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Wir glauben: Pol Espargaro findet es zum Schreien, dass er nächstes Jahr endlich eine Werks-Maschine fahren darf, eine KTM.

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Wir glauben: Pol Espargaro findet es zum Schreien, dass er nächstes Jahr endlich eine Werks-Maschine fahren darf, eine KTM.

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August 2016

Pol Espargaro – KTMs Next Schatzi

MotoGP in Österreich: Interview mit dem kommenden Star von KTM.

Pol wer? Wer die MotoGP NICHT kennt, kennt vermutlich immerhin einen Valentino Rossi, vielleicht auch noch die Herren Lorenzo, Pedrosa und Dovizioso. Pol Espargaro hingegen ist der jüngste Fahrer, der je WM-Punkte geholt hat – 2006 war das, und Pol gerade einmal 14 Jahre alt.

2013 holte er sich bereits den WM-Titel in der nächst höheren Moto2-Klasse, seit 2014 fährt er in der MotoGP im Yamaha Satelliten-Team Monster Tech3. Als sich abzeichnet, dass er bei Yamaha keine Werksmaschine bekommen wird, disponiert er um, sucht sich für 2017 ein freies Werks-Cockpit und wird mit Handkuss genommen: bei KTM.

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Pol Espargaro

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Der junge und höchst talentierte Mann ist stets vergnügt, …
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… auf der Strecke sehr fokussiert…
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… und in der Box immer ein wenig nachdenklich.

Wer ist Pol und warum KTM?

— Wer ist Pol Espargaro?

Pol Espargaro: Ich bin ein passionierter Motorradfahrer. Ich bin ein sehr entspannter Typ, ganz im Gegensatz zu meinem Bruder Alex, der manchmal wie ein Tornado ist, sehr aufbrausend sein kann. Ich mag meine Familie, ich mag Tiere, meinen Hund, abseits der Rennwochenden bin ich ein ganz normaler, relaxter Typ.

— Bist du mit dem Verlauf deiner bisherigen Saison zufrieden?

Pol Espargaro: Ja, in Mugello und am Sachsenring habe ich zwar ein paar wertvolle Punkte verloren (Anm.: jeweils durch einen Sturz), aber alles in allem betrachtet läuft es gut. Ich bin Sechster im Gesamtklassement, nicht so weit von Platz fünf entfernt, bin bester Nicht-Werks-Pilot – ich bin ganz zufrieden mit der Situation.

— Nächstes Jahr fährst du für das KTM-Werksteam, welche Erwartungen hast du in den ersten beiden Jahren?

Pol Espargaro: Es ist schwierig, darauf eine Antwort zu geben. Als ich mit Pit Beirer gesprochen habe (Anm: leitet bei KTM das MotoGP-Projekt), da bat er mich, im ersten Jahr geduldig zu sein. Alle bei KTM seien mit viel Herzblut dabei, aber das erste Jahr würde schwierig werden. Für das zweite Jahr war er schon optimistischer. Dann kam der Test in Spielberg vor einigen Wochen, und die KTM-Ergebnisse waren wirklich toll. Sie haben sich sehr gut entwickelt, waren knapp an der Spitze dran. Ich bin also gespannt. Persönlich möchte ich so oft wie möglich in den Top 10 sein.

— Wie kann man motiviert bleiben, wenn es nicht so gut läuft?

Pol Espargaro: Als ich den Vertrag unterschrieben habe, war mir klar, dass es vielleicht nicht einfach wird. Aber wo immer auch KTM am Start steht, da haben sie die Ambition zu gewinnen. Und das ist hier in der MotoGP genauso. Selbst wenn die Ergebnisse zu Beginn nicht berauschend sein werden, werden wir an unserem Plan festhalten und das Motorrad Schritt für Schritt weiterentwickeln. Und dann werden wir dorthin kommen, wo wir hin wollen: auf das Podium. Und da kommen wir hin, ganz sicher.

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Abgesehen von der sehr auffälligen Lackierung erkennt man Pol Espargaro vor allem an seinem Fahrstil – Ellbogen runter!
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Auf und davon. Pol ist in der Tabelle derzeit der beste Nicht-Werkspilot.
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Wer was ist und wer was kann, schleift die Ellenbogen an – oder so ähnlich.

Österreichisch und Süßes

— Kennst du schon ein paar österreichische Worte?

Pol Espargaro: Noch nicht, frag mich in einem Jahr wieder… (lacht laut)

— Wollen wir ein paar Worte ausprobieren?

Pol Espargaro: Yeah!

— OK. Wenn du mit der Maschine zufrieden bist, gerade zurück an die Box kommst, dann kannst du den Mechanikern sagen: „Des kau wos!“

Pol Espargaro: Dejs kaur wos… haha…

— Das war schon ganz gut…

An dieser Stelle überlassen wir die Niederschrift des Interviews kurz Ihren Gedanken, werte Leser, nur soviel: Spanisch und Oberösterreichisch (da kommt KTM ja her) liegen klangmalerisch gar nicht soweit auseinander, Pol klang nach ein paar Versuchen schon wie ein waschechter Oberösterreicher.

— Darfst du Süßigkeiten essen?

Pol Espargaro: Ja, manchmal (lacht wieder).

— Österreicher lieben Süßspeisen, egal ob als Haupt- oder Nachspeise…

Pol Espargaro: Wirklich, na dann freu ich mich auf das nächste Jahr und KTM noch ein bisserl mehr.

Wir haben uns erlaubt, Pol an dieser Stelle ein kleines Gastgeschenk zu überreichen: Schwedenbomben, inklusive eine kurzen Erklärung, was denn das hier sei. Leider war kein Fotograf dabei, aber der Gesichtsausdruck war sehenswert, pure Freude, wirklich.

Pol Espargaro: Oh, das sieht fantastisch aus, oh, danke, ich werde es mir für den Sonntag aufheben. Vor dem Rennen muss ich mich an den Ernährungsplan halten. Vielen herzlichen Dank, ich liebe es!

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Bitte einmal ganz böse dreinschauen für die Kamera. Danke.
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"Mitten im Geschehen" bedeutet meist auch mitten im Feld.
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Ganz offensichtlich genießt er nicht nur das Rennfahren.

Sponsoren, das Reisen und Elektro-GP-Maschinen

— Du wirst von einem Energydrink-Hersteller gesponsert – gibt es eigentlich einen Sponsor, den du nicht akzeptieren würdest?

Pol Espargaro: Hmm, diese Situation hatte ich noch nicht. Dahingehend bin ich wohl ein lucky guy, weil die Mehrheit meiner Sponsoren mich schon meine ganze Karriere lang begleitet, und das ist mir auch wichtig. Natürlich geht es auch ums Geld, aber ich mag dieses Familien-Gefühl, und wenn man jemanden schon lange kennt, dann fühlt sich das wie Familie an. Meine Motorsport-Familie.

— Welches Rennen, welche Kurve, welcher Abschnitt gefällt dir denn am besten?

Pol Espargaro: Phillip Island in Australien ist wunderbar. Es ist eine wirklich schnelle Strecke, es geht sehr oft rauf und runter, es ist ständig windig, die Landschaft ist toll. Es ist so eine schöne Naturkulisse wie hier in Österreich. Viele Rennstrecken sind ja leider nahe der großen Städte, wo du die Natur nur erahnen kannst.

— Du bist sehr viel unterwegs, wieviel deiner Zeit verbringst du eigentlich daheim?

Pol Espargaro: Ich bin nicht viel länger als einen Monat im Jahr daheim, meistens im Dezember. Da wird nicht trainiert, nicht getestet, sondern einfach nur entspannt, die Familie besucht, da mache ich ganz normale Dinge, gehe z.B. mit meinem Hund spazieren. Die Hälfte meines derzeitigen Lebens besteht aus Reisen, Rennstrecke–Flughafen–Rennstrecke. Wir haben auch keine Zeit, uns die Städte oder das jeweilige Land anzusehen. Mein Leben ist nicht so schön und so bunt, wie es oft im TV wirkt. Aber: Das ist mein Leben und momentan liebe ich es. Ich liebe das Rennfahren.

— Kannst du mir abschließend bitte noch schildern, wie sich der Umstieg von den einzelnen Klassen angefühlt hat? Also von den 125ern auf die Moto2-Maschinen, und dann auf das MotoGP-Bike…

Pol Espargaro: Für mich war der Umstieg von den 125ern auf die Moto2 enorm, sehr schwierig, viel größer als der spätere Wechsel auf das MotoGP-Bike. Das Moto2-Bike war doppelt so stark, die Motorbremse wirklich heftig, dazu der Wechsel von Zwei- auf Viertaktmotoren. Wow, das war ein Riesenunterschied. Der Umstieg von der Moto2 zur MotoGP war dann nicht mehr so heftig. Das MotoGP-Bike fühlte sich an wie ein Moto2-Bike, nur mit mehr Power. Die Kraft eines MotoGP-Bikes fühlt sich so ähnlich an wie ein Elektrobike, schwierig zu erklären, die Kraft ist einfach immer da, auch der Sound ist sehr ähnlich, ssswooooo …

— Weil du gerade ssswooooo gesagt hast – kannst du dir vorstellen, eines Tages nur mit E-Bikes zu fahren?

Pol Espargaro: Auf jeden Fall, ich glaube sogar, dass das sehr bald möglich sein wird, auch weil die ganze Motorradindustrie in diese Richtung entwickelt. Aber im Moment bin ich ganz glücklich damit, so wie es ist. Ich liebe den Sound des Motors, ich liebe das Feeling eines MotoGP-Bikes.

Danke für das Interview!

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