Nahezu jeder zweite in Österreich verkaufte Neuwagen ist aktuell ein SUV. Besonders die kompakten Modelle zwischen 4,3 und 4,7 Metern Außenlänge verkaufen sich stark. Wir haben zwei Vertreter dieser Klasse unter die Lupe genommen: den seit Jahren beliebten VW T-Roc in seiner neuesten Version und den chinesischen Newcomer Omoda 5. Hat der Herausforderer das Zeug, dem etablierten Wolfsburger Paroli zu bieten?
Ähnlich, aber anders
Mit dem Omoda 5 fordert ein neues chinesisches Modell den etablierten Topseller VW T‑Roc heraus. Was macht der Newcomer anders – was besser – als der Platzhirsch?
Das Video zu Omoda 5 & VW T-Roc
Auffällig luftig
Außen setzt der Omoda 5 auf eine extrovertierte, kantige Form: bullige Front, auffälliges Tagfahrlicht und eine coupéhafte Form mit stark abfallender Linie und markanten Designfalten an der Seite. Der VW T-Roc geht in seiner zweiten Generation nun einen ähnlichen Weg – er wirkt markanter und breiter als sein Vorgänger, hat schmälere LED-Scheinwerfer, einen dominanten Kühlergrill und ausgestellte Radläufe. Beide Fahrzeuge zeigen Muskeln, unterscheiden sich aber im Charakter: Der Omoda ist auffälliger, der T-Roc sportlich gereift.
Im Innenraum überzeugt das chinesische Kompakt-SUV mit hochwertigen Materialien und einer fehlerfreien, stellenweise jedoch sehr einfachen Verarbeitung. Der Wolfsburger Topseller legt gegenüber seinem Vorgänger spürbar an Qualität zu und punktet besonders auf der Rückbank: Dort sitzen zumindest zwei Insassen deutlich komfortabler als im enger geschnittenen Omoda, der auch weniger Kopffreiheit bietet. Zudem ist der Sitzkomfort auf den harten und kaum konturierten Sitzen spürbar weniger kommod als im VW.
Omoda 5 & VW T-Roc
1 Heck an Heck: Während der Omoda 5 mit markantem Coupé-Heck auf Lifestyle macht, setzt der neue T‑Roc auf breites LED-Leuchtenband und souveränen Auftritt. © Sebastian Weissinger
2 Omoda 5: Crossover mit betont coupéhaft abfallender Dachlinie und auffälliger Schulterpartie. © Sebastian Weissinger
3 Klare SUV-Silhouette, gewachsene Proportionen und kurze Überhänge im neuen VW T-Roc. © Sebastian Weissinger
Fahren und sparen
Auf der Straße zeigt der Omoda 5 ein grundsätzlich sanft abgestimmtes Fahrwerk; lediglich grobe Fahrbahnschäden dringen spürbar ins Fahrzeuginnere durch.
Der T-Roc hingegen federt straffer, dafür insgesamt harmonischer – und glänzt mit extremer Handlichkeit. Sein 150 PS starker Vierzylinder-Benziner liefert kräftige Fahrleistungen und ist sparsam beim Verbrauch. Kleiner Wermutstropfen: Das Bremspedal lässt sich schlecht dosieren, auch wenn die Bremsleistung insgesamt gut und die Bremsen standfest sind. Beim Ansprechverhalten zeigt der T-Roc ein mäßig spontanes Verhalten – wer sofortigen Schub beim Tritt aufs Gaspedal erwartet, muss sich kurz in Geduld üben.
Der Vollhybridantrieb des Omoda 5 liefert solide Fahrleistungen. Kurze Strecken bewältigt das Fahrzeug rein elektrisch. Der Verbrauch auf unserer Normrunde liegt bei 6,3 Litern pro 100 Kilometer, was angesichts der Systemleistung von 224 PS einen akzeptablen Wert darstellt. Stichwort Bremsleistung: Diese fällt bei unseren Tests mit Winterreifen schwach aus. Denn im Schnitt kam der Omoda bei Vollbremsungen aus 100 km/h erst nach 48,2 Metern zum Stillstand.
Einmal alles, bitte
Beim Preis trennen sich die Wege schließlich deutlich: Der Omoda 5 startet bei 26.490 Euro, die voll ausgestattete und getestete „Premium“-Version mit Vollhybridantrieb kostet knapp unter 30.000 Euro. Die Welt des VW T-Roc beginnt erst bei 29.990 Euro – dann bekommt man allerdings nur einen 115 PS starken Benziner. Die 150-PS-Variante (ab 37.690 Euro) in der getesteten Topausstattung „R-Line“ schlägt dagegen mit stolzen 42.990 Euro zu Buche. ■
8 kompakte SUV-Konkurrenten
Dacia Duster, 4,34 m lang, Preis ab 21.490 Euro, wahlweise als Benziner oder Vollhybrid erhältlich.
Hyundai Kona, 4,35 m lang, Preis ab 27.490 Euro, gibt’s als Benziner, Vollhybrid oder reine Elektrovariante.
MG ZS, 4,43 m lang, Preis ab 19.700 Euro, zur Auswahl stehen Benzin- oder Vollhybrid-Varianten.
Mitsubishi Grandis, 4,41 m lang, Preis ab 28.990 Euro, baugleich mit Renault Symbioz, gibt’s als Benziner und Vollhybrid.
Opel Frontera, 4,39 m lang, Preis ab 25.590 Euro, als Vollhybrid oder rein elektrisch erhältlich.
Peugeot 2008, 4,3 m lang, Preis ab 23.390 Euro, als Benziner, Vollhybrid oder vollelektrisch zu haben.
Škoda Karoq, 4,39 m lang, Preis ab 35.790 Euro, gibt es wahlweise als Benziner oder Diesel.
Toyota C-HR, 4,36 m lang, Preis ab 35.290 Euro, als Vollhybrid, Plug-in-Hybrid oder als reine Elektrovariante verfügbar.
Kommentare