VW Multivan eHybrid Energetic_er039_CMS.jpg  © Erich Reismann
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April 2022

Ich bin's, der Neue

Der aktuelle VW Multivan ist kleiner als sein Vorgänger. Aber immer noch geräumig. Der Name Multivan war nie passender als jetzt. 

Ja, was ist er denn nun, der neue Multivan? Bei der Beantwortung dieser Frage scheiden sich die Geister.

Für die einen ist er kein Bus mehr, weil ihm dieser handwerkliche-robuste Chic und ein wenig Stauraum abhanden kamen. Für die anderen ist er nach wie vor ein Bus, weil er größer und praktischer als ein klassischer Van ist (von denen es eh immer weniger gibt). 

Faktenbasiert betrachtet und nüchtern formuliert würden wir ihn folgendermaßen beschreiben: Ein Transporter für bis zu sieben Personen, vom Volksmund gerne auch als VW-Bus ("Bulli") bezeichnet. Weil es sich um die siebente Generation handelt, lautet die inter­ne Bezeichnung banal T7.

Deren technischer Unterbau basiert auf der sogenannten MQB-Evo-Plattform; auf eben­dieser wurde beispielsweise auch der aktuelle und deutlich kleinere VW Golf konzipiert. Alles klar?

Den neuen Multivan gibt es übrigens in zwei Längen (rund 5 bzw. 5,2 Meter lang), wir waren mit der Kurzversion unterwegs. Und die sieht so aus.

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Tatsächlich fühlt sich der Multivan für eine vier- bzw. fünfköpfige Familie selten zu klein an.

Alexander Fischer, Redakteur

Länge x Breite x Höhe = immer noch groß

Kurzversion bedeutet, dass mindestens 469 und maximal 3.672 Liter an Gepäck mitgenommen werden können (für die Langversion liegen die Minimum-Maximum-Werte bei 763 und 4.053 Litern).

Auf das reale Leben umgelegt, können wir berichten: Tatsächlich fühlt sich der Multivan für eine vier- bzw. fünfköpfige Familie selten zu klein an. Fahrräder, Ski, Hundebox und sonstige sperrige Utensilien passen locker hinein, Platz für Gepäck, Rucksäcke, Taschen und dergleichen bleibt dann immer noch. Wer tatsächlich viel mehr Raum benötigt, greift besser zum alten T6.1, denn der bietet in der Langversion bis zu 5.000 Liter Gepäckraumvolumen! 

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1 Immer noch groß, immer noch eine stattliche Erscheinung: Der neue T7 ist zwar 37 Millimeter breiter (jetzt: 1.941 Millimeter) als sein Vorgänger T6.1, aber auch 47 Millimeter niedriger (jetzt: 1.903 Millimeter).  © Erich Reismann

2 Interessant sind die Längenunterschiede zwischen altem und neuem Multivan. Der neue misst in der Kurzversion rund 5 Meter, in der Langversion rund 5,17 Meter – bei gleichem Radstand. Den T6.1 hingegen gibt es 4,9 und 5,3 Meter lang – mit jeweils unterschiedlichem Radstand. © Erich Reismann

3 Der neue Multivan ist übrigens der erste, bei dem die Rücklichter quer liegend positioniert sind (davor waren sie stets senkrecht und außerhalb der Heckklappe untergebracht). © Erich Reismann

Innere Werte

Weil der Neue bei etwa gleicher Außenlänge niedriger als der Vorgänger ist und der Motorraum gleichzeitig mehr Platz in Anspruch nimmt, steht insgesamt weniger Raum zur Verfügung, aber – wie bereits vorhin erwähnt – immer noch mehr als genug für eine fünfköpfige Familie.

Auffällig: Der Innenraum wirkt nun deutlich Pkw-hafter, ja, auch wohnlicher. Fans älterer Multivan-Generationen werden vermutlich die erha­bene Sitzposition vermissen, auch der Abstand und die Position zum Lenkrad haben sich geändert.

Sehr gut: Zwei Schiebetüren gehören bereits zur Serienausstattung, ebenso das Schienensystem im ­Boden, das vielfältige Sitzplatz-Positionen ermöglicht. Momentan werden übrigens nur Einzelsitze angeboten, deren Ein-, Aus- bzw. Umbau klappt erfreulich leicht.

Naja: Das VW-typische Infotainment-System mit seinen wenigen Tasten und berührungsempfindlichen Bedienflächen finden wir hin­gegen nur so lala, weil es auch im Multivan von den üblichen Bedien- und Funktionsschwächen geplagt wird.

So fährt sich der Neue

Der erstmals im Multivan zum Einsatz kommende Plug-in-Hybrid-Antrieb (Systemleistung: 218 PS) bewegt die rund 2,3 Tonnen Lebendgewicht bei Bedarf überraschend hurtig und – bei bestmöglicher Ausnützung der 10,4-kWh-Batterie – auch recht sparsam. Auf der auto touring-Normrunde ermittelten wir einen Durchschnittsverbrauch von 5,8 Litern plus 7,5 kWh pro 100 km. Auf der Langstrecke (gut beladen und ohne Aufladung zwischendurch) waren es in etwa 9 Liter Super/100 km.  

Toll: kaum spürbare Schaltvorgänge. Erfreulich gute Dämmung der Fahr- und Windgeräusche, recht kommod abgestimmtes Fahrwerk.

Praktisch: vergleichsweise kleiner Wendekreis (12 Meter).

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Daten & Fakten

Los geht's bei 51.650 Euro (136-PS-Benziner), mit Hybrid-Antrieb bei 54.700 Euro. Aufpreis für die Langversion: rund 1.500 Euro.

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