Fünf Zylinder, 315 PS, Technik von Porsche – und das verpackt in einer praktikablen Karosserie. Der Audi RS 2 aus dem Jahr 1994 markierte die Geburtsstunde für Audi als DEN Hersteller von Automobilen der Gattung "Sportkombi". Doch wer aktuell einen schnellen Kombi sucht, wird lediglich rund 60 Kilometer Luftlinie südlich von Ingolstadt fündig – nämlich in Garching, wo die M GmbH, BMWs Sportabteilung und verantwortlich für M3 Touring und M5 Touring, ihren Sitz hat. Ausgerechnet.
Eine Brust, zwei Herzen
In seiner sechsten Generation erfindet sich der Audi RS 4, der nun RS 5 heißt, neu – und zwar als High-Performance-Hybrid. Erste Sitzprobe nahe München.
Erstmals Hybridantrieb im RS 5
Damit ist jetzt Schluss. Denn Audi präsentiert den neuen RS 5 (früher RS 4), mit dem die Herren der Ringe von ihrer kurzzeitigen Abstinenz vom Geschäft mit den flotten Familienwagen zurückkehren. Und das nicht nur mit einem Knall, sondern auch mit einem Surren. Denn der Antrieb des RS 5 besteht aus einem weiterentwickelten, 2,9 Liter großen V6-Biturbo mit 510 PS und 600 Nm Drehmoment sowie einem Akku mit 22 kWh Netto-Kapazität und einer permanent erregten Synchronmaschine mit 177 PS und 460 Nm. Beide zusammen liefern eine maximale Systemleistung von 639 PS und 825 Nm Drehmoment. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 3,6 Sekunden. Optional erreicht der RS 5 mit dem Audi Sport Paket eine Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Achtgang-Getriebe mit selbstsperrendem Mittendifferenzial, das die Kraft variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt – von 70/30 bis maximal 15/85 Prozent.
© Audi
Neuer Driftmodus im Audi RS 5 2026
Für die heckbetonte Kraftverteilung gibt es auch den passenden Fahrmodus: "RS torque rear" steht für maximale Heckbetonung und macht das Driften auf nichtöffentlichen Strecken möglich, indem ein hoher Anteil des Antriebsmoments an das kurvenäußere Hinterrad geleitet wird. Außerdem lassen sich Daten wie Rundenzeiten, zurückgelegte Distanz und Driftwinkel aufzeichnen und später analysieren. Darüber hinaus gibt es neben "RS sport" mit "comfort", "balanced" und "dynamic" auch weniger radikale Fahrmodi, die sich wohl besser für das alltägliche Von-A-nach-B-Kommen eignen. Immerhin hat die Wahl des Fahrmodus auch Einfluss auf die Härte des Fahrwerks.
© Audi
So sportlich ist das Fahrwerk
Apropos: Zum Einsatz kommt ein Sportfahrwerk mit 2-Ventil-Dämpfern, das dank der getrennten Ventile für Zug- und Druckstufe präziser auf Fahrbahnunebenheiten reagieren kann. Vorne und hinten verfügt der RS 5 über Fünflenkerachsen. Für die Verzögerung zuständig ist serienmäßig eine Stahlbremse mit einem Durchmesser von 420 mm vorne und 400 mm hinten. Optional gibt es Keramikstopper (440 mm vorne, 410 mm hinten), die etwa 30 Kilogramm leichter sind. Mit beiden Bremsanlagen geht es in 30,6 Metern von 100 km/h zum Stillstand.
© Audi
Volldigitaler Innenraum
Wir werfen einen Blick in den Innenraum: In der ersten Reihe sollen die Sportsitze plus mit Wabensteppung sowohl Seitenhalt als auch Komfort bieten. Das digitale Layout mit dem 11,9 Zoll großen Armaturendisplay und dem 14,5 Zoll großen Infotainment-Touchscreen im Curved Design ist ebenso wie das 10,9 Zoll große Beifahrerdisplay aus dem "normalen" Audi A5 bekannt. Beim RS gibt es jedoch eigene Anzeigen. RS-spezifisch sind auch die vollflächig farbigen Gurte, RS-Logos in allen Fußmatten und das oben wie unten abgeflachte Lenkrad mit farbiger 12-Uhr-Markierung.
So hebt sich der Audi RS 5 2026 optisch ab
Der RS 5 ist im Vergleich zum Audi A5-Grundmodell vorne und hinten auf jeder Seite mehr als vier Zentimeter breiter. Die Front dominiert ein großer Kühlergrill mit RS-typischer Wabenstruktur. Flankiert wird dieser von Air Curtains, die den Luftstrom optimal lenken. Am Heck gibt es einen aerodynamisch gestalteten Diffusor sowie ovale und – in Ermangelung eines besseren Ausdrucks – wirklich fette Endrohre.
© Audi
Preise und Fazit
Bei der neuen Generation des Audi RS 5 wird vieles anders. Einerseits der Name – der RS 5 hieß in seiner letzten Generation noch RS 4. Andererseits der Antrieb: Der 2,9-Liter-V6 wurde massiv überarbeitet, sodass er jetzt 510 PS leistet (davor maximal 470 PS). Die größte Veränderung ist freilich die Elektrifizierung des Antriebs. Sie liefert Extra-Punch, vor allem aber hält sie den Verbrauch niedriger, was sich wiederum bei den zu zahlenden Steuern niederschlägt. Das ist auch wichtig, denn mit einem Einstiegspreis von rund 113.000 Euro ist er selbst mit geringerer Normverbrauchsabgabe sicher kein Sonderangebot.
© Audi
Kommentare