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Großbritannien: Was bedeutet der Brexit für Reisende?

Der EU-Austritt Großbritanniens rückt näher.

London (RMS) © Pixabay
London (RMS) © Pixabay

Nach dem Referendum 2016, bei dem sich die Bevölkerung mit knapper Mehrheit für den Brexit entschieden hatte, haben sich Großbritannien und Brüssel am Sonntag, 25. November, auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Darin wurde für die Zeit nach dem EU-Austritt, der am 29. März 2019 erfolgt, eine Übergangsfrist bis Ende 2020 vereinbart, die bei Bedarf bis 2022 verlängert werden kann. Während dieser Zeit gilt im gesamten Vereinigten Königreich weiter EU-Recht. Die gute Nachricht: Für Reisende ändert sich dadurch bis mindestens Dezember 2020 so gut wie nichts.

Die wichtigsten Fakten

Die bereits bisher geltenden Einreise- und Zollbestimmungen sowie alle übrigen bestehenden Regelungen, insbesondere die Freikontingente beim Warenverkehr und die Regelungen zur Mitnahme von Haustieren, blieben durch die Vereinbarung vorerst in Kraft.

Nicht auszuschließen ist, dass Österreicher, die längerfristig in Großbritannien bleiben wollen, nach Ende der Übergangsfrist ein Visum bzw. eine Aufenthaltsgenehmigung benötigen. Eine Visumspflicht für normale Urlaubsreisen halten Experten aber für so gut wie ausgeschlossen.

Übrigens: Grenzkontrollen gibt es auch bislang schon, denn Großbritannien gehört nicht zum Schengen-Raum.

Auswirkungen auf den Tourismus

Positive Auswirkungen für Urlauber hat derzeit der Wechselkurs: Der Brexit-Beschluss hat zu einer deutlichen Abwertung des Britischen Pfunds geführt. Reisende aus Euro-Ländern können also vorerst günstiger Urlaub im Vereinigten Königreich machen.

Langfristig befürchtet die Tourismusbranche allerdings negative Folgen. Manche Fluggesellschaften könnten ihre Ticketpreise erhöhen. Auch bei den Fähr- und Fluggastrechten drohen Urlaubern nach Auslaufen der Übergangsfrist Verschlechterungen. Überdies könnte der Mitte 2017 in Kraft getretene Wegfall der Roaming-Gebühren innerhalb der EU dann nicht mehr für Besucher auf der Insel gelten. Die Folge: Die Handy-Gebühren wären im Vergleich zu den übrigen EU-Staaten deutlich höher.

Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass es an der Grenze zwischen der britischen Provinz Nordirland und der Republik Irland auch in Zukunft keine sichtbaren Kontrollen geben soll. Reisende auf der Grünen Insel müssen daher nicht mit Einschränkungen rechnen.

Restunsicherheit bleibt

Damit der Vertrag in Kraft treten kann, muss er durch das EU-Parlament, alle 27 EU-Staaten und das britische Unterhaus ratifiziert werden. Besonders im Unterhaus ist dabei mit erheblichem Widerstand zu rechnen. Eine Mehrheit bei der Abstimmung am 11. Dezember erscheint momentan unsicher. Sollte der Vertrag scheitern, würden die Karten neu gemischt. Möglich wäre dann sowohl ein ungeregelter EU-Austritt Grobritanniens mit gravierenden Folgen für Reisende als auch ein zweites Referendum, das zu einem Verbleib des Landes in der EU führen könnte.

Neues Unabhängikeitsreferendum in Schottland?

Langfristige Folgen für Reisende könnte zudem die Entwicklung in Schottland haben. Die schottische Regionalregierung erwägt ein neues Unabhängigkeitsreferendum (eine erste Abstimmung war 2014 gescheitert). Im Gegensatz zum übrigen Großbritannien hat sich die schottische Bevölkerung bei der Brexit-Abstimmung mit deutlicher Mehrheit (62 Prozent) für eine EU-Mitgliedschaft ausgesprochen. Ein unabhängiges Schottland würde daher eine neue EU-Mitgliedschaft anstreben.

Quelle: ADAC

City Guide London

Mehr Informationen zur Anreise nach London und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind im ÖAMTC City Guide zu finden.

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