Honda WN7 fahrend von schräg vorne fotografiert
© Honda
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März 2026

Sie ist die Allererste

Vollelektrisch, als Erste mit Schnellladeanschluss, der Konkurrenz nicht unähnlich aber doch anders. Was die neue Honda WN7 kann, wer sie kaufen sollte und wieviel sie kostet.

Es ist doch so: Kommt die Nummer eins einer Branche mit einem gänzlich neuen Produkt auf den Markt, dann herrscht meist Aufregung. Bei den Kunden, den Medien und erst recht bei der Konkurrenz. Denn so ein Produktlaunch hat ja immer auch Symbolkraft. So auch hier. So auch jetzt. Honda bringt in seiner Rolle als weltgrößter Zweiradhersteller nämlich ein vollelektrisches Motorrad auf einen Markt, der noch relativ überschaubar und dessen Wachstumspotenzial schwer einzuschätzen ist.

Doch wer Honda kennt, weiß auch: Nichts passiert ohne Grund. Und: Diese Marke arbeitet nicht nur mit dem sprichwörtlichen Rechenstift, sondern setzt immer wieder auch technische Projekte ohne Bestsellerpotenzial um. Aus Liebe zur Technik, zum Sammeln von Erfahrungen und dem Austesten der Kundenakzeptanz. Erinnert sei an dieser Stelle beispielsweise an die legendären und sehr extrovertierten Modelle DN-01, NM4 Vultus und NRX1800 Valkyrie Rune. Beide spannend, aber eben auch eigenwillig.

Ob die WN7 diese Ahnenreihe fortführen wird, lässt sich schwer abschätzen. Das Potenzial zum Bestseller ist da, jenes zur ikonischen Randerscheinung allerdings auch.

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Honda WN7 von schräg hinten fotografiert © Honda
Honda WN7 von der Seite fotografiert © Honda
Honda WN7 von schräg vorne fotografiert © Honda
Honda WN7 von hinten fotografiert © Honda
Honda WN7 von oben fotografiert © Honda
Honda WN7 von vorne fotografiert © Honda

Zuerst: Zahlen, Daten und Fakten zur Honda WN7

Herzstück des Bikes ist eine 9,3-kWh-Lithium-Ionen-Batterie, die sowohl via Typ-2- als auch CCS-Stecker geladen werden kann. Vor allem der CCS-Stecker macht sie momentan einzigartig am Markt, kein anderes Elektrobike hat ihn. Für den Alltag bedeutet das, dass die WN7 an jeder Schnellladestation geladen werden kann. Das ist deswegen nicht unwichtig, weil die angegebene durchschnittliche Reichweite bei nur 140 Kilometern liegt. Der oft zitierte Lade-Sprint von 20 auf 80 Prozent passiert übrigens in knapp 30 Minuten.

Zum Motor muss man wissen: Er ist flüssigkeitsgekühlt und hat eine Nenndauerleistung von 18 kW. Eine 11-kW-Variante (vulgo 125er) wird es übrigens auch geben. Fahrfertig wiegt die WN7 knapp 220 Kilogramm, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei permanent 127 km/h (kurzfristig kann es mehr sein) und für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h benötigt sie 4,6 Sekunden. Top: Eine Griffheizung ist serienmäßig an Bord.

3 interessante Details an der WN7

Honda WN7 Cockpit 1
Honda WN7 Ladeanschluss 2
Honda WN7 Startknopf 3

1 Schnörkelloses und recht kleines 5-Zoll-Display. Bei allen Lichtbedingungen gut ablesbar, größere Schriften und Symbole wären vorteilhaft. Die Pfeilspitzen links oben etwa zeigen den gewählten Rekuperationsgrad an. © Honda

2 Der CCS2-Schnellladeanschluss macht die Honda WN7 derzeit einzigartig. Natürlich kann sie auch via Typ-2-Stecker oder an einer 230-Volt-Haushalts-Steckdose geladen werden. © Honda

3 Der Startknopf befindet sich auf der in Fahrtrichtung linken Batterieseite. Mit dem Außenring des Startknopfes wird übrigens die Lenkersperre aktiviert. © Honda

So fährt sich die Honda WN7

Die WN7 hat den anderen Elektromotorrädern nicht nur den CCS-Stecker voraus, sondern auch eine Art Erwachsen-Sein, das vor allem klassische Motorradfahrer:innen (vermutlich) zu schätzen wissen. Sie wirkt mehr wie ein echtes Motorrad – und weniger wie ein kleine 300- oder 400er. Der Geradeauslauf und die generelle Stabilität etwa sind tadellos. Sie ist weder ultrahandlich noch behäbig, weder zu straff noch zu bequem.

Im Prinzip macht die WN7 das aus, was jede andere Honda mit Verbrennungsmotor auch ausmacht: eine sich schnell einstellende Vertrautheit ins Bike an sich. Müsste man nach synonymen Eigenschaftswörtern suchen: easygoing, problemlos, unspektakulär, solide und verlässlich kämen uns in den Sinn.

Und natürlich macht die WN7 beim Fahren genau das, was so viele Fahrzeuge mit Elektroantrieb auch schaffen: ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Einfach, weil die Beschleunigung derart linear und zügig vonstattengeht, dass man wunderbar in den Flow kommt. Oder rasch von der Ampel weg bzw. aus der Kurve raus. Die 18 kW Nenndauerleistung mögen gering klingen, viel entscheidender ist aber ohnehin das Drehmoment von 100 Nm, das für die nötige Geschmeidigkeit beim Beschleunigen sorgt. Und: Die WN7 verfügt über eine mittels Plus-/Minustasten einstellbare, vierstufige Rekuperation, die wie eine Motorbremse beim Fahren eingesetzt werden kann.

Honda WN7 fahrend von der Seite mit viel Schräglage fotografiert © Honda
Honda WN7 fahrend von vorne fotografiert © Honda
Honda WN7 fahrend von schräg honten fotografiert © Honda

Der Preis und die Nachteile der WN7

Im Grunde genommen sind es nur zwei Kritikpunkte, die den Händlern das Verkaufen erschweren. Zum einen ist da der Preis: 14.990 Euro kostet die WN7 ohne Förderungen. Je nach Einstufung beträgt diese Förderung bis zu 2.300 Euro.

Das ist zwar angesichts der Ausstattung, der Verarbeitung und des vorhandenen Schnellladers zwar ein recht fairer Preis, aber in Summe doch ein recht stattlicher Betrag. Zum anderen ist da die recht geringe Praxis-Reichweite von rund 110 Kilometern, die je nach Fahrverhalten geringer aber auch größer ausfallen kann. Wer vor allem im urbanen Bereich unterwegs sein wird, kommt sicher weiter als jene, die viel auf der Autobahn unterwegs sind. Wer am Arbeits- oder Wohnort eine Lademöglichkeit hat, ist in jedem Fall klar im Vorteil.

Honda WN7 fahrend von links fotografiert
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