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März 2019

Strom der Zukunft

Die Anschaffung eines neuen Autos will gut überlegt sein. Und die eines Elektroautos noch viel mehr. Wir geben Tipps, damit am Ende nicht der Saft ausgeht.

Mehr als 200.000 Kilometer hat mein neun Jahre alter Diesel jetzt schon auf dem Buckel. Zeit, um über ein neues Auto nachzudenken. Doch welches soll es werden? Wieder ein Diesel? Der steht in der Kritik. Vielleicht ein Benziner? Verbraucht mehr. Ein Elektroauto etwa? Warum nicht. Die Elektromobilität ist mittlerweile so weit, dass man ernsthaft über den Kauf eines E-Autos nachdenken kann. Und vielleicht sogar muss. 

Elektroautos sind teuer. Sagt man. Neuwagenkäufer schließen sie oftmals wegen ihrer höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu Benzin- oder Dieselmodellen von jeglichen Über­legungen aus. Aber stimmt das überhaupt? Tatsache ist, dass das Angebot an Elektroautos stetig wächst. Gleichzeitig werden auch die Preise sinken. 

Vor dem Kauf eines Elektroautos ist es daher von enormer Bedeutung, die eigenen Ansprüche genau zu kennen. Vor allem die eigene Lebenssituation entscheidet, ob das künftige Elektroauto zum Erfolg oder zum Flop wird. Wie nütze ich das Auto? Welche Strecken müssen im normalen Alltag bewältigt werden? Brauche ich das Auto überhaupt jeden Tag? Wie steht’s um die Ladeinfrastruktur zu Hause oder am Arbeitsplatz? All diese Faktoren müssen bei einer Kaufentscheidung in Betracht gezogen werden.

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Nissan Leaf_HEN_3900_CMS.jpg Heinz Henninger © Heinz Henninger

Für kürzere Strecken oder beim täglichen Pendeln zur Arbeit sind die Batterie-Kapazitäten der meisten E-Autos vollkommen ausreichend. Dass die Reichweite eines Elektroautos im Vergleich zu einem Fahrzeug mit konventionellem Verbrennungsmotor geringer ist, sollte aber auch klar sein. Das Aufladen dauert länger als ein normaler Tankvorgang. Auf der Langstrecke hat ein batterieelektrisches Auto Nachteile, die man durch gute Planung ausgleichen muss. 

Ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Anschaffung eines E-Autos sind außerdem die deutlich geringeren Betriebskosten. Nicht nur, dass Strom günstiger als Kraftstoff ist, auch die Kosten für Wartung und Service sind niedriger als bei einem vergleichbaren Auto mit Verbrennungsmotor. Alle Informationen zur E-Mobilität unter www.oeamtc.at/e-auto

Beim Kauf teurer, im Betrieb günstiger

Was kostet’s? Bei den Kosten schreckt zuerst der vergleichsweise hohe Kaufpreis bei der Anschaffung eines E-Autos ab. Dies liegt aber nicht nur an den teuren Akkus. Aktuelle E-Modelle sind zumeist sehr gut ausgestattet. In der Tabelle vergleichen wir den e-Golf mit seinen Benzin- und Dieselbrüdern. Dazu haben wir zwei Modelle auf vergleichbaren Ausstattungsstand mit dem e-Golf gebracht, aber auch einen günstigeren Golf Rabbit in die Kalkulation einbezogen und die Kosten für fünf Jahre Haltedauer sowie 13.000 km/Jahr berechnet. Dabei kommt nur der günstige Rabbit monatlich billiger als der e-Golf. Noch interessanter wird die Rechnung, wenn in Zukunft E-Autos mit „normaler“ Ausstattung angeboten werden.

tabelle_CMS gr.jpg auto touring © auto touring

Alles dreht sich um die Akkus

Haltbarkeit & Kosten. Die Akkus stellen den größten Kostenfaktor bei einem E-Auto dar. Und sie halten nicht ewig. Mit der Zeit verlieren sie an Kapazität, das heißt, die Reichweite wird geringer. Mittlerweile geben die Hersteller aber umfangreiche Garantien auf die Akkupacks: Acht Jahre oder 160.000 km sind heute schon normal. Verlieren die Batterien innerhalb dieser Zeit bzw. Strecke über ein definiertes Maß hinaus ihre Kapazität (z.B. unter 70 Prozent), werden sie auf Kosten der Hersteller ausgetauscht. Auch die E-Auto-Besitzer selbst können dazu beitragen, dass die Akkus möglichst lange halten: Andauerndes Schnellladen sorgt auch für schnellere Alterung. Zumindest zwischendurch sollte immer wieder eine Langsamladung gemacht werden. Die Akkukapazität im Bereich zwischen 20 und 80 Prozent zu halten, tut dem Akku auch gut. Aber sollte trotzdem ein Akku nach der Garantie auf eigene Kosten ausgetauscht werden müssen, sorgen fallende Preise in der Zukunft für geringere Kosten als heute. So sind die Preise je Kilowattstunde Kapazität zwischen 2010 und 2016 um 80 Prozent gefallen (Quelle: McKinsey) und liegen derzeit bei rund 200 Euro. Sind also bei einem E-Auto, das heute gekauft wird, in zehn Jahren die Akkus zu tauschen, kann mit halbwegs erträglichen Preisen gerechnet werden. Zwar wird sich die Verbilligung in den nächsten Jahren nicht im gleich hohen Tempo fortsetzen. Allerdings geht die Entwicklung dahin, dass einzelne (schwache) Zellen ersetzt werden können, das reduziert die Kosten weiter.

NCAP-Ampera-e_HH_Okt17_1289 CMS.jpg Heinz Henninger © Heinz Henninger
Der Tausch des Akkus eines E-Autos kann mit sehr hohen Kosten verbunden sein.  

Marktübersicht E-Autos

Renault Twizy Complete ab € 11.680,–
Citroën C-Zero € 21.990,–
Peugeot iOn € 21.990,–
smart EQ fortwo ab € 23.070,–
smart EQ forfour ab € 23.750,–
Renault Zoe* ab € 25.290,–
Renault Kangoo Z.E.* ab € 25.740,–
VW e-up! € 27.590,–
Citroën Berlingo Electric ab € 34.680,–
Hyundai Ioniq Elektro ab € 35.490,–
Nissan Leaf ab € 36.800,–
Kia e-Niro ab € 37.490,–
VW e-Golf€ 39.990,–
BMW i3 ab € 40.300,–
Nissan e-NV200 Evalia € 44.200,–
Hyundai Kona Elektro € 47.790,–
Tesla Model 3 ab € 56.180,–
Jaguar I-Pace ab € 78.770,–
Tesla Model S ab € 81.980,–
Audi e-tron ab € 82.000,–
Tesla Model X ab € 91.380,–

* exklusive monatlicher Batteriemiete

Stand: 13. März 2019

Nutzen statt besitzen

ÖAMTC-Vorteilspartner: Instadrive. Wer sich nicht sicher ist, ob ein Elektroauto das Richtige ist und es nicht leasen oder kaufen möchte, kann es auch mieten. „all inclusive e-Mobility“ ist eine Langzeitmiete (bis zu 72 Monate), sie wird über den Vorteilspartner Instadrive angeboten und abgewickelt. Bei der Langzeitmiete trägt der Vertragsnehmer kein Restwertrisiko, da das Fahrzeug am Vertragsende entweder an Instadrive zurückgegeben oder die Miete zu günstigen Konditionen verlängert werden kann. Breite Auswahl an Elektrofahrzeugen: vom Kia Niro bis zum Tesla Model 3. ÖAMTC-Vorteil: gratis Winterreifen-Set. https://www.oeamtc.at/vorteilspartner

eASING2.jpg Instadrive © Instadrive

Das Elektroauto im Alltagsbetrieb

Meist reicht es. Immer mehr Menschen denken über ein E-Auto nach. Vielfach scheitert die Anschaffung am Preis, in zahlreichen Fällen allerdings auch an der Alltagstauglichkeit. Die Grundvoraussetzung muss heißen: Kann ich meine täglichen Wegstrecken damit erledigen. Reicht eine Akkuladung? Muss ich zwischendurch laden? Die Erfahrung zeigt, dass fast alle täglichen Wege durch die Reichweite eines Elektroautos gedeckt sind. Checken Sie Ihre persönlichen Anforderungen: Drucken Sie das PDF aus und markieren Sie mit einem Stift, wie lange Ihre täglichen und wöchentlichen Wege sind. Es lohnt sich! 

Leasing-Aktion: ab 99 Euro

ÖAMTC-Vorteil. Clubmitglieder können ab sofort den elektrischen Renault Zoe ab € 99,– pro Monat* leasen.
Zu dem Preis kommt die Batteriemiete ab € 79,– pro Monat hinzu. Die Laufzeit beträgt 36 Monate. Das Angebot ist bis Ende August gültig. Interessierte ­können alle Elektro-Modelle von Renault am 7. und 8. März von 14 bis 17 Uhr im ÖAMTC Fahrtechnikzentrum Teesdorf Probe fahren. www.oeamtc.at/vorteilspartner

* Anzahlung € 5.840, garantierter Restwert € 11.886,–, Kilometerleistung: 10.000/Jahr, Angebot exkl. Gebühren. Die Vorteilspartner-Aktion ist nicht mit den
Gratis-­Winterrädern kombinierbar.

Renault CMS.jpg Renault © Renault

eKompetenz-Zentren des ÖAMTC

Experten für E-Mobilität. Damit der ÖAMTC seinen Clubmitgliedern, die auf Elektroautos setzen, ausreichend unterstützen und helfen kann, müssen Pannenfahrer und Techniker immer auf dem neuesten Stand sein. Schulungen für alternative Antriebe wie Erdgas, Hybrid und Elektro sind für sie bereits seit vielen Jahren verpflichtend. Im Vordergrund stehen dabei das Wissen um die Batterietechnologie und das Bewusstsein für die körperliche Sicherheit im Umgang damit. Darüber hinaus haben die ÖAMTC-Techniker, die in zweimal jährlich stattfindenden Systemschulungen regelmäßig auf den aktuellsten Stand der Entwicklungen gebracht werden, die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis einen zusätzlichen Aufbaukurs zu absolvieren: Das dadurch erworbene Fachwissen über Elektromobilität kommt den neun eKompetenz-Standorten (Stützpunkte Erdberg, Donaustadt, Wienerberg, Baden, St. Pölten, Horn, St. Valentin, Linz, Eisenstadt) zugute. Neben den eigens geschulten Kollegen bieten diese Standorte den Lenkern von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben auch sämtliche Prüfdienstleistungen wie Fahrwerks- oder Sicherheitsüberprüfung. Die §57a-Begutachtung oder eine Kaufüberprüfung können Mitglieder für ihr Elektro- oder Hybridfahrzeug an jedem ÖAMTC-Stützpunkt durchführen lassen. 

Doch nicht nur für Techniker sind Kenntnisse über E-Autos wichtig: Auch Abschleppfahrer erhalten eine Grundausbildung zu alternativen Antrieben. www.oeamtc.at/e-auto

E-Schulung_HEN_10026 CMS.jpg Heinz Henninger © Heinz Henninger
In den neun eKompetenz-Zentren prüfen Experten Elektrofahrzeuge auf Herz und Nieren. 

Unsere Techniker werden alle sechs Monate auf den neuesten Stand der Entwicklung gebracht.

Christian Klejna, ÖAMTC-Technikinstruktor

Am ÖAMTC-Stützpunkt für E-Autos:

§57a-Begutachtung (Pickerl), Kaufüberprüfung, Stationäre Pannenhilfe

Zusätzlicher Service in den neun ÖAMTC eKompetenz-Zentren:

Sicherheitsüberprüfung, Fahrwerksüberprüfung, Isolationsprüfung (Service bei fast allen E-Autos möglich, nicht z.B. bei Tesla), Klimaanlagenüberprüfung

eKompetenz-Logo_NEU_quer–jan2019 cms.jpg auto touring © auto touring

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