Wenn Sie unterschiedliche Antriebskonzepte vergleichen: Welches halten Sie für den aussichtsreichsten Weg?
Elektroantriebe mit Akku haben ganz klar die Nase vorne. Was am stärksten für sie spricht, ist ihre hohe Effizienz. Denn sie wirkt sich positiv bei den Kosten und der Umweltbelastung aus. Diesel und Benzin, aber auch Wasserstoff und E‑Fuels schneiden hier deutlich schlechter ab.
Wie groß sind die Unterschiede?
Man kann berechnen, wie viel der eingesetzten Energie tatsächlich am Rad ankommt. Beim E-Auto sind es rund 70 Prozent. Wasserstoff liegt bei etwa 27 Prozent. E‑Fuels landen wegen der vielen chemischen Zwischenschritte bei ungefähr 10 Prozent Effizienz.
Woran liegt das?
Jeder Umwandlungsprozess kostet ca. 30 Prozent Energie – CO₂ aus der Luft holen, Strom in Wasserstoff umwandeln, diesen weiter zu Treibstoff synthetisieren. Am Ende braucht ein E‑Fuel‑Auto für 100 Kilometer grob 200 Kilowattstunden an eingesetzter elektrischer Energie, ein Elektroauto mit Batterie etwa 20.
Das Bild vom Otto‑Motor als „fahrende Heizung“ gilt also trotz der Weiterentwicklung der letzten Jahre noch immer?
Ganz klar, ja. Daran hat sich substanziell nichts geändert. Besonders irreführend ist deshalb das Schlagwort vom „hocheffizienten Verbrenner“. Von hoher Effizienz zu sprechen, wenn der Motor etwa 30 Prozent der Energie nutzt, ist schlicht Unsinn. Das ist, wie wenn wir immer mehr als die Hälfte unseres Essens wegwerfen würden.
An der Steigerung der Effizienz der Verbrennungsmotoren wird trotzdem intensiv geforscht. Wie viel Potenzial steckt noch darin?
Da ist aufgrund physikalischer Gesetze nicht mehr viel zu machen. Sehr große Dieselmotoren kommen auf etwa 45 Prozent. Darüber hinaus wird jeder zusätzliche Prozentpunkt immer schwerer zu erreichen. Weitere Steigerungen würden unverhältnismäßige Kosten in der Entwicklung erzeugen.
Lithium‑Ionen‑Akkus sind Standard im Elektroauto. Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Beschaffung und Verarbeitung ihrer Rohstoffe?
Tatsächlich ist Lithium selbst kein besonders seltener Rohstoff. Wirklich „Seltene Erden“ wie Neodym oder Dysprosium braucht man vor allem für starke Magneten in Elektromotoren, nicht in der Batterie. Sie stammen zu großen Teilen aus China, sind aber grundsätzlich ersetzbar. Manche Hersteller setzen deswegen bereits auf Motoren ohne Seltene Erden und verwenden statt Dauermagneten klassische Kupferspulen.
Bei Lithium gibt es dagegen große Vorkommen, etwa in Australien und Südamerika. Allerdings ist ihr Abbau oftmals wasserintensiv und damit ökologisch problematisch.
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