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Pas de problème: Ankunft in Paris nach 1.300 rein elektrisch gefahrenen Kilometern.

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Pas de problème: Ankunft in Paris nach 1.300 rein elektrisch gefahrenen Kilometern.

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Oktober 2016

Im Tesla nach Paris

Das Gerücht hält sich hartnäckig: Langstrecken sind mit Elektroautos nicht zu schaffen. Unsinn, sagen wir und düsen mit einem Tesla Model S nach Frankreich. Ein Roadtrip ohne Reichweitenangst.

Rückblende in den extrem heißen August 2011: Ich fahre mit einem Elektroauto zum ersten Mal eine längere Strecke. Es geht von Wien aus ins knapp 500 Kilometer entfernte Tirol, mein Testobjekt heißt Mitsubishi i-MiEV. Ich bin auf der Autobahn mit 70 km/h Schnitt unterwegs, nütze, wegen des deaktivierten Stromfressers Klimaanlage völlig nassgeschwitzt, den Windschatten von Lkw, die 90-Kilometer-Etappen nur unterbrochen von bis zu achtstündigen(!) Ladestopps. Auf der Rückbank mitreisend: die personifizierte Reichweitenangst. Unsere Fahrt dauert zwei Tage und ich schwöre, mir sowas nie, nie wieder anzutun. Titel der Story damals im auto touring: "Hitze. Demut. Warten."

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Vor fünf Jahren im E-Mitsubishi: Die Praxis-Reichweite auf der Autobahn beträgt 90 Kilometer bei 70 km/h Schnitt, die Klimaanlage bleibt trotz 36 Grad Außentemperatur zwecks Stromsparen ausgeschaltet, ständig überholen uns hupende Lkw.

Blende in die Gegenwart, September 2016: Ich fahre mit einem Elektroauto zum zweiten Mal eine längere Strecke. Es geht von Wien aus ins knapp 1.300 Kilometer entfernte Paris, mein Testobjekt heißt Tesla Model S. Ich bin mit durchschnittlich Tempo 115 unterwegs, nütze wohltemperiert den Spotify-Account des Autos, die 300-Kilometer-Etappen unterbrochen von 20-minütigen Ladestopps. Die Fahrt dauert abermals zwei Tage, allerdings nur, weil ich mangels Eile auf halbem Weg im deutschen Mannheim gemütlich übernachten möchte. Diesmal schwöre ich wieder etwas: Sofern es mein Konto irgendwann in ferner Zukunft erlauben sollte, werde ich mir einen Tesla zulegen…

(An dieser Stelle weisen wir Tesla-Kunden freundlich auf den geflügelten Satz "Bitte gehen Sie weiter, hier gibt's nichts zu sehen" hin. Alles, was Sie im folgenden lesen würden, ist für Sie nämlich bereits stinknormaler Alltag, beinhaltet keinerlei News-Wert und könnte als absolut belanglos empfunden werden. Der Autor freut sich trotzdem, wenn Sie das Geschriebene mit eigenen Praxis-Erfahrungen ganz unten per Kommentar würzen. Vielen Dank!)

Vor fünf Jahren habe ich mir geschworen, nie wieder mit einem Elektroauto Langstrecken zu fahren. Heute fiele meine Wahl für den perfekten Roadtrip nicht auf eine Diesel-S-Klasse, sondern einen Tesla.

Christoph Löger, Redakteur

Eigentlich ein Wahnsinn: Nur fünf Jahre liegen zwischen diesen beiden, im realen Alltag sprichwörtlich selbst erfahrenen Trips. Fünf Jahre, in denen die praktischen Möglichkeiten von Elektroautos einen faszinierend großen Sprung gemacht haben. Wer die Geschwindigkeit in der Entwicklung neuer Technologien kennt, weiß, dass diese Zeitspanne eine extrem kurze ist, vor allem auch, was den Endkunden betrifft. Sie erinnern sich an die ersten Mobiltelefone im Milchpackerl-Format in den 1980-ern? Nehmen Sie doch kurz Ihr Smartphone in die Hand und betrachten es. Unglaublich, oder?

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Team "Zero Emission" unterwegs.
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Vierter Musketier: Tesla Model S P90D.
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Schub-Laden: Saft vom Supercharger.

Wien-Paris im E-Auto: unsere Route

Gleich vorweg: Was man bezüglich Elektroauto-Langstreckentauglichkeit derzeit über die mangelnde Lade-Infrastruktur liest, tangiert uns im hier vorliegenden Fall als Tesla-Piloten nur peripher. Die hauseigenen Supercharger-Stationen (an denen allerdings wirklich nur Teslas tanken können) sind europaweit mittlerweile nahezu flächendeckend (und geostrategisch ziemlich ausgeklügelt) verteilt.

Wir werden weiter unten gleich noch näher darauf eingehen, aber kurz gefasst funktioniert ein Ladestopp für uns unterwegs ziemlich simpel: runter von der Autobahn zum meist keine fünf Minuten entfernten Supercharger, aussteigen, Fahrzeug ohne lästiges Anmelde-Procedere anstecken, Kaffee von Hotelbar/Tankstelle/Restaurant/Einkaufszentrum nebenan holen, Autor und Fotograf frönen g'schwind dem Tabak-Laster, während sich der Kameramann ein Nickerchen gönnt, und keine halbe Stunde später sind die nächsten 200 bis 250 Kilometer kostenlos nachgeladen. Das Auto wird abgestöpselt und weiter geht’s. Ja, es ist wirklich so einfach.

Die einzige Frage, die sich stellt, ist jene nach dem persönlich präferierten Fahrprofil: Reize ich den Akku komplett bis zum Limit aus und fülle ihn dann alle rund 400 Kilometer (das ist die von uns ausgetestete maximale Autobahn-Reichweite unseres Model S) wieder auf? So eine Vollladung dauert nämlich etwa 60 Minuten, weil der Supercharger während der letzten 20 Prozent des "Tank"-Vorgangs – Stellen Sie sich analog dazu vor, ein Glas Sekt zu befüllen, ohne dass es übergeht – nicht mehr die volle Strompower in die Batterien pumpt. Der Akku-Lebensdauer (und wohl auch dem achtjährigen Garantieversprechen) sei's geschuldet.

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Unsere Route: 15 Supercharger-Stopps von Wien nach Paris und retour. Jeden zweiten hätten wir theoretisch auslassen können, haben uns aber für die – zeitlich nicht länger dauernde – Beruhigungs-Variante entschieden. Formel-1-Fans kennen das von den Boxenstopps: Wer seltener stehenbleibt, ist nicht immer der Sieger.

Die einzige Frage, die sich stellt, ist jene nach dem persönlich präferierten Fahrprofil.

Christoph Löger, Redakteur

Warum Mehrstopp-Strategie?

Die zweite Lade-Philosophie, für die auch wir uns auf unserer Tour nach Paris entschieden haben, lautet: Man stoppt am besten alle 200 Kilometer für etwa 20 Minuten, um bloß Saft bis zum nächsten Supercharger aufzunehmen. Vier positive Nebeneffekte:

#1

Man tankt nicht nur Strom, sondern vor allem auch Konzentration.

#2

Sofern man den Tag – sehr empfehlenswert – mit vollem Akku begonnen hat, bleiben bis zum Ziel am Abend stets rund 200 Kilometer Polster für Staus, Umleitungen, Foto-Ausflüge in die Umgebung, etc. – ein psychologischer Kniff für das Unterbewusstsein, durch den die imaginäre Reichweiten-Angst komplett wegfällt. Man kennt das aus der Luftfahrt: Jedes Passagier-Flugzeug hat bei der Landung noch genug Kerosin für eine Stunde Kreisen über dem Ziel plus den Weg zu den nächsten beiden Ausweich-Airports an Bord. Oder anders formuliert: Es beruhigt einfach.

#3

Trotz doppelt so vielen Stopps fällt die kumulierte Gesamt-Ladezeit an den Superchargern entlang der gewählten Route tendenziell sogar kürzer aus. In unserem konkreten Fall bedeutet das: Wir haben auf den rund 3.000 Kilometern von Wien nach Paris und retour 15 mal Halt gemacht. Ladedauer: jeweils zwischen 10 und 60 Minuten, je nach Erfordernis für die folgende Etappe. Insgesamt hing unser Tesla netto 380 Minuten am Supercharger-Tropf, also knapp sechseinhalb Stunden. Faktencheck im Vergleich zu Diesel-oder Benzin-Autos: Wer auf diese Distanz fürs Tanken und Pausieren mit dem TDI-Passat nicht ebenso mindestens 6 Stunden steht, fährt übermüdet und folglich verantwortungslos. Was wiederum bedeutet: Es ist heute bereits sehr wohl möglich, mit einem Elektroauto (und zwar ohne relevanten Zeitverlust verglichen mit konventionellen Autos) lange Strecken zu fahren. Freilich aber derzeit (noch) auf einen Hersteller beschränkt: Tesla.

#4

Das Allerbeste: Man sieht und erlebt einfach mehr, anstatt stundenlang Asphalt-Kilometer zu fressen – der eigentliche Bonus des elektrischen Unterwegsseins.

4 Minuten: unser Roadtrip…

… in bewegter Kurzfassung für die ganz hastigen Leser. Allerdings möchte ich, bei allem Respekt, speziell Ihnen gerne nahe legen: Das Wesen des ganzheitlich entschleunigenden Elektro-Reisens erschließt sich vielleicht nur, wenn Sie nach unserem Video nicht aufgeben, sondern weiter scrollen…

Unsere Erfahrungen mit… Teslas Supercharger

Wie funktioniert das überhaupt? Ich habe es oben kurz angerissen, viel detaillierter wird’s aber auch an dieser Stelle nicht: ankommen, rückwärts einparken (der Stromstecker ist fahrerseitig hinten, die Lader dementsprechend arrangiert), entweder von innen via Display oder von außen per Schlüssel die Verriegelung öffnen, aussteigen, "Zapfhahn" anstecken, etwa 3 Sekunden aufs grün blinkende Licht bei der Tanköffnung warten, zusperren, dann Gedanken machen, womit man nebenan jetzt den Bauch füllen möchte. Durchschnittliche Dauer des Vorgangs insgesamt: 15 Sekunden, wenn man sich daran gewöhnt hat. Doppelt so lang, wenn man’s zum ersten Mal macht.

Drei Dinge sind uns dabei aber aufgefallen…

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1 Unsere Befürchtung, an den Supercharger-Standorten auf freie Plätze warten zu müssen, war unbegründet. Bei 12 unserer 15 Stopps waren wir sogar die einzigen am Platz. © markuszahradnik.com

2 420 Kilometer: die maximale Reichweite unseres Model S nach der Vollladung. Wohlgemerkt: nicht theoretisch, sondern im Alltagsgebrauch, wir haben’s ausprobiert. Voraussetzung für die 420 Kilometer aber: vorausschauendes Fahren, Tempomat auf 115 km/h, keine Spielereien mit dem komplett irren "insane mode", der 770 PS und den Zeitraffer in die nächste Dimension freigibt. © markuszahradnik.com

3 Wann haben Sie beim Tanken das letzte Mal echte Menschen kennengelernt? Zumindest ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Schauplatz Supercharger St. Valentin in Niederösterreich, unser erster Stopp auf dem Weg nach Paris. Wir kommen mit Claus in Gespräch. Er ist Verkaufsleiter, nützt die viertelstündige Ladepause für eine Zigarette. Sehr nettes Gespräch, obwohl ich normalerweise frühmorgens vor dem zweiten Kaffee meinen Mund nicht aufbringe. Ich denke: Ausgerechnet das iPhone unter den Autos schafft es, dass zwei fremde Menschen "in echt" miteinander reden. © markuszahradnik.com

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Große Schritte.
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Großes Auto.
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Große Erwartungen.

Derzeit verlangt Tesla (noch) nach keinerlei Anmelde-Procedere via Karte oder Ähnlichem: parken, anstecken, that’s it. Die Politik des kostenlosen, auch vertraglich abgesicherten Supercharger-Ladens auf Lebenszeit genießen langfristig aber nur Kunden der beiden derzeit erhältlichen (Hochpreis-)Modelle S und X.

Zum Marktstart des Mittelklasse-Vorbestellungs-Wunders Model 3 (Sie dürfen die "3" nun gerne optisch zwischen "S" und "X" einschieben, um bei Elon Musks – CEO Tesla – ganz spezieller Freude an seiner Modellpaletten-Gaudi mitzulachen) wird’s das Gratisangebot aber wohl nicht mehr geben. Grund: Ein mit allem Pipapo versehenes Model S oder X kostet nicht unter 100.000 Euro, die Kundschaft ist also noch relativ überschaubar und staut sich nicht an den Superchargern.

Das Model 3 wird dem Vernehmen nach allerdings im 40.000-Euro-Bereich liegen – und deshalb wohl flott im Massenmarkt ankommen. Womit auch die Supercharger-Infrastruktur an ihre Grenzen stoßen würde: So schnell lassen sich die Tesla-Tankstellen nämlich nicht vervielfachen, wie sich dieses Auto verkaufen wird. Folge: eine (vermutlich eher niedrigschwellige) Bezahl-Lösung für Model-3-Kunden. Übrigens: das nächste Tesla-Modell wird tatsächlich "Y" heißen. Kombinieren Sie selbst :-)

Unsere Erfahrungen mit… Teslas Autopilot

(Hinweis: Unsere Reise fand Ende September statt, der Testwagen war noch mit der Software-Version 7.1 ausgestattet, die "händefreies" Fahren über einen beliebig langen Zeitraum erlaubt(e). Erst nach Redaktionsschluss zur November-Ausgabe des auto touring haben wir erfahren, dass zumindest in Deutschland ab sofort ein Update auf die aktuelle Version 8.0 verpflichtend ist, welche die Funktion des Assistenzsystems "Autopilot" deutlich einschränkt. Ob diese Entscheidung in anderen EU-Ländern ebenfalls in Kraft treten wird, ist noch nicht bekannt.)


Ich hatte auf dem Weg nach Paris viel Zeit, darüber nachzudenken, wie die Zeilen, die Sie gerade lesen, befüllt werden sollten. Auf langen Autobahn-Etappen war nämlich des öfteren Teslas – wenn’s nach dem Medien-Boulevard geht, brandgefährliche – Assistenzsystem namens "Autopilot" aktiv.

Gleich vorweg: Das Auto trachtete während unserer insgesamt 3.000 Kilometer kein einziges Mal nach den Leben von Markus, Mario und mir – obwohl wir den "Autopiloten" in allen möglichen und unmöglichen Situationen ausprobiert haben. Probleme oder Aussetzer? Nein. So legten wir zum Beispiel auf fast leerer Autobahn nächtens bis zu 50 Kilometer mit vor der Brust verschränkten Armen zurück. Buch lesen oder Film schauen einstweilen? Theoretisch möglich, ja, aber ausdrücklich nicht empfehlenswert. Denn: Das System macht im Prinzip zwar, was auch seine gleichnamigen – freilich viel komplizierter angelegten – Kollegen in der Luftfahrt tun (nämlich das Leben im Cockpit erleichtern), entbindet den Piloten aber auch im Tesla zu keinem Zeitpunkt von seiner verpflichtenden Überwachungsfunktion. Die Grundregeln lauten also weiterhin: Konzentration und Eigenverantwortung.

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1 Was kann Teslas polarisierendes Assistenzsystem nun wirklich? In erster Linie große Distanzen auf Autobahnen zurücklegen, ohne dass Eingriffe des Fahrers nötig sind (Software-Version 7.1, siehe oben). Extrembeispiel während unserer Tour: Baustelle wird angekündigt, der "Autopilot" orientiert sich per Distanzradar am Verkehr davor und verlangsamt (Temposchilder kann er zwar lesen, die Software darf das aber noch nicht umsetzen). Wir nähern uns der Engstelle samt 60er-Beschränkung und Spurwechsel. Meine Hände sind nicht am Lenkrad, das Fahrzeug ordnet sich dennoch problemlos ein und hält 12 Kilometer lang klaglos die Spur, obwohl orange/weiße Bodenmarkierungen durchaus verwirren könnten. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenz-Systemen pendelt der Tesla dabei nicht, sondern bleibt stoisch in der Mitte der Fahrspur. Faszinierend, wenn man’s mal erlebt hat. © markuszahradnik.com

2 Noch ein Extrembeispiel: Einfahrt in den 14 Kilometer langen Arlberg-Tunnel. Links im Display: Der "Autopilot" erkennt den Tunnel. In der Mitte: Wir haben den Tempomaten auf 85 km/h eingestellt (kleines Symbol links von der Tempoanzeige), dennoch bleibt der Tesla bei 77 km/h, um den Abstand zum voraus fahrenden Fahrzeug zu wahren. "Das kann doch heute jeder Abstands-Tempomat", mögen Sie nun einwenden. Korrekt. Das blau leuchtende Lenkrad rechts neben der Zahl "77" zeigt aber an, dass soeben der "Autopilot" sein Werk verrichtet, also keinerlei Lenkeingriffe nötig sind. Im konkreten Fall haben wir dann auch den ganzen Arlberg durchquert, ohne das Steuer ein einziges Mal zu berühren. © markuszahradnik.com

3 Mein ganz persönlicher Eindruck von Teslas "Autopilot": Es mag Spezialfälle geben, in denen es jemand darauf anlegt, das System zwecks YouTube-Berühmtheit zu übertrumpfen oder den eigenen Selbsterhaltungstrieb auszubremsen. Auf mich trifft das aber nicht zu, weil ich mein Leben sehr, sehr schätze. Und: Ich kann sowohl Warnhinweise auf Displays als auch Betriebsanleitungen lesen und interpretieren. Wenn man das nämlich tut, empfindet man den "Autopilot" nach einer kurzen Eingewöhnungsphase als Wohltat, speziell auf langen Strecken. Wie gesagt: nur ein persönlicher Eindruck, aber nach 3.000 problemlosen Kilometern kann ich die oft geäußerte Kritik daran im Moment nur bedingt nachvollziehen. © markuszahradnik.com

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"Green mobility"-Snapshots: Man…
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… wird unterwegs viel ruhiger und…
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… findet wieder Zeit für Details.

Mann über Bord!

Als wir uns auf den Weg zurück nach Wien machen, überkommt Foto-Markus und mich eine tiefe Traurigkeit: Kameramann Mario hat uns verlassen. Und zwar tags zuvor per Flugzeug. Er hat das allerdings nicht deshalb getan, weil wir ihm etwa beim Hinweg so auf die Nerven gegangen sind, sondern um die bewegten Bilder zu unserer Berichterstattung vom Pariser Autosalon zeitgerecht zu finalisieren. Sagt er.

Wir sind nun also wieder einmal zum dynamischen Duo geschrumpft, was unserer Motivation, nochmal 1.300 Kilometer im Tesla zu absolvieren, keinen Abbruch tut. Wir sollten uns ordentlich täuschen.

Mein Fazit

Ganz ehrlich? Hätte ich die Wahl, würde ich weite Strecken ab sofort nur mehr elektrisch zurücklegen – sofern das betreffende Auto ebenso all die Möglichkeiten unseres Tesla bietet. Sprich: maximaler Komfort bei (derzeit) maximaler Reichweite. Warum? Weil ich noch nie zuvor so entspannt an meinem Ziel angekommen bin.

Das liegt vermutlich einerseits an der Tatsache, dass man gezwungen ist, Pausen zu machen. Man läuft schlicht nicht Gefahr, wie in einem Auto mit Verbrennungsmotor stundenlang bei Höchsttempo stur Kilometer zu fressen, nur unterbrochen von fünfminütigen Tankstopps. Das entschleunigt ungemein. Andererseits ist das Fahrgefühl in einem E-Auto ein komplett anderes: die Ruhe an Bord, die Kraftentfaltung beim Beschleunigen (nicht nur im 770-PS-Raumschiff), der fehlende Gestank.

Elektro-Fans predigen immer: Wer’s einmal erlebt hat, möcht’s nicht mehr missen. Nach diesen 3.000 Kilometern hab ich das verstanden.

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Nachhaltig elektrisiert: Autor Christoph Löger.
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Wo der Strom rauskommt, wo er…
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… im besten Fall per Wind entsteht und…
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… wo er wieder reinfließt. Simple as that.

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