Ein dunkelgrauer Tesla Model Y fährt auf einer Straße vor einem grauen Gebäude.
© Sebastian Weissinger
© Sebastian Weissinger
Februar 2026

Neuer Einstieg in Elons Welt

Das Tesla Model Y ist zwar nach wie vor Österreichs Lieblings-Stromer. Doch der Bestseller schwächelt. Richtet's jetzt die Basis?

Vielleicht lag es an den erratischen Auftritten des selbsternannten "Technokings of Tesla" Elon Musks. Vielleicht setzt ihm auch der erstarkte Wettbewerb zu, der dem Elektro-Pionier aus den USA den Technologie-Vorsprung abrang. Oder – und das ist am wahrscheinlichsten – es ist eine Kombination aus beidem.

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Heck eines dunkelgrauen Tesla Model Y, das auf einer Straße vor einem hellgrauen Gebäude steht. © Sebastian Weissinger
Tesla Model Y: Mehr Konkurrenz noch als vor wenigen Jahren.

Neues Basismodell: Tesla Model Y Hinterradantrieb

So oder so, das Ergebnis ist dasselbe: 2025 war nicht die ganz große Tesla-Show in Österreich. 19,2 Prozent weniger Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr musste der Autobauer bei grundsätzlich wachsendem Elektroauto-Markt hinnehmen. Und auch wenn das Tesla Model Y zum vierten Mal in Folge Nummer 1 unter den Stromern wurde, muss das Elektro-SUV ein Minus von 20,6 Prozent hinnehmen. Seit Ende 2025 gibt es nun aber eine neue Version, die das Ruder rumreißen könnte: eine Einstiegsvariante mit der klingenden Bezeichnung Tesla Model Y Hinterradantrieb. Ob das neue Basismodell tatsächlich das Zeug dazu hat, die Trendwende einzuleiten, klärt unser Test.

Die Seitenansicht eines grauen Tesla Model Y, das auf der Straße steht. © Sebastian Weissinger
Das neue Basismodell in der Seitenansicht.

Tesla Model Y Hinterradantrieb: Preise in Österreich

Preislich betrachtet ist das Angebot jedenfalls ein beachtliches. Immerhin ist das neue Einstiegsmodell mit 39.990 Euro satte 10.000 Euro günstiger als die nächsthöhere Ausstattungsvariante "Premium". Und verzichten muss man tendenziell auf "Luxusausstattung", Essentielles ist weiterhin an Bord. Darunter etwa die acht Außenkameras, die induktiven Ladestationen, Keyless-Go, die Zwei-Zonen-Klimaautomatik sowie auch die Lenkrad- und Sitzheizung vorne.

Front eines dunkelgrauen Tesla Model Y, das vor einem grauen Gebäude. © Sebastian Weissinger
Model Y Einstiegsmodell: 10.000 Euro günstiger.

Verzicht hält sich in Grenzen

Was wiederum fehlt, ist zum Beispiel das Panorama-Glasdach, die Sitzheizung hinten, der acht Zoll große Touchscreen im Fond, die Ambientebeleuchtung und die Konsole mit den diversen Staufächern am Mitteltunnel. Außen erkennt man das Basismodell primär anhand der fehlenden Leuchtenbänder und statt 18- sind 19-Zoll-Räder serienmäßig montiert. Außerdem muss das Lenkrad per Hand adjustiert werden. Ein Ausstattungsdefizit ist das allerdings nicht zwingend, die Alternative ist nämlich die nicht gerade intuitive Bedienung via Touchscreen.

Tesla-Schriftzug am Heck eines dunkelgrauen Tesla Model Y © Sebastian Weissinger
Identifizierbar ist das Tesla Model Y Basismodell an den nicht vorhandenen durchgehenden Leuchten.

Die Bedienung quasi ausschließlich via touch

Apropos: Der Touchscreen im neuen Tesla Model Y Hinterradantrieb ist ebenso wie jener aus den höheren Ausstattungslinien 16 Zoll groß – und das zentrale Bedienelement. Das System ist grundsätzlich logisch durchstrukturiert und reagiert auch flott, da kommt einfach das Silicon Valley zum Vorschein. Aber: Bedienkonzepte, die auf echte Tasten und Regler setzen und bei denen man nicht mehrere Berührungen benötigt, um Spiegel oder Sitze zu adjustieren, bleiben dennoch intuitiver. Sogar die Fahrstufe wird via Touchscreen gewählt. Zumindest, wenn sie das nicht automatisch passiert, etwa beim Rangieren. Das funktioniert übrigens weitgehend fehlerfrei.

Innenraum eines Tesla Model Y mit großem Zentral-Touchscreen. © Sebastian Weissinger
Die Bedienung erfolgt fast ausschließlich via touch.

Auch Basismodell mit wertigen Materialien

Ein weiterer Unterschied zwischen Basisversion und den höheren Ausstattungslinien: Statt viel Kunstleder gibt es im Tesla Model Y Hinterradantrieb weniger davon und dafür mehr Stoff. Wenngleich die Materialqualität immer noch hochwertig ist. Positiv unauffällig ist die Verarbeitung. So richtig beeindrucken aber die Platzverhältnisse. Klar, mit einer Länge von rund 4,8 Metern ist das Tesla Model Y kein Kleinwagen. Aber man ist schon in wesentlich längeren Autos mit deutlich schlechterem Platzangebot gesessen.

Lenkrad eines Tesla Model Y. © Sebastian Weissinger
Wertige Materialien im Tesla Model Y.

Tesla Model Y: Platzverhältnisse und Konkurrenten

Vor allem der Kofferraum imponiert: Die 835 Liter scheinen zwar ein ungenormter und bis zum Dach gemessener Wert zu sein, was konkrete Vergleiche mit Mitbewerbern erschwert. Ändert aber nichts am wirklich großen Gepäckraum. Apropos Mitbewerb: In puncto Größe spielt das Model Y in einer Liga mit Audi Q6 e-tron, BMW iX3, BYD Seal U und vielen weiteren. Preislich ist das Basismodell nahe Alfa Romeo Junior Elettrica, Hyundai Kona Elektro und der Peugeot E-308 angesiedelt.

Kofferraum eines dunkelgrauen Tesla Model Y mit umgelegtem rechten Sitz. © Sebastian Weissinger
Kofferraumvolumen? Ausreichend.

Real-Reichweite: So weit kommt das Einstiegs-Model Y wirklich

Nicht nur beim Kofferraumvolumen geht der US-Autobauer ein wenig eigenwillig mit Daten um. So wird etwa auch auf Nachfrage nicht kommuniziert, um welchen E-Motor es sich im Fahrzeug handelt, wie hoch dessen Drehmoment ist oder wie groß der Akku ist. Laut WLTP sollen jedenfalls 534 Kilometer Reichweite möglich sein. Bei 6 Grad ermittelten wir eine Real-Reichweite von lediglich 302 Kilometern, der Verbrauch lag inklusive Ladeverluste bei 20,7 kWh pro 100 Kilometer. Das ist angesichts des Fahrzeugpreises grundsätzlich stark, aber die Differenz zum WLTP-Wert ist schon eklatant.

Frontscheinwerfer eines dunkelgrauen Tesla Model Y. © Sebastian Weissinger
Schmale Scheinwerfer, böser Blick.

Größerer Akku für 7.000 Euro Aufpreis

Mittlerweile gibt es das Tesla Model Y Hinterradantrieb aber auch mit einem größeren Akku, durch den das Elektro-SUV laut WLTP 657 Kilometer weit kommen soll. Der Aufpreis für das Mehr an Reichweite ist aber hoch: Mit 46.990 Euro ist die Version "Maximiale Reichweite Hinterradantrieb" (ja, das heißt wirklich so) 7.000 Euro teurer als die Einstiegsvariante. Dementsprechend drängt sich bereits die nächste Ausstattungslinie "Premium" auf, die ohnehin einen größeren Akku hat und wie eingangs erwähnt 10.000 Euro teurer ist.

Frunk eines Tesla Model Y, in dem sich eine rote Verpackung mit Tesla-Schriftzug befindet. © Sebastian Weissinger
Im kleinen Frunk lässt sich etwa ein Ladekabel verstauen.

So fährt sich das Tesla Model Y

Die Lenkung des Tesla Model Y ist angenehm direkt und weil der Kranz des Lenkrades selbst nicht zu dick ist, liegt es auch griffig in der Hand. Durchaus dynamisch abgestimmt ist das Fahrwerk. In Kombination mit dem heckbetonten Antrieb und dem kräftigen E-Motor (wie kräftig konkret, das wissen nur der liebe Herrgott und freilich der Technoking) ergibt das ein überraschend sportliches Fahrverhalten – zumindest für ein 1,9 Tonnen SUV. Stichwort kräftiger Antrieb: Von 0 auf 100 km/h geht es in sehr ordentlichen 7,2 Sekunden.

Ein dunkelgrauer Tesla Model Y fährt auf einer Straße. © Sebastian Weissinger
Überraschend sportliches Fahrverhalten.

Unser Fazit

Über wohl keinen anderen Autohersteller wird so eifrig diskutiert: Die einen lieben Tesla, die anderen lieben Tesla nicht so sehr. Ein Dazwischen? Gibt es nur selten. Wir probieren es gerade deswegen völlig nüchtern. Das Fazit: Das Tesla Model Y Hinterradantrieb punktet mit einem dynamischen Fahrverhalten, üppigen Platzverhältnissen, starker Basisausstattung, guter Materialienqualität und einem flotten Infotainment. Schwächen? Teilweise das zu digitale Bediensystem. Und auch wenn unsere Testbedingungen freilich härter sind als jene im Labor und es zusätzlich kalt war: Eine Differenz von rund 43 Prozent zwischen WLTP- und Real-Reichweite stellen wir bei den wenigsten E-Autos fest. Anderseits sind echte 300 Kilometer im Winter auch kein Beinbruch – besonders in der Preisklasse. Ganz nüchtern betrachtet halt.

Ein dunkelgrauer Tesla Model Y steht auf einer Straße vor einem hellgrauen Gebäude. © Sebastian Weissinger
Auch vorne hat das Einstiegsmodell anders als die anderen Versionen kein durchgehendes Leuchtenband.

Tesla Model Y Hinterradantrieb: die technischen Daten

  • Preis: € 39.990
  • E-Motoren: k.A.
  • Dauerleistung: 114 kW (155 PS)
  • Drehmoment: k.A.
  • Batterie: k.A.
  • Kapazität: k.A.
  • Ladeleistung Typ 2: k.A., k.A. (10–80%)
  • Ladedauer CCS: 175 kW, k.A. (10–80%)
  • Spitze: 201 km/h
  • Länge/Breite/Höhe: 4.797/1.982/1.621 mm
  • Radstand: 2.890 mm
  • Kofferraum: 835/2.1180 l (min/max, Wert von Tesla)
  • Gewicht: 1.906/510 kg (leer/Zuladung)
  • Anhängelast: 1.640/750 kg (gebr./ungebr.)
  • Normverbrauch: 13,1 kWh/100 km (WLTP)
  • Normreichweite: 534 km (WLTP)
  • Test-Verbrauch: 20,7 kWh/100 km (5 Grad)
  • Test-Reichweite: 302 km (6 Grad)
Heck eines dunkelgrauen Tesla Model Y, das auf einer Straße vor einem hellgrauen Gebäude steht. © Sebastian Weissinger
Bulliges Heck und ein Entenschwanz als Spoiler.

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