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Pause für Mensch und Tier im Maesa-Elephant-Camp im Norden Thailands.

© Roland Fibich

Pause für Mensch und Tier im Maesa-Elephant-Camp im Norden Thailands.

© Roland Fibich
Juni 2015

Thailand: Pfad der Erleuchtung

​Auf bekannten und weniger bekannten Wegen durch das wunderbare Reiseland in Südostasien: vom Goldenen Dreieck ganz im Norden ins Zentrum und in die Metropole Bangkok.

Mit einem Knall springt der Außenbordmotor des Holzbootes an und wir gleiten hinaus in das grasgrüne Wasser des Pia-Flusses. Bis ans Ufer wuchert der Regenwald, es geht in Mäandern stromabwärts. Zur burmesischen Grenze sind es nur wenige Kilometer durch die wilde Gebirgslandschaft. Erleichtert genießen wir den Fahrtwind, der die Hitze mildert. Nach gut 20 Minuten sehen wir rechts am Ufer das Dorf: Holzhütten auf Pfählen über der steilen Böschung, Sonnenkollektoren, Satelliten-Antennen, Kunsthandwerk-Shops, Schule, Kindergarten, Fußballplatz: Das ist Ban Nam Piang Din. Hier leben Karen und Akha, Angehörige von Bergstämmen, die aus dem Nachbarland nach Thailand geflüchtet sind. 

Wir sind die einzigen Besucher an diesem Tag. Ein Paar aus Deutschland wird erwartet, sie haben Spenden gesammelt für den Kinderhort, eine Hütte aus Holz und Bambus, in der die kleinsten Einwohner des Dorfes erschöpft auf Matten schlafen. Wir unterhalten uns mit der Kindergärtnerin, die hier für einige Monate einen freiwilligen Sozialdienst absolviert. Sie hat Sehnsucht nach der Stadt.  

Duangthip Jongpagdee, unsere Reiseleiterin, die von ihren Gästen nur "Chip" genannt werden will, vertreibt ein bisschen das mulmige Gefühl, wir würden als reiche Ausländer arme Einheimische quasi besichtigen: "Der Eintritt ist schon bezahlt. Die Leute hier verdienen am Besuch mit." Denn Ban Nam Piang Din ist ein sogenanntes Schaudorf. Diese Einrichtung mildert das soziale Gefälle zwischen den Besuchern und den Besichtigten. Die Rollen sind klar verteilt: Auf der einen Seite die Touristen, die die Hauptstraße hinauf und hinunter spazieren, alles fotografieren bzw. Löcher in den Bauch fragen dürfen und selbstverständlich kaufen sollen. Auf der anderen Seite die Bewohner, die vom Bürgermeister Geld dafür bekommen, dass sie aus ihren bescheidenen Behausungen heraustreten und geduldig in die Kamera lächeln. In Ban Nam Piang Din sieht man auch Padaung, sogenannte Langhals-Frauen. Sie tragen als Tracht schwere Messingringe. Diese senken die Schultern ab und verlängern so optisch die Hälse. Ob sie die Ringe heutzutage nur noch für Touristen auf sich nehmen, bleibt offen. Wir probieren einen der Ringe. Er ist entsetzlich schwer. Undenkbar, dass man so was gerne in dieser Hitze trägt.

Wir besuchen die kleine Schule mit mehreren Klassen. Auf dem Stundenplan steht Englisch und Geographie. Dann wanken wir wieder über eine wackelige Holzbrücke zurück zum Fluss, steigen in unser Boot. Schon ist das Dorf der Akha und Padaung hinter der Biegung des Pi-Flusses verschwunden.  

Thailand ist modern, fast unendlich breit scheint die Kluft zwischen diesem Dorf und der fernen Megalopolis Bangkok mit ihren Vergnügungsvierteln, Luxushotels und Palästen. Dieses Grenzgebirge ist eines der vielen losen Enden der Welt. Hier geht es nicht mehr weiter. Man kann nur auf dem Fluss wieder zurück in das Provinzstädtchen Mae Hong Son fahren. 

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Gelbhemden, Rothemden und der kranke König

Es stimmt schon: Man erfährt nichts über das Königreich Thailand in Südostasien, wenn man in den klimatisierten Einkaufszentren Bangkoks oder den Langnasen-Hotels der Insel Phuket dem lieben Herrgott den Tag stiehlt. Um Thailand ein bisschen zu begreifen, muss man sich schon auf eine ausführlichere Rundtour begeben. Tag für Tag entsteht dann ein schärferes, genaueres, helleres Bild. Genau das haben wir getan, uns auf einen ganz persönlichen Pfad der Erleuchtungen und Erkenntnisse begeben. Um es gleich vorwegzunehmen: Wir haben es keine Minute bereut. 

Denn Thailand ist ein großartiges Reiseland. Daran haben auch die politischen Turbulenzen der vergangenen Jahre nichts geändert. Nachdem sich der Konflikt zwischen den "Rothemden" (vereinfacht gesagt, den Anführern der armen Leute vor allem aus dem Norden) mit den "Gelbhemden" (vereinfacht gesagt, den alten Eliten vor allem aus Zentralthailand) immer mehr verschärft und zu Straßenschlachten führte, putschte die Militärführung, verbot politische Betätigung und übernahm selbst das Kommando im Land. Der schwer kranke König Bhumibol Adulyadej, 87 Jahre alt und von den Thais hoch verehrt, hielt sich heraus. Derzeit ist unklar, wann es wieder freie Wahlen in Thailand geben wird. 

Wer als Tourist ins Land kommt, hat aufgrund dieser Entwicklungen kaum mit Einschränkungen zu rechnen. Direkt betroffen waren zum Teil jene, die nur zum Baden ins Land kamen, zum Beispiel auf die Ferieninsel Phuket im Süden. Denn seit jeher sind die Sandstrände Thailands öffentlich, gehören der Allgemeinheit. Das Vermieten von Liegen und Sonnenschirmen auf den Stränden, ein einträgliches Business, war daher schon immer illegal, manche Thais sprechen auch von einer regelrechten Sonnenschirm-Mafia. Die Militärregierung setzte also nur geltendes Recht durch, als sie die Vermieter von den Stränden vertrieb. Die Aufregung unter den ausländischen Sonnenanbetern im Land war freilich so groß, dass sie ihren Weg bis in die heimische Boulevardpresse fand. Der Hintergrund: Auch Österreicher buchten in der Vergangenheit gerne günstige Hotels in der dritten oder vierten Straße hinter Thailands Stränden. Den Tag verbrachten sie dann auf einer gemieteten Liege samt Schirm und günstigem Catering mit Imbiss und Bier am Strand. Das Durchgreifen der Soldaten brachte heimischen Thailand-Veranstaltern Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent. Was bei der ganzen Debatte unterging: Wer ein Hotel direkt am Strand gebucht hat, ist nicht betroffen. Auch im Veranda Resort und Spa in Hua Hin, wo wir nach der Rundreise erholsame Tage verbrachten, konnten wir uns vor dem Pool bzw. am Rand des Strandes unter viel Schatten spendenden Schirmen wohlig ausbreiten und den ganzen Tag ungestört den Blick aufs Meer genießen. 

Zurück an den Start. Taiwans Fluglinie Eva Air verbindet Wien mit Taipeh samt Zwischenlandung in Bangkok. Das schafft eine recht bequeme Alternative für einen Non-Stop-Flug in Thailands Hauptstadt zu dem Flug der Austrian, der mit einer Boeing 777 mit doch sehr enger Bestuhlung durchgeführt wird – was bei mehr als zehn Stunden in der Luft ein gewichtiges Argument ist. Das große Gepäck kann man bis zum Zielflughafen Chiang Rai durchchecken, sodass man auf Bangkoks Suvarnabhumi International Airport nur die Passkontrolle hinter sich bringen muss. Dennoch sind es fast drei Kilometer Fußweg vom Ankunftsgate bis zum Flugzeug der Bangkok Air, das uns in einer weiteren guten Stunde zum "Goldenen Dreieck" fliegt.

Zwischen Genie und Wahnsinn  Roland Fibich © Roland Fibich
Der sogenante Weiße Tempel des Kunst-Aktionisten Ajran Chalermchai Kositpipat ist eine der Touristen-Attraktionen Chiang Rais. 
Der schwarze Seele schwebt empor  Roland Fibich © Roland Fibich
Eine weihevolle Atmosphäre prägt den sogenannten Schwarzen Tempel des Künstlers Thawan Duchanee – wenn nicht gerade chinesische Reisegruppen wieder etwas ruinieren.
Ankunft am Goldenen Dreieck  Roland Fibich © Roland Fibich
Beim Goldenen Buddha ist Schluss mit Thailand. Voraus ist Burma, am rechten Flussufer Laos. 

Kunst und Krempel am Goldenen Dreieck

Zentrum der Region ist die Stadt Chiang Rai. Zehn Kilometer südlich liegt Wat Rong Khun, der Gestalt gewordene Kitsch-Albtraum des thailändischen Kunstexzentrikers Ajarn Chalermchai Kositpipat. Wohlmeinende nennen den sogenannten Weißen Tempel eine Comic-Version einer buddhistischen Klosteranlage. Kositpipat macht jedenfalls seinem Ruf als "der Verrückte" während unseres Besuches alle Ehre: Weil zwei Mädchen aus Dänemark ein Verbotsschild missachten, schreit er sie an – für einen Thai eine völlig untypische Ausdrucksform – und lässt gleich die ganze Anlage für eine Stunde schließen. 2014 wurde Wat Rong Khun bei einem Erdbeben beschädigt, seither laufen Renovierungsarbeiten, die wir uns dann doch anschauen dürfen. An die Anlage angeschlossen ist ein Museum mit Werken Kositpipats, die von grimmig dreinschauenden Männern in schwarzen Hemden bewacht werden: fantastischer Realismus im Buddhismus-Stil. 

Chiang Rai ist die Stadt der Künstler, daher besuchen wir noch ein zweites Zentrum, das sogenannte Schwarze Haus, Hinterlassenschaft des vor kurzem verstorbenen Thawan Duchanee, der hier sein Leben zum Mythos erhoben hat. Inmitten der Säulen des riesigen Haupthauses, das ganz aus Teakholz errichtet wurde, befindet sich die Asche des Künstlers in einer Art Tabernakel. Auf einem goldenen Vogel, der nach burmesischer Tradition die Seele zum Himmel trägt, steht sein Bildnis. Hier würde auch tatsächlich eine weihevolle Atmosphäre im Sinne des vom Künstler erstrebten Gesamtkunstwerkes herrschen, doch laute Horden chinesischer Touristen haben es nur auf schnelle Schnappschüsse abgesehen. Auch die Toilette in der Teakholzhütte haben sie schon mehrmals ruiniert, erzählen uns erboste Thais. Schade. 

Nur knapp eine Stunde Autofahrt ist es von Chiang Rai zum Mekong. Vom Aussichtspunkt an der Grenze hoch über dem Mekong liegen uns zu Füßen: links Myanmar, das ehemalige Burma, und rechts, jenseits des Flusses, Laos. Das ist es also, das berühmt-berüchtigte Goldene Dreieck. Der Mythos der Gegend basiert auf dem Geschäft mit Opium und Waffen, das vor allem die Shan hier betrieben. Diesem Volk wurde von den Großmächten übel mitgespielt, in der Folge begann es einen Krieg gegen die burmesische Zentralregierung, finanziert durch Opiumanbau und Waffenschmuggel. In den 1960er- und 1970er-Jahren konnte man von diesem Aussichtspunkt auf thailändischem Gebiet also auf einen Drogenstaat und auf das in den Vietnamkrieg hinein gezogene Laos hinüber starren: eine finstere Zeit.

Heute beherrscht den Platz ein 69 Tonnen schwerer goldener Buddha, ein Geschenk der Einheimischen an Thailands Königin Sirikit zum 72. Geburtstag. Es gibt ein Opium-Museum, aus der Statue eines dicken Mönches dröhnt Gelächter, wenn man eine Zehn-Baht-Münze einwirft. Jenseits des Mekong, in Laos, und auch in Myanmar warten Kasinos auf die Spieler aus Thailand. Glücksspiel ist im Reich König Bhumibols verboten. Das Goldene Dreieck ist zu einer Touristenattraktion geworden – ungeachtet der Tatsache, dass die Grenzregionen auf der burmesischen Seite zum Großteil noch immer Sperrgebiet sind: zu gefährlich. Wirklich gelöst ist der Konflikt um den mächtigen Shan-Staat ja noch immer nicht.

Wo Elefanten Fußball spielen

Auf der thailändischen Seite des mächtigen Grenzgebirges dauert die Fahrt nach Mae Hong ungefähr zwei Tage und ist mit Tausenden zu bewältigenden Kurven ein Abenteuer für sich. Aber wir legen interessante Zwischenstopps ein, besuchen Bergvölker, halten an Aussichtspunkten und bewundern in der gewaltigen Tham-Nam-Lot-Höhle die Tropfstein-Formationen. Wir übernachten in Pai, wo sich junge Aussteiger aus der ganzen Welt breitgemacht haben, dann auch in Mae Hong Son. Vom Wat Pra That Doi Kong Mu, dem weißen Tempel, haben wir eine fantastische Aussicht auf die Gebirgslandschaft. Und wir sehen den kleinen Flugplatz, von dem uns am Tag darauf eine Maschine der Kan Air sicher nach Chiang Mai bringt, zur "Rose des Nordens".

36 Tempel birgt die Altstadt, auf dem Hügel außerhalb wartet mit dem Wat Doi Suthep eine der schönsten Anlagen des Landes – alles glänzt in Gold, noch dazu frisch renoviert. In Chiang Mai besuchen wir den berühmten Nachtmarkt und einen Teil der Attraktionen außerhalb der Stadt. Die Vorführungen im Maesa-Elefanten-Camp ähneln schon sehr jenen in einem Zirkus: Unter anderem müssen die Dickhäuter Fuß- und Basketball spielen, sie malen und stibitzen den Touristen mit ihren Rüsseln auf Befehl die Sonnenhüte. Ähnlich geht es im Tiger Kingdom zu. Hier kann man sich mit den – irgendwie ruhig gestellten – Raubkatzen fotografieren lassen, während man sie am Schwanz zieht. Sehr bizarr, da machen wir nicht mit.

Herrliche Ruinen: die alte Hauptstadt

Uns ist jenes Thailand lieber, das aus sich selbst keine Show macht. Also fliegen wir von Chiang Mai zurück ins Zentrum des Landes, nach Bangkok. Von hier geht es gleich weiter nach Ayutthaya, in die ehemalige Hauptstadt. 417 Jahre lang war die riesige Stadt, von der nur noch Ruinen übrig geblieben sind, politisches und kulturelles Zentrum des Landes, bis sie 1767 von den Burmesen zerstört wurde. Drei Tunnel bauten die Burmesen unter den sechs Meter hohen und fünf Meter dicken Mauern Ayutthayas, der angeblich unbesiegbaren Stadt. Die Mauern brachen zusammen, viele Menschen starben oder wurden verschleppt. Gold aus Ayutthaya schmückt noch heute die berühmte Shwedagon-Pagode in der burmesischen Metropole Yangoon. 

Seine Faszination bezieht das heutige Ayutthaya aus einer Art morbidem Glanz, dem Zusammenspiel zwischen halb verfallenen Tempeln und Statuen und dem riesigen archäologischen Park, in dem Pappelfeigen kühlende Schatten spenden. Höhepunkte sind die Überreste des riesigen Wat Phra Si Sanphet, der als Vorbild für den Großen Tempel in Bangkok diente, ein riesiger liegender Buddha und ein von den Wurzeln eines Feigenbaums überwachsener Buddhakopf. Wer sich all diese Wunder zu Gemüte führen will, sollte möglichst die unerträglich heißen Mittagsstunden meiden und am frühen Morgen oder am Abend kommen, dann ist auch das Licht besser fürs Fotografieren.

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1 Wo der Riesen-Buddha liegt: Eines von hunderten Monumenten in Ayutthaya, der von den Burmesen im 18. Jahrhundert zerstörten alten Hauptstadt Thailands. Die Mittagsstunden sollte man meiden, für ausführliche Besichtigungen ist es meist viel zu heiß. © Roland Fibich

2 Zeitlose Schönheiten: Viele der Buddha-Statuen in Ayutthaya zeigen weibliche Formen und Proportionen. Brüste hatte jedoch nie eine Statue – es geht um die überzeichnende Darstellung kräftiger Muskeln. Zusammen mit den Feigenbäumen im archälogischen Park bilden die Statuen ein prächtiges, harmonisches Ensemble.  © Roland Fibich

3 Der zerstörte Wat Phra Si Sanphet von Ayutthaya wurde zum Vorbild für den modernen Königstempel von Bangkok. In seinen Grundzügen stammt das Original aus dem 15. Jahrhundert, 1991 wurde die gesamte Anlage unter den Schutz der UNESCO gestellt. © Roland Fibich

Todesbahn und Touristen

Man kann sich für Ayutthaya auch zwei Tage Zeit nehmen, doch wir fahren weiter in Richtung Westen nach Kanchanaburi, an den River Kwai. Der Film "Die Brücke am River Kwai“ und der seit Jahrzehnten andauernde Hype um die Eisenbahnlinie entlang dieses wundschönen Flusses haben auch für ein historisches Missverständnis gesorgt: Da Kwai in der Thai-Sprache Fluss heißt, bedeutet River Kwai eigentlich Fluss Fluss. Doch auch die Einheimischen haben resigniert, denn auch touristische Hinweisschilder zeigen den Weg zum Fluss Fluss, der in Wahrheit Kwai Yai heißt: Großer Fluss. 

Im Zweiten Weltkrieg war Thailand ein Verbündeter Japans gegen die Alliierten (darüber reden die Thais nicht so gerne). Um die japanischen Truppen im angrenzenden Burma (dem heutigen Myanmar) zu versorgen, die dort gegen das britische Indien vorrücken sollten, musste eine Eisenbahn über das Grenzgebirge gebaut werden, denn der Seeweg war aufgrund der Überlegenheit der britischen Marine zu gefährlich. Bei diesem Unterfangen kamen zehntausende Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter ums Leben, der mit sieben Oscars ausgezeichnete Film mit Sir Alec Guinness in der Hauptrolle begründete eine Legende. In Wahrheit schufteten die Menschen am Kwai wohl für ein Rüstungsprojekt in einem riesigen Dschungel-Konzentrationslager.

Auch aktuell ist der Kwai wieder zur Kulisse eines Filmes geworden, in die die Ereignisse aufgearbeitet werden. In "Die Liebe seines Lebens" spielt Colin Firth den schottischen Offizier Eric Lomax, der während der Arbeiten an der Bahn von dem jungen japanischen Soldaten Nagase gefoltert wird. Er überlebt die Tortur, doch ist nie in der Lage, die Pein zu vergessen. Seine Frau Patricia (Nicole Kidman) findet schließlich heraus, das Nagase noch lebt, und Eric beschließt, Nagase aufzusuchen. Gedreht wurde auch an den Original-Schauplätzen. 

Die "Schwimmenden Märkte"

Der Besuch von Märkten und der Genuss der exotischen Köstlichkeiten, die dort angeboten werden, ist eine unserer Lieblingsbeschäftigungen. Der berühmte Train Market in Samut Songkhram hat die Besonderheit, dass er direkt auf den Eisenbahngleisen abgehalten wird. Wenn der Zug kommt, was mehrmals pro Tag der Fall ist, muss vom frischen Fisch bis zur Mango mit Klebereis alles schnell weggeräumt werden. Zu sehr vom Tourismus geprägt ist mittlerweile der "Schwimmende Markt" in Damnoen Saduak. Die Zahl der mit Touristen, vor allem aus China, bevölkerten Boote wird immer größer. Die Zahl jener mit Einheimischen, die aus ihren Booten heraus kulinarische Köstlichkeiten und Nützliches für den Alltag verkaufen und auch als Fotomotiv dienen sollen, immer kleiner. Markt ist von sechs bis zwölf Uhr, auf den Wasserstraßen herrscht im Gegensatz zu den anderen Straßen erstaunlicherweise Rechtsverkehr.

Ist man in den guten Händen von Pon, Reiseleiter für den Thailand-Spezialisten Tai Pan, entfernt man sich ein paar Schritte vom schlimmsten Trubel und genießt den Markt, wie er ausgesehen hat, bevor er von Hundertschaften chinesischer Reisender erobert wurde. Hier leben fernab vom Trubel Thais mit chinesischen Wurzeln an den Kanälen. Plötzlich ist es ruhig, das Leben läuft langsamer. Einkäufe kann man auch erledigen, indem man einen Korb mit Geld per Seilzug auf die andere Seite des Kanals hinüberzieht, die Waren kommen dann auf dem gleichen Weg retour. 

Unser Favorit ist der "Schwimmende Markt" von Ampawa – nicht zu groß, nicht zu touristisch. Hier lässt man sich am Ufer des Klong auf einfachen Holzbänken nieder. Das Essen wird mit Booten gebracht und mit langen Stangen zu den Tischen gereicht. Auf dem Markt gibt es Chilli-Paste in allen Variationen, süßen Eidotter, in Honig frittierten Tintenfisch, bunte Zuckerwatte, kandierte Früchte, Fisch-Chips, Reiskekse, Mango mit Klebereis, Stinkfrüchte, Hühnerfuß-Suppe, Krabben-Wok, stinkenden Fischkuchen und allerlei Köstlichkeiten mehr. Frittierte Ratten suchen wir hier allerdings vergeblich, die gibt es nur an wenigen Straßenständen nahe Samut Songkhram. Wo genau, das soll hier ein kulinarisches Geheimnis bleiben. Die romantische Fahrt durch die Kanäle und weiter auf dem Mekrong-Fluss zurück zum Hotel werden wir nie vergessen: Zigtausende Glühwürmchen leuchteten uns heim.

Und zum Schluss Bangkok

Bangkok, die Mega-Millionen-City, ist die letzte Station unserer Reise. In all dem Trubel finden wir schnell Plätze, die uns gefallen. Dazu gehört auch die wohl wichtigste Sehenswürdigkeit, der Große Palastbezirk samt dem hochverehrten Smaragd-Buddha – kein Stress und null Hektik, dafür himmlischer Glanz und weltliches Gold in Hülle und Fülle. Die Bootsfahrt auf den Klongs, den alten Kanälen Bangkoks, führt durch eine stillere Stadt – eine Tour, die man schön mit einem Besuch von Wat Arun, dem mit Porzellanscherben verzierten Wahrzeichen der Stadt, verbinden kann. Vor der Skyline der Stadt denken wir zurück an Ban Nam Piang Din an der Grenze Burmas. Unser Pfad durch Thailand ist hier zu Ende.

 

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