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April 2022

Gruppen-Dynamik

Sportlicher Name, praktische Talente: Dacia Jogger im Test.

Der Crossover-Kombi mit Offroad-Optik und 20 Zentimeter Bodenfreiheit ersetzt mit Logan MCV, Lodgy und Dokker gleich drei praktische Vorgängermodelle. Er basiert auf dem Kleinwagen Sandero, hat aber mit einer Außenlänge von 4,55 Metern Kompaktklasse-Format. Konkurrenten? Keine!

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1 Bis zur B-Säule ist der Jogger mit dem kompakten Sandero ident. Mit einer Gesamtlänge von 4,55 Metern ist der Jogger das bisher längste Dacia-Modell. © Helmut Eckler

2 LED-Abblendlicht mit Lichtautomatik und LED-Tagfahrlicht sind beim Jogger serienmäßig. © Helmut Eckler

3 Die senkrecht stehenden Heckleuchten erinnern stark an Volvo-Modelle. Die große Heckklappe ermöglicht ein leichtes Beladen des Kofferraumes. © Helmut Eckler

Wandlungsfähig

Das Platzangebot für die Insassen ist im neuen Jogger erfreulich luftig, selbst auf den beiden Plätzen in der dritten Reihe halten es Erwachsene für einige Zeit problemlos aus.

Das Hartplastik-dominierte, aber dennoch nicht trist wirkende Cockpit stammt aus dem Sandero und ist ausgesprochen einfach zu bedienen. Die Sitze bieten guten Halt und sind großzügig dimensioniert.

Stichwort Sitze: Die Bank (Lehne und Sitzfläche) in der Mittelreihe ist im Verhältnis 3:2 vorklappbar, aber nicht verschiebbar. Die beiden nur rund zehn Kilogramm schweren Sitze in der dritten Reihe sind ruckzuck ausbaubar. In der Fünfsitzer-Konfiguration ist auch der Kofferraum mit einem Volumen von mehr als 600 Litern richtig geräumig.

Allrounder

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Quirlig, nicht hektisch

Das einzig verfügbare Triebwerk, der kernig klingende 110 PS starke 1,0-l-Dreizylinder-Benziner, reagiert spontan auf Gasbefehle und hat mit dem geringen Eigengewicht des Jogger erstaunlich wenig Mühe.

Die Sechsgang-Schaltung ist nicht sonderlich exakt, eine Auto­matik wird’s erst mit Einführung der 140 PS starken Hybridversion im nächsten Jahr geben.

Gelungen: Das komfortabel ab­gestimmte Fahrwerk nimmt auch schlechten Straßen den Schrecken. Akzeptabel: der Verbrauch von 6,3 l Superbenzin pro hundert Kilometer auf unserer auto touring-Normrunde.

Trotz Preiserhöhung immer noch günstig

Dacia hat kurz nach unserem Test die Preise ordentlich nach "oben" korrigiert, das Basismodell um ehemals 14.990 Euro kostet jetzt nämlich 15.890 Euro und damit um 900 Euro mehr. Das ist auf den ersten Blick zwar immer noch verlockend, auf eine Klimaanlage oder ein in der Länge verstellbares Lenkrad muss man aber immer noch verzichten.

Legt man 1.900 Euro drauf, hat man zumindest das Notwendigste an Bord. In der von uns getesteten Topvari­ante hat der Jogger mit Keyless Go, Rückfahrkamera, Alu­rädern und Klimaautomatik aber nahezu alles was man braucht serienmäßig.

Das von uns getestete Topmodell "Extreme" als Siebensitzer kostet nach der Preiserhöhung von 1.100 Euro jetzt 19.790 Euro.

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Crashtest mit Verbesserungs-Potenzial

Der technisch baugleiche Sandero Stepway erreichte 2021 nur zwei von fünf Sternen, der Jogger schafft überhaupt nur einen Stern. "Die Probleme, die wir beim Sandero festgestellt haben, sind leider nach wie vor da", konstatiert Max Lang, Fahrzeugsicherheitsexperte beim ÖAMTC.

"So besteht ein stark erhöhtes Verletzungsrisiko für Kinder beim Frontalaufprall und für Erwachsene beim Seitencrash. Bei den Assistenzsystemen fehlen Spurhalte- und Notbremsassistent für Fußgänger/-innen und Radfahrende. Beim Jogger kommt hinzu, dass optional eine dritte Sitzreihe verfügbar ist – dort aber die Gurterinnerung fehlt." Außerdem problematisch: Beim Jogger drohen bei einem Aufprall von hinten schwere Nackenverletzungen.

Im Gespräch mit dem auto touring weist Dacia-Vize-Präsident Lionel Jaillet darauf hin, dass beim Jogger die dritte Sitzreihe optional ist – die dort fehlende Gurterinnerung kostet dem Dacia einen Stern.

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