Blick auf den Vereda do Areeiro auf Madeira.

Madeira: 9 Tipps für die Blumeninsel

Meer, Berge, fantastische Ausblicke und Maracuja vereinen sich auf Madeira zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Von Verena Schauer,

Absurd schön. Diese eigentlich viel zu simple Beschreibung hüpft mir auf der bergigen Insel südwestlich von dem Festland Portugals immer wieder in den Kopf. Bei jedem neuen Aussichtspunkt erwarte ich, dass er den zuvor nicht mehr toppen kann – jedes Mal bleibt mir der Mund offen stehen.

Es ist kein Wunder, dass Madeira zum Social-Media-Star aufsteigt. Der Wolkenteppich bei Sonnenaufgang, die nebelverhangenen Wanderwege oder das allgegen­wärtige Meer bieten großartiges Futter für die ­Kamera. Trotzdem hält sich hartnäckig das Vorurteil, die ­Insel sei besonders für älteres Publikum geeignet. Und das ist sie – aber bei weitem nicht ausschließlich.

Wir haben 9 Tipps gesammelt, um die Insel von ihren besten Seiten zu erleben.

1. Auf Wetterumschwünge vorbereiten

Madeira ist der ideale Ort, um dem Winter zu entkommen. Auf der Insel herrschen stetig Frühlings- bis Sommertemperaturen. Das milde Klima macht die Blumeninsel das ganze Jahr über zu einem attraktiven Reiseziel.

Wer Wanderungen plant oder die Natur erkunden möchte, findet also zu jeder Jahreszeit optimale Bedingungen vor. Aber: Auf Madeira sind spontane Wetterumschwünge üblich. Außerdem gibt es je nach Höhe andere Klimazonen. Daher: Schichten!

Redakteurin Verena Schauer auf dem Vereda do Areeiro auf Madeira. Sie blickt in die Ferne.
Oben auf den Bergen braucht man Jacken, feste Schuhe und am besten auch einen Schal und eine Kopfbedeckung. © Verena Schauer

2. Auto mieten

Auf der Insel gibt es zwar Busse oder Taxis, wer aber flexibel sein bzw. an abgelegenere Orte will, braucht einen Mietwagen. Dieser sollte klein und besser automatisch sein – die Wege sind kurvig und extrem steil.

Blick auf Madeira.
Über die bergige Insel führen steile Straßen. Da braucht es ein geeignetes Mietauto. © Verena Schauer

3. Kulinarische Schätze entdecken

Madeira strotzt vor kulinarischen Höhepunkten. Das Nationalgetränk Poncha besteht aus Zuckerrohrschnaps, Honig und meist Zitronen- oder Orangensaft. Wichtig: Nicht fertig gemischt aus der Flasche kosten. Die richtige, frisch zubereitete Variante gibt es in Poncha-Bars.

Bei den traditionellen Speisen sind die Espetadas sehr zu empfehlen – gegrillte Rindfleischwürfel auf einem Lorbeerspieß. Dazu gibt es Fladenbrot mit Knoblauchbutter und Milhos Fritos, frittierte Maispolenta. Klassisch ist auch Thunfischsteak oder Filet vom Schwarzen Degenfisch. Als Dessert dominieren Früchte, besonders oft Maracuja, die sogar regelmäßig in herzhaften Gerichten auftaucht.

1Gebackener Fisch mit Gemüse. Daneben eine Sauce aus Maracuja und mit Bananen.
2Poncha in Flaschen. Das Getränk ist knallgelb.
3Poncha in kleinen Gläsern auf einem Tablett.
  •   - Auch bei gebackenem Fisch gibt es Maracuja-Sauce dazu. © Verena Schauer
  •   - Poncha gibt es überall in Flaschen zu kaufen, … © Verena Schauer
  •   - … besser ist es aber, die frische Variante zu testen. © Verena Schauer

4. Madeira-Wein verkosten

Der Wein der Insel genießt weltweite Bekanntheit. Den ersten Wissensdurst löscht man am besten im Weinhaus Blandys in Funchal. Für 15 Euro gibt es einen Einblick in das Handwerk plus Verkostung von zwei unterschiedlichen Madeira-Weinen.

Die Weinherstellung auf der Insel blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Eine geführte Verkostung vermittelt nicht nur Geschmackserlebnisse, sondern auch fundiertes Wissen über die besonderen Herstellungsverfahren.

Redakteurin Verena Schauer im Weinhaus Blandys.
Im Weinhaus Blandys gibt es Führungen und Verkostungen. © Verena Schauer
Redakteurin Verena Schauer kostet Madeira Wein. Sie verzieht das Gesicht.
Der Geschmack von Madeira-Wein ist etwas gewöhnungsbedürftig. © Verena Schauer

5. Funchal erkunden

Wer ein wenig Stadtfeeling braucht, sollte unbedingt einen Tag in der Hauptstadt Funchal einplanen. Sehenswert ist die Markthalle Mercado dos Lavradores. Neben Gewürzen, Blumen und Fisch gibt es hier vor allem Obst – die perfekte Gelegenheit, neben verschiedenen Sorten Passionsfrucht echte Exoten wie die Cherimoya oder die Monstera deliciosa zu entdecken.

Ein weiteres Highlight ist die Rua Santa Maria, nur fünf Gehminuten vom Markt entfernt. Das Besondere an der Straße: Die Türen sind hier kunstvoll bemalt. Ein Besuch lohnt sich ebenfalls in der Kathedrale Sé, von dort aus lässt sich wunderbar in die Altstadt spazieren.

Ein Obststand auf dem Markt in Funchal.
Die Markthalle von Funchal (Mercado dos Lavradores) wurde 1940 eröffnet und ist bekannt für ihre Azulejo-Fliesen und den Verkauf regionaler Produkte. © Verena Schauer
Die Monstera deliciosa. Sie ist grün und ähnelt optisch einem Tannenzapfen.
Die Frucht von Monstera deliciosa ist nur im vollständig reifen Zustand essbar; unreife Früchte können durch Calcium- bzw. Oxalsäure Mund- und Rachenreizungen verursachen.​ © Verena Schauer

6. Monte besuchen

An der Promenade in Funchal liegt die Talstation der Seilbahn, die nach Monte hinaufführt. Hier gibt es das Grab des letzten österreichischen Kaisers Karl I. zu besichtigen und den acht Hektar großen botanischen Garten. Das alles natürlich wieder begleitet von wunderbaren Blicken auf die Insel.

Zurück in die Unterstadt geht es entweder wieder mit der Seilbahn, zu Fuß oder in einem sehr flotten Korbschlitten. Letztere Variante bietet ein einzigartiges Erlebnis und verbindet Tradition mit Nervenkitzel.

1Die Seilbahn in Funchal nach Monte.
2Das Grab des letzten Kaisers Österreichs, Karl der I. Das Haus ist groß, weiß mit braunen Dekoelementen.
3Korbschlittenfahrt auf Madeira. Die zwei "Fahrer" haben weiße Kleidung an.
  •   - Mit der Seilbahn geht es nach Monte. Achtung: Dort ist immer viel los, es sollte Zeit zum Anstehen eingeplant werden.  © Verena Schauer
  •   - Für Österreicher gibt es einen besonderen Bezug: Hier ist das Grab des letzten Kaisers von Österreich. © Verena Schauer
  •   - Die Korbschlittenfahrt ist rasant, aber wirklich lustig. © Verena Schauer

7. Jeep-Touren buchen

Wer das pure Naturerlebnis auf unbefestigten Straßen sucht, braucht einen Jeep. Die geführten Touren bringen zu bekannten Plätzen wie dem Cabo Girão Skywalk, einer gläsernen Aussichtsplattform, oder auf Weingüter wie das Quinta do Barbusano. Vor allem aber führen sie zu abgelegenen Plätzen, die mit dem eigenen Fahrzeug kaum erreichbar sind.

Außerdem macht es unglaublich Spaß, in einem Jeep durch die Gegend zu düsen. Beruhigend zu wissen: Auch in der tiefsten Natur Madeiras gibt es keine für Menschen gefährlichen Tiere.

Redakteurin Verena Schauer auf einem Jeep.
Am Jeep geht es zu abgelegenen Plätzen und die Fahrt selbst ist auch einfach mega cool. © Verena Schauer

8. Katamaran-Tour unternehmen

Für Meer-Fans lohnt sich die Katamaran-Tour. Mit etwas Glück bekommen Reisende Wale oder Delfine zu sehen. Die Touren verbinden Entspannung auf dem Wasser mit der Möglichkeit, die beeindruckende Meeresfauna zu beobachten.

Vorsicht: Wer vorne sitzt, sollte Wechselwäsche dabeihaben. Die Gischt kann bei entsprechender Fahrt für nasse Überraschungen sorgen.

Blick auf den vorderen Bereich eines Katamarans auf Madeira.
Am Katamaran gibt es sonnige Plätze vorne – da ist es aber auch schnell nass. © Verena Schauer
Felsenformationen auf Madeira neben dem Meer.
Neben den Delfinen durften wir auch wieder die wunderschöne Landschaft bewundern. © Verena Schauer

9. Vereda do Areeiro erwandern

Wanderwege gibt es auf der Blumeninsel mehrere tausend Kilometer zu entdecken – sowohl für gemütliche Spaziergänger:innen als auch für Profis. Der bekannteste und spektakulärste Weg ist der Vereda do Areeiro. Durch die Wolkendecke geht es bis zum höchsten Berg Madeiras, mit dauerhaften Traumausblicken, sofern das Wetter mitspielt.

Momentan ist der Zugang zur Spitze und somit auch dem beeindruckenden "Stairway to Heaven" aufgrund von Restaurierungsarbeiten leider gesperrt, aber zumindest 1,2 Kilometer des Weges können bestritten werden. Dieser Spaziergang über den Wolken bleibt ein absolutes Highlight.

Blick auf die Berge Madeiras.
Der Vereda do Areeiro ist perfekt, um wunderschöne Ausblicke zu genießen, … © Verena Schauer
Redakteurin Verena Schauer auf einem Stein in Madeira. Hinter ihr ein Blick auf die Berge.
… aber auch zum Posen. © Verena Schauer

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