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November 2021

Dacia Spring: Schlicht – und einfach

Der Dacia Spring ist der ideale Elektro-City-Flitzer für Sparmeister.

Wer so wenig wie möglich in ein neues Elektroauto investieren möchte, wird an diesem kleinen SUV kaum vorbei kommen. Der neue Spring lockt nämlich mit einem unschlagbar günstigen Preis. Doch auch einem preisbewussten Käufer muss bewusst sein: In vielen Bereichen hat der elektrische Minimalist Luft nach oben.

Vor allem das Crashtest-Ergebnis mit nur einem Stern (von fünf möglichen) ist enttäuschend (näheres weiter unten im Test und auf www.oeamtc.at).

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City-Wussler Erich Reismann 1
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1 Vor allem im Stadtverkehr reichen die Leistung und die Antrittsstärke des kleinen Spring vollkommen aus. © Erich Reismann

2 Dank der Fahrzeughöhe von über 1,5 Metern und der klassischen SUV-Gestalt wirkt der Spring trotz der geringen Länge von lediglich 3,7 Metern alles andere als winzig. © Erich Reismann

3 Auch von hinten schaut der neue Dacia alles andere als fad aus. Der Kofferraumdeckel ist auffallend mühsam zu öffnen. © Erich Reismann

Wer bin ich?

Der in China gebaute, nur 3,7 Meter lange Kleinstwagen mit der Optik eines Mini-SUV ist deutlich günstiger als seine ebenfalls vollelektrischen Mitbewerber Renault Twingo, VW e-up!, Fiat 500 oder Smart Forfour.

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Die rumänische Diskont-Tochter Dacia verkauft den Spring als Renault KZE in China schon länger.

Innere Werte

Die verbauten Materialien im Innenraum sind zwar durchgängig aus Hartplastik, die Ver­arbeitungsqualität ist aber okay. Die Bedienung ist mehr als einfach, in der getesteten Variante ist sogar ein Navi serienmäßig.

Nachteil: Die Sitzposition ist aufgrund der fehlenden Lenkradverstellung und einem nicht in der Höhe verstellbarem Fahrersitz alles andere als ideal. 

Die klein dimensionierten Sitze sind für kurze Strecken passabel. Auffällig: die schlechte Sicht nach hinten. Das Platzangebot vorne ist erstaunlich gut, auf der Rückbank des Viersitzers wird's aber eng. Sinnvoll nutzbarer Kofferraum. Nur im Ganzen vorklappbar: die Rücksitzlehne.        

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Das optisch rustikale Cockpit ist sehr einfach zu bedienen. In der "Comfort Plus"-Ausstattung, der besseren von zwei Varianten, sind Einparkhilfe hinten, Rückfahrkamera, Navigation und eine Smartphone-Integration für Apple Carplay und Android Auto serienmäßig.
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Im Gegensatz zu den vorderen Plätzen haben Insassen auf der Rückbank wenig Raum für Beine und Kopf. Außerdem bieten die Sitze so gut wie keinen Halt.
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Der gut nutzbare Kofferraum ist ausreichend groß für den Wochenendeinkauf.

In Bewegung

Der 33 kW starke E-Motor ist für den Stadtbetrieb spritzig genug, über Land wird's zäh. Das Fahrwerk gibt Fahrbahnunebenheiten ungefiltert an die Insassen weiter.

Gewöhnungsbedürftig: die indirekte Lenkung ohne jeg­liche Rückstellkräfte. Nicht überzeugend: die schwache Bremsleistung. Der Verbrauch von 16,7 kWh pro hundert Kilometer ist akzeptabel, die Reichweite von 180 Kilometer auch brauchbar. Optional gibt’s einen 30-kW-Schnelllader.

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Im Gegensatz zu größeren Elektro-SUV, die locker zwei Tonnen auf die Waage bringen, wiegt der Spring nur rund 1.000 Kilogramm.
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Gegen Aufpreis gibt's eine maximale Ladeleistung von 30 kW.

Preis & Wert

Der Spring hat etliche Schwächen, für kleines Geld bekommt man aber ein solides E-Auto mit Renault-Technik für die Stadt. Gute Ausstattung in der "Comfort Plus"-Version.

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Tückisch

Der Dacia Spring ist zweifellos ein quirliger City-Stromer zum Spar-Tarif. Bei manchen Details geht die Sparsam­keit aber eindeutig zu weit. Dacia verzichtet beim Spring nämlich auf eine Parkposition beim Drehschalter zur Wahl der Fahrstufen. Und so hilft gegen Wegrollen nur ein kräftiges Anziehen des Hebels der guten alten Seilzug-Handbremse.

Vergisst man das, wie beim Fototermin passiert, hilft nur noch ein beherzter Hechtsprung zurück ins Auto, um eine Kollision des Dacia mit dem davor stehenden Fotografen zu verhindern.

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Drehschalter zur Wahl der Fahrstufen. Eine klassische Parkposition fehlt beim Spring.

Technische Daten

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Crashtest

Die Ergebnisse aller Testkriterien sind auf unterdurchschnittlichem Niveau. ÖAMTC-Crashtest-Experte Max Lang: "Potenziell drohen erwachsenen Insassen in mehreren Szenarien schwerste Verletzungen: Beim Frontalcrash gegen ein anderes Fahrzeug oder einem Seitenaufprall kann es auf dem Platz hinter dem Steuer sehr gefährlich werden, sitzt man hinten, kann es beim Frontalaufprall zu schwersten Kopfverletzungen, beim Aufprall von hinten zu lebensgefährlichen Verletzungen an der Halswirbelsäule kommen."

Der Dacia Spring ist serienmäßig zumindest mit einem automatischen Notbremssystem ausgestattet, das auf Autos reagiert und in den meisten Testszenarien auch adäquat funktioniert. Weitere Assistenten, beispielsweise Unterstützung beim Spurhalten, sucht man allerdings vergeblich. 

Der Notbremsassistent hat keine Erkennung ungeschützter Verkehrsteilnehmer (Radfahrer oder Fußgänger), kein aktives Spurhaltesystem, nur einen manuellen Geschwindigkeitsbegrenzer und keine Fahreraufmerksamkeitserkennung. Ein e-Call-Notrufsystem ist serienmäßig an Bord, eine Multikollisionsbremse besitzt der Spring nicht. Weitere Crashtest-Ergebnisse auch unter www.oeamtc.at.

Dacia Spring Crashtest_CMS neu.jpg Euro NCAP © Euro NCAP
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