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Großbritannien: Was bedeutet der Brexit für Reisende?

Eigentlich ist es beschlossene Sache: Nach dem Referendum 2016, bei dem sich die Bevölkerung mit knapper Mehrheit für den Brexit entschieden hatte, soll Großbritannien die EU am 29. März verlassen.

London (RMS) © Pixabay
London (RMS) © Pixabay

Am Dienstag, 15. Januar, hat das britische Unterhaus jedoch das Rahmenabkommen, das die Einzelheiten des Austritts regeln soll, mit großer Mehrheit abgelehnt und am Dienstag, 29. Januar, Nachverhandlungen mit der EU gefordert. Ob sich die EU darauf einlassen wird, ist jedoch fraglich. Dadurch herrscht nun politisch, aber auch hinsichtlich des Reiseverkehrs, große Unsicherheit.

Welche Szenarien sind möglich?

Denkbar sind nun im Wesentlichen drei Szenarien. Je nachdem, welcher Weg eingeschlagen wird, sind die Auswirkungen auf den Reiseverkehr unterschiedlich.

  • Großbritannien und die EU verhandeln neu

Die britische Regierung und die EU nehmen die Gespräche wieder auf und beschließen einen neuen beziehungsweise erheblich veränderten Vertrag. Anschließend würde im Unterhaus erneut abgestimmt. Sagt das Parlament dann „Ja“, würden die Bestimmungen des neuen Vertrages gelten. Um mehr Zeit zu gewinnen, könnten in diesem Fall Großbritannien und die EU auch eine Verschiebung des Austrittsdatums 29. März beschließen.

  • Es kommt zu einem ungeregelten („harten“) Brexit

Lehnt die EU Neuverhandlungen ab, wird ein ungeregelter Austritt wahrscheinlicher. Dies hätte für Reisen nach Großbritannien gravierende Konsequenzen. Nach dem 29. März würde auf der Insel kein EU-Recht mehr gelten. Die Folgen wären unter anderem intensive Grenz- und Zollkontrollen, die Freikontingente im Warenverkehr verlören ihre Gültigkeit und auch die EU-Flug- und Fährgastrechte kämen nicht mehr zur Anwendung. Überdies könnte der Mitte 2017 in Kraft getretene Wegfall der Roaming-Gebühren innerhalb der EU dann nicht mehr für Besucher auf der Insel gelten. Die Folge: Die Handy-Gebühren wären im Vergleich zu den übrigen EU-Staaten deutlich höher.

  • Es gibt ein zweites Referendum

Das Unterhaus könnte die Brexit-Frage erneut dem Volk vorlegen und ein zweites Referendum beschließen. Dies müsste dann klären, ob es zum harten Brexit kommt, der ausgehandelte Vertrag gelten soll oder Großbritannien doch in der EU bleibt. Bei diesem Szenario wäre aufgrund der Vorbereitungen für die erneute Abstimmung eine kurzfristige Verschiebung des Austrittsdatums 29. März unerlässlich. Die Konsequenzen für Reisende wären vom Ausgang des Referendums abhängig.

Weitere Unsicherheiten ergeben sich aus der Frage, ob die Regierung im Amt bleiben kann oder Neuwahlen stattfinden.

Die wichtigsten Fakten des Rahmenabkommens

Gemäß dem im Unterhaus abgelehnten Abkommen zwischen Großbritannien und der EU würden die bereits bisher geltenden Einreise- und Zollbestimmungen sowie alle übrigen bestehenden Regelungen, insbesondere die Freikontingente beim Warenverkehr und die Regelungen zur Mitnahme von Haustieren, vorerst in Kraft bleiben. Für Reisende würde sich dadurch bis mindestens Dezember 2020 so gut wie nichts ändern.

Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass es an der Grenze zwischen der britischen Provinz Nordirland und der Republik Irland auch in Zukunft keine sichtbaren Kontrollen geben soll. Reisende auf der Grünen Insel müssten daher nicht mit Einschränkungen rechnen.

Auswirkungen auf den Tourismus

Positive Auswirkungen für Urlauber hat derzeit der Wechselkurs: Der Brexit-Beschluss hat zu einer deutlichen Abwertung des Britischen Pfunds geführt. Reisende aus Euro-Ländern können also vorerst günstiger Urlaub im Vereinigten Königreich machen.

Langfristig befürchtet die Tourismusbranche allerdings negative Folgen. Manche Fluggesellschaften könnten ihre Ticketpreise erhöhen. Auch bei den Fähr- und Fluggastrechten sowie bei der Gesundheitsversorgung drohen Urlaubern nach Auslaufen der Übergangsfrist Verschlechterungen.

Neues Unabhängikeitsreferendum in Schottland?

Langfristige Folgen für Reisende könnte zudem die Entwicklung in Schottland haben. Die schottische Regionalregierung erwägt ein neues Unabhängigkeitsreferendum (eine erste Abstimmung war 2014 gescheitert). Im Gegensatz zum übrigen Großbritannien hat sich die schottische Bevölkerung bei der Brexit-Abstimmung mit deutlicher Mehrheit (62 Prozent) für eine EU-Mitgliedschaft ausgesprochen. Ein unabhängiges Schottland würde daher eine neue EU-Mitgliedschaft anstreben.

Quelle: ADAC

City Guide London

Mehr Informationen zur Anreise nach London und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind im ÖAMTC City Guide zu finden.

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