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© Toyota
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November 2022

Der fliegende Finne

Exakt 22 Jahre und einen Tag alt war Kalle Rovanperä, als er sich in Neuseeland am 2. Oktober 2022 zum mit Abstand jüngsten WRC-Champion aller Zeiten kürte.
 

Helm auf, dann ein letzter spitz­bübischer Blick in die Kamera – und Cut. Die nächste Szene: Ein blauer Rallye-Toyota Starlet driftet durch verschneite Wälder. Am Steuer: Kalle Rovanperä – im zarten Alter von nur acht Jahren. In seinen Händen wirkt das Lenkrad riesig.

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Mittlerweile ist der Finne 22 Jahre alt – und weit mehr als Protagonist in einem viel geklickten YouTube-Video: Am 1. Oktober 2022 feiert Rovanperä seinen 22. Geburtstag, am 2. Oktober seinen ersten WRC-Titel.

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Kalle Rovanperä und Beifahrer Jonne Halttunen gewannen die Rallye Neuseeland – und konnten sich so schon zwei Läufe vor Saisonschluss zu WRC-Weltmeistern krönen.

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Er löst damit Colin McRae als jüngsten WRC-Champ der Geschichte ab, der Brite gewann die Weltmeisterschaft 1995 als 27-Jähriger. Die Rekord-Champions Ogier und Loeb? Waren bei ihren ersten Titeln 29 beziehungsweise 30 Jahre alt.

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Die Finnen fliegen in Spanien ...
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... Neuseeland ...
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... und Estland.

"Wir alle wussten, dass Kalle ein Talent ist. Aber das Zeitfenster, in dem er auf dieses Level gelang, hat uns überrascht", sagt Kaj Lindström, Sporting Director von Toyota Gazoo Racing WRT.

Im Jahr 2017 erlangt Kalle Rovanperä den Führerschein und startet kurz darauf erstmals in der Rallye-Weltmeisterschaft. Zwei Jahre später wird er Meister in der WRC2-Pro-Wertung.

2020 wechselt Kalle Rovanperä zu Toyota und bestreitet seine erste Saison in der Königsklasse des Rallyesports. Schon in der zweiten Rallye fährt er aufs Podest, krönt sich somit zum jüngsten Podiumsetter der WRC-Geschichte.

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In Spanien – der Rallye nach jener, in der sich Rovanperä zum Weltmeister kürte – sichert sich Toyota Gazoo Racing WRT den Herstellertitel.

 Fünf Fragen an Kalle Rovanperä

— Der bisher jüngste WRC-Champion, Colin McRae, war schon 27, als er Weltmeister wurde. Verglichen zu anderen Motorsport-Serien ist das recht alt. Warum ist das so?

Kalle Rovanperä: Im Rallyesport hängen die Ergebnisse mit der Erfahrung zusammen – je mehr du davon hast, desto besser. Du kommst dann mit verschiedenen Situationen souveräner klar. Speziell in unserem Sport ändern sich Dinge ständig, du hast unterschiedliche Bedingungen und immer kommt etwas Neues dazu.

— Dieses Jahr wurde erstmals mit den neuen Rally1-Hybridautos gefahren. Was waren die größten Herausforderungen?

Kalle Rovanperä: Am Anfang der Saison, in Monte Carlo, war die größte Challenge, die richtige Methode zu finden, um das Auto auf meinen Fahrstil abzustimmen.

Fahren ist für Kalle etwas Natürliches. Es ist beeindruckend, wie schnell er auf das Level der WRC gekommen ist.

Kaj Lindström, Toyota Gazoo Racing

— Was waren deine Highlights in dieser Saison?

Kalle Rovanperä: Die Rallye in Schweden, wo wir mit dem neuen Toyota GR Yaris Rally1 das erste Mal gewinnen konnten. Und die Rallye Kroatien im April: Dort hatte ich in der Power Stage den größten Fight meiner Karriere.

— Aller Voraussicht nach soll die WRC nächstes Jahr Österreich einen Besuch abstatten. Freust du dich darauf?

Kalle Rovanperä: Ich denke, das wird interessant. Und außerdem freue ich mich immer auf neue Rallyes.

— Als du in Neuseeland deinen Titel gewonnen hast, bekamst du einen "Shoey" vom achtfachen Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier. Hat's geschmeckt?

Kalle Rovanperä:Ich hab' versucht, das nicht zu sehr zu schmecken und den Champagner ein wenig zu genießen.

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Rovanperäs Saison-Highlight ist aber ein anderes: Sein denkwürdiger Sieg in Kroatien bei widrigen Bedingungen.

"Er kann sich anpassen und lernt. Zusammen mit seinem ­Talent ist das der Schlüssel, warum er so gut ist", so Sporting Director Lindström.

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1 Sechs Mal konnten Rovanperä und Halttunen 2022 als Sieger am Dach ihres Autos stehen. Etwa in Neuseeland, … © Toyota

2 … Kenia… © Toyota

3 … oder Kroatien. © Toyota

Ob wir schon alles gesehen haben – oder kann Kalle Rovanperä noch stärker werden? "Ich befürchte es", scherzt Lindström. "Für unsere Rivalen ist das besorgniserregend. Ich kann es nicht anders ausdrücken, als dass er gut ist. Verdammt gut."

Übrigens: Hier geht's zu unserem Instagram-Kanal, auf dem Kalle Rovanperä beim Durchfahren eines Kreisverkehrs zu sehen ist – und das standesgemäß sehr zeiteffizient.

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