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Juni 2016

Schwelle? Welche Schwelle?

Schweben wie auf Wolke sieben, das verspricht Mercedes-Benz mit seiner "Magic Body Control". Die soll Bodenunebenheiten einfach wegbügeln. Der auto touring hat sich angesehen, wie und ob das funktioniert.

Man kann der S-Klasse viel nachsagen, aber sicherlich nicht, dass sie ein unkomfortables Fahrwerk hätte. Schon die "Basis"-Version hält fast alle Bodenunebenheiten von den Insassen fern. Wem das "fast" nicht reicht, kann in der Aufpreisliste die Position "Magic Body Control" ankreuzen. Zauberei ist es nicht, was man dafür bekommt, aber Hightech auf höchstem Niveau.

Was verspricht die Magic Body Control? Mit Hilfe einer Stereokamera in der Windschutzscheibe wird die Fahrbahn vor dem Fahrzeug laufend gescannt, und bei Bodenunebenheiten stellen sich die aktive Federung und die in Sekundenbruchteilen einstellbaren Dämpfer auf die Löcher, Wellen und Schwellen ein, die da kommen. Und zwar jedes einzelne Rad unabhängig von den anderen.

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1 Mercedes-Benz S-Klasse, der Inbegriff einer Luxus-Limousine. Es wird viel geboten, allerdings hat das auch seinen Preis.  © Heinz Henninger

2 Die Preisliste beginnt bei 87.300 Euro für den S 300h. © Heinz Henninger

3 Magic Body Control kostet Aufpreis. Allerdings gibt es sie nicht für die "Basis"-Modelle. Man muss schon mindestens zum S 500 greifen, zum Grundpreis von 126.250,–. © Heinz Henninger

Wie das in der Praxis funktioniert, haben wir uns genau angesehen. Grundinformation: Das System bezieht seine Informationen von einer Stereokamera, also einer rein optischen Informationsquelle. Radar oder Ultraschall ist in die Regelung also nicht involviert. Bei Regen, schlechten Sichtverhältnissen oder einer Fahrbahnoberfläche mit zu wenig Strukturen kann sie also nicht funktionieren, sagt Mercedes-Benz selber. Aber sehen sie selbst …

Test-Video: Magic Body Control

Ganz überzeugen kann sie also nicht. Manchmal reagiert sie nicht auf Bodenunebenheiten, die sie ein paar Minuten vorher noch komplett weggebügelt hat. Anscheinend hat in diesen Fällen ein veränderter Sonnenlichteinfall dafür gesorgt, dass die Kamera die Unebenheit nicht mehr erkannte.

Wenn es funktioniert, ist es beeindruckend. Dann hilft es auch, ein vorausfahrendes Fahrzeug zu beobachten, wie es über eine Schwelle hoppelt – denn in der S-Klasse bekommt man sie oft gar nicht mit.

Das alles hat natürlich seinen Preis. Mit 6.209 Euro steht "Magic Body Control" in der Extra-Liste. Allerdings ist die Wahl des Fahrassistenz-Pakets Plus Voraussetzung dafür. Das kostet zusätzlich 3.283 Euro. Und bei diesem Fahrassistenz-Paket Plus steht in der Preisliste noch dabei: Nur in Verbindung mit Park-Paket um 1.652 Euro. In Summe also 11.144 Euro.

Wem diese kleinliche Rechnerei zuwider ist, greift halt einfach zum S 600 um 216.100 Euro. 

Die Magic Body Control in Aktion bei einer Bodenschwelle. Beim hinteren Rad sieht man deutlich, wie es bei der Abfahrt von der Schwelle weit ausfedert, um die Karosserie ruhig zu halten:

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