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Juni 2019

50 Jahre Österreichring

Geburtswehen. Als erste Rennstrecke Österreichs wurde vor einem halben Jahrhundert der heutige Red Bull Ring im steirischen Spielberg eröffnet. 

Fünf Tage nach­dem Neil Armstrong und Buzz Aldrin das Sternenbanner in die Mondoberfläche gerammt hatten, steckten die Steirer ein Fähnchen in die Weltkarte des Motorsports. Trotz Gipshaxn ließ es sich Landeshauptmann Josef Krainer nicht nehmen, am 26. Juli 1969 die erste permanente Rennstrecke Österreichs zu eröffnen.

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Österreichring, Zeltweg

Als Formel-1-Rennen noch überwiegend schwarzweiß waren:

Initialzündung für das Projekt war ein Wettstreit zweier Motorsportclubs: Salzburg gegen Knittelfeld, Gustav Tiroch gegen Willy Löwinger. Die Steirer blieben Sieger, der Österreichring wurde aus der Taufe gehoben. Damit war auch das Ende der Flugplatzrennen eingeläutet. 1964 war ein Großer Preis von Österreich auf dem Militärflugplatz Zeltweg ausgetragen worden, Sieger war damals Ferrari-Pilot Lorenzo Bandini. Es war Jochen Rindts erste Teilnahme an einem WM-Rennen.

"Der Österreichring war eine 5,9 km lange Mutstrecke", erinnert sich Dieter Quester. "Vollgas vom Start bis zum Ende der Schönberg-Geraden. Auch mit den Tourenwagen erreichten wir locker 300 km/h."

1970 dann der Hype. Über 100.000 Zuschauer kommen zur Formel 1 nach Zeltweg. (Der Nachbarort Spielberg wurde damals ignoriert.) Die Begeisterung um WM-Leader Jochen Rindt ist buchstäblich erdrückend. Rindt startet aus der Pole Position, scheidet jedoch im Rennen mit Motorschaden aus. Zwei Wochen später stirbt er im Training von Monza.

1970: Die Formel 1 kommt

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1970: Udo Jürgens und Gunther Philipp hoffen auf einen Heim-Sieg von Jochen Rindt, der als WM-Führender nach Spielberg kommt. 
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1970: Mario Andretti im March auf der Start-Ziel-Geraden. Acht Jahre später wird der Amerikaner Formel-1-Weltmeister auf Lotus.
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1970: Rindt fällt mit Motorschaden aus. Jackie Ickx gewinnt vor Clay Regazzoni, beide auf Ferrari, den ersten Grand Prix auf dem neuen Österreichring.

Die Formel 1 bleibt 17 Jahre in Österreich. Nach dem tödlichen Unfall von Mark Donohue 1975 gibt es Sicherheitsbedenken. Also wird die erste Kurve durch eine Schikane entschärft: das "Hella-Licht-S".

1984 legt Niki Lauda mit dem Heimsieg den Grundstein für ­seine dritte Weltmeisterschaft. Aber nach der Startkollision von 1987 – der Grand Prix muss drei Mal gestartet werden, weil's auch beim zweiten Mal auf der zu schmalen Startgerade scheppert – ist vorerst einmal Schluss.

1996: A1-Ring

Die Strecke wird massiv um­gebaut. Neue Auslaufzonen, die Länge wird auf 4,3 Kilometer verkürzt, A1-Ring ist der neue Name. Der ÖAMTC verpflichtet sich, die Strecke kostendeckend zu betreiben. Auch ein ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum wird errichtet. Und so finden von 1997 bis 2003 wieder Formel-1-Rennen statt.

2002 dann die Schande von Spielberg, die Ferrari-Stallorder an Rubens Barrichello: "Let ­Michael pass for the Championship!" Rubens führt bis zur allerletzten Runde und lässt Schumacher erst ausgangs der Jochen-Rindt-Kurve vorbei. Die Fans brüllen "Schiebung".

Im Jahr darauf das neuerliche Ende der Formel-1-Rennen in Österreich durch das EU-Tabakwerbeverbot. Das Gelände wird verkauft, an Dietrich Mateschitz.

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2011: Die Auferstehung. Der Österreichring heißt nun Red-Bull-Ring, ist hochmodern und eine der schönsten Rennstrecken der Welt.

© Philip Platzer / Red Bull Content Pool

2011: Red Bull Ring

Der beginnt mit Abbruch­arbeiten. Ein Motorsportzentrum soll entstehen. Doch das Projekt wird nach negativer Umwelt­verträglichkeitsprüfung gestoppt. Bis die Landespolitik entscheidet, den Ring zu retten.

Im Mai 2011 wird der neue Red Bull Ring eröffnet. Boxengasse, Medical Center – alles ist nun hochmodern. Und drei Jahre später kommt auch die Formel 1 zurück.

Alle Infos unter:  www.projekt-spielberg.com 

OesterreichRing 1_HE.jpg.jpg Helmut Eckler © Helmut Eckler
Und auch die Formel 1 ist seit 2014 wieder da. Max Verstappen gewinnt im Red Bull 2018 und 2019. 

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