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März 2019

Marcus 2019 – mit neuer Wertung

Im ÖAMTC-Mobilitätszentrum wurde zum siebenten Mal Österreichs wichtigster Automobilpreis vergeben – mit einer neuen Wertungsklasse für Klimafreundlichkeit.

Wie sehr belastet ein Auto das Geldbörsel? Wie gut schützt es im Falle eines Unfalls die Insassen? Zwei wichtige Fragen, die sich Autokäufer stellen, bevor sie sich für ein Fahrzeug entscheiden. 

Seit 2013 zeichnet der ÖAMTC deshalb Neuheiten aus, die auf diese Fragen die besten Antworten geben. 46 Modelle, alle 2018 auf den heimischen Markt gekommen, mussten sich diesmal der Bewertung durch die Experten des Clubs stellen. Neben Auszeichnungen für die niedrigsten Betriebskosten, die beste ­Sicherheitsausstattung und eine innovative Technologie gibt es heuer einen zusätzlichen Marcus – jenen für die klimafreundlichsten Neuerscheinungen in jeder Kategorie.

ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold dazu: „Für unsere Mitglieder sind beim Kauf und der Nutzung eines Fahrzeugs nicht nur Wirtschaftlichkeit und Sicherheit wichtig, sondern immer mehr auch der CO2-Ausstoß. Deshalb haben wir heuer erstmals auch Auszeichnungen für die klimafreundlichsten Fahr­zeuge vergeben.“

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Doch der Marcus ist kein Autopreis wie jeder andere. Es geht hier nicht um einen Beliebtheits- oder Begehrlichkeitswettbewerb, sondern um knallharte Fakten. Den Erfahrungendes ÖAMTC nach sind es vor allem drei Fragen, die sich Autokäufer vor der Kaufentscheidung stellen: Wie stark das ins Auge gefasste Fahrzeug die Haushaltskasse belasten wird, wie gut es im Falle eines Unfalls seine Insassen schützt – und wie es um seine Umweltfreundlichkeit bestellt ist.

1. Bewertung: Wirtschaftlichkeit. Die Experten des ÖAMTC berechnen die Betriebskosten jedes einzelnen Modells nach einem praxisnahen, erprobten Schema. Mitglieder können diese Berechnungsmethode auch ganz einfach selbst nutzen: unter www.oeamtc.at/auto-info.
Berechnungsgrundlagen sind der Neuwagen-Listenpreis und eine angenommene Behaltedauer von 5 Jahren bis zum Wiederverkauf. Die angenommene jährliche Kilometerleistung hängt vom Fahrzeugsegment, der Kraftstoffart und der Motorleistung ab. Dazu werden die entsprechenden Werte von Eurotax herangezogen. Auch zur Berechnung des Wertverlusts nehmen die Club-Experten deren Notierungen.
Welche Faktoren fließen außerdem in die Rechnung ein? Die motorbezogene Versicherungssteuer, eine Haftpflichtversicherung der Grundstufe 9 (SK-Versicherung), dazu kommen Werte für den Kraftstoffverbrauch, Wartungskosten, Reifenkauf und die Kosten für bestimmte, definierte Reparaturen.
Wie werden die Sieger der einzelnen Kategorien ermittelt? Die errechneten monatlichen Kosten für die jeweiligen Minimal- und Maximal-Kilometerwerte werden gemittelt. Das Modell mit den geringsten Unterhaltskosten in jeder Kategorie wird mit einem Marcus ausgezeichnet.

2. Bewertung: Wirtschaftlichkeit. Für diese Bewertung haben die Techniker des ÖAMTC die jeweiligen Basis-Versionen jedes Modells untersucht und deren serienmäßige Sicherheitsaus­stattung nach Punkten bewertet.Das Auto mit der höchsten Punkte­anzahl je Kategorie wird mit einem Marcus ausgezeichnet. Nur gegen Aufpreis oder nur in höheren Ausstattungsniveaus lieferbare Sicherheitseinrichtungen wurden nicht berücksichtigt: Es ist dem ÖAMTC ein Anliegen, dass schon Einstiegsmodelle möglichst hohe Sicherheit bieten.

3. Bewertung: Klimafreundlichkeit.Hier geht es um Treibhausgas-Emissionen. Grundsätzlich wurde zwischen den Antriebsarten Verbrennungsmotor, batterieelektrisch, (Plug-in-) Hybrid und Brennstoffzelle unterschieden. Bei Benzin- und Diesel-Fahrzeugen wurden die Autohersteller gebeten, dem ÖAMTC für jedes zur Wahl stehende Modell jene Ausführung bekannt zu geben, die den niedrigsten CO2-Ausstoß nach WLTP aufweist (gemessen, nicht korreliert). Mit diesen Werten wurde die Bewertung durchgeführt.
Elektrisch angetriebene Fahrzeuge stoßen bekanntlich beim Fahren kein CO2 aus. Energie verbrauchen sie dennoch – elektrischen Strom nämlich. Dessen Erzeugung ist nur dann CO2-frei, wenn er zu hundert Prozent aus regenerativen Energiequellen stammt (Wind- oder Wasserkraft oder Solarenergie).
Bei batterieelektrischen Fahrzeugen wurde der Energieverbrauch nach WLTP in kWh/100 km erhoben, bei Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeugen die Summe aus dem Verbrauch bei Betrieb mit Verbrennungsmotor und bei elektrischem Betrieb gebildet. Bei Fahrzeugen mit Brennstoffzellen-Antrieb zogen die Clubexperten den Wasserstoff-Verbrauch in kg/100 km heran.
Alle diese Werte wurden sodann auf ein CO2-Äquivalent umgerechnet. Der Berechnung zugrunde lag der Durchschnittswert 2017 des österreichischen Strom-Mix laut Umweltbundesamt (Österreichs Strom­produktion inklusive Importe).

Marcus 2019 – das Video

Die ÖAMTC-Experten bewerten die Kriterien Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Klimafreundlichkeit für alle im Vorjahr neu auf den Markt gekommenen Pkw, die in folgende sechs Fahrzeug-Kategorien eingeteilt wurden:

Kleinwagen

Kriterien:
Länge max. 4.100 mm, Preis unter 25.000 Euro

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Sieger Wirtschaftlichkeit: smart EQ fortwo
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Sieger Sicherheit: Audi A1 Sportback
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Sieger Klimafreundlichkeit: smart EQ fortwo

Kompaktwagen

Kriterien:
Länge über 4.100 mm, Preis über 25.000 Euro

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Sieger Wirtschaftlichkeit: Lada Vesta SW 1,6 Basis
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Sieger Sicherheit: Mercedes-Benz A-Klasse
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Sieger Klimafreundlichkeit: Nissan Leaf

Mittelklasse

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Sieger Wirtschaftlichkeit: Peugeot 508 1,5 BlueHDI 130 Active
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Sieger Sicherheit: Audi A6
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Sieger Klimafreundlichkeit: Peugeot 508 BlueHDI 130 EAT8

Kompakte SUV & Crossover

Kriterium:
Länge bis 4.500 mm

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Sieger Wirtschaftlichkeit: Dacia Duster Blue dCi 95 Essential
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Sieger Sicherheit: Volvo XC40
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Sieger Klimafreundlichkeit: Hyundai Kona Elektro

Große SUV & Crossover

Kriterium:
Länge über 4.500 mm

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Sieger Wirtschaftlichkeit: Citroën C5 Aircross PureTech 130 Live
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Sieger Sicherheit: Honda CR-V
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Sieger Klimafreundlichkeit: Citroen C5 Aircross BlueHDI 130 EAT8

Luxusklasse

Kriterium:
Preis über 60.000 Euro

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Sieger Wirtschaftlichkeit: Jaguar I-Pace S
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Sieger Sicherheit: Mercedes-Benz G-Klasse
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Sieger Klimafreundlichkeit: Jaguar I-Pace S

Jury-Bewertung: Wegweiser

Eine Jury aus sechs unab­hängigen Automobilexperten unter dem Vorsitz von Dr. Thomas Hametner (ÖAMTC) hat eine Technologie ausgewählt, die besonders zukunfts­weisend erscheint. Sie wurde mit dem Marcus in der Kategorie „Wegweiser“ ausgezeichnet. 

Die Jurymitglieder: Dr. Herbert Demel (M+W Group, Stuttgart), Univ.-Prof. Bernhard Geringer (TU Wien), Dr. Ing. Reinhard Kolke (ADAC), Univ.-Prof. Hans Peter Lenz (Österreichischer Verein für Kraftfahrzeugtechnik), DI Dr. Cornelia Lex (TU Graz), Dr. Peter Schöggl (AVL List GmbH).

Sieger-Technologie 2019: Digtal Light. Mit über einer Million Mikrospiegeln pro Scheinwerfer schafft diese innovative Scheinwerfertechnologie ideale Lichtverhältnisse und ermöglicht eine wegweisende Fahr­assistenz und Kommunikation mit dem Fahrer: zum Beispiel in Form einer erweiterten Fußgängermarkierung oder mittels Führungslinien, die bei Durchfahrt einer Baustelle auf die Fahrbahn projiziert werden. Sie entsprechen der Gesamtbreite des Autos und helfen dem Fahrer so, sich besser zu orientieren. Digital Light ist bisher nur in der Mercedes-Maybach S-Klasse-Limousine erhältlich.

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Zum Abschluss der Veranstaltung gab ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold eine entscheidende Änderung in Sachen Klimafreundlichkeits-Wertung bekannt: Schon für den Marcus 2020 wird der ÖAMTC den realen Energieverbrauch der Marcus-Kandidaten ermitteln – sei es Benzin, Diesel, Strom oder Wasserstoff – und diese Werte heranziehen. Dazu wird die Redaktion des auto touring, wie schon bisher für sämtliche Test­berichte, mit den Fahr­zeugen die bewährte auto touring-Normverbrauchsrunde absolvieren.

Der ÖAMTC-Direktor richtete daher einen Appell an die Repräsentanten der Automobilhersteller und -Importeure im Publikum, für diese Mess­fahrten die Basisversionen aller neu auf den Markt kommenden Modelle zur Verfügung zu stellen. Denn davon wird künftig ihre Chance auf den Klima­freundlichkeits-Marcus abhängen.

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