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September 2015

Luftsprünge: Hoch hinaus wie Alexander Wurz

Kinder-Fahrradwettbewerb: Beim 30. European Traffic Education Contest in der Südstadt radelten Kinder aus 21 Nationen hoch konzentriert. Relaxter und fetziger waren die Einrad- und Biketrial-Shows beim Side-Event mit BMX-Ex-Weltmeister Alexander Wurz. 

Das Markenzeichen des ehemaligen Formel-1-Piloten Alexander Wurz sind seine verschiedenfarbigen Schuhe, die er bei all seinen Rennen trägt. Zum 30. European Traffic Education Contest (ETEC) der FIA, des internationalen Dachverbands der Automobilclubs, kam er jedoch mit einem gleichfarbigen Paar. Schade. Die Kids hätten das sicherlich lustig gefunden. Wurz hat selber drei Kinder und betont: "Kinder sind unsere Schätze. Sie müssen im Straßenverkehr sicher sein, aber auch lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen."

Kinder bekommen diese Selbstverantwortung in der Praxis. Die FIA Region 1 – Europa, Mittlerer Osten und Afrika – und ihre Mitglieder-Clubs tragen gemeinsam zur Sicherheit der Kinder auf den Straßen bei, indem sie jährlich den Kinder-Fahrradwettbewerb veranstalten. "Der ÖAMTC ist einer der Mitbegründer des ETEC und war seit den Anfängen des Wettbewerbs im Jahr 1986 immer mit einem Team dabei", erinnert sich ÖAMTC-Präsident Werner Kraus. "Heuer sind wir zum zweiten Mal Veranstalter dieses Fahrradspektakels, und es ist uns eine besondere Freude, Kinder so vieler Nationen in einem freundschaftlichen Umfeld zusammenzubringen." Einige der Kinder wurden während des Wettbewerbs im Wohnwagendorf des Österreichischen Camping Clubs am Gelände des Bundessport- und Freizeitzentrums Südstadt untergebracht.

Ehrengäste waren aber auch FIA-Präsident Jean Todt mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Michelle Yeoh, bekannt aus dem James-Bond-Film "Der Morgen stirbt nie". Todt machte in seiner Eröffnungsrede auf die Kinder aufmerksam, die täglich im Straßenverkehr verunglücken: "Es ist traurig, dass weltweit täglich 500 Kinder sterben müssen. 20.000 werden täglich verletzt." Eines der wichtigsten Ziele der FIA sei es, diese Zahlen zu senken.

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Österreich: 10. Platz

An den diesjährigen Vorentscheidungen zum Europa-Wettbewerb nahmen rund 450.000 Kinder teil. Die 92 Besten – jeweils zwei Mädchen und zwei Buben von zehn bis zwölf Jahren werden pro Club entsandt – schafften es ins Finale nach Österreich.

Für den ÖAMTC gingen Iris Loidhold und Luisa Hackl aus Niederösterreich und Manuel Böld und Martin Kraml aus Oberösterreich ins Rennen und schafften den zehnten Platz. Sie qualifizierten sich über das ÖAMTC Verkehrssicherheitsprogramm "Wer ist Meister auf zwei Rädern?" zur Teilnahme am Europawettbewerb. "Ich mache jedes Jahr mit", erzählt die Turnlehrerin Elfriede Stöckl aus Pögstall. Im Mai hat sie mit ihrem Team jeden zweiten Tag für den Wettbewerb trainiert, im Sommer wöchentlich. "Es ist schön zu sehen, wie auch die Eltern der Kinder mithelfen und Teile des Parcours zu Hause aufbauen."

Beim dem von Michelin gesponserten Wettbewerb musste jeder Tritt ins Pedal sitzen: Alle Teams bewältigten insgesamt acht Stationen. Überprüft wurde die Geschicklichkeit der Teilnehmer am Fahrrad – die Kinder wurden mit KTM-Bikes und Abus-Helmen ausgestattet. Kenntnisse über die Ausrüstung des Fahrrads sowie über Erste Hilfe waren ebenfalls gefragt. Außerdem wurde das Theoriewissen zu Straßenverkehrsregeln geprüft und dessen richtige Umsetzung im Verkehr während einer Fahrt durch den Parcours getestet. Schüler zeigten den sicheren Umgang mit dem Fahrrad unter Bedingungen, die dem täglichen Straßenverkehr entsprechen.

Die beiden russischen Teams sicherten sich die Gold- und Silbermedaille, Bronze ging an Lettland.

ÖAMTC-Raderlebnistag: Spektakuläre Artistik-Show

Auf dem Parkplatz des Bundessport- und Freizeitzentrums Südstadt radelten Einradfahrer um die Wette, sprangen Springschnur und sogar über drei nebeneinander liegende Zuschauer. Gar nicht so einfach: Trialbike-Fahrer Klaus Haunschmidt landete von einer zwei Meter hohen Palette punktgenau auf einer aufgestellten Dose und hüpfte anschließend Palette für Palette den Hindernis-Parcours wieder hinauf. Die Schweißperlen tropften. Ganzkörpertraining: So ziemlich alle Muskeln wurden beansprucht.

Der Verkehrsparcours der Kinderpolizei mit Stopp- und Fahrverbotsschildern sowie der gesteckte Slalom kamen auch bei BMX-Ex-Weltmeister Alexander Wurz, Ex-Rennradprofi Bernhard Kohl und ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold gut an. Zur Eröffnung fuhren sie mit ihrem Fahrrad mit einem Wasserbecher in der Hand durch den Parcours.

Highlight unter den Youngsters war das ÖAMTC-Glücksrad. Währenddessen sich die Kinder ihren Gewinn holten, nahmen die Eltern den gratis Sicherheitscheck für ihr Fahrrad wahr. In der Christophorus-Hüpfburg ging es bei den kleinen Gästen rund: Es wurde gesprungen, gepurzelt und gelacht.

Einradfahren ist die beste Sportart gegen Kreuzschmerzen.

Erwin Pieler, Gründer des Vereins The One Wheel Dragons

Coole Einrad-Show zu Thunder von AC/DC

Was zirkusähnlich aussieht, ist in Wirklichkeit Hochleistungssport – ein Ganzkörper-Workout. Erwin Pieler, Gründer des Vereins The One Wheel Dragons, erzählt ganz stolz: "Kinder lernen das Einrad-Fahren bereits nach einer Woche. Ein Bub hat erst neulich seine Playstation um 300 Euro verkauft und seinem Vater das Geld in die Hand gedrückt, um sich nun ein Einrad kaufen zu können."

Unter den Profis ist die Sportart schon über 20 Jahre bekannt. Einradfahrer beweisen sich bei Europa-, Staats- und Weltmeisterschaften –  in etwa 30 unterschiedlichen Disziplinen. Darunter: Gelände-, Trick-, Downhill- oder Marathonfahren, aber auch Palettenspringen.

Marathonfahren mit einem Einrad? Das nenn’ ich eine Herausforderung. "Viele Leute kommen mit Kreuzschmerzen zu uns. Nach ein paar Trainingseinheiten sind sie diese bereits los", erzählt Pieler. Beim Einradfahren wird die gesamte Rückenmuskulatur gestärkt, Feinmotorik wird gefördert. "Bei einem Marathon werden 40 bis 60 kilometerlange Strecken gefahren." Geschalten wird mit der Ferse und zwar mit einem Klopfer gegen die Radnarbe.

Für jeden Zweck gibt es ein eigenes Einrad. Im Crosscountry-, Uphill- und Downhillbereich ist das Rad mit einer Bremse unterm Sattel ausgestattet. "Dort, wo Mountainbikes nicht mehr fahren können, weil es zu steil ist, geht es für uns erst los", erzählt der Profi. Die 18jährige Downhill-Weltmeisterin Conny Panozzo erklärt: "Beim Einradfahren kann man sehr leicht in eine Rückenlage gehen somit ist steiles Gelände kein Problem." Sie fährt beim technischen Downhill mit 5 km/h über Felsen, Steine und Wurzeln. "Wenn ich auf einer glatten Fahrbahn bergab fahre, dann können es schon mal 20 km/h werden." 

Bike-Trial Show: Applaus für Klaus

Auch Klaus Haunschmidt von den Trialbike Kings hat einmal klein begonnen. Vor elf Jahren balancierte er den Randstein entlang. "Das würde ich Kindern, die mit dem Street-Trial-Fahren beginnen möchten, auch heute noch raten." Anfänger können vorsichtig über Wurzeln oder Holzbretter balancieren, wenn das gut klappt, können sie Paletten auflegen. Das Um und Auf für Tricks am Rad sind ein Helm sowie Schützer für Knie, Ellenbogen und Rücken. "Langsam herantasten und nichts überstürzen", rät der Profi. "Auf Youtube kann man sich Tricks in Zeitlupe ansehen." Viele Radsportprofis holen sich Tipps bei Haunschmidt, weil es hilft zu wissen, wie sich Rad und Körper in gewissen Situation verhalten.

Unter dem Namen Trialkings veranstaltet Klaus seine eigenen Shows. "Das Schönste ist, wenn ich Leute zum Lachen bringe und in Staunen versetze." 

Wer Biketrialfahren lernen möchte, kann sich vorsichtig herantasten und über Randsteine, Holzbretter und Wurzeln balancieren.

Klaus Haunschmidt, Artist von den Trialbike Kings

ÖAMTC-App: Werde Fahrrad-Champion

Mehr als 120 Quizfragen zu Verkehrszeichen, Verhalten im Straßenverkehr sowie zu Vorrangregeln an Kreuzungen hält die kostenlose App "ÖAMTC Fahrrad-Champion" bereit. Um vom "Dreirad-Fahrer" zum "Fahrrad-Champion" aufzusteigen, muss jeder Spieler insgesamt neun Levels bewältigen. Für den Weg nach oben kann man zwischen drei Spiel-Modi wählen: "Standard", "Auf Zeit" und "Master Challenge". Der Start-Bildschirm informiert stets über den Fortschritt, also wie viele Fragen noch bis zum Level-Aufstieg fehlen.

Die App ist vorerst nur für iOs und Android verfügbar und steht ab sofort kostenlos zum Download bereit. Sie ist das Pendant zur ÖAMTC-App "Führerschein-Test", bietet aber im Gegensatz zu dieser keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weil es keinen fixen Fragenkatalog für den Rad-Führerschein gibt. Mehr Informationen zu den Apps des ÖAMTC findet man online unter www.oeamtc.at/apps.

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