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Januar 2018

CES 2018: Welcome to Tomorrow

Während über die althergebrachte Mobilität die Dämmerung hereinbricht, zeigt uns die Technikmesse in Las Vegas schon das Morgen. Wir sollten uns langsam an Super-Displays, hinterher fahrende Roboter und Unterwasser-Scooter gewöhnen.

In den frühen 2020er Jahren soll es soweit sein. Wir setzen uns ins Auto, das vielleicht nicht einmal mehr das eigene ist, lehnen uns zurück, legen den Gurt an und sagen das Ziel – und los geht’s. Wie von Geisterhand werden wir dann von A nach B transportiert. Währenddessen können wir derweil chillen, arbeiten oder was auch immer tun.

Nur gesundheitsschädlich wird unser Tun definitiv nicht sein, denn Biosensoren in Kleidung und Auto werden so sorgsam auf unseren Health Index achtgeben, dass jede noch so fürsorgliche Mutter plötzlich wie ein kratzbürstiger Gefängniswärter wirken wird. (Sorry, liebe Mamas, aber eine dramaturgische Überhöhung schien uns ob des Gesehenen an dieser Stelle durchaus passend.)

Sie schenken unseren Worten keinen Glauben? Nun, wir können diese nahe Zukunft in manchen Aspekten auch noch nicht so recht für uns entdecken, aber wir haben sie schon gesehen, heuer, auf der CES. Wir haben Autos erlebt, die auf den Straßen von Las Vegas völlig problemlos alleine zurecht kommen (zugegeben, das ist noch kein allzu anspruchsvolles Terrain). Wir haben Sensoren gesehen, die Sitze zu einer noch flacheren Einstellung anleiten, die Licht atmosphärisch dimmen und dem Entertainment-System die Direktive zur sensuellen De-Eskalation erteilen, falls unser innerstes Ich das nötig hat.

Ob das nun tatsächlich notwenig ist (oder nicht), darüber entscheidet eine künstliche Intelligenz. Immerhin: Wir dürfen (vorerst) noch Herr der Lage bzw. Herr im eigenen Haus/Auto sein. Wirklich neu sind all diese Gedankenspielereien und Zukunftsvisionen zwar nicht, dank der eilig fortschreitenden Technik sind sie mittlerweile aber erstaunlich real. Und das Angebot wird ständig größer.

Müssten wir die CES 2018 daher in einem Satz zusammenfassen, dann würden wir sagen: Es gibt nicht viel Neues – aber viele, die etwas Neues tun.

Kommen sie doch mit auf einen Rundgang, liebe Leser, dann zeigen wir ihnen die Highlights der heurigen Technikmesse. Wir können ihnen an dieser Stelle eine dreiminütige Instant-Variante anbieten (hier geht’s zum Video) – oder aber ein wahrlich schmackhaftes Bilder-Potpourri (dazu bitte einfach weiter nach unten scrollen). Wohl bekomm's.

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Können Autos in Zukunft unsere Gedanken lesen?

Ja, zumindest teilweise.

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1 Mensch vs. Maschine – 0:1. Weil das Gehirn zwar unfassbar schnell arbeitet, die Reiz-Weiterleitung im Körper aber länger dauert als in einem Elektrokabel, arbeitet Nissan an einem Brain-to-Vehicle-Konzept.  © markuszahradnik.com

2 Der Fahrer trägt dabei diesen hübschen Kopfschmuck. Wird von ihm eine Gefahr erkannt, leitet das Auto aufgrund der plötzlich veränderten Gehirnstrom-Aktivität selbsttätig unverzüglich eine entsprechende Reaktion ein, z.B. ein Bremsmanöver – das passiert natürlich schneller, als dies der Körper selbst tun könnte, z.B. durch einen Tritt auf das Bremspedal. © markuszahradnik.com

3 Insgesamt verspricht sich Nissan dank dieser Technologie eine Verkürzung der Reaktionszeit um 0,2 bis 0,5 Sekunden. Derzeitiger Realisationsstand dieser Gedankenleserei: Zukunftsmusik. © markuszahradnik.com

Wie sieht denn das Cockpit der Zukunft aus?

Also sicherlich digital. Und es wird groß sein. Gesteuert wird dann per Geste, Stimme oder Touch-Funktion. Einen ersten Vorgeschmack bietet uns demnächst Mercedes, wenn sie die neue A-Klasse mit diesem Cockpit bestücken. 

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1 Was sie hier sehen: Das Cockpit der neuen Mercedes A-Klasse, bestehend aus zwei großen Displays. Was sie hier nicht sehen: Das System wird von einer K.I. (künstliche Intelligenz) ergänzt, die sich die Vorlieben des Fahrers merkt und so hilft, das Fahrerlebnis noch persönlicher zu gestalten. © markuszahradnik.com

2 Die Steuerung – so nicht per Stimme instruiert wird – ist denkbar einfach. Mit dem Mini-Touchpad auf der linken Lenkradstrebe werden die Funktionen des linken Displays verändert; und vice versa.  © markuszahradnik.com

3 Wischen, aufziehen und stupsen wie am Handy funktioniert natürlich auch.  © markuszahradnik.com

Wird es demnächst überhaupt noch Lenkräder geben?

Oh ja. Das Lenkrad wird uns noch einige Jahre im Innenraum erhalten bleiben. Aber es wird vielleicht anders aussehen. Oder mehr Funktionen in sich vereinen, vielleicht wird es demnächst dafür keine Tasten mehr haben. Eine Idee, wie es sein könnte, zeigt uns die Firma ZF.

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1 Dieses Lenkrad soll autonome Fahrfunktionen nach dem Level 3 und höher unterstützen. Wir sprechen somit von bedingter bis voller Automation des Fahrbetriebs.   © markuszahradnik.com

2 Dass dieses Lenkrad so eckig gestaltet ist, hat einen funktionellen Hintergrund: Jede der sechs seitlichen Teilflächen (3 links, 3 rechts) kann mit einer separaten Funktion belegt werden, also z.B. Blinker, Musik, Klimaregelung etc. Die Kontrolle der einzelnen Bereiche erfolgt mittels zärtlicher Klopfbewegungen.  © markuszahradnik.com

3 Da ist ja ein Touchscreen in der Mitte –  hat das Lenkrad keinen Airbag? Doch, hat es. Die linke Hand zeigt, wo er sich befindet, die rechte, wie und wo er sich entfalten wird. © markuszahradnik.com

Let's have a break

Mobil sein zu können ist zwar schön und gut und angesichts des Gesehenen durchaus spannend. Manchmal aber sollte man dann doch innehalten und eine Pause einlegen. So wie diese Messebesucher hier…

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Und während wir da so kurz unseren Geist erholen und die neuen Eindrücke Revue passieren lassen, drehen sich unsere Gedanken weiter und weiter. Wir müssen an den bevorstehenden Sommerurlaub am Meer denken. Und wie schön es wäre, auch unter Wasser mobil sein zu können. Kurze Zeit später entdecken wir dies hier auf der CES: den Unterwasser-Scooter von Sublue.

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Wir gehen jetzt auf Tauchstation. Aber, liebes Vegas, wir kommen wieder.

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