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März 2022

Marcus: Das zehnte Mal

Seit der ÖAMTC 2013 erstmals seinen Automobilpreis verlieh, hat sich viel getan. Gleich geblieben sind die Transparenz und die objektiven Kriterien.

Vier Fahrzeugkategorien waren es diesmal: Weil leider zusehends weniger Kleinwagen neu auf den Markt kommen und auch das Angebot an Kompaktautos schrumpft, mussten diese beiden Kategorien zusammengefasst werden.

Die Methode blieb dieselbe: Die Experten des Clubs erhoben alle Daten, aus denen sie die einzelnen Klassensieger errechneten. Die Redakteure des auto touring ermittelten in aufwendigen Testfahrten den Energieverbrauch sämtlicher Modelle, die 2021 neu auf den Markt gekommen waren. Eine Fachjury wählte jene technische Innovation des Vorjahres aus, die ihr würdig erscheint, als „Wegweiser“ ausgezeichnet zu werden.

Darüber hinaus waren auch die ÖAMTC-Mitglieder aufgerufen, für ihre Favoriten abzustimmen.

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Video: Das sagen die Preisträger

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Neben dem Energieverbrauch werden weiters Faktoren wie Wertverlust, Haftpflichtversicherung der Grundstufe 9, motorbezogene Versicherungssteuer, Wartungskosten, Reifenkauf und die Kosten für bestimmte Reparaturen betrachtet. Die Berechnung des Wertverlusts geht von einer Behaltedauer von fünf Jahren bis zum Wiederverkauf aus; die angenommene jährliche Kilometerleistung hängt von Fahrzeugsegment, Motorleistung und Kraftstoffart ab. Dazu werden die entsprechenden Eurotax-Notierungen herangezogen.

Für die Bewertung der Sicherheitsausstattung wird das Vorhandensein von 37 definierten Sicherheitsmerkmalen geprüft. Solche, die nur als Option (gegen Aufpreis) oder nur in höheren Ausstattungsniveaus lieferbar sind, werden nicht berücksichtigt.

In jeder der drei Einzelwertungen – Wirtschaftlichkeit, Klimafreundlichkeit und Sicherheitsausstattung – werden dann bis zu 100 Punkte vergeben. Das Auto mit der höchsten Gesamtpunktezahl in seinem Segment wird Klassensieger.

Kein Marcus in der Kategorie Kleinwagen & Kompaktklasse

Dieses Jahr gab es einen Sonderfall. In der Kategorie der Kleinwagen und Kompakten erzielt der Dacia Spring mit Elektroantrieb zwar Bestwerte in den Wertungen Wirtschaftlichkeit und Klimafreundlichkeit, aber die schlechteste Note für seine Sicherheitsausstattung.

Hinzu kommt ein überraschend schlechtes Ergebnis bei der Euro-NCAP-Bewertung. Der Dacia Spring erhielt dort nur einen von fünf möglichen Sternen. Er schützt nicht nur seine Insassen bei Unfällen mangelhaft, sondern auch ungeschützte Verkehrsteilnehmer außerhalb des Autos und weist zudem nicht alle Sicherheitseinrichtungen auf, die für eine gute Euro-NCAP-Benotung erforderlich sind.

In die Marcus-Bewertung fließt dieses Urteil zwar nicht ein, weil zu deren Zeitpunkt nicht von allen 36 Fahrzeugen bereits Euro-NCAP-Testergebnisse vorlagen. Doch aufgrund des insgesamt mangelhaften Abschneidens des Dacia Spring beim Thema Sicherheit hat der ÖAMTC entschieden, ihm keinen Marcus zu verleihen.

Denn die gute Benotung in Wirtschaftlichkeit und Klimafreundlichkeit reicht zwar aus, die deutlich schlechtere in puncto Sicherheit rechnerisch zu kompensieren und in seiner Kategorie insgesamt die höchste Punktezahl zu erreichen. Sie rechtfertigt aber keine Auszeichnung. In der Kleinwagen- & Kompaktklasse wird 2022 kein Marcus vergeben.

3. Der Wegweiser – so wurde entschieden

Als Wegweiser zeichnet der ÖAMTC jedes Jahr eine Entwicklung aus, die sowohl zukunftsweisend als auch imstande ist, die künftige Mobilität in Hinblick auf Umwelt, Sicherheit, Alltagstauglichkeit und Breitenwirkung zu beeinflussen. Nach eingehender Diskussion wählte die Jury, zusammengesetzt aus sechs Autoexperten unter Vorsitz von ÖAMTC-Cheftechniker Thomas Hametner, das Gesamtsystem des innovativen Mercedes-Benz EQS einstimmig zum Wegweiser.

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Begründung der Jury:

"Der Mercedes-Benz EQS vollbringt in einer Vielzahl von Kernkriterien moderner Technologien eine Meisterleistung.

Aufgrund seines niedrigen cW-Wertes von 0,20 und zahlreicher Effizienzmaßnahmen sowie einer sehr hohen Rekuperationsleistung von bis zu 290 kW erreicht er im WLTP-Zyklus bis zu 748 km Reichweite mit der größten Batterie (108 kWh). Ermöglicht wird das durch eine neue Zellentechnologie und ein intelligentes Energiemanagement.

Obwohl das Laden mit 'nur' 400 Volt stattfindet, erreicht der EQS bis zu 200 kW Ladeleistung und damit eine Ladezeit von nur 15 Minuten für eine Reichweite von 300 km (108-kWh-Batterie) bzw. 31 Minuten von 10 Prozent Ladezustand auf 80 Prozent.

Ein weiterer Meilenstein in der Technologie ist die erstmalige Zusicherung des TÜV für Level-3-Fahren bis 60 km/h.

Trotz stattlicher Karosserie-Abmessungen ermöglicht der EQS mittels der optionalen Hinterradlenkung von bis zu 10 Grad Einschlag einen beeindruckend kleinen Wendekreis von 10,6 Meter.

Als weiteres Highlight verspricht der EQS ein besonderes Wohlfühlklima mit sauberster Luft im Innenraum dank eines im Bug platzierten raumgreifenden Hepa-Filters, selbst Corona-Viren sollen so draußen bleiben."

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