Markus Wildeis, Direktor von Stellantis Austria, steht vor einem blauen Bildschirm.
© Stellantis
© Stellantis
Januar 2026

Stellantis meldet Wachstum in Österreich

Stellantis darf sich über ein sattes Verkaufsplus 2025 in Österreich freuen. Doch so gut wie hierzulande läuft es nicht überall für den Multi-Marken-Konzern. Und die Herausforderungen nehmen zu.

Vom Osten her strömen chinesische Hersteller auf den Markt, im Westen herrscht eine unsichere Zollpolitik nach dem Motto "America First" und der europäische Automobilmarkt will einfach nicht ins Wachsen kommen – als einzige Region auf der Welt. Der von Markus Wildeis, Direktor von Stellantis Austria (Alfa Romeo, Fiat, Jeep, Peugeot, Citroën,…), bei der Jahrespressekonferenz des Herstellers skizzierte Status quo bietet wenige Grund für Optimismus. Und doch: Lösungen gäbe es. Dafür aber brauche es stabile, verlässliche Rahmenbedingungen und eine enge Zusammenarbeit von Industrie, Handel und Politik, wie Wildeis sagt.

Werbung
Datenschutz Zur Anzeige von Werbung benötigen wir Ihre Zustimmung.

Europäischer Automarkt unter Druck

Der europäische Neuwagenmarkt befindet sich seit 2019 im Rückgang. So wurden vor der Covid-19-Pandemie jährlich rund 18 Millionen Neufahrzeuge verkauft; zwischen 2020 und 2025 schwankte das Volumen zwischen 12,9 und 15,1 Millionen Einheiten. Zusätzlich verschärft die technologische Mehrgleisigkeit laut Wildeis die Lage: Automobilhersteller müssen parallel klassische Verbrennungsmotoren, Hybrid- und Plug-in-Hybride sowie vollelektrische Antriebe fertigen. Diese Komplexität treibt Kosten in Produktion, Logistik und Lieferketten nach oben – und wirkt sich unmittelbar auf die Fahrzeugpreise aus. Wildeis rechne damit, dass es diese Mehrgleisigkeit bis nach "2030, vielleicht sogar nach 2035", geben wird.

Außerdem haben chinesische Hersteller ihren Marktanteil in Europa bereits auf über fünf Prozent ausgebaut, einer bei der Pressekonferenz gezeigten Studie nach soll dieser auf etwa zwölf Prozent bis 2030 steigen. "Die Automobilbranche in Österreich steht vor mehreren gleichzeitigen Herausforderungen: eine anhaltende wirtschaftliche Flaute, besonders im Bereich der Industrie, und die damit verbundene Verunsicherung bremsen weiter den Markt, während der Fahrzeugbestand kontinuierlich altert," so Stellantis Österreich-Chef Wildeis.

Eine Pressekonferenz findet in einem Saal voller Journalisten statt. © Stellantis
Die Pressekonferenz fand in den Räumlichkeiten der italienischen Botschaft statt.

Stellantis in Österreich mit Wachstum

In Österreich läuft es in Anbetracht der Umstände für Stellantis Austria durchaus ordentlich. So konnte der Konzern 2025 seinen Marktanteil auf 12,3 Prozent steigern und ist damit nach dem Volkswagen-Konzern die Nummer Zwei am österreichischen Markt. Insgesamt wurden mehr als 49.000 Kaufverträge abgeschlossen, davon 41.503 für Neuwagen (PKW und leichte Nutzfahrzeuge) – eine Verdoppelung gegenüber 2022. Bei den Jungwagen konnten 7.603 Einheiten vermarktet werden, was einer Steigerung um 275 Prozent im Vergleich zu 2022 entspricht. Das Wachstum verteilt sich über alle Marken: Peugeot, Opel, Citroën, FIAT, Jeep und Alfa Romeo verzeichneten zweistellige Zuwächse. Bei den leichten Nutzfahrzeugen ist Stellantis seit Sommer 2024 Marktführer in Österreich.

Für 2026 prognostiziert Stellantis Austria einen Markt von 290.000 bis 305.000 Einheiten bei den PKW und 40.000 bis 45.000 Einheiten bei leichten Nutzfahrzeugen. Das Unternehmen bringt 21 neue Modelle auf den Markt – darunter den Abarth 600e Competizione, Alfa Romeo Tonale, Citroën C5 Aircross, DS No. 4, Fiat 500 Ibrida, Jeep Compass, Opel Astra, Peugeot E-208 GTI und mehrere Leapmotor-Modelle. Doch so solide wie es in Österreich läuft, geht es dem Unternehmen nicht überall. Laut Medienberichten plant Stellantis bis zu 740 Jobs im polnischen Werk Tychy abzubauen. Und in den italienischen Werken in Italien wurden 2025 379.706 Fahrzeuge produziert – 20 Prozent weniger als noch 2023.

Kommentare (nur für registrierte Leser)