den täglichen Einkauf und kleine Familien reicht’s dennoch.

Beim Fahren überzeugt die enorme Agilität, das Fahrwerk gibt Unebenheiten aber stärker an seine Insassen weiter. Top: die knackig-präzise Schaltung. Der gut gedämmte und quirlige Dreizylinder-Benziner sorgt für tadellose Fahrleistungen, verbraucht mit 6,0 l/100 km aber etwas mehr als der Clio.

Alternativ gibt’s für den Ibiza noch eine schwächere Variante mit 80 PS (ab 16.990 Euro), 115 PS wie im Clio kosten bereits stolze 5.000 Euro mehr. Seat-Ansage: zehn Jahre Garantie.

Fahrgastraum vorne im Seat Ibiza 1
Das Lenkrad im Seat Ibiza 2
Mittelkonsole des Seat Ibiza 3

1 Die Sitze im Ibiza schneiden gut ab, einzig der Seitenhalt bei den Schultern könnte besser sein. © Sebastian Weissinger

2 Die Lenkrad-Bedienung ist inzwischen altbekannt und funktioniert gut. © Sebastian Weissinger

3 Unter dem kleinen Touchscreen gibt es noch eine Menge echter Knöpfe. © Sebastian Weissinger

Ein hellgrauer Seat Ibiza fährt an einer Wand mit Graffiti vorbei

Stärken und Schwächen

Pro: Enorme Handlichkeit, exakte Schaltung, Platzangebot in der ersten Reihe, zehn Jahre Garantie, Bedienung, Sitzkomfort.

Contra: Etwas höherer Verbrauch, knapper geschnittener Kofferraum, härteres Fahrwerk, Automatik nur in Variante mit 115 PS.

2. Platz: Renault Clio TCe 115 Evolution

Der neue Clio setzt auf ein deutlich dynamischeres Design als sein Vorgänger: Vorn sorgen scharf geschnittene, dreieckige LED-Scheinwerfer, C-förmige Tagfahrleuchten und ein kantiger Grill für einen markanteren Auftritt. Hinten setzen auffallend geformte Rückleuchten optische Akzente. Im Innenraum gefallen Verarbeitung und Materialqualität. Die harten Kunststoffe wirken durchaus wertig. Das Platzangebot ist vor allem vorne spürbar enger als im Ibiza, in der zweiten Reihe stören zu kurze Schenkelauflagen. Im Alltag unpraktisch: die kleinen Ablagen. Praktikabel: der geräumigere Kofferraum.

Pluspunkte sammelt der Clio auf der Straße. Er federt komfortabler, selbst auf schlechten Straßen, und bremst besser als der Ibiza. Hakelig und unpräzise ist dafür die Schaltung. Der Dreizylinder-Benziner agiert unter Last zwar brummig, überzeugt aber mit rund 5,6 l/100 km Verbrauch und sorgt damit für Reichweiten deutlich über 600 Kilometer. Perfekt gelöst wurde die Möglichkeit zum Ein- und Ausschalten diverser Assistenzsysteme: einmal konfiguriert, reicht zwei­maliges Drücken.

Fahrgastraum vorne im Renault Clio 1
Die Lenkrad-Tasten im Renault Clio 2
Die Mittelkonsole des Renault Clio 3

1 Der Halt bei den Schultern ist im Clio besser, die Sitzposition schlechter. © Sebastian Weissinger

2 Die Tasten am Lenkrad wirken moderner als im Ibiza. © Sebastian Weissinger

3 Auch der Bereich unter dem Bildschirm ist moderner, auf Kosten von haptischen Elementen. © Sebastian Weissinger

Ein roter Renault Clio fährt an einer Wand mit Graffiti vorbei

Stärken und Schwächen

Pro: Fahrkomfort, direkte Lenkung, Verbrauch, Kofferraum, Bremsen, Verarbeitungs- und Materialqualität, Assistenzsysteme.

Contra: Sitze mit kurzer Schenkelauflage, nur drei Jahre Garantie, hakelige Schaltung, unter Last brummiger Motor.

Fazit

Attraktiv kalkuliert sind beide – dazu beinahe identisch und solide ausgestattet. Nur die Klimaautomatik gibt es erst in höherwertigen Versionen. Dennoch hat der Seat Ibiza die Nase vorn. Geräumigkeit, Agilität und zehn Jahre Garantie sprechen eine deutliche Sprache. Der etwas höhere Verbrauch und Nachteile beim Fahrkomfort sind verschmerzbar. Der sparsame Renault Clio ist komfortabler, sein Gepäckabteil alltagstauglicher. Schwächen bei Platzangebot, Schaltung oder Akkustik geben unterm Strich aber den Ausschlag. Unmittelbare Mitbewerber in dieser Preisklasse: Toyota Yaris, VW Polo, Škoda Fabia, Opel Corsa, Peugeot 208, Hyundai i20 oder Dacia Sandero.

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