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April 2022

Günstige Strompreise

E-Mobilität soll leistbar sein – Dacia Spring, Fiat 500e und Renault Zoe sind drei erschwingliche E-Autos.

In den hohen Preisklassen herrscht vielfach bereits Einstand. Da sind die neuen E-Autos oftmals nicht mehr teurer als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. In den mittleren und unteren Preisregionen ist es noch nicht ganz so weit.

Trotzdem gibt es Elektro-Autos, die in der Anschaffung halbwegs erschwinglich (zumal man vom Listenpreis noch 5.400 Euro Förderung abziehen kann) und im Betrieb günstiger als ein Auto mit Verbrennungsmotor sind.

Betrachtet man beispielsweise den Dacia Spring, bekommt man aufgrund der Förderung einen batterieelektrischen Neuwagen ab 15.690 Euro.

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Fiat 500e.
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Dacia Spring.
RENAULT ZOE ZE50ELECTRIC_er021_CMS.jpg  Erich Reismann © Erich Reismann
Renault Zoe.

Angebot & Nachfrage

Die Tendenz wird auch zukünftig so bleiben: E-Autos werden mit steigenden Produktionszahlen billiger. Kommende noch strengere Abgasnormen machen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor noch einmal teurer: Die Norm "Euro 7" könnte 2025 in Kraft treten. Viele Hersteller haben daher schon konkrete Jahreszahlen genannt, ab wann sie überhaupt keine Benzin- oder Dieselmotoren für ihre Modelle anbieten wollen.

Derzeit ist aber vor allem die Frage der Lieferbarkeit von Neuwagen von einer starken Unsicherheit geprägt. Das betrifft jede ­Motorvariante, batterieelektrische Autos aber noch einmal verstärkt: Aktuelle Lieferfristen über ein Jahr hinaus sind fast schon die Regel, teilweise wurde für Modelle sogar ein Bestellstopp verhängt.

Video: Strom fließt

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Dacia Spring

Der Dacia Spring ist definitiv der Minimalist unter den in Österreich angebotenen Elektro-Autos. Die Zutaten: einfache Technik zum günstigsten Preis.

Doch auch ­einem preisbewussten Käufer muss bewusst sein: In vielen Bereichen hat der elektrische Minimalist Luft nach oben.

Auffallend: Dank der Fahrzeughöhe von 1,5 Metern und seiner SUV-artigen Optik wirkt der schmale und nur 3,7 Meter lange Kleinstwagen gar nicht so winzig. Auch innen haben vorne zwei Insassen genug Platz, eng wird's nur in der Reihe dahinter. Nachteil: Wegen des nicht verstellbaren Lenkrads und eines nicht in der Höhe justierbaren Fahrersitzes ist die Sitzposition alles andere als ideal.

Besser läuft’s beim Antrieb. Der 45 PS starke E-Motor liefert tadellose Fahrleistungen für die Stadt. Der Verbrauch von 16,7 kWh/100 km ist vernünftig, die Reichweite von 180 Kilometern brauchbar. Optional gibt’s einen 30-kW-Schnelllader. Die Preise starten bei 21.090 Euro.

Großes Manko: die schlechten Crashtest-Ergebnisse (siehe Bildergalerie). ÖAMTC-Experte Max Lang: "Potenziell drohen erwachsenen Insassen in mehreren Szenarien schwerste Verletzungen."

Fiat 500e

Der nur 3,6 Meter lange Italiener kommt zweifellos am auffälligsten daher. Die Elektroversion des 500er schaut zwar aus wie seine benzinbetriebenen Brüder, ist aber eine Neuentwicklung auf einer komplett neuen Plattform.

Das modernisierte Cockpit bedient man nicht nur über den Touchscreen, viele Tasten erleichtern die insgesamt intuitive Steuerung. Für zwei Insassen erstaunlich üppig: das Platzangebot. Die Version "3+1" mit ­einer zusätzlichen kleinen Tür auf der Beifahrerseite kostet 1.600 Euro extra.

Der E-Motor sorgt mit seinen 118 PS vor allem in der Stadt für flottes Vorankommen. 500er-Plus: das agile und überaus leichtfüßige Handling sowie der solide Abrollkomfort, selbst auf schlechten Straßen. Lediglich die Lenkung könnte direkter auf Lenkbefehle reagieren.

Der Verbrauch von 19,8 kWh/100 km auf unserer Normrunde ist akzeptabel, in Kombination mit dem 42 kWh großen Akku schafft man damit eine Reichweite von 207 Kilometer. Alternativ gibt es auch eine Variante mit einem 23,8 kWh großen Akku ab 25.990 Euro.

Renault Zoe E-Tech

Der Renault ist ein Pionier bei den ­E-Autos – er wird schon seit Ende 2012 produziert und war lange Zeit das meistverkaufte ­Elektro-Mobil in Europa. Das Platzangebot ist ordentlich, kurze bis mittlere Strecken lassen sich auch zu viert in Angriff nehmen.

Guter Fahrkomfort, etwas gefühllose Lenkung, Bedienung und Menüführung am Bildschirm durchwegs logisch.

Mit dem etwas hohen Verbrauch von 21 kWh/100 km kommt der Zoe mit dem großen Akku auf eine Reichweite von 273 km. Licht und Schatten beim Laden: An der entsprechenden Wallbox oder AC-Ladesäule schafft der Zoe eine Leistungsauf­nahme von bis zu 22 kW (statt 11 kW wie bei fast allen anderen E-Autos), Schnell­laden ist allerdings ein aufpreispflichtiges Extra und ist mit 50 kW auch nicht mehr Stand der Technik.

Eine ordentliche "Watsch’n" hat sich der Renault Zoe beim aktuellen Euro-NCAP-Crashtest eingefangen: null Sterne. Warum? Sehr schwach bei den Sicherheitsassistenten und im Zuge der letzten Modellpflege wurden die Seiten-Airbags sogar eingespart.

Gebrauchtes E-Auto kaufen

Der Markt entwickelt sich. Während es vor einigen Jahren praktisch noch keine gebrauchten E-Autos zu kaufen gab, wird das Angebot mittlerweile größer. Letztes Jahr wurden in Österreich bereits 12.000 Stück verkauft, das entspricht einer Verdoppelung gegenüber 2020.

Preislich liegen E-Autos bis zu einem Alter von drei Jahren beim Restwert etwa auf dem Niveau von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, ältere Batterie-Autos haben einen höheren Wertverlust, konstatiert Eurotax.

Wichtigster Punkt beim Kauf eines gebrauchten E-Autos ist der Zustand des Akkus. Grundsätzlich ist man durch die Hersteller-Garantie abgesichert, die in der Regel acht Jahre beträgt. Trotzdem sollte man sich durch einen "Akku-Check" beim ÖAMTC rückversichern. Dabei wird der Gesundheitszustand der Batterie erhoben und die aktuelle Kapazität im Vergleich zur ursprünglichen ermittelt.

Der SOH-Wert ("State of Health") wird in Prozent angegeben. Da die Hersteller-Garantie meist erst unter 70 oder 75 Prozent greift, ist der ÖAMTC-Akku-Check beinahe ein Muss für den Kauf eines gebrauchten E-Autos und bestimmt den Restwert mit.

Noch ein wichtiger Punkt: Das Fahrzeug sollte eine CCS-Schnelllademöglichkeit habenl. Die war früher nicht immer verbaut.

Fiat 500e  Erich Reismann © Erich Reismann
Fiat 500e.
Dacia Spring  Erich Reismann © Erich Reismann
Dacia Spring.
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Renault Zoe.

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