Ein rotes Lawinengefahr-Schild, man sieht eine weiße Hand, die "Halt" signalisiert. Dahinter sind die Berge zu sehen.
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März 2026

Lawinengefahr in Österreich: So bleiben Wintersportler sicher unterwegs

Wintersport in Österreich bietet traumhafte Erlebnisse – gleichzeitig gehören Lawinen zu den größten Gefahren im Gebirge. Wer Ski fährt, snowboardet, tourengeht oder im Winter wandert, sollte die wichtigsten Informationsquellen kennen und einige Grundregeln beachten.

In der Saison 2025/26 gab es bereits 26 Lawinentote. Schon jetzt sind es deutlich mehr als in der gesamten Wintersaison des Vorjahres – es starben acht Menschen. Aber wie kann ich mich vor Lawinen schützen und wie verhalte ich mich im absoluten Notfall?

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Wo bekomme ich zuverlässige Lawineninfos?

  • Lawinenwarndienste der Bundesländer
    Über Portale wie lawine.at bzw. lawinen.at sind die regionalen Lawinenwarndienste von Tirol, Salzburg, Steiermark, Oberösterreich und weiteren Bundesländern erreichbar. Dort gibt es tägliche Lageberichte mit Gefahrenstufe, typischen Lawinenproblemen und kritischen Hangexpositionen.
  • Alpenverein
    Der Österreichische Alpenverein stellt auf seinen Websites Lawinenlageberichte, Hintergrundinfos und Tools zur Tourenplanung bereit. Besonders hilfreich: Karten mit eingezeichneter Lawinengefahr und Hinweise zur Einschätzung der Hangneigung.
  • Offizielle Stellen des Bundes
    Auf oesterreich.gv.at finden Wintersportler eine verständliche Erklärung der europäischen Lawinenwarnskala mit fünf Stufen sowie Informationen zu Zuständigkeiten und behördlichen Warnungen.
  • Europäische Übersicht
    Die Plattform der europäischen Lawinenwarndienste (EAWS) bündelt Informationen aus mehreren Ländern – praktisch für grenzüberschreitende Touren in den Alpenraum.

Was empfiehlt die Bergrettung?

Der Österreichische Bergrettungsdienst gibt folgende Handlungsempfehlungen für Wintersportler:

  • Sorgfältige Tourenplanung
    Lawinenlagebericht, Wetter und Windentwicklung gehören vor jeder Tour auf die Checkliste. Routen sollten defensiv geplant werden – mit Alternativen und klaren Punkten, an denen man im Zweifel umdreht.
  • Nie alleine unterwegs
    Touren sollten nur in kleinen Gruppen stattfinden. Wichtig: Jemand zu Hause sollte wissen, wohin die Gruppe geht und wann sie zurück sein will.
  • Pflichtausrüstung im freien Gelände
    Zur Standardausrüstung zählen Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Sonde, Schaufel, Handy, Erste-Hilfe-Set, Biwaksack und ausreichender Kälteschutz. Für Skifahrer kommen Helm und – wenn möglich – ein Lawinenairbag hinzu.
  • Richtig handeln im Notfall
    Kommt es zu einem Lawinenunfall, gilt: Verschwindepunkt merken, Lawinenkegel beobachten, sofort mit der Suche beginnen und so früh wie möglich den Notruf (140 – Bergrettung) absetzen. Jede Minute zählt, die Überlebenschancen sinken nach etwa 10 Minuten stark.
  • Selbstschutz in der Lawine
    Wer mitgerissen wird, soll sich aktiv wehren, mit "Schwimmbewegungen" versuchen, an die Oberfläche zu kommen und kurz vor dem Stillstand Arme vor Gesicht und Brust nehmen, um eine Atemhöhle zu schaffen.
  • Erste Hilfe durch Begleiter
    Unverschüttete müssen rasch suchen, Verschüttete freilegen, Atemwege freimachen, Atmung und Kreislauf kontrollieren und das Opfer bestmöglich vor Auskühlung schützen, bis professionelle Hilfe eintrifft.

    Ein verantwortungsvoller Umgang mit Lawinengefahr beginnt nicht am Hang, sondern bereits bei der Planung zu Hause. Wer aktuelle Informationen nutzt, Warnungen ernst nimmt und die Empfehlungen der Bergrettung befolgt, kann das Risiko deutlich reduzieren und den Wintersport in Österreich sicherer genießen.

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