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Februar 2018

Über? Drüber!

Was haben Audi A8, BMW 7er und Mercedes-Benz S-Klasse gemeinsam? Richtig! Nur Fliegen ist schöner als Reisen in einer der drei Luxus-Limousinen.

Wenn Geld keine Rolle spielt und man das mit dem Autokauf dokumentieren möchte, dann ist man hier genau richtig.

In der Liga der Luxus-Limou­sinen suchen Kunden nach dem perfekten Auto. Aussehen, Image und Wohlfühlfaktor stehen bei der Kaufentscheidung ganz oben auf der Wunschliste. An den drei deutschen Modellen Audi A8, BMW 7er und Mercedes S-Klasse führt in dieser Welt kein Weg vorbei.

Was wir bei unserem Test sofort feststellen: Es ist unglaublich, wie schnell man sich an die Perfektion dieser Fahrzeuge gewöhnt. Und was noch auffällt: Trotz ihrer imposanten Abmessungen mit einer Länge von deutlich über fünf Metern sind alle drei ­Limousinen erstaunlich handlich (auch dank optionaler Allradlenkung wie im Audi A8 oder im BMW 7er). Nachteil: Passende Parkplätze werden naturgemäß zur Mangelware.

Komplett neu präsentiert sich der Audi A8, vor allem im Innenraum blieb kein Stein auf dem anderen. Wir haben ihn mit seinen etablierten Konkurrenten zusammengebracht, dem 7er-BMW und der Mercedes S-Klasse. Allerdings nicht für einen klassischen Vergleichstest wie sonst. Diesmal haben wir uns vier Punkte ­herausgesucht, die bei Luxus-Limousinen entscheidend sind: Komfort, Sicherheit, Antriebsvarianten und Connectivity.

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Nobler Arbeitsplatz

Audi_A8_HEN_3562_CMS.jpg  Heinz Henninger © Heinz Henninger
Große, ergonomisch platzierte Touchscreen-Bildschirme im Audi A8. Die Bedienung ist aufgrund der Vielzahl an Funktionen und zahlreicher Mehrfachbelegungen einzelner Tastenfelder nicht immer einfach.
BMW_7_HEN_3673_CMS.jpg  Heinz Henninger © Heinz Henninger
Im Vergleich zu den beiden anderen Limousinen wirkt das Cockpit des 7er-BMW mittlerweile antiquiert. Immerhin findet man sich aber flott zurecht. Die Materialqualität ist allerdings ebenso hochwertig wie in S-Klasse und A8.  
Mercedes_S_HEN_3600_CMS.jpg  Heinz Henninger © Heinz Henninger
In der Mercedes S-Klasse dominiert das Widescreen-Display. Es stellt alle wesentlichen Funktionen übersichtlich und groß dar. Das Surfen durch die unzähligen Menüs ist kinderleicht. 

Komfortabler geht’s nicht

Wenn es um Komfort geht, macht den drei Limousinen niemand ­etwas vor. Eine Klasse für sich ist allerdings doch der Mercedes. Sein Fahrwerk ist unglaublich geschmeidig, der Zustand der Fahrbahn ­eigentlich egal. Audi und BMW haben mit schlechten Straßen ebenfalls keine Berührungsängste, rollen aber straffer ab.

Luftfederung ist in allen Modellen Serie, Verstellmöglichkeiten zwischen "Komfort" und "Sport" selbstverständlich. Aktivfahrwerke bei Audi (noch nicht erhältlich) und Mercedes erkennen dank Frontkamera Fahrbahnunebenheiten frühzeitig und filtern Erschütterungen nahezu komplett weg, kosten aber extra. Hervorragend: der Sitzkomfort. Auf allen Plätzen kann man sich wärmen, belüften, klimatisieren oder durchkneten (massieren) lassen. Und den Sessel elektrisch in alle Richtungen bewegen sowieso.    

Immer in Verbindung bleiben

"Unser Vorbild war das Smartphone", sagt Audi-A8-Projektleiter Peter Dlab. Neu ist das haptische Feedback bei der Touchscreen-Eingabe (zwei in der Mittelkonsole übereinander verbaute Bildschirme) mit dem Finger, man spürt jetzt einen gewissen Widerstand. Das Dreh-/Drück-Rad und das Touchpad des Vorgängermodells gibt es im A8 übrigens nicht mehr.

Im Cockpit der Mercedes S-Klasse dominiert ein 31,2 Zentimeter großer Widescreen-Bildschirm, ebenfalls in HD-Auflösung. Sämtliche Anzeigen werden übersichtlich dargestellt, im Unterschied zu Audi und BMW gibt es allerdings keine Touchfunktion.

Der 7er-BMW wirkt dagegen fast antiquiert, ein Facelift (noch 2018) soll aber frischen Wind in den Innenraum bringen.      

Bei der Smartphone-Integration setzen sowohl Audi als auch Mercedes-Benz auf Apples Carplay und Android Auto. Das Einrichten funktioniert einfach – telefonieren, eigene ­Musik abspielen oder navigieren ist damit denkbar leicht. Nur BMW verweigert den Einsatz von Googles Android Auto.

Die Multimediasysteme aller drei Limousinen verfügen über Bluetooth-Freisprechanlagen, Sprachbedienung oder WLAN-Hotspot und bieten darüber hinaus auch einen Internetzugang sowie Apps zur Vernetzung von Smartphone und Auto. Optional: TV-Tuner inklusive Pay-TV.

Für jeden Geschmack etwas

Die Modellvielfalt ist groß, ebenso die unzähligen Kombinationsmöglichkeiten. Alle drei Modelle gibt es als Normalversion mit einer Länge von gut fünf Metern oder als "extended version" mit rund 13 Zentimeter längerem Radstand. Das Angebot an Diesel- und Benziner-Triebwerken bei BMW und Mercedes ist umfangreich, nur BMW bietet aktuell mit dem 740e als einziger der drei Hersteller einen Plug-in-Hybridantrieb an (326 PS Systemleistung). Audi hat derzeit nur einen Benziner mit 340 PS und einen Diesel mit 286 PS im Sortiment, weitere Motorvarianten sowie ein Plug-in-Hybrid mit rund 50 Kilometer elektrischer Reichweite folgen noch heuer. Einzelne Varianten bei BMW und Mercedes gibt's übrigens noch mit Hinterradantrieb, bei sämtlichen anderen Versionen werden wie im A8 alle vier Räder angetrieben. Los geht's bei allen drei Herstellern bei rund 100.000 Euro.     

Auf Nummer sicher

Assistenzsysteme erhöhen die Sicherheit in modernen Autos enorm, das Angebot an diversen Helferlein wächst ständig. An Bord haben die drei Limousinen so gut wie alles. Spannend wird’s auf dem Weg zum autonomen Fahren. Aktuell unterstützt die Elektronik nicht nur die Abstandsregelung und Spurführung, alle drei Modelle können im Stau auf der Autobahn selbstständig fahren. Die Hände müssen aber trotzdem am Lenkrad bleiben.

Komplett auf diese Stauassistenten kann man sich dennoch nicht verlassen. Wenn etwa eine Kurve zu eng wird und das System einfach abschaltet. Oder dann, wenn beim Spurwechsel auf der Autobahn von der mittleren auf die erste Spur die Begrenzungslinie zum Pannenstreifen ignoriert wird und – im Fall des Audi – das Auto einfach weiter nach rechts steuert.

Fein im A8 dafür: die Ausstiegswarnung. Diese erkennt von hinten heranfahrende Autos, warnt mittels LED und verzögert die Türöffnung. Funktioniert perfekt. Neu auch: Droht ein Seitenaufprall mit mehr als 25 km/h, hebt das Aktivfahrwerk die Karosserie blitzschnell um bis zu acht Zentimeter. Die Belastung der Insassen beim Crash soll das um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Luxusklasse_HEN_3547_CMS.jpg Heinz Henninger
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