Ford Mustang_0866_Zahradnik_CMS.jpg  © Markus Zahradnik
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August 2015

Bullitt goes East

Seit dem Jahr 1964 gilt der Ford Mustang als höchst emotionales Auto. Um der Faszination näherzukommen, sind wir ein Fastback-Modell der ersten Serie gefahren – und haben den neuen Mustang auch gleich ausprobiert. 

Der Ford Mustang ist nicht nur jenseits des großen Teichs eine Ikone. Kaum zu glauben, dass es dieses Jahr schon über 50 Jahre her ist, dass die ersten Mustangs von den Fließbändern galoppierten. Aber jetzt erst, 2015, hat Ford sich entschlossen, den Mustang offiziell in Europa einzuführen. Alle bisherigen Modellgenerationen kamen auf verschlungenen Wegen zu uns, durch Händler- oder Eigenimporte, wurden aber nie zuvor vom Generalimporteur der Marke selbst ins Angebot genommen. Eigentlich schade – wer weiß, welches Geschäft ihm da jahrzehntelang entgangen ist.

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Wenn die neue, mittlerweile sechste Generation des "Stang" heuer noch erstmals offiziell nach Europa kommt (als Cabrio und Coupé), zieht auch gleich moderne Technik ein. Nach mehr als 50 Jahren gibt es nun endlich eine Einzelradaufhängung – aber auch eine elektromechanische Lenkung. Hardcore-Fans werden wohl zum böse klingenden Fünfliter-V8 mit 421 PS greifen. Aber: Da wäre auch noch ein 317 PS starker Turbo-Vierzylinder (!) im Angebot, der seine Sache (trotz Fan-Befürchtungen) vorzüglich macht – wie ohnehin das gesamte Auto, das seinen Muscle-Car-Kollegen (Camaro, Challenger) in punkto Handling haushoch überlegen ist. Explizit hinreißend: die ultraknackige Handschaltung. Die Preise für den neuen Mustang starten ab 44.400 Euro (2,3-Liter-Vierzylinder), den Fünfliter-V8 gibt‘s ab 56.500 Euro. Die offene Version "Convertible" kostet jeweils fünf Tausender mehr.

Abseits von Kult und Fahrspaß gibt es im neuen Mustang aber noch eine andere Neuheit. Er ist die weltweit erste Baureihe, bei der der Knie-Airbag für den Beifahrer nicht im Armaturenträger, sondern im Handschuhfach untergebracht ist – genauer: im Verschlussdeckel des Handschuhfachs. Großer Vorteil: mehr Platz für die Beine. Eine innovativ geformte Kunststoff-Konstruktion anstelle eines herkömmlichen Textilgewebes wird dabei platzsparend im Handschuhfachdeckel untergebracht. Der Airbag ist deutlich kleiner als ein konventioneller Knie-Airbag, bietet aber dennoch einen vergleichbaren Schutz. Insgesamt verfügt der neue Mustang, einschließlich des Beifahrer-Knie-Airbags, serienmäßig über acht Airbags. 

Mustang als Leinwandheld

Autos spielen in Filmen häufig eine tragende Rolle, in machen sogar die Hauptrolle. Dank seines Kultstatus erfreut sich der Mustang seit 50 Jahren einer Karriere als Leinwandstar und wirkt in vielen Spielfilmen mit. In Kino und Fernsehen verzeichnete er bislang über 3.200 Auftritte. Der Ford Mustang zeigt Muskeln – und wurde durch einige der spektakulärsten Auto-Verfolgungsjagden der Filmgeschichte zu einer echten Ikone. Schon die Produzenten des James Bond-Blockbusters "Goldfinger" nutzten 1965 ein weißes Mustang-Cabrio für ihren Kassenschlager, später wirkte ein Mustang auch in "Diamantenfieber" mit. Im Film "Vanilla Sky" fuhr Tom Cruise einen 1967er Fastback. Doch in die Herzen der Filmfans spielte sich der Mustang im vielleicht bekanntesten Autofilm: "Bullit". Legendär ist die über zehnminütige Verfolgungsjagd durch San Francisco von Lieutenant Frank Bullitt (gespielt von Steve McQueen) in seinem Ford Mustang GT gegen einen Dodge Charger.

Selbst in der Musikwelt hat der Ford Mustang seine Spuren hinterlassen. 1966 nahm Chuck Berry den Song"My Mustang Ford"auf. Er singt von einem kirschroten 66er Mustang. 1966 setzte Wilson Pickett mit dem Lied"Mustang Sally"dem Auto ein akustisches Denkmal. Der Song wurde unzählige Male gecovert.

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