Startbild von Rennsport
© Nacon/Bigben
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März 2026

Rennsport im Test: Wirklich so schwach?

Eine neue Simulation mit Startschwierigkeiten: Rennsport hat zum Release kräftig Kritik einstecken müssen – doch sind die negativen Bewertungen heute noch gerechtfertigt? Wir haben einen Blick in die Simulation geworfen und nach ihren Stärken gesucht.

Rennsport ist eine Simulation, die besonders mit Konsolenpräsenz, den Crossplay-Möglichkeiten und dem umfangreichen Online-Modus glänzt. Das heißt, egal ob PC, PlayStation oder Xbox – gemeinsames Spielen ist möglich und online gibt es immer Rennen zu erleben. Besonders der Community-Aufbau inklusive eigens erstellter Community-Strecken wurde von den Entwicklern bei Vorab-Präsentationen betont, da dies Rennsport aus anderen Simulationen heraushebt. Oder zumindest sollte es so sein – der Erfolg des Spiels will sich aber auch nach Monaten nicht einstellen.

Jetzt reagiert Rennsport mit dem Versprechen von neuen Inhalten, einem geplanten Fokus auf den Einzelspieler-Modus und einer drastischen Senkung des Preises. Aber retten diese Maßnahmen die Simulation? Wir haben getestet, was das Spiel momentan bietet.

Screenshot aus Rennsport. Man sieht GT3 Fahrzeuge von hinten. © Nacon/Bigben
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Screenshot aus dem Spiel Rennsport.

Factbox

Erscheinungsdatum: 13. November 2025

Plattform: PlayStation 5, Xbox Series, PC

Preis: € 20–50

Infos zum Spiel

1. Das kann Rennsport

  • Schnelle Sessions: Hier kann ein persönliches Rennerlebnis (ein kurzes Rennen oder ganzes Rennwochenende) gestaltet werden.
  • Meisterschaften: Einzelspieler-Karriere, in dem mehrere verknüpfte Rennserien mit KI gefahren und Punkte gesammelt werden, um über verschiedene Stufen (Rookie bis Pro) aufzusteigen.
  • Zeitrennen
  • Online-Rennen: Online bietet das Spiel klassische Multiplayer-Rennen mit anderen Spielerinnen und Spielern, geplante Online-Events und Meisterschaften sowie kürzere, eher lockere Casual-Rennen.

Wie spielt es sich?

1. Das Fahrgefühl

Die größte Stärke von Rennsport ist ganz klar das Fahrgefühl. Die Autos reagieren nachvollziehbar, realistisch und sind trotzdem zugänglich genug, dass Spielende auch bei starken Autos nie das Gefühl völliger Kontrolllosigkeit haben. Jedes Auto fährt sich ganz individuell und sieht auch meistens gut aus. In Rennsport lässt sich also ganz wunderbar die eigene Bestzeit suchen und wer einfach eine Simulation will und keine riesige Auswahl braucht, kann mit dem Racer viel Spaß haben. Durch die Preisanpassung ist das Preis-Leistungs-Verhältnis nun auch angemessener, sodass Rennsport sich als Spiel für Sim-Fans durchaus blicken lassen darf.

Die KI wurde vielfach kritisiert und ist auch bei unserem Test negativ ausgefallen. Ständig gibt es Crashs, die Autos stehen plötzlich quer über der Straße und mehrfach wurde ich einfach von der Strecke geschoben. Zusammengefasst wirkt die KI chaotisch bis aggressiv, was etwas anstrengend war. Leider gibt es keine Möglichkeit, ein Aggressionslevel oder einen Schwierigkeitsgrad einzustellen. Die Entwickler haben jedoch bereits Verbesserungen angekündigt, die das Einzelspieler-Erlebnis künftig angenehmer gestalten sollen.

2. Online gut, aber einsam

Rennsport legt seinen Fokus klar auf die Online-Spielwelt. Sowohl kurze Sessions als auch ganze Wettbewerbe lassen sich mit Spieler:innen aus aller Welt und auf allen Plattformen bestreiten – nur sind die Lobbys leider oft erschreckend leer. Meine Tests fanden zwar meist untertags und nicht zur Prime Time statt, aber wenn man mit Mühe und Not gerade einmal zwei Mitspielende findet und einer davon vor dem Start noch abspringt, ist das wenig motivierend.
Immerhin überzeugt der Wettbewerbsmodus durch Benutzerfreundlichkeit: Spielende können sich für einzelne Events registrieren und bis zum Startzeitpunkt ein paar Runden offline drehen. Kurz vor dem Rennen erinnert das Spiel per Hinweis, und mit nur einem Knopfdruck lässt sich direkt in den Online-Modus – sogar mitten im Rennen – wechseln.

3. Offline bisschen wenig Auswahl

Nach ein paar gescheiterten Versuchen, online ein vernünftiges Rennen zusammenzubekommen, bleibt nur noch der Offline-Modus – und der verschenkt Potenzial. Klar, wir haben es mit einer Simulation zu tun, da haben Story-Modi und Co. nicht unbedingt etwas verloren. Wer also rein für hartes Sim Racing da ist, besonders mit GT3-Autos, kann aus Rennsport wohl einiges herausholen.
Die gerade einmal 19 Autos lassen allerdings noch deutlich Luft nach oben. Sie sind zudem kaum individuell anpassbar, und wer neue Lackierungen will, muss extra Geld ausgeben. Das kam nicht gut an, vor allem zu Beginn, als Rennsport nur zum Vollpreis von 70 Euro erhältlich war.
Immerhin: Bei den Inhalten soll es bald Nachschub geben, und seit der Preisanpassung hat Rennsport zumindest finanziell ein Argument auf seiner Seite. Erst im Februar wurde ein neues Paket mit klassischen Endurance-Fahrzeugen und der passenden 24-Stunden-Le-Mans-Strecke angekündigt. Zudem betont Creative Director Kim Orrenmark, dass man das Einzelspieler-Erlebnis vertiefen und das Verhalten der KI verbessern möchte.

Die Autos

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4. Optik nur OK

Die Strecken sehen gut aus, und auch die Autos machen grundsätzlich eine ordentliche Figur – solange man nicht zu genau hinschaut. Im Rückspiegel wirkt vieles jedoch verzerrt bis verpixelt, und in einem Online-Rennen musste ich damit leben, dass mein Vordermann eher über die Kurven hüpfte, als sie sauber zu durchfahren. Die leeren Tribünen bewahren das Spiel zwar vor grotesk hüpfenden Figuren, lassen die Strecken insgesamt aber auch etwas leblos wirken.
Die Nachtrennen sind angenehm dunkel inszeniert, doch abseits der Tageszeit gibt es keine Wetteranpassungen. Regenrennen gehören also derzeit nicht zur Simulation.

Fazit

Das Hauptproblem von Rennsport ist meiner Meinung nach weder das Fahrgefühl noch der dünne Einzelspieler. Ein Stück weit hängt aber beides zusammen – denn was Rennsport zu einem bislang erfolglosen Racer macht, ist das fehlende Alleinstellungsmerkmal.
Ja, die Autos fahren sich gut, und das Spiel liefert eine solide Basis für leidenschaftliche Sim-Racer. Nur genau das bieten iRacing und Assetto Corsa ebenfalls, und zwar mit ausgereifteren Umsetzungen und deutlich mehr Auswahl.
Es gibt genug harte Simulationen. Rennsport reiht sich ins bestehende Angebot ein, ohne etwas wirklich Neues oder Eigenständiges zu setzen.

Dazu kommt der kleinere Fuhrpark und weniger Strecken. Bleiben dann auch noch die Online-Lobbys leer, stellt sich umso mehr die Frage, warum Rennspiel-Fans ausgerechnet hier einsteigen sollten.
Die angekündigten Updates machen Hoffnung, und es ist gut vorstellbar, dass Rennsport in einem Jahr ein rundes, solides Rennspiel sein kann. Die offene Frage ist, ob bis dahin das Interesse nicht schon so weit abgeflacht ist, dass aus diesem Fundament kein echter Erfolgstitel mehr wird.

Pros:

  • Schönes Fahrgefühl
  • Simple Menüführung
  • Viele Onlinerennen mit leichtem Einstieg
  • Crossplay

Cons:

  • Wenige Autos und Strecken
  • Offline eher zäh
  • Kein einstellbarer Schwierigkeitsgrad bei der KI
  • Generell KI Probleme

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