Radelnder Roland_WB_3350.jpg  © Wilhelm Bauer
© Wilhelm Bauer
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September 2015

Praxis-Check in Wien: Mit dem Rad zur Arbeit

Jeder macht Fehler – aber müssen es gleich so viele sein? Wer mit dem Rad quer durch Wien radelt, kommt bald drauf, dass alle Verkehrsteilnehmer ein bisschen gesetzestreuer werden müssen.

Wäre man Mutant in einem Science-Fiction-Movie, könnte man sich ja in Nullzeit quer durch ein Wurmloch vom heimatlichen Wohnzimmer an den Schreibtisch am Arbeitsplatz teleportieren. Ist aber nicht. Also sucht man gemeinsam mit Hunderttausenden anderen Werktätigen eine Methode, um diese tägliche Muss-Tour möglichst zeit-, geld- und nervenschonend zu bewältigen.

Wie wäre es, zu Fuß zu gehen? Dauert zu lang.

Mit dem Auto? Staus und kein Gratis-Parkplatz am Ziel. 

U-Bahn? Schnell, aber voll.

Bleibt, zumindest in der wärmeren Jahreszeit, noch das Fahrrad. Doch Freunde und Bekannte warnen. Auf den Straßen und Radwegen unserer schönen Stadt Wien tobe eine Art Krieg "jeder gegen jeden", in dem sich nur der Stärkere, Aggressivere und Rücksichtslosere durchsetze. Sogar die sonst so besonnene deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" ortete kürzlich im Nachbarland einen "Straßenkampf", in dem es um die Eroberung der "Macht auf dem Asphalt" geht.

Bevor wir in diesen Chor einstimmen, machen wir den Selbsttest. Ausgerüstet mit einer Go-Pro-Kamera haben wir einen täglichen Arbeitsweg von Wien-Favoriten nach Wien-Brigittenau dokumentiert. Und es stellt sich heraus, dass alle Verkehrsteilnehmer – Autolenker, Radfahrer, Fußgänger – laufend Fehler begehen, also alle auch irgendwie selbst jene "Idioten" sind, als die sie andere Menschen im Straßenverkehr gerne bezeichnen.

Und es wird auch rasch klar, dass unser Zusammenleben in der Stadt nur dann funktionieren kann, wenn wir alle mehr Rücksicht nehmen, uns mehr an die Gesetze halten und die kleinen und großen Fehler der anderen so gut es geht ausgleichen. Schauen Sie sich das an!

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