Es war ein sonniger Tag im letzten Sommer. Die sportliche Pensionistin Karin U. wollte mit ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter nach zwölf Jahren endlich wieder die Ötschergräben in Niederösterreich besuchen.
Die Familie startete von Mitterbach aus in Richtung Gemeindealm zu einer Wanderung, die vorwiegend bergab führte und rund vier Stunden dauern sollte. Bald merkte die 67-Jährige, dass der Abstieg ihre Knie stark belastete. Doch sie machte sich keine Sorgen, ging sie doch täglich mit ihrem Hund spazieren und fuhr viel mit dem Rad. Nach circa zwei Stunden auf dem geschotterten Wanderweg sackte ihr dennoch das Knie weg, und sie stürzte rund vier Meter in den Flusslauf der Erlauf.
Dabei erlitt Frau U. neben einer Platzwunde am Kopf auch zwei Halswirbelbrüche. Später stellte sich heraus, dass zusätzlich zwei Bänder im Knie gerissen waren.
"Glücklicherweise wanderte hinter uns eine Gruppe, bei der eine Krankenschwester dabei war. Sie leistete Erste Hilfe, verband meine Platzwunde und wies meinen Sohn an, wo er anrufen sollte. Der war in diesem Moment komplett geschockt." Ihr Sohn wählte den Euro-Notruf 112, und flott lief die Rettungskette an. "Das ging richtig schnell. Nur 30 Minuten später hörten wir den Hubschrauber über uns kreisen."
Es folgte eine Taubergung, da sich die Frau an einer Stelle in einer Schlucht befand, die auf anderem Weg nicht zeitnah erreichbar gewesen wäre. "Der Weg ist dort rund einen Meter breit; daneben geht es einerseits steil bergauf und andererseits steil bergab." Karin U. wurde vom Sanitäter untersucht, gesichert und zum nächstmöglichen Landeplatz geflogen. Dort wurde sie umgelagert und direkt ins Krankenhaus Amstetten gebracht. An die Taubergung kann sich die 67-Jährige nicht mehr so genau erinnern. "Ich stand doch noch ziemlich unter Schock. Ich habe es weder genossen noch mich gefürchtet", lacht sie heute.
Nach fünf Tagen wurde sie aus dem Krankenhaus Amstetten entlassen. Mittlerweile geht es der Niederösterreicherin wieder gut, auch wenn sie bis heute die Auswirkungen spürt. "Ich bin sehr dankbar, dass ich so schnell geborgen wurde und dank des Schutzbriefs versichert war. Durch den Unfall wurde mir sehr bewusst, wie schnell sich auf einmal alles ändern kann."
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