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Der gelernte Bootsbauer Gottlieb Strobl rudert gerne mit Urlaubern am Millstätter See.

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Der gelernte Bootsbauer Gottlieb Strobl rudert gerne mit Urlaubern am Millstätter See.

© Heinz Henninger
Juni 2016

Urlaub in Österreich

Warum im Urlaub das Land verlassen, wenn es doch daheim am schönsten ist! Wir zeigen Ihnen, wer dort lebt, wo andere Ferien machen – und sich mit voller Leidenschaft um seine Gäste kümmert.

Oft erscheint das, was vor unserer Nase liegt, nicht so interessant. Das eigene Land zum Beispiel. Wir ­möchten ans Meer, wir möchten die Zehen in den Sand stecken, wir möchten die Sonne am Meer untergehen sehen. Dabei hat Österreich so viel zu bieten. Das ÖAMTC Reisemonitoring hat er­geben, dass diesen Sommer mehr Österreicher in ihrer Heimat bleiben wollen, viele auch deshalb, weil sie sich zu Hause sicher fühlen. 

Wer lebt eigentlich dort, wo andere Urlaub machen? Wer setzt alles daran, dass Gäste eine erholsame, aber vor allem abwechslungsreiche Zeit verbringen? Dem Bootsbauer Gottlieb Strobl ist es sehr wichtig, dem Gast "seinen" schönen Millstätter See in den frühen Morgenstunden zu zeigen, wenn das Wasser noch ruhig ist. Die Ökologin Flora Bittermann gibt ihre persönliche Wertschätzung für die Natur an ihre Gäste bei Touren weiter. Murmeltierwirt Herbert Haslinger zaubert seinen Gästen jeden Tag aufs Neue ein Lächeln auf die Lippen: Die Nagetiere sind ja wirklich herzig. Die Landwirtin Liesi Löcker hat anfangs nur für ihre Familie das gesunde Urkorn-Brot gebacken, heute macht sie das für ihre Urlaubs-Gäste und steht auch auf Wunsch mit ihnen gemeinsam vor dem Ofen. Und für den Bergführer Albert Prugger ist es das Natürlichste, in den Bergen zu sein, er kennt es nicht anders. Sein Wissen gibt er bei zahlreichen Ausbildungen weiter. 

So unterschiedlich diese Personen auch sind, sie haben alle etwas gemeinsam: Ihr Beruf ist ihre Berufung – mit Leib und Seele.

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Vögel faszinieren mich

Flora Bittermann, 28, hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. "Meine Eltern sind auch Biologen und ich bin, seit ich denken kann, mit ihnen auf Exkursionen gewesen." Flora erinnert sich gerne an ihre jungen Jahre: "Ich habe als Kind bereits Federn gesammelt, ohne zu wissen, welchem Vogel sie überhaupt gehörten." Die Leidenschaft für die Tiere ist ihr geblieben, die Biologin hat ihre Diplomarbeit in Costa Rica über Eisvögel geschrieben.

Heute ist sie Rangerin im Nationalpark Neusiedler See/Seewinkel. Die nächsten Wochen widmet sie den vielen Urlaubern, denn im Juli und August zeigt sie vor allem Familien die Brutvögel, die das ganze Jahr über hier nisten, wie etwa der Kiebitz, der Rotschenkel, die Uferschnepfe und natürlich die Graugänse. "Abseits der Vogelwelt kann man im Sommer sehr gut Ziesel beobachten und unsere Weidetiere – die weißen Esel und die Graurinder." Vor allem zur Hauptvogelzugzeit im April und Mai reisen sehr viele Ornithologen auch von weit her an. "Der Seewinkel ist ein ganz besonderes Gebiet – einfach einmalig." Die Wienerin ist in ihrer Freizeit ständig in der Natur. "Privat habe ich immer meine Kamera dabei, um besondere Momente festzuhalten."  ​

Flora bei der Vogelbeobachtung   Heinz Henninger © Heinz Henninger
"Die Natur gehört wertgeschätzt. Ich bin ständig draußen und finde es schön, Urlaubern Flora und Fauna zu zeigen", erzählt Flora Bittermann, Exkursions-Leiterin im Nationalpark Neusiedler See/Seewinkel.

Jeder Tag ist ein Erlebnis

Herbert Haslinger, 58, hat fast 50 Jahre Murmeltier-Erfahrung. Bereits als Kind hat er in den Bergen seine Freizeit mit den Nagetieren verbracht. "Ich ziehe verletzte und verstoßene Mankeis auf. So heißen sie auf Pinzgauerisch." Herbert betont, dass die Tiere nicht gezähmt sind, sondern dass er sie wie Familienmitglieder behandelt. "Ich füttere Babys mit der Flasche – wie kleine Kätzchen. Sie vertrauen mir voll und ganz. Sie kennen meinen Geruch, meine Stimme, und sie spüren meinen Puls." 

Herbert veranstaltet mehrmals täglich in seinem Gasthof Fuscherlacke an der Großglockner Hochalpenstraße Murmeltier-Vorführungen und erzählt seinen Gästen alles Wissenswerte über die Tiere. "Halten darf sie niemand, aber gerne am Rücken streicheln. Murmeltiere sind wilde Nagetiere und keine Haustiere, das darf man nicht verwechseln." Herbert lebt selbst sieben Monate im Jahr in dem Gasthof auf über 2.200 Metern. "In der Früh, wenn ich bei Sonnenaufgang die Flagge hisse, danke ich dem Herrgott, dass ich diesen tollen Ausblick erleben darf."

Herbert und sein Mankei Heinz Henninger © Heinz Henninger
"Ich nehme mir gerne Zeit für meine Gäste und erzähle ihnen etwas über meine drei Murmeltiere", Herbert Haslinger, Besitzer Gasthof Fuscherlacke im Nationalpark Hohe Tauern, nimmt sein dreijähriges "Waisenkind" Moritz auf die Schulter.

Ich baue auf 1.000 Metern Höhe mein eigenes Korn an

Liesi Löcker, 52, backt täglich aus alten Getreidesorten Brot. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie vor 27 Jahren ihre Ernährung auf Vollkorn umgestellt und begonnen, in St. Margarethen im Lungau Getreide anzubauen – anfangs nur für den Eigengebrauch. Dabei blieb es natürlich nicht. Heute hat sich die Familie auf Ur-Dinkel, den Laufener Landweizen und auf den beinahe ausgestorbenen Lungauer Tauernroggen spezialisiert. "Das sind Sorten, die nicht nach den neuen Methoden angebaut werden. Denn Getreide, das auf Ertrag und auf großes Korn gezüchtet wird, verändert meist seine Eiweißstoffe. So können Allergien bei uns Menschen entstehen." 

Liesi hat auf ihrem Biobauernhof Schauschneider auch vier Ferienwohnungen und einen Hofladen, dort gibt es auch ihr selbst gemachtes Leindotteröl zu kaufen. "Im Sommer backe ich mit den Haus-Gästen gemeinsam Brot, dabei kann ich ihnen Wissenswertes rund um das Korn erzählen!"

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Lisi Löcker, Landwirtin am Biobauernhof Sauschneider in St. Margarethen im Lungau, steht um zwei Uhr auf, um für den Markt in Tamsweg aus ihrem Ur-Getreide frisches Brot zu backen. 

Fit zu sein, ist mein Beruf

Albert (Api) Prugger, 51, wurden die Bergschuhe bereits in die Wiege gelegt. "Ich bin als kleiner Bub mit meinem Vater klettern gegangen und habe ihn auf seinen geführten Touren begleitet." Heute ist Api in Ramsau am Dachstein Bergführer. Sein zweites Standbein ist die Flugrettung. Er arbeitet als leitender Flugrettungssanitäter bei Christophorus 14 und ist Ausbildner im Air Rescue College.

Seine Arbeit als Bergführer wird immer vielfältiger: Von Klettersteigtouren über Schitouren im Winter bis zu Gletscherausbildungen. "Meine Gäste sind heute jünger und sie geben gerne Geld für ihre Freizeit aus." Die Touren starten meist von seinem Bio-Hotel Herold. "Die Grundregel jedes Bergführers ist, sich fit zu halten – im Unterschied zum Sich-fit-Fühlen. Ich gehe sehr viel laufen, Rad fahren und klettern." Der Vater zweier Kinder hat keinen Trainings-Plan, er betreibt dann Sport, wenn er Lust dazu und einen freien Kopf hat – oder ihn freibekommen möchte. "Sport muss Spaß machen, anders geht es nicht."  ​

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Albert Prugger, Bergführer in Ramsau am Dachstein, kennt den Sommer-Trend: Klettersteiggehen – samt dazugehöriger Ausbildung.

Ich bin stolz auf meine Heimat

Gottlieb Strobl, 72, rudert in seinem über 50 Jahre alten Boot "Elfie" am Millstätter See dahin. "Ich habe eine besondere Beziehung zu dem Schinakel, habe es in meiner Werkstätte zur Gänze selbst gebaut und jetzt aufwendig restauriert." Gottlieb ist um 8 Uhr morgens nicht alleine unterwegs, ein paar Urlauber begleiten ihn. Konzentriert rudern sie ihm nach und lauschen seinen Erzählungen. Gottlieb hat vor zehn Jahren gemeinsam mit dem Millstätter See Tourismus die Buchtenwanderungen ins Leben gerufen. Immer dienstags und donnerstags geht es in seinen kleinen, nostalgischen Ruderbooten der Sportpension Strobl Wassersport in den See. 

"In der Früh ist die Stimmung besonders schön, wir sind unter uns, hier und da sehen wir einen Fischer, die Ruhe wird höchstens durch Vogelzwitschern durchbrochen." Vor allem am Südufer sprüht der See voller Leben. Hier führt auch keine Straße vorbei. "Wir lauschen nur den Lauten der Natur, sehen Enten, Schwäne, Möwen und Kormorane. Wir sind mit unseren Augen und Ohren mittendrin in der Natur." Urlaubsgäste ohne Rudererfahrung bekommen natürlich eine Einschulung von Gottlieb. "Nach der 90-minütigen Tour sind sie meist sehr stolz, dass sie alleine in ihrem kleinen Boot gerudert sind."

Urlaub_HH_2347 4c_CMS.jpg Heinz Henninger © Heinz Henninger
Gottlieb Strobl, gelernter Bootsbauer am Millstätter See, teilt seine Heimat gerne mit Urlaubern und zeigt ihnen den Millstätter See früh morgens von 
seiner schönsten Seite.

Perfekt vorbereitet in den Urlaub

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