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Oktober 2021

Blickfang: Kia EV6

800 Volt Ladetechnik scheinen nun auch in der Mittelklasse angekommen zu sein. Doch nicht nur damit zeigt der neue, vollelektrische Kia EV6 eindeutig Kante.

Mut zum Design beweist schon der Hyundai Ioniq 5, der seit Mitte des Jahres auf unseren Straßen unterwegs ist und im großen auto touring-Vergleichstest bereits seine Qualitäten unter Beweis stellen konnte. Dort kürte er sich gegen vier aktuelle E-Autos eindrucksvoll zum Sieger – dank gutem Platzangebot, hervorragenden Ladequalitäten und einer langen Garantie.

Jetzt steht sein Schwestermodell der Marke Kia, der neue EV6, in den Startlöchern. Während der Hyundai Ioniq 5 mit seinem auffallend futuristischen Design schon ein Rufzeichen setzt, legt der EV6 sogar noch eins drauf in Sachen Aufmerksamkeitserregung. Vor allem das Heck mit seiner mächtigen Abrisskante ist ein echter Blickfang.

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Die coupéartige Linienführung steht dem EV6 richtig gut. Das durchgehende LED-Leuchtenband und der sportwagenähnliche Dachkantenspoiler dominieren das Heck und machen den EV6 unverwechselbar, vor allem bei Nacht.

Die Zukunft wird elektrisch

Der EV6 ist der erste Kia auf Basis der neuen Elektroplattform E-GMP (Electric Global Modular Plattform) und bildet den ersten Schritt des Unternehmens beim Übergang in die Ära der E-Mobilität. Der neue Stromer markiert zugleich den Einstieg in die mittel- bis langfristige Strategie, nach der bis 2030 insgesamt 40 Prozent des Kia-Gesamtabsatzes auf Batteriefahrzeuge (BEV), Plug-in-Hybride (PHEV) und Vollhybride (HEV) entfallen.

Das Mittelklasse-Modell ist das erste von elf neuen batteriebetriebenen Modellen, die Kia bis 2026 einführen wird. Sieben davon werden auf der E-GMP-Architektur basieren, vier werden Elektroversionen bestehender Modelle sein. Der EV6 könnte somit das erste Modell einer ganzen Palette sein, die irgendwann einmal von EV1 bis EV9 reichen könnte.

Zeitgemäß futuristisch

Auch die Innenraum-Architektur mutet im Unterschied zu den klassisch designten Cockpits aktueller Kia-Modelle futuristisch an. So haben die Designer zwei gekrümmte Bildschirme im sanften Bogen hinter dem Lenkrad drapiert und die Bedienelemente für die wichtigsten Fahrerassistenzsysteme ins Lenkrad integriert.

Der EV6 verfügt über ein Head-up-Display (Serie in der Top-Variante) mit Funktionen der erweiterten Realität. Diese Technologie kennt man bisher nur von Premiummarken. Sie ermöglicht es zum Beispiel, dass durch die nahtlose Kommunikation zwischen GPS, Bordkamera und dem Head-up-Display-System die Abbiege-Hinweise des Navigationssystems 7,5 Meter vor dem Fahrzeug "auf die Straße" projiziert werden.

Serienmäßig ist bereits eine Vielzahl an Assistenzsystemen an Bord. Zusätzliche sinnvolle Helferlein – ein aktiver Querverkehr- und Totwinkelassistent, ein Autobahnassistent inkl. Spurwechselassistent und ein Linksabbiegeassistent mit Kreuzungsüberwachung – sind optional oder,  in der Topausstattung, sogar serienmäßig.

Das Platzangebot für die Insassen ist dank des 2,9 Meter langen Radstandes auch für Mitreisende auf der Rückbank fürstlich und der Kofferraum ist mit soliden 490 Litern (bei umgelegten Rücksitzen 1.300 Liter) ebenfalls familientauglich groß. Ebenso sinnvoll: die zahlreichen brauchbaren Ablagemöglichkeiten. Ein weiterer Stauraum befindet sich vorn unter der Haube. Dieser "Frunk" (aus dem Englischen, Zusammenfassung von "front" und "trunk") fasst bei Modellen mit Heckantrieb 52 Liter und bei den Allradlern 20 Liter.

Zwei Akkus, reichlich Leistung, Hinterrad- oder Allradantrieb

Apropos Antrieb. Angeboten wird der EV6 wahlweise mit zwei Batteriegrößen mit 58 oder 77,4 kWh, die laut WLTP-Messung Reichweiten von bis zu 528 Kilometern ermöglichen sollen, und zu Beginn in drei Leistungsstufen.

Die Varianten mit 170 und 229 PS haben Hinterradantrieb (der Elektromotor ist in die Hinterachse integriert), in der Variante mit 326 PS samt zweitem E-Motor an der Vorderachse werden serienmäßig alle vier Räder angetrieben. Ende 2022 soll es dann noch eine Über-Drüber-Version mit 585 PS und Allradantrieb geben.

Ein besonderes Zuckerl des EV6 ist, wie beim Konzernbruder Hyundai Ioniq 5, die Ladetechnik: Der EV6 lässt sich ohne zusätzliche Komponenten oder Adapter an 800- und 400-Volt-Ladestationen anschließen. Dadurch sei es laut Hersteller bei allen Antriebsvarianten möglich, den Akku in nur rund 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufzuladen. Um etwa 100 Kilometer Reichweite "nachzutanken", soll zum Beispiel die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Batterie gerade einmal viereinhalb Minuten benötigen.

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1 Die Funktion "Vehicle-to-Load" ermöglicht es, Strom mit einer Leistung von bis zu 3,6 kW aus der Fahrzeugbatterie zu entnehmen. Dazu wird der Ladeanschluss ... © Werk

2 ... des EV6 durch einen einfachen Adapter in eine Steckdose verwandelt, an die sich zum Beispiel ... © Werk

3 ... Elektronikgeräte wie einen Computer oder auch eine Kaffeemaschine, aber auch E-Bikes anschließen lassen. © Werk

Preis-Leistung

Preislich legt der EV6 bei 43.990 Euro los. Damit ist er um 2.000 Euro günstiger als sein Schwestermodell Hyundai Ioniq 5, aber deutlich billiger als seine Mitbewerber BMW iX3, VW ID.4 oder Ford Mustang Mach-E. Lediglich der Škoda Enyaq startet mit spürbar schwächerer Leistung bei knapp über 41.000 Euro. Zusätzlicher Kia-Bonus für den EV6: lange sieben Jahre Garantie.

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