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November 2019

L.A. Auto Show 2019

Elektroantrieb, Heckklappe, coupéhafte Silhouette: Ähnlichkeiten und Unterschiede der Neuheiten auf der diesjährigen Los Angeles Auto Show.

Es heißt nicht zufällig Auto-"Show" in Los Angeles. Beim Eröffnungsevent staksen als Bäume verkleidete Akrobaten auf Stelzen herum, die Kellner/-innen tragen ein Wald-Outfit samt Blätter-Make-up, an jedem Stand ist von "green technology" die Rede.

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IMG_2961_CMS.jpg  Peter Pisecker © Peter Pisecker
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IMG_2966_CMS.jpg  Peter Pisecker © Peter Pisecker

Ford hat schon im Vorfeld den Vogel abgeschossen und ein Auto vorgestellt, das die Top-Manager auf der Bühne bei der Präsentation durchwegs "Maki" nennen – so wie die Sushi-Röllchen –, das sich aber "Mach-E" schreibt und mit vollem Namen Ford Mustang Mach-E heißt.

Bei Ford tun sie unbeirrt so, als sei das eine neue Art von Sportwagen und nicht einfach ein vollelektrisches SUV, das sich, unschwer zu erkennen, dem Tesla Model Y entgegenstellen soll. Bei Mustang-Fans kommt das eher nicht so gut an, spontan verbreiteten sich die Hashtags #NotAMustang and #StopCallingItAMustang auf Twitter.

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Vor der L.A. Auto Show hat Ford als Appetitanreger diese vielversprechende Illustration ausgesandt. Auf dem Autosalon dann…
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… konnte man sie mit der Silhouette des fertigen Autos vergleichen. Wirkte irgendwie nicht ganz so Mustang-haft.

An Tesla muss man auch denken, wenn man den Innenraum des Mustang Mach-E sieht: Statt herkömmlicher Instrumente finden sich ein niedriges, breites Display hinter dem Lenkrad und ein 15,5 Zoll (39,4 Zentimeter) großer Bildschirm im Hochformat in der Mitte des Cockpits.

Außen fällt vor allem das Fehlen von Türgriffen auf, aber irgendwie muss man die Türen ja aufbekommen. Wir werden's 2020 in einem Test herausfinden. An den Ford Mustang erinnern noch am ehesten Frontansicht und Hecklichter.

Einige Daten des Mustang Mach-E: Länge 4,7 Meter, Höhe 1,6 Meter, Kofferraumvolumen hinten 402–1420 Liter, vorne weitere 100 Liter, Anhängelast 750 kg.

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1 Anderswo würde man dieses Auto SUV-Coupé nennen. Oder Sportback (siehe weiter unten). Nicht ganz das, was sich Mustang-Fans erwartet haben, seit Ford begonnen hatte, einen "Mustang-inspirierten" vollelektrischen Performance-SUV anzukündigen.  © Peter Pisecker

2 Es hilft nichts, die Mustang-Assoziation erscheint etwas krampfhaft hervorgerufen. Ford hätte das Auto auch nur Mach-E nennen können, aber dann hätten diese Rückleuchten eventuell keinen Sinn ergeben. © Peter Pisecker

3 Innen drin erscheint alles neu und ungewohnt. Es sei denn, man wäre schon einmal in einem Tesla gesessen. © Ford

Ende 2020 wird die "First Edition" ausgeliefert werden, mit 98,8-kWh-Batterie und 540 km Reichweite. Zwei Elektromotoren vorn und hinten, Systemleistung 338 PS, maximales Drehmoment 581 Nm.

2021 folgen dann Varianten mit weniger Batteriekapazität (75,7 kWh), weniger Reichweite (420 km), weniger Leistung (258 PS) und auch nur mit Hinterradantrieb.

Audi zeigt in L.A. als nächste Ausbaustufe des elektrischen e-tron eine 4,9 Meter lange Coupé-Variante namens Audi e-tron Sportback. Das zweite elektrisch angetriebene SUV von Audi kommt im Frühling 2020 auf die Straße, der Hersteller verspricht 300 kW Leistung (408 PS) und bis zu 446 Kilometer Reichweite nach WLTP.

DSC_0043_CMS.jpg Peter Pisecker © Peter Pisecker

Der Dritte im Bunde der in L.A. vorgestellten neuen elektrisch angetriebenen Hecklappen-Mobile heißt VW ID. Space Vizzion. Er lässt vor allem durch seinen niedrigen cW-Wert von 0,24 aufhorchen. Volkswagen spricht von einem neuen Fahrzeugsegment zwischen Gran Turismo und SUV – beides erschließt sich nicht wirklich, wenn man das Auto in natura sieht. Der ID. Space Vizzion wirkt vielmehr einfach wie eine moderne Interpretation des VW Passat.

Systemleistung bis 250 kW, Batteriekapazität 82 kWh, Reichweite bis zu 590 Kilometer (WLTP) sind die technischen Eckdaten. Die Serienversion des Mittelklassemodells ist für Ende 2021 angekündigt – als Limousine und Variant.

BMW widersteht dem Trend zum Elektro-SUV und zeigt in Los Angeles neben einigen PS-Athleten (M2 CS, X5 M, X6 M, M8 Competition) eine neue kleine Sportlimousine, das 2er Gran Coupé. Eigentlich ist es eine kleine viertürige Stufenhecklimousine mit einem 430-Liter-Kofferraum. Rahmenlose Seitenscheiben und eine flache Dachlinie sorgen für ein sportlicheres Auftreten. Technische Basis ist der neue frontgetriebene 1er-BMW.

DSC_0057_CMS.jpg  Peter Pisecker © Peter Pisecker
P90370540-highRes_CMS.jpg  BMW © BMW
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And now for something completely different…

Erfrischend, dass immer wieder auch Fahrzeuge auf der L.A. Auto Show zu sehen sind, bei denen man zweimal hinschauen muss, um zu glauben, was man da sieht. (Übrigens: NICHT der Tesla Cybertruck. Den haben Elon Musk und Designchef Franz von Holzhausen abseits der Auto Show im Tesla-eigenen Design Center vorgestellt.)

DSC_0007_CMS.jpg Peter Pisecker © Peter Pisecker

Die amerikanische Firma Bollinger Motors bringt mit dem B1 und dem B2 ab 2020 zwei gewaltige Geländewagen auf den amerikanischen Markt, deren konsequent kantiger Stil bei seinem Anblick die eine oder andere Träne von Fans des klassischen Land Rover trocknen könnte. Wie dieser sind die Bollinger-Kisten überwiegend aus Aluminium gefertigt, jedoch elektrisch angetrieben.

Der B1 erinnert an den früheren Land Rover Defender 110 mit langem Radstand, der B2 ist die noch längere Pick-up-Variante. Jedes der 2,3 Tonnen schweren Gefährte wird von zwei E-Motoren angetrieben, die gemeinsam über 600 PS leisten, und hat eine 120-kWh-Batterie, die eine Reichweite von mehr als 300 Kilometern verspricht.

Besonderheit: Vom vorderen Kofferraum, der sich unter der kantigen vorderen Haube versteckt, können lange Gegenstände bis zur Heckklappe durchgeladen werden. Preis: 125.000 Dollar, an einen Export ist vorerst nicht gedacht.

Weitere Infos sind hier zu finden.

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Ho ho ho…

Dodge wünscht Frohe Weihnachten.

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