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Februar 2017

Kommt es auf die Größe an?

SUV gibt es mittlerweile in allen Klassen – oft sogar beim selben Hersteller. Wir zeigen Ihnen bei drei Paaren, welches Modell die bessere Wahl ist.

Bereits jeder vierte Neuwagen fällt in die Kategorie SUV. Die Hersteller suchen alle Lücken und füllen sie mit einem stetig wachsenden Angebot. Dabei geht der Trend eindeutig in Richtung kompakt. 

Mittlerweile kann man bei manchen Marken schon aus einer ganzen Palette von SUV auswählen. Da stellt sich natürlich die
Frage: Wie groß muss es denn sein? Reicht nicht eine Konfektionsgröße kleiner? 

Speziell wenn bei einem Hersteller das kompaktere SUV das neuere Modell ist und den letzten Stand der Technik bieten kann, will die Kaufentscheidung genau überlegt sein.

wir haben bei drei Marken jeweils ein SUV-Paar miteinander verglichen: Bei Audi muss sich der arrivierte Star Q3 dem frechen Newcomer Q2 stellen, der BMW X1 fordert den X3 heraus und bei Hyundai tritt der
Tucson gegen den großen Santa Fe an. Unsere Fragestellung: Erhält man für den teilweise happigen Mehrpreis der großen Modelle auch den entsprechenden Mehrwert gegenüber den kleineren SUV? Die Empfehlungen der Redaktion mögen manche Leser überraschen.

Außerdem zeigen wir Ihnen weitere Hersteller, bei denen verschieden große SUV um die Gunst der Käufer buhlen – von H wie Honda bis zu V wie Volvo.

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Welcher passt zu mir?

Hyundai: Platzfrage

Gewinnertypen gibt es nicht viele. Der Hyundai Tucson ist aber einer. Der  ist nach dem VW Tiguan – der thront einsam und weit vor allen anderen – das zweitmeistverkaufte Kompakt-SUV im abgelaufenen Jahr. Aus gutem Grund.

Der Tucson ist vielseitig, bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und kann in fast allen Motorvarianten mit Vorder- oder Allradantrieb bestellt werden. Sein gut 22 Zentimeter längerer Bruder, der Santa Fe, kann da nicht mithalten. Zur Wahl stehen lediglich zwei Dieselmotoren (150 und 200 PS), bis auf die Einstiegsversion ist Allrad aber Serie. 

Wer denkt, dass der Santa Fe den Tucson dafür beim Platzangebot abhängt, der irrt. Denn bis auf die Innenbreite im Fond fällt der Tucson nirgendwo ab und ist damit auch für eine vierköpfige Familie ausreichend geräumig. Einzig der Kofferraum ist im Santa Fe größer und steckt somit noch mehr Gepäck weg. Zusätzliche Santa-Fe-Vorteile: verschiebbare Rücksitze und vom Kofferraum aus umlegbare Lehnen. Im Tucson lassen sich nur die Lehnen nach vorne klappen.

Bei der Fahrdynamik hat der kleinere der beiden SUV dafür eindeutig die Nase vorn: Der Tucson ist handlicher und die Lenkung spürbar direkter. Der Santa Fe federt zwar weicher, ist dabei aber keinesfalls komfortabler, und die Karosserie neigt sich in Kurven stärker zur Seite.

Technische Daten

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Hyundai: Tucson oder Santa Fe?

Audi: die Leichtigkeit des Seins

Auf seine alten Tage bekommt der Audi Q3 (Produktionsstart 2011) noch harte Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Der brandneue Q2 ist 20 cm kürzer, beim Platzangebot aber knapp am Q3 dran. Lediglich in der Innenraumbreite liegt er, vor allem hinten, nur auf Kleinwagenniveau – ein echter Fünfsitzer ist er also nicht. Aber er ist im Schnitt um rund 5.000 Euro billiger, und sein Infotainment- und Navigationssystem ist voll auf Höhe der Zeit. Dessen Bedienung mit dem großen Dreh- und Drück-Regler zwischen den Vordersitzen geht viel leichter von der Hand als beim Q3 (kleiner Drehknopf in der Mittelkonsole).

Beim Fahren zeigt sich der Kleine straff und agil, während die Stärke des Q3 beim Komfort liegt. Überraschend der gut nutzbare Kofferraum beim kleinen Audi, dessen Kofferraumboden sich um 17 Zentimeter in der Höhe verstellen lässt. Geht es um Allrad-Antrieb, wird es dafür bei ihm wieder enger: Den gibt es nur in Verbindung mit einem Dieselmotor. Bei der quattro-Version schrumpft der Kofferraum um 50 Liter.

Technische Daten

SUV Vergleich_Audi Kasten_CMS.jpg auto touring © auto touring

Audi: Q2 oder Q3?

BMW: klein schlägt kompakt

BMW und Frontantrieb? Was lange als undenkbar galt, ist mittlerweile völlig normal. Die Van-Modelle 2er Active Tourer und Gran Tourer haben es vorgemacht, die zweite Generation des X1 baut ebenfalls auf dieser Plattform auf. Anders der größere X3: Der vertraut lediglich in der 150 PS starken Diesel-Variante auf Hinterradantrieb, alle anderen Versionen haben 4x4-Antrieb. Beim X1 ist die Auswahl zwischen Modellen mit Vorder- und Allradantrieb größer.

Dass der X1 das modernere Auto ist, merkt man spätestens beim Fahren. Er reagiert spontaner auf Lenkbewegungen und ist insgesamt agiler. Lediglich beim Komfort hat der X3 die Nase vorn, er federt souveräner als der zu straff abgestimmte X1. Die eigentliche Überraschung ist jedoch, dass der knapp 22 Zentimeter kürzere X1 beim Platzangebot für die Insassen dem X3 nahezu ebenbürtig ist. Unbequem im X3: die zu kurzen Sitzflächen in der zweiten Reihe. Selbst der Kofferraum ist im X3 kaum größer, eine zusätzliche Tasche passt rein – mehr nicht.

Technische Daten BMW

SUV Vergleich_BMW Kasten_CMS.jpg auto touring © auto touring

BMW: X1 oder X3?

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