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Oktober 2019

Habt acht!

Der neue VW Golf ist digitalisiert, vernetzt und elektrifiziert. Das ist auch dringend notwendig, um in Zukunft bestehen zu können. Die achte Generation im Vorab-Check.

Seit Jahrzehnten war der VW Golf das mit Abstand meistverkaufte Auto in Österreich. Und das nicht ohne Grund. Der Golf ist klassenlos, alltagstauglich, handlich, kommod, praktisch und wertstabil.

Aber die Geschmäcker ändern sich. Vor allem die trendigen SUV setzen dem Wolfsburger massiv zu – speziell aus dem eigenen Konzern der kleine T-Cross, vor allem aber der kompakte T-Roc.

Topseller ist der Golf sowieso nicht mehr. Das ist seit einigen Monaten der Škoda Octavia. Höchste Zeit also, die achte Golf-Generation zu starten.

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1 Die weiter nach unten gezogene Front lehnt sich optisch an den kleinen Bruder Polo an, die Scheinwerfer werden nach innen schmäler und ziehen sich bis in die Kotflügel. © Werk

2 Das prägende Design-Element ist nach wie vor die für den Golf charakteristische C-Säule. Die Karosserie ist mit 4.284 Millimeter genauso lang wie bisher. © Werk

3 Von hinten ändert sich vor allem die Form der Heckleuchten. Das Kompakt-SUV T-Roc lässt grüßen.  © Werk

Ganz der Alte

Die Neuauflage ist optisch zwar auf Anhieb als Golf zu erkennen, trotzdem wirkt er bei nahezu unveränderten Abmessungen (4,28 Meter lang) flacher und gestreckter. Das Heck erinnert stark an den T-Roc, neu sind das VW-Logo und der Golf-Schriftzug darunter.

Eine zweitürige Variante wie beim 7er-Golf wird es beim 8er übrigens nicht mehr geben, die praktische Kombivariante Variant dagegen schon. Auch die robuste Alltrack-Version ist beim neuen Golf wieder im Programm.

Nummer acht

Digitaler Arbeitsplatz

Im Innenraum wird dafür alles anders. Sämtliche Cockpitanzeigen sind ab sofort serienmäßig digital, lediglich die Größe des Bildschirmes unterscheidet Basismodelle von Topvarianten. Sensitive Tastflächen lösen nahezu alle klassischen Schalter ab.

Technik-Highlights: Matrix-LED-Scheinwerfer, "Wireless App-Connect“ (kabellos iPhone-Apps einbinden), kompatible Smartphones ersetzen den Schlüssel. Außerdem bietet der Golf eine Vielzahl an Assistenzsystemen bis hin zum ACC mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung oder dem "Travel Assist". Dabei kann der Golf bis 210 km/h assistiert – ohne aktiven Lenkeingriff, aktives Gasgeben und aktives Bremsen – gefahren werden. Der Fahrer muss jedoch die Hände am Lenkrad behalten und jederzeit eingreifen können.

Neu ist auch die Sprachsteuerung, die sehr ähnlich wie jene bei Mercedes funktioniert: Das System wird einfach per Ansprache ("Hallo Volkswagen") oder Voice-Button im Lenkrad aktiviert. Der Golf antwortet jetzt zum Beispiel mit "Ja, bitte?" und "Was möchten Sie tun?" und reagiert auf intuitive Sprachkommandos.

Sinnvoll: Die Technologien an Bord des Golf werden erstmals nicht nur update-, sondern in vielen Fällen auch upgrade-fähig sein, also nachträglich freischaltbar. Außerdem vernetzt sich der neue Golf als erster Volkswagen serienmäßig via Car2X mit seiner Umgebung. Signale der Verkehrsinfrastruktur wie Baustelle, Unfälle oder Staus sowie Informationen anderer Fahrzeuge im Umfeld von bis zu 800 Metern können den Fahrer per Display warnen – und eben auch andere Car2X-Fahrzeuge.

Welcher Antrieb soll's sein?

Ein umfangreiches Update gibt es im Golf VIII auch bei den Antrieben: Benziner mit 90 und 110 PS (Einliter-Dreizylinder) sowie 1,5-Liter-Vierzylinder mit 130 und 150 PS und zwei Diesel mit 115 und 150 PS. Weiters wird es drei Mild-Hybridantriebe (e TSI) mit 48-Volt-Riemen-Startergenerator und einer 48V-Batterie mit 110, 130 und 150 PS geben. Das erlaubt durch "Segeln" rund 0,3 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer einzusparen – geht der Fahrer vom Gas, werden der Antrieb ausgekuppelt und der Motor abgestellt, sind aber blitzschnell wieder zur Stelle, sobald das Gaspedal berührt wird. Gleichzeitig bietet der Mild-Hybrid durch den elektrischen Boost beim Anfahren einen spürbar besseren Antritt.

Später folgen noch zwei Plug-in-Hybride mit Systemleistungen von 204 und 245 PS (1,4-Liter-TSI mit 13-kWh-Akku für mehr Reichweite). Eine Erdgasvariante folgt ebenfalls. Eine rein elektrische Variante wie beim aktuellen Modell (e-Golf) wird es für den Golf übrigens nicht mehr geben – diese Rolle übernimmt ab Mitte 2020 nämlich der kürzlich präsentierte Volkswagen ID.3.

Keine Überraschungen wird es beim Preis geben, der neue Golf orientiert sich am Vorgänger und wird ab März 2020 vorerst ab rund 20.000 Euro bei den Händlern stehen.

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