Wenn fünf rote Ampellichter ausgehen, starten 22 Formel-1-Fahrer ins Rennen. Ab 8. März sitzen Fans wieder viele Wochenenden lang vor den Bildschirmen, eine Faszination, die Partner:innen oder Familie oft schwer nachvollziehen können. Damit diese trotzdem wissen, was denn da gerade während eines Trainings bzw. Rennens passiert, geben wir einen Einblick in das Regelwerk der Königsklasse des Motorsports.
Formel 1 Regeln erklärt
Wer bekommt wieviele Punkte? Was bedeuten die unterschiedlichen Farben an den Reifen? Wir erklären die Formel 1-Basics zum Saisonstart. Plus: Alle News der Formel 1-Saison 2026, die Motorsport-Highlights in Österreich und ein kurzes Formel 1-Quiz.
Formel 1-Wochenende
Ein klassisches Formel-1-Wochenende besteht aus zwei freien Trainings am Freitag, einem freien Training und dem Qualifying am Samstag und dem Grand Prix am Sonntag. Das Ergebnis des Qualifyings bestimmt die Position, an der die Fahrer beim Grand Prix an den Start gehen. Dieses Jahr gibt es allerdings ein Wochenende, an denen der Grand Prix am Samstag stattfinden wird – am 22. November in Las Vegas (Ortszeit). Das Rennwochenende startet dann schon am Donnerstag.
An sechs Wochenenden 2026 gibt es allerdings zusätzlich ein Sprint-Rennen, das am Samstag stattfindet – nämlich vor dem Qualifying für den Grand Prix am Sonntag. Ein weiteres kürzeres Sprint Qualifying für die Startpositionen des Sprint-Rennens wird am Freitag gefahren.
Der Unterschied zwischen Sprint-Rennen und einem Grand Prix ist hauptsächlich die Länge: Der Sprint geht nur über etwa 100 Kilometer, ungefähr ein Drittel der Distanz eines Grand Prix. Außerdem gibt es weniger Punkte und auch nur bis zum 8. Platz.
Grand Prix-Punkte:
© auto touring
Reifenregeln
Das Rennen am Sonntag ist nicht nur länger, es gibt auch Reifenregeln: Bei jedem Grand Prix ist ein Boxenstopp Pflicht und es müssen zumindest zwei verschiedene Reifenmischungen zum Einsatz kommen. Eine Ausnahme bildet aller Voraussicht nach der Grand Prix von Monaco erstmals in dieser Saison: Die FIA plant für die enge Strecke, auf der Überholen inzwischen beinahe unmöglich ist, die Anzahl der verpflichtenden Boxenstopps zu erhöhen. Insgesamt werden immer drei Trocken-Reifenmischungen angeboten: Hard (weiß), Medium (gelb) und Soft (rot). Diese werden aus insgesamt sechs Reifen (C0 bis C5) von Pirelli bei jedem Grand Prix neu ausgewählt. Es variiert also je nach Strecke, welcher Reifen in einem Rennen als Soft oder Hard bezeichnet wird. Die weichsten Reifen (C5) haben den besten Halt, nützen sich aber am schnellsten ab. Handelt es sich um ein Regenrennen, gelten diese Vorschriften allerdings nicht.
Unfälle im Rennen
Kommt’s zum Crash, fährt das Safety-Car auf die Rennstrecke, sammelt die Fahrzeuge ein und hält diese hinter sich, bis die Gefahrensituation gelöst ist. Das Fahrerfeld wird dadurch zusammengeschoben.
Bei kleineren Unfällen wird das Virtual Safety Car (VSC) eingesetzt: Die Fahrzeuge werden von keinem realen Auto gesammelt, sondern die Piloten müssen durch vorgegebene Zeiten für einzelne Streckenabschnitte dafür sorgen, dass die Abstände zwischen ihnen gleich bleiben.
Ein Rennen darf inklusive Unterbrechungen maximal 3 Stunden dauern, innerhalb dieser Zeit darf aber nur maximal 2 Stunden gefahren werden. Die hinter dem Safety-Car absolvierten Runden zählen trotz der Einschränkungen zur Fahrzeit.
Am Ende des Saison ist jener Fahrer, der in den Sprint-Rennen und Grands Prix die meisten Punkte einfahren konnte, Weltmeister.
Technische News
Das Reglement wurde seit der letzten Saison komplett überarbeitet: Der 1,6-Liter-V6-Turbomotor, mit dem die Formel 1 seit 2014 fährt, bleibt 2026 erhalten, verliert aber an Relevanz: Seine Leistung wurde von über 800 PS auf 540 PS limitiert. Gleichzeitig wurde der elektrische Anteil erhöht und macht nun fast die Hälfte der Antriebskraft aus, weil die Batterie-Leistung von ca. 150 auf 350 kW vergrößert wurde. Das gesamte Antriebs-System ist zudem vereinfacht worden, der Kraftstoff muss 100 % nachhaltig sein. Die gesamte Systemleistung bleibt bei rund 1.000 PS.
Das DRS (Drag Reduction System) entfällt. Stattdessen gibt es einen "Overtake Mode": Befindet sich ein Fahrer innerhalb einer Sekunde Abstand zum Vordermann, darf er zusätzlich elektrische Leistung abrufen. Anders als beim DRS, das an klar definierte Zonen gebunden war, lässt sich der Overtake Mode flexibel einsetzen – entweder gebündelt für eine Attacke oder dosiert über die gesamte Runde. Das soll das Racing strategischer machen – so die Idee.
Und sonst? Die Autos werden kürzer und schmaler, zudem gibt es aktive Aerodynamik an Front- und Heckflügel.
Neue Teams, bekannte Fahrer
Im Gegensatz zu letztem Jahr ist bei der Besetzung der Cockpits wenig passiert, dafür begrüßen wir aber mit Cadillac ein elftes Team. Der US-amerikanische Hersteller steigt in die Königsklasse des Motorsports ein und setzt mit dem Mexikaner Sergio Pérez (vormals Red Bull Racing) und dem Finnen Valtteri Bottas (vormals Mercedes) zwei Routiniers ins Cockpit.
Doch Cadillac ist nicht der einzige Hersteller, der in die Formel 1 drängt: Toyota steigt als Sponsor bei US-Team Haas ein. Technisch stärker involviert sind die Hersteller Ford und Honda. Während Ford gemeinsam mit Red Bull den neuen Antriebsstrang entwickelt hat, ist auch Honda wieder als Motorenhersteller zurück. Einziger Kunde 2026 ist das Aston Martin F1 Team.
Auch ein deutscher Autobauer steigt in die F1 ein: Audi hat den Schweizer Rennstall Sauber übernommen und geht mit Gabriel Bortoleto aus Brasilien und dem Deutschen Nico Hülkenberg an den Start. Die Motoren werden von Audi selbst in Neuburg an der Donau gebaut.
Liam Lawson bekommt mit dem Briten Arvid Lindblad den einzigen Rookie der Saison ins Team. Hadjar erbt von Tsunoda den zweiten Sitz bei Red Bull.
Die ganze Aufstellung:
© auto touring
© Cadillac Formula 1 Team
Formel 1-Quiz
Testen Sie mit unserem Formel 1-Quiz Ihr Know-How und lernen Sie ein paar Gesichter hinter den Namen kennen!
What else?
Auch abseits der Formel 1 gibt es News im Motorsport. Ferdinand Habsburg startet diese Saison wieder für Alpine. Wir haben mit ihm über die neuen Herausforderungen gesprochen.
Bei der F1 Academy, der Nachwuchs-Rennserie für Frauen, fährt zudem weiterhin eine Österreicherin mit, dieses Jahr bei Audi. Emma Felbermayr erzählt über ihren Werdegang und Frauen im Motorsport.
Motorsport-Highlights 2026 in Österreich
- Motocross Paldau (ÖM) (06.04.2026, Paldau, Motocross Strecke)
- Lavantalrallye (ÖM) (09.04.–11.04.2026, Wolfsberg)
- Motorrad Bergrennen Landshaag (EM) (11.04.–12.04.2026, Landshaag)
- Rallycross Wachauring (18.04.–19.04.2026, Wachauring)
- DTM am Red Bull Ring (24.04.–26.04.2026, Red Bull Ring)
- Automobil Bergrennen: Rechbergrennen (24.04.–26.04.2026, Rechberg)
- Supermoto Wachauring (02.05.–03.05.2026, Fahrtechnikzentrum Fohnsdorf)
- Speedway: EM-Qualifikation (25.04.2026, Mureck)
- Murtal Rallye (12.06.–13.06.2026)
- Automobil Rennsport, Motortag (08.08.–09.08.2026, Salzburgring)
- Red Bull Ring Classics (29.08.–30.08.2026, Red Bull Ring)
- Formel 1: Großer Preis von Österreich (26.06.–28.06.2026, Red Bull Ring)
- Rallye Weiz (16.07.–18.07.2026, Weiz)
- Enduro: Aspang Race (11.09.–13.09.2026, Aspang)
- Histo Cup: Salzburg Historic (18.09.–20.09.2026, Salzburgring)
- MotoGP: Großer Preis von Österreich (18.09.–20.09.2026, Red Bull Ring)
- Bucklige Welt Rallye (28.08.–29.08.2026, Krumbach)
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