10_Nissan Juke_CMS.jpg  © Nissan

Der neue Nissan Juke: Größer, bequemer, nicht mehr ganz so verspielt wie sein Vorgänger. Ab 19.180 Euro.

© Nissan

Der neue Nissan Juke: Größer, bequemer, nicht mehr ganz so verspielt wie sein Vorgänger. Ab 19.180 Euro.

© Nissan
Oktober 2019

Nissan Juke: Oh oh!

Er war einmal putzig, meist gezügelt, hie und da sogar zornig. Er war slimfit, er war detailreich, er war anders. Trotzdem ist der Neue wieder anders. Ein Fahrbericht.

Verzeihen Sie mir, liebe Leser, diesen einen kurzen Anflug nostalgischer Jukologie gleich hier zu Beginn. Aber womöglich rückt das damals Erlebte das nun Ausprobierte in ein anderes Licht, erklären die Juke-I-Erinnerungen so manche nun getätigte Juke-II-Beschreibung. Ich kann mich jedenfalls noch sehr gut an die Präsentation des Ur-Juke im Jahr 2010 erinnern, war ein großes Happening mit einem Windkanal als Hintergrundkulisse. Nissan surfte damals wie ein Pro-Rider auf der mächtigen Erfolgswelle der allerersten Qashqai-Generation, hatte das Facelift aber bereits in petto, um die vergleichsweise superben Verkaufszahlen nur ja nicht einbrechen zu lassen. Man muss sich diese Situation vielleicht noch einmal vor Augen führen: Mit dem Qashqai hatte Nissan ein Auto auf dem Markt, das drei Jahre davor den Kompakt-SUV-Boom mitbegründet hatte.

Es war also mehr als nur naheliegend (aus der Sicht von Nissan), noch ein Schäuferl nachzulegen. Eine Kategorie darunter, kleiner, charmanter, und noch eine Spur sozial verträglicher – der Juke I war geboren. Und so sah er aus:

Werbung
Juke 2011_HH1.jpg Heinz Henninger © Heinz Henninger
Nissan Juke I: Er war putzig, meist gezügelt, hie und da aber gar zornig (im Fall des 200-PS-Sondermodells Nismo). Er war slimfit, er war detailreich, er war anders.

Dreierlei Außen-Ansichten

Zurück in die Gegenwart – der Nissan Juke II steht am Start. Er ist größer als sein Vorgänger (schwache 8 Zentimeter mehr sind es in Summe, rund 10 Zentimeter mehr beim Radstand), er kann vieles besser, wirkt reifer, ist vor allem beim Thema Konnektivität vorne dabei.

Die Verspielheit aber, die beim Vorgänger noch in so manch kuriosem Detail Gestalt annahm (Mittelkonsole in Form eines Motorradtanks), die haben sie dem Neuen gänzlich ausgetrieben. Ebenso dieses organisch-rundliche Formenspiel in der Außenhaut. Möglichst plane Flächen, klare Kanten, mit dem Zirkel gezogene Radien, breite Brust, Kleinst-Fensterflächen – die Auswahl der passenden Attributisierung dieses Designs überlassen wir an dieser Stelle gerne Ihnen, liebe Leser, gustieren Sie doch in unseren Synonym-Angebot: athletisch, maskulin, dynamisch, scharf, vital, kraftvoll… 

07_Nissan Juke_CMS.jpg  Nissan © Nissan
Eckdaten-Check: 4,2 Meter lang, 422 Liter Kofferraum-Volumen,…
09_Nissan Juke_CMS.jpg  Nissan © Nissan
… vorerst nur ein Motor (117-PS-Benziner), kein Allrad-Antrieb, dafür…
08_Nissan Juke_CMS.jpg  Nissan © Nissan
…  Doppelkupplungs-Getriebe (optional zur Handschalt-Version), Einstiegspreis: 19.180 Euro

Dreierlei Innen-Ansichten

Der Innenraum präsentiert sich interessanterweise sehr konträr zum Äußeren, runder, sanfter, harmonischer, überraschend anders sieht das aus. Und hinsichtlich der farblichen Gestaltung kann es ganz schön bunt bzw. kontrastreich werden. 

13_Nissan Juke_CMS.jpg Nissan 1
14_Nissan Juke_CMS.jpg Nissan 2
05_Nissan Juke_CMS.jpg Nissan 3

1 Hören. In die Kopfstützen integrierte Lautsprecher von Bose erzeugen ein interessantes Klangbild, wirklich wahr. Die optimale Wirkung entfaltet sich allerdings erst, wenn der Kopf direkt an der Kopfstütze anliegt. Kostenpunkt für den so genannten Bose Personal Space: 625 Euro. © Nissan

2 Sitzen. Längerer Radstand (plus 10 Zentimeter gegenüber dem Vorgänger) bedeutet vor allem: Mehr Platz für die hinten Sitzenden. Wir werden noch ein wenig konkreter: Mit einer Größe von rund 1,80 Meter zwickt's da hinten drin nicht wirklich, auch die Kopfstütze lässt sich weit genug herausziehen. Bleibt das höhlenartige Gefühl (vor allem bei schwarzer Tapezierung), das freilich dem Außendesign geschuldet ist.  © Nissan

3 Verstauen. 422 Liter Stauraum für Gepäck, Einkauf & Co. sind okay. Werden die vorderen Sitze zusammengeklappt, erweitert das den Stauraum auf maximal 1.302 Liter. © Nissan

Und, wie fährt er sich, der neue Juke?

Drei Dinge gilt es vorab zu wissen, bevor wir mit der Beantwortung der Frage loslegen:

1. Es gibt momentan nur einen 117 PS starker 1-Liter-Dreizylinder-Motor, der die Abgas-Norm Euro 6d-Temp erfüllt. Eine (womöglich sogar mehrere) Hybridvariante(n) sollen folgen. Mit der Bekanntgabe weiterer Details hält sich Nissan hierzulande allerdings noch sehr zurück, in Deutschland hingegen wird bereits von Mild- bzw. Plug-in-Hybriden gesprochen.

2. In punkto Schaltung stehen zwei Varianten zur Verfügung, eine 6-Gang-Handschaltung bzw. ein 7-Gang-Doppelkuppungsgetriebe.

3. Kein Allrad-Antrieb (den es beim Juke I schon gab, der aber nur von den wenigsten bestellt wurde).

Unterwegs fällt bald einmal auf, dass der Benziner beinahe tadellos seine Arbeit verrichtet, nicht zu schwach wirkt (aus dem Juke aber auch keine Rakete macht). Basierend auf diesen ersten Erfahrungen würden wir schätzen, dass er für vielleicht 95 Prozent aller Fahrten die ideale Antriebsquelle sein wird, passabel und passend eben, auch in punkto Verbrauch und Kosten. Ein bisserl enttäuscht waren wir dann allerdings doch, als wir den Juke etwas beherzter zu bewegen begannen. Fahrfreude im fahrdynamischen Sinne vermochte jedenfalls nicht so recht aufkommen. Einerseits, weil dem Motor dafür dann doch ein paar PS und Nm fehlen. Andererseits, weil das ESP bereits erstaunlich früh eingreift,den Juke erstaunlich früh einbremst.

Nicht so recht ins Bild bzw. zum Wesen des Juke passt da dann allerdings die sportlich-straffe Abstimmung des Fahrwerks. Weniger Härte, dafür mehr Feinfühligkeit bei kleinen Stößen, wäre bei der Abstimmung jedenfalls definitiv kein Fehler gewesen.

Cockpit, App und Assis

OK. Von den organischen Formen war bereits die Rede, hier widmen wir uns nun Funktionalität, Konnektivität und – wenn man so will – der Kollegialität (jener der Assistenzsysteme nämlich). 

03_Nissan Juke_CMS.jpg Nissan 1
06_Nissan Juke_CMS.jpg Nissan 2
04_Nissan Juke_CMS.jpg Nissan 3

1 Armaturen. So viele Rundungen und Radien – angesichts der aktuell so modernen sachlichen Strukturiertheit kann man den Juke-Innraum getrost als erfrischend anders bezeichnen. © Nissan

2 App. Natürlich hat auch Nissan mittlerweile eine eigene Fahrzeug-App in den diversen App-Stores platziert. Bei Nissan heißt die App "Nissan Connect", sie gibt u.a. Auskunft über Details zum Fahrzeug-Zustand (Service-Intervalle), beherbergt einen Car-Finder, beherrscht alle gängigen Konnektivitäts-Features etc.  © Nissan

3 Assistenten. Alles drinnen, was neue Autos in dieser Fahrzeugklasse momentan so an Bord haben sollten – im Falle des Juke wurden all diese Assistenten zum so genannten Pro Pilot zusammengeführt. Der gibt bereits jetzt einen Vorgeschmack auf das autonome Fahren, hält etwa auf der Autobahn automatisch den Abstand zum Vordermann und lenkt in leichten Kurven selbstständig mit.   © Nissan

Abschließend: der Preis

Juke mit Handschaltung: ab 19.180 Euro

Juke mit Doppelkupplungsgetriebe: ab 23.290 Euro

11_Nissan Juke_CMS.jpg Nissan
© Nissan

Kommentare (nur für registrierte Leser)