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Gut gemeint, aber gefährlich: Eltern fahren mit ihrem Auto so dicht wie möglich an das Schulgelände. Der Lenker auf dem (von uns inszenierten) Foto ist kein Vorbild für das Kind.

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Gut gemeint, aber gefährlich: Eltern fahren mit ihrem Auto so dicht wie möglich an das Schulgelände. Der Lenker auf dem (von uns inszenierten) Foto ist kein Vorbild für das Kind.

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August 2018

Elterntaxi zur Schule?

Eltern bringen ihre Kinder gerne direkt vor die Schule und blockieren dabei Straßen und Zufahrten. Dadurch wird die Verkehrssituation unübersichtlich und gefährlich.

Der tägliche Wahnsinn geht wieder los. Eigentlich sollten Eltern ein Vorbild sein. Stattdessen halten und parken manche kreuz und quer vor der Schule, um ihr Kind möglichst nahe zum Eingang zu bringen. Am liebsten würden sie bis vors Klassenzimmer fahren.

Durch riskante Wende­manöver und regelwidriges Anhalten werden andere Schulkinder und Verkehrsteilnehmer gefährdet. Staus entstehen in den umliegenden Straßen. "Ich habe Angst, dass meinem Kind auf dem Weg zur Schule etwas passiert", so der Tenor der Eltern.

Einige Schulen haben "Kiss & Go"-Zonen unweit der Schule eingerichtet, die mit einer Bodenmarkierung oder einem Verkehrszeichen gekennzeichnet sind. Die Volksschule Vereinsgasse in der Wiener Leopoldstadt führt ein kontrolliertes Fahrverbot zwischen 7.45 und 8.15 Uhr vor der Schule ein, vorläufig als Pilotversuch.

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KissGo.jpg Cornelia Buczolich © Cornelia Buczolich
Dieser "Kiss & Go"-Halteplatz in der Nähe des Gymnasiums in Klosterneuburg soll verhindern, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto direkt vor die Schule bringen.

Der Schulweg sollte nicht nur unter Idealbedingungen, sondern wirklichkeitsgetreu und zu üblichen Schulstartzeiten geübt werden.

Marion Seidenberger, ÖAMTC-Verkehrspsychologin

ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger rät, den Nachwuchs bereits im Kindergartenalter aktiv am Verkehrsgeschehen zu beteiligen und immer vor Zebrastreifen, Randsteinen, an Hofeinfahrten und zwischen parkenden Autos stehen zu bleiben. "Je selbstverständlicher es ist, dass Kinder auf der Straße unterwegs sind, desto weniger gefährdet sind sie", erklärt Seidenberger. Wenn Kinder dann in die Schule kommen, können Eltern gezielt den Weg mit ihnen üben. Dabei sollten sie nicht den kürzesten, sondern den sichersten wählen. "Kinder lernen am besten, wenn sie etwas selbst ausprobieren und unmittelbar erfahren dürfen", weiß die Expertin. Etwas nur zu Hause erklärt zu bekommen, hilft dabei wenig.

Weitere Tipps für einen sicheren Schulweg finden Sie unter www.oeamtc.at/schulweg.

Laut Statistik Austria ereigneten sich im letzten Jahr 498 Unfälle mit Personenschaden mit Kindern zwischen sechs und 15 Jahren auf ihrem Schulweg, 509 Kinder wurden dabei verletzt. Für alle Lenker gilt: Fahren Sie rund um Schulen besonders vorsichtig und rücksichtsvoll. Bedenken Sie, dass ein Kind jederzeit zwischen zwei parkenden Autos hervorspringen kann.

Was dürfen Kinder mit Hoverboard, Roller, Rad & Co.? Sind sie damit am Schulweg und im Verkehr alltagstauglich? ÖAMTC Rechtsexpertin Eva Unger hat einige Fragen von Clubmitgliedern beantwortet. Den Artikel finden Sie hier.

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