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April 2019

Die glorreichen Sieben

Der 3er-BMW ist das wichtigste Modell der Marke. Jede neue Generation muss besser als die alte sein. Im Test: 320d mit Diesel und Allradantrieb.

Es gibt Autos, die prägen einen von Kindheit an. Bei mir war es der 3er von BMW. Ein gebrauchter E30 war es damals, zweite Generation. Ein 316i, 102 PS, Baujahr 1989, zweitürig, hellblau-metallic. 30 Jahre ist das her.

Jetzt steht der Neue vor mir. Bei Generation sieben sind wir mittlerweile angekommen. Erster Eindruck: Groß ist er geworden. Satte achteinhalb Zentimeter ist er länger als der Vorgänger, stolze 35 cm Unterschied sind es zum ersten Modell von 1975. Zum Vergleich: Der erste 5er-BMW von 1972 war sogar um zehn Zentimeter kürzer. Optisch sticht die BMW-typische, immer größer werdende "Niere" am Kühlergrill ins Auge.

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Sieben Generationen 3er-BMW

Luftiger

Über den größeren Radstand werden sich vor allem die Insassen in der zweiten Reihe freuen, dort hat man nämlich spürbar mehr Platz als bisher. Auch der Kofferraum hat an Volumen zugelegt und ist geräumig wie nie. Der im Herbst erscheinende 3er-Touring könnte damit erstmals richtig familientauglich werden.

Überzeugend: Die Menüsteuerung mittels iDrive-Drehrad. Nur das optionale volldigitale, 12,3 Zoll große Instrumentendisplay ist mit Informationen überfrachtet und daher unübersichtlich. Ratsame Alternative: das gut lesbare, ebenfalls optionale Head-up-Display.

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1 Die Instrumente des voll digitalen Cockpits sind nicht immer ideal lesbar, der Touchscreen-Bildschirm ist dagegen übersichtlich und einfach bedienbar. Die zahlreichen Hochglanz-Oberflächen erweisen sich als staubempfindlich. © Heinz Henninger

2 Die neu gestalteten, schmalen Rücklichter gehören zur aktuellen Designsprache von BMW, gefallen aber nicht jedem und erinnern ein wenig an Lexus. © Heinz Henninger

3 Schaut man dem neuen 3er in die "Augen", stößt vor allem die immer breiter werdende BMW-"Niere" ins Auge. © Heinz Henninger

Ungewohnt sanft

Beim Fahren fallen (abgesehen vom bequemen Langstreckenkomfort der vielfach verstellbaren Sitze) bei der aktuellen Genera­tion zwei Dinge auf: Der 3er ist fahraktiv wie eh und je (super-präzise Lenkung), erfreulicherweise aber nicht mehr so knochenhart wie bisher. Vor allem auf schlechten Straßen spürt man den geschmeidigeren Abrollkomfort dank neu entwickelter Dämpfer.

Der in unserem Testwagen verbaute und beliebte Zweiliter-Vierzylinder-Diesel mit 190 PS liefert einerseits kräftige Fahrleistungen, sorgt andererseits aber auch für sparsame Verbräuche: 5,4 Liter Diesel pro hundert Kilometer auf der auto touring-Normrunde sind mehr als okay. Was man vom Preis nicht unbedingt behaupten kann. 50.000 Euro oder mehr sind nämlich schneller weg, als man denkt.

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Weiß-blaue G’schichten – die sechs Vorgänger des G20

Als BMW 1975 mit dem ersten 3er den Nachfolger der legendären 02er-Serie vorstellte, ahnte niemand, dass die neu geschaffene Mittelklasse-Baureihe zum wichtigsten Modell und Bestseller der Marke aufsteigt. Scrollen Sie durch sieben Generationen 3er-BMW.    

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Generation eins: E21 (1975 bis 1983)

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1 Die erste Generation des 3er-BMW kommt mit einer Neuheit, die für alle Modelle der Marke zum Standard wird: ein Cockpit, das sich dem Fahrer zuwendet. © Heinz Henninger

2 Die nur als Zweitürer gebaute Limousine ist der Nachfolger der legendären 02er-Serie. Unter der Haube sitzen Vierzylinder-Benziner und ab Sommer 1977 auch ein Sechszylinder-Reihenmotor. Die kleineren Typen erkennt man an einzelnen Rundscheinwerfer, ab den stärkeren 320er-Modellen waren es Doppelscheinwerfer. © Heinz Henninger

3 Auf Drängen der Kunden verpasste man dem 3er eine schwarze Kunststoffblende zwischen den Rückleuchten, die der Heckansicht mehr optischen Pfiff bescherte. Den ersten ausgelieferten Modellen fehlte sie noch. © Heinz Henninger

Generation zwei: E30 (1982 bis 1994)

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1 Das zum Fahrer gerichtete Cockpit ist auch in der zweiten Generation geblieben, das Design wurde allerdings deutlich moderner. 3er-Plus: die hervorragende Übersicht. © Heinz Henninger

2 Die zweite Generation startet 1982. Wichtigste Neuerung: Den 3er gibt es jetzt in sieben Varianten (zwei- und viertürig, Cabrio, Baur Cabrio, Touring, M3 als Coupé und Cabrio). Alle Modelle verfügen ab sofort serienmäßig über Doppelscheinwerfer. © Heinz Henninger

3 Erstmals kamen im Dreier ein Dieselmotor, ABS und Allradantrieb zum Einsatz. Beim Fotoauto handelt es sich um ein Fahrzeug der ersten Serie, im Zuge eines Facelifts 1987 bekam der 3er größere Heckleuchten.  © Heinz Henninger

Generation drei: E36 (1990 bis 2000)

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1 1990 macht der 3er einen der größten Designsprünge seiner Geschichte. Prägendes Merkmal: die unter einem gemeinsamen Deckglas montierten Doppelscheinwerfer. Eine Allrad-Option gab es in dieser Baureihe übrigens nicht. © Heinz Henninger

2 Das Cockpit im E36 war nicht mehr ganz so funktionell wie im E30. Das Armaturenbrett war eine Neuentwicklung, lediglich die walzenförmigen Lüftungsgitter und diverse Schalter erinnerten noch an den E30.  © Heinz Henninger

3 Die dritte Generation des 3er ist bis heute die mit den meisten Karosserie-Varianten: Limousine, Coupé, Cabrio, Touring und M3 als Limousine, Coupé, Cabrio. 1994 erweitert eine verkürzte, dreitürige Schrägheck-Variante namens Compact das Angebot. © Heinz Henninger

Generation vier: E46 (1997 bis 2006)

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1 Mit Einführung der vierten Generation sind erstmals markante optische Unterschiede innerhalb der Baureihe sichtbar: Coupé, Cabrio und Compact erhalten ein eigenständiges Design. Der Sechszylinder-Reihenmotor im Benziner-Topmodell M3 hat 343 PS. © Heinz Henninger

2 Bis heute ist der E46 die meistverkaufte Baureihe aller Zeiten von BMW. Erstmals spielen Dieselmotoren eine wichtige Rolle, der 136 PS starke Vierzylinder bekommt eine Direkteinspritzung. Neu ist auch die dynamische Stabilitäts-Kontrolle (DSC), die mit entsprechenden Eingriffen einem Unter- oder Übersteuern entgegenwirkt. © Heinz Henninger

3 BMW packt viele Features in den E46, die bis dahin größeren Modellen vor­be­halten waren: Navigation, ein integriertes Autotelefon, Multi­funk­­tionslenkrad, Licht- und Regensensor, Harman/Kardon-Soundsystem, Xenon-Licht und Tempomat. © Heinz Henninger

Generation fünf: E90 (2005 bis 2013)

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1 Die fünfte Auflage des 3er räumt mit einem typischen Merkmal auf: das fahrerbezogene Cockpit wird durch ein gerades Armaturenbrett ersetzt.  © Heinz Henninger

2 Coupé und Cabrio verfolgen nun eine komplett eigenständige Design-Linie, die optischen Unterschiede zur Limousine sind wesentlich deutlicher. © Heinz Henninger

3 Der M3 (im Bild), die Coupé-Variante hieß intern E92, hatte einen Vierliter-V8 mit stolzen 420 PS unter der Haube. Die Ära des M3-Coupés geht mit dem E92 zu Ende, der Zweitürer heißt künftig M4. © Heinz Henninger

Generation sechs: F30 (2011 bis 2019)

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1 Zur Bedienung von Infotainment, Navigation und Klimaanlage kam erstmals im 3er das via Dreh-/Drück-Rad bedienbare iDrive-System zum Einsatz. © Heinz Henninger

2 Optisch markant: Die Scheinwerfer rücken bis an die Niere heran. Cabrio, Coupé und das neue Gran Coupé bilden erstmals eine eigenständige Familie: die BMW 4er-Reihe. © Heinz Henninger

3 Die Motorenpalette umfasst erstmals auch Hybridantriebe. Das Design lehnt sich stark an den größeren 5er an, vor allem von hinten unterscheiden sie sich kaum. © Heinz Henninger

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