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Juli 2022

Maverick im Autokino

Wir verbringen einen Abend vor einer riesigen Leinwand in Groß-Enzersdorf – und schauen uns aus einem Elektroauto den erfolgreichsten Hollywood-Blockbuster des Jahres an. 

Neun Jahre alt war ich 1986 und eigentlich viel zu jung, um "Top Gun" offiziell im Kino ansehen zu dürfen. Immerhin war der Film damals ja erst "ab 12".

Meine unschlagbaren Vorteile aber: Bei uns im oberösterreichischen Landkino wurden die verheißungsvollen Filmrollen meist erst knapp ein Jahr später in den Projektor gespannt – ich war also 1987 dann altersmäßig eh schon "zweistellig".

Außerdem: Ich hielt beim Kartenverkauf im verrauchten und mit roten Samtvorhängen ausgekleideten Kino-Foyer die Hand meines Papas – und der hat schließlich immer alles geregelt.

Und tatsächlich: Wir bekamen tolle Karten in der aufsteigenden letzten Reihe ganz oben, und nachdem mein Papa wie üblich (wir waren vorher gemeinsam immer nur in Alters-adäquateren "Asterix"-Vorstellungen) uns zwei Packerl "Sportgummi" gekauft hatte, nahmen wir im dunklen Saal Platz.

Vorhang auf, die "Top Gun"-Titelmelodie ertönte – und es ward (bis heute) um mich geschehen, was diesen Film, den Soundtrack, die Fliegerei und das ganze Drumherum betrifft (später dann nachzulesen hier, hier, hier oder hier).

Jedenfalls: Ein lebensverändernder Moment für einen kleinen Mann, der kurz vor dem Sprung in Richtung Teenager-Zeit stand.

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Ausbilder: Das Ende kommt unausweichlich, Maverick. Ihre Art wird aussterben.
Maverick: Mag sein, Sir. Aber nicht heute.

Tom Cruise als Lt. Pete "Maverick" Mitchell in Top Gun (1986)

Blende ins Jahr 2022

Der kleine Bub von damals ist mittlerweile erwachsen und Redakteur beim auto touring. Was sich in meinem Kopf aber nie geändert hat, ist die kompromisslos-naive Liebe zu diesem Film. Ich habe ihn – sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch – über die Jahre mindestens 100-mal gesehen und kann jede Filmszene in beiden Sprachen auswendig simultan mitreden.

Fans können sich also vorstellen, wie verunsichert ich war, als es vor ein paar Jahren hieß, dass es einen "Teil 2" geben würde. Denn: Sowas geht in den meisten Fällen komplett schief und zerstört den Mythos…

Trailer: "Top Gun: Maverick"

Treffen der Generationen

Ich habe nun selbst einen 11-jährigen Sohn. Sprich: Die "Top Gun"-Neuauflage könnte für mich eine Art Wiederholung meiner eigenen Geschichte sein, dachte ich. Jetzt bin ich nämlich der Papa, der seinen Sohn neben sich sitzen hat und genüsslich beobachten kann, wie er schwitzt und rote Wangen bekommt, wenn sich auf der Leinwand zwei Menschen küssen (bei der diskussionslos besten "Liebesszene" der Achtziger…).

Außerdem: Weil meine kleine Familie in Sachen Covid seit Beginn an sehr vorsichtig ist, haben wir für uns etwas neu entdeckt, das nun schon seit mehreren Monaten zu einem höchst vergnüglichen Fixpunkt wurde: das Autokino.

Für diese Reportage haben wir deshalb ganz bewusst "Top Gun: Maverick" ausgesucht – und würden gerne zeigen, wie unkompliziert und toll das funktioniert…

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Redakteur Christoph "Maverick" Löger vor der Leinwand. Im Hintergund: ein MG Marvel R Electric.

Willkommen im Autokino!

Der Einlass ins Autokino Groß-Enzersdorf (Niederösterreich) ist denkbar einfach: Online Tickets kaufen, hinfahren, kurz vor der Einlasszeit vorm Schranken anstellen, fertig.

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1 Wir kommen heute – ganz bewusst – mit dem Elektroauto, einem MG Marvel R. Mehr dazu später… © markuszahradnik.com

2 Ticketinhaber erhalten direkt beim Schranken gleich ein Sackerl mit frischem Popcorn und Getränken ins Cockpit gereicht. Nach mehreren Besuchen bisher darf ich versichern: Soviel (echte) Freundlichkeit eines jungen Teams habe ich bisher selten erlebt.  © markuszahradnik.com

3 Auf dem weitläufigen Gelände gibt es mehrere Leinwände. Sie stören einander nicht, selbst wenn drei Filme gleichzeitig laufen. Orientierung? Kein Problem – das Leit-System ist absolut unmissverständlich beschildert. Wir biegen jetzt einmal in Richtung "Top Gun" ab…    © markuszahradnik.com

Vorteil Elektroauto

Während die Zuseher/-innen in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ihre Autos (und damit ihre Klimaanlagen) während des Films abdrehen müssen, haben wir's bei nächtlicher Sommerhitze gut.

Denn: Ich schalte den elektrischen MG einfach in den Park-Modus. Das bedeutet: Alle jetzt wichtigen Bord-Aggregate wie Klimaanlage, Radio etc. laufen zwar weiter, verbrauchen im Stillstand aber kaum Strom. Am Ende des zweistündigen Films wird die Reichweite des MG nur drei Kilometer weniger anzeigen…

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1 24 Grad am Abend. Klingt wenig, fühlt sich aber heute sehr schwül an. Wir stellen – für jeden Sitzplatz – die individuell angenehmste Temperatur samt persönlich präferiertem Luftstrahl ein.  © markuszahradnik.com

2 Vorteil gegenüber dem "echten" Kino: Mühsames Rascheln von fremden Chips-Packerln und ungewollt lautes Geplänkel ("Du, ich kann jetzt nicht, ich bin im Kino") entfallen. Stattdessen sorgt (in unserem Fall) ein Bose-Surround-System dafür, dass die F-18-Flieger im Film akustisch aus dem Kofferraum kommen und dann in Richtung C-Säule donnern.  © markuszahradnik.com

3 Lustig zwischendurch: Unser MG Marvel R Electric stammt aus chinesischer Produktion und wird die Redaktion nun einige Monate begleiten. Spannend bei der ersten Begegnung: der prominente "Regen"-Kippschalter in der Mittelkonsole. Der sorgt allerdings nicht auf Knopfdruck für (derzeit dringend benötigte) Wolkenbrüche, sondern steht für "Regeneration" – also den Grad der Rekuperation des E-Motors. Sprich: Je höher die Stufe, desto mehr Strom speist der Motor beim Verzögern in den Akku zurück.  © markuszahradnik.com

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Kontaktlos

Wenn das erste "Willkommen"-Sackerl mit Popcorn und Getränken nicht reicht (und das tut's nie), kann man im Autokino Groß-Enzersdorf (fast) kontaktlos für Nachschub sorgen. So funktioniert's…

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1 Ist das Auto einmal fix vor der Leinwand geparkt, kommt ein/e Mitarbeiter/-in und überreicht ein Kartonschild, auf dem gut ersichtlich der eigene Parkplatz samt QR-Code steht. Das Schild legt man aufs Armaturenbrett. Grund: Während des Films verhalten sich die Angestellten bei ihren Wegen zu den Autos so zurückhaltend wie möglich, um niemandem das Vergnügen zu vermiesen. Und das funktioniert tatsächlich unglaublich gut. © markuszahradnik.com

2 Popcorn-, Getränke- oder Sonstwas-Nachschub? Einfach im Auto in der App bestellen und gleich übers Handy bezahlen. In eigener Sache: Da gibt's auch eine Möglichkeit, kontaktlos Trinkgeld zu geben. Selten sind 20 Prozent so gut angelegt wie bei diesem Team.  © markuszahradnik.com

3 Etwa 5 bis 10 Minuten dauert's, bis die Bestellung direkt zum Autofenster geliefert wird. Und zwar alles eiskalt (Getränke) oder warm (Popcorn, Nachos etc.). © markuszahradnik.com

Info, Programm, Tickets

Das Autokino im niederösterreichischen Groß-Enzersdorf hat nur an Samstagen geöffnet.

Alle Infos zum Programm, Ticket-Kauf etc. finden Sie unter www.autokino.at.

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Abends im Autokino.
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