2020_YAM_TMAX__PH_1193.jpg  © Yamaha

Seht, das ist der neue Yamaha TMax. Er fährt gut, er liegt gut, macht seine Sache tadellos. Persönlich gesprochen, hätten wir uns allerdings ein moderneres Auftreten gewünscht.

© Yamaha

Seht, das ist der neue Yamaha TMax. Er fährt gut, er liegt gut, macht seine Sache tadellos. Persönlich gesprochen, hätten wir uns allerdings ein moderneres Auftreten gewünscht.

© Yamaha
November 2019

In TMax we trust

Neulich trafen wir einen alten Bekannten, er kam geradewegs von einer Frischzellenkur. Und, wow, sie hat ihm echt gut getan, dem TMax (von Yamaha). Ein Kalt-Warm-Stadt-Land-Schnell-Langsam-Fahrbericht.

Nein, es war nicht das, was man eine Operation am offenen Herzen nennt. Es ging also nicht ums blanke Überleben, um Sein oder Nicht-Sein. Wohl aber um die Gegenwart – und, ja, schon auch um die Zukunft. Dazu muss man wissen: Wann immer Yamaha in der beinahe 20-jährigen (Erfolgs-)Geschichte des TMax eine neue Generation in Europa auf den Markt gebracht hat, machte sich dies in einem klar erkennbaren Ausschlag in der Verkaufsstatistik nach oben bemerkbar. 2001 wurde der Roller erstmals präsentiert, seitdem ragen etwa alle drei Jahre mächtige Zacken aus der 275.000 Stück langen Verkaufslinie – und an diesem Kontinuum soll sich natürlich auch in Zukunft so wenig wie möglich ändern.

Darum ist dieser Herzschlag gleichermaßen eine Herzensangelegenheit für Yamaha.

Werbung
TICK weiss1.jpg  Grafik: Kaleta © Grafik: Kaleta
TICK2 neu.jpg  Grafik: Kaleta © Grafik: Kaleta
boom 3.jpg  Grafik: Kaleta © Grafik: Kaleta

2019 ist so ein BOOM- bzw. Gipfeljahr, die sechste TMax-Generation steht am Start.

Falls wer fragen wollte: Evolution oder Revolution? Letzteres. Eindeutig. Optisch sowieso. Wer da kein Eingefleischter ist, erkennt die Unterschiede erst auf den zweiten, wenn nicht sogar erst auf den dritten Blick. Es wurde schlicht das unternommen, was als klassisches Facelift bezeichnet wird: Also einerseits die wesentlichen Züge straffen (das ist beim TMax die Boomerang-förmige Seitenverkleidung) und andererseits die Leuchteinheiten an Front und Heck überarbeiten.

Ganz konkret: Der Neue ist daran erkennbar, dass die Blinkergläser vorne durch schmale LED-Streifen ersetzt und die Leuchteinheit hinten (inklusive Blinker) nun zu einem "T" modelliert wurden. 

Aus unserem subjektiven Empfinden heraus würde wir hier nun behaupten: Gut und stilsicher gemacht, Aufgabe erledigt. Ein bisserl mehr wäre in unseren Augen allerdings auch kein Fehler gewesen, vor allem in punkto Lichtdesign. Denn da bieten sich dank der LED-Technik mittlerweile doch vielerlei Möglichkeiten, um das Profil zu schärfen. 

YamahaTMAXEU_MDNMA_STU_001_03.jpg  Yamaha © Yamaha
Das ist der neue…
YamahaTMAXEU_MDNMA_STU_005_03.jpg  Yamaha © Yamaha
… Yamaha TMax in der…
YamahaTMAXEU_MDNMA_STU_002_03.jpg  Yamaha © Yamaha
… so genannten TechMax-Ausführung.

Deutlich mehr getan hat sich jedenfalls in punkto Technik – zunächst jedoch noch die Eckdaten im Schnelldurchlauf: 48 PS (bei 7.500/min), 56 Nm (bei 5.250/min), 562 Kubik, CO2-Ausstoß: 112 g/km, Keilriemen-Automatik, 15-Zoll-Räder (also vorne und hinten), Radstand: 1.575 Millimeter, Tankinhalt: 15 Liter, Gewicht: 220 Kilogramm (voll getankt).

Das mehr getan bezieht sich beispielsweise auf den Motor: Der Zweizylinder wurde um 2 Millimeter aufgebohrt, das ergibt in Summe ein Plus von 30 Kubikzentimetern. Außerdem wurde das Fahrwerk überarbeitet und dem CVT-Getriebe – laut Yamaha übrigens die nach wie vor die beste Lösung für den TMax, weil smoother, weil günstiger, weil völlig ausreichend – eine neue Abstimmung verpasst. 

Was das alles bringen soll? Wir zitieren vorab einmal auszugsweise aus dem Pressetext: "Die Leistungsdaten… weisen eine bedeutende Erhöhung von Leistung und Drehmoment im gesamten Drehzahlbereich auf…", "… gute Öko-Performance…", "… verbesserter Fahrkomfort…" sowie "… der leichteste, eleganteste und kompakteste Scooter seiner Klasse."  

Und, leere Worthülsen oder harte Fakten? Deswegen: Evaluierung. Deswegen: Probe aufs Exempel. Deswegen: Ausfahrt. Ausgiebig! 

Fazit: So fährt sich der neue TMax

Nach gut acht Stunden auf der mächtigen und bequemen Sitzbank können wir berichten: Oha, der TMax fühlt sich stimmiger an denn je. Tatsächlich. Er wirkt komfortabler als sein Vorgänger, geht vor allem mit Bodenwellen, Kanaldeckeln und dergleichen deutlich sensibler um. Außerdem hängt er wirklich gut am Gas – die Dosierbarkeit der Gasannahme ist nahezu perfekt –, er wirkt generell recht spritzig, meistert den Balanceakt zwischen Stabilität und Agillität für einen Maxi-Scooter bravourös.

Kleiner Einschub an dieser Stelle: Wer den TMax in der so genannten TechMax-Version kauft (die genaue Erläuterung dazu findet sich ein Stück weiter unten im Artikel), kann unterwegs zwischen zwei Fahrmodi wählen. An der guten Dosierbarkeit ändert sich dadurch zwar nichts, wohl aber an der Charakteristik. Denn entweder mimt der TMax dann den Gemütlich-Entspannten oder aber eben den Spritzig-Direkten (der noch dazu um 5 km/h schneller läuft). Einschub Ende.

Am Ende des Tages wies uns der Bordcomputer nach mehr als 200 Kilometern im Morgenstau, in städtischen sowie ländlichen Gefilden und nach wiederkehrenden Autobahn-Intermezzos einen Durchschnittsverbrauch von 4,9 l/100 km aus – tadellos, mehr gibt's dazu vorerst nicht zu sagen. Die Echtheit der Angaben werden wir 2020 im Rahmen eines ausführlichen Tests hierzulande überprüfen.

Was noch gesagt werden muss: Die Fußablage ist für Menschen mit einer Schuhgröße über 45 definitiv zu klein. Ebenso ist der Windschutz im Bereich der Beine nicht optimal, hinter dem verstellbaren Windschild hingegen absolut okay (in der höchsten Position). Außerdem dürfte es für Fahrer mit einer Körpergröße kleiner als 175 Zentimeter schwierig werden, einen sicheren Stand zu finden (was wiederum der doch recht breit bauenden Bank geschuldet ist). Indes hinten, rund um den Sozius-Sitzplatz, fühlen sich kleinere Mitfahrer nun sicherlich wohler, weil der Heckbereich schmäler und ergonomischer gestaltet wurde.

Preis & Ausstattung

Wer sich nun vielleicht für einen TMax interessiert, muss 2 Dinge wissen:

Erstens, der Preis: Der wurde noch nicht final festgelegt, wird aber auf dem Niveau des alten TMax 530 liegen, der rund 13.000 Euro kostete.

Zweitens, es gibt 2 Versionen: eine normale – und eine so genannte TechMax-Version. Der Unterschied? Die TechMax-Version inkludiert serienmäßig bereits alle Komfortfeatures. Etwas konkreter formuliert: Wir reden hier von Sitz- und Griffheizung, dem Tempomat, von Windschild und Federbein, die beide verstellbar sind, den verstellbaren Fahrmodi und von einer App, die ziemlich viele Stückerl spielt (bis hin zur Fernabschaltung des Motors, falls der TMax einmal gestohlen worden sein sollte).

2020_YAM_TMAX_Family_Accessories-2.jpg Yamaha
© Yamaha

Kommentare (nur für registrierte Leser)