Die touristische Region Costa Brava in der autonomen Region Katalonien im Nordosten Spaniens ist noch ein kleiner Geheimtipp. Die schroffe Küstenlandschaft beeindruckte schon den berühmten Surrealisten Salvador Dalí. Einerseits gibt es also die Küstenregion, andererseits die grüne, von erloschenen Vulkanen geprägte Landschaft von Garrotxa, alte Städte und sagenhafte Legenden. Um die Vielfalt der Costa Brava zu entdecken, zahlt sich eine Rundreise aus. So kann zum Beispiel mit dem Mietwagen von Barcelona aus starten und ist in rund zwei Stunden in der Region.
Was lockt uns nun an Kataloniens "wilde Küste"? Von Dalís Spuren über erloschene Vulkane zu uralten Legenden – 10 Tipps, warum die Costa Brava weit mehr bietet als Strand und Sonne.
1. Auf den Spuren des Surrealisten Salvador Dalí
Der Katalane gehört wohl zu den schillerndsten Figuren des 20. Jahrhunderts. Der in Figueres geborene Künstler hinterließ eine Vielzahl von Werken und vor allem einen bleibenden Eindruck. Auf seinen Spuren kann man an der Costa Brava exzellent wandern.
2. Figueres – die Geburtsstadt Dalís
Die Stadt, in der der Surrealist 1904 geboren wurde, bietet neben dem Geburtshaus auch das vom Künstler selbst kuratierte "Teatre-Museu Dalí". Das alte, im Krieg zerstörte Theater gestaltete Dalí selbst um – und ließ sich darin begraben. Unter der Bühne liegt das Grab, oben ist der Grabstein zu sehen. Wer vor dem Museumsbesuch noch kein Dalí-Fan war, ist es danach. Mit viel Liebe zum Detail schuf der Künstler ein einzigartiges Ambiente im alten Theater.
Neben Dalí bietet Figueres auch eine schöne Einkaufsstraße und die größte Festung in Europa, das Schloss San Fernando.
3. Castell Gala Dalí in Púbol
Der Künstler kaufte das Landschlösschen 1970 für seine Frau und Muse Gala. Es befindet sich rund 40 Minuten von Figueres entfernt. Dalí baute das Innere des Schlosses, dessen Ursprünge ins 11. Jahrhundert zurückgehen, nicht nur um und erweiterte es, er machte es auch zum Mausoleum für Gala. Das Schloss wurde zu ihrem Rückzugsort, an dem Dalí sie nur nach Voranmeldung besuchen durfte. Als Gala 1982 starb, ließ er sie dort beerdigen. Highlights: Skulpturen langbeiniger Elefanten im Garten, Wagner-Büsten, die den Pool schmücken, ein Thron und viele weitere surreale Elemente. Hier finden Sie Infos zum Castell Gala Dalí Schlossmuseum.
Mehr zu Dalí finden sie unter: www.salvador-dali.org
4. Das Ende der Welt – Cap de Creus
An der nordöstlichsten Spitze Spaniens trifft Wind auf zerklüftetes Felsgestein – willkommen am sprichwörtlichen "Ende der Welt", wo die Pyrenäenausläufer ins Meer enden. Der Naturpark Cap de Creus inspirierte Salvador Dalí, der in den bizarren Felsformationen Motive für sein Werk fand.


© Lydia Silberknoll
Hier, am "Ende der Welt", gibt es im 1853 erbauten Leuchtturm auch ein kleines Museum, das über die Geschichte der Gegend informiert. Im Restaurant beim Leuchtturm gibt es für hungrige Wandernde die Möglichkeit zur Stärkung. Wer sich traut und gut zu Fuß ist, kann über den steinigen Küstenweg noch die "Höllenhöhle" erkunden. Die torähnliche Felsformation, durch die das Meer hindurchfließt, wird zu Sonnenaufgang in rotes Licht getaucht – das soll an den Eingang zur Hölle erinnern.
5. Garrotxa: Wandern auf Vulkanen
Natürlich gibt es an der Costa Brava nicht nur Salvador Dalí zu entdecken. Die Region Garrotxa etwa bietet ausgiebige Wandermöglichkeiten. Die Gegend wurde von 38 erloschenen Vulkanen zu einer hügeligen Landschaft mit einzigartiger Pflanzenvielfalt geformt. Der Buchenwald Fageda d'en Jordà wächst auf Lavagestein. Seit 1982 steht das Gebiet unter Naturschutz und zieht Wanderfans und Schulklassen an. Es bietet auch spannende Ausflugsmöglichkeiten, darunter Fahrten mit dem Heißluftballon. Besonders sehenswert ist der Vulkan Croscat im Zentrum des Naturparks.
6. Ein mittelalterlicher Geheimtipp
Die mittelalterliche Ortschaft Santa Pau liegt mitten im Vulkangebiet. Das Boutique-Hotel "Cal Sastre", ehemals eine Schneiderei, wird heute von Eva Moliner betrieben. Das Hotel ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Besonders angenehm: Neben dem Hotel befindet sich das dazugehörige Restaurant, das mit preisgekrönter "Vulkanküche" begeistert. Hier sind die Canneloni mit Trüffelsauce zu erwähnen – deftig, aber sehr gut. Warum Vulkanküche? Die regionalen Zutaten gedeihen auf der fruchtbaren Erde der Vulkanregion. Zu den regionalen Spezialitäten in Santa Pau gehören übrigens Bohnen.

- Mittelalterlicher Charme - Im Vulkanland liegt auch die beschauliche, mittelalterliche Ortschaft Santa Pau. Ein Spaziergang durch die engen Gassen und zum alten Castell ist eine schöne Abwechslung vom Trubel anderer Städte. © Pep Sau Arxiu Imatges PTCBG
- Detailverliebt - Im Boutique-Hotel "Cal Sastre" gibt es neben individuell und mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Zimmern auch ein gutes Restaurant. © Lydia Silberknoll
- Mit Ausblick - Toller Ausblick vom Hotel aus auf Santa Pau. © Lydia Silberknoll
7. Olot: Stadt auf Vulkanen
Die Stadt Olot aus dem 9. Jahrhundert thront auf mehreren erloschenen Vulkanen – der Montsakopa-Krater lässt sich besuchen. Das Vulkan-Museum "Espai Cràter" vermittelt Wissenswertes über die Region. Aus Vulkangestein erbaute Häuser prägen das Stadtbild, sehenswert ist auch das Trincheria House Museum und die mit Platanen gesäumte Blay-Promenade.
Hat zwar weniger mit Vulkanen zu tun, ist aber eine nette Geschichte: Olot ist eine der wenigen Städte, aus der sich eine amerikanische Fastfood-Kette mangels Nachfrage schnell wieder zurückzog. Die Olotins blieben lieber beim guten spanischen Essen. Und ehrlich gesagt, war das eine gute Entscheidung. Die regionale Küche der Katalanen ist eher deftiger, aber durchwegs sehr empfehlenswert. Am Mercat d'Olot, dem Stadtmarkt, kann diese samt lokaler Spezialitäten verkostet werden, z.B: Butifarra, eine katalanische Presswurst, und die salamiähnliche Hartwurst Fuet.
8. Besuch während der Olivenernte in Fontclara
Wie kommen die Oliven vom Baum? Bei Fontclara gibt es die Möglichkeit, bei der Olivenernte mitzuhelfen und anschließend das frische Öl sowie verschiedene Olivenöle zu verkosten. Natürlich muss man zum richtigen Zeitpunkt, z.B. Mitte/Ende Oktober, vor Ort sein. Spannend ist so ein Besuch samt Führung in jedem Fall: Wussten Sie zum Beispiel, dass 12 Kilogramm Oliven gebraucht werden, um einen Liter Öl zu gewinnen? Oder dass die geernteten Oliven nur maximal 15 Minuten im Netz am Boden liegen dürfen, da sich ansonsten die Qualität des Öls drastisch verschlechtert?
9. Die Landschaft am Rad entdecken
Wandern ist eine Möglichkeit, um die vielfältige Flora der Costa Brava und des Emporda, dem fruchtbaren Hinterland der Region, zu erleben. Lustiger und schneller geht es allerdings mit dem E-Bike. In der Nähe von Fontclara liegt das Hotel Molí del Mig. Von dort aus gibt es die Möglichkeit, eine geführte E-Bike-Tour zu unternehmen. Der junge Radguide Martí von Nafent Bikes zeigt auf einer rund dreistündigen Tour die Gegend. Die Tour führt durch die Landschaft, vorbei an Reisfeldern, Olivenbäumen, Apfelplantagen, alten Kirchen und mittelalterlichen Dörfen. Dabei gibt er viele Infos zur Region und Geschichte.



- Eine Radtour kann zum Beispiel vom Hotel Molí del Mig aus gestartet werden. © Lydia Silberknoll
- Rund drei Stunden dauert die Tour durch… © Lydia Silberknoll
- … schöne mittelalterliche Dörfer sowie über Reisfelder und Apfelplantagen. © Lydia Silberknoll
10. Girona: Kathedrale, Brücke, Legenden
Girona, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, beherbergt die breiteste Kathedrale der Welt. Die von Gustave Eiffel erbaute "Brücke der alten Fischhändler" oder einfach "Eiffelbrücke" über den Fluss Onyar eröffnet einen eindrucksvollen Blick auf die bunten Häuser am Flussufer.
Das jüdische Viertel "El Call“, die arabischen Bäder und der mittelalterliche Stadtteil – der als Drehort für "Game of Thrones" diente – machen Girona zu einem lohnenden Tagesausflug. Die Stadt liegt rund 40 Minuten von Barcelona entfernt.
Extra-Tipp: Kurioses in Girona
Wer in Girona flaniert, begegnet zwei Kuriositäten: Die Statue der Löwin "La Lleona de Girona" stand rund 800 Jahre lang im Mittelpunkt eines Rituals – wer ihr den Hintern küsste, sollte Unheil von sich abwenden und wieder nach Girona zurückkehren. Die Pandemie beendete dieses Brauchtum.
Stilisierte Fliegen wiederum schmücken die Stadt als ihr Symbol: Der Legende des heiligen Narcís zufolge jagten Fliegenschwärme aus seinem Grab die plündernden Franzosen fort. Sein gotisches Grab ist in der Basilika Sant Feliu zu sehen.
9. Wein verkosten
In Spanien gibt es neben gutem Essen auch reichlich guten Wein. Ein Besuch in einem Weingut zahlt sich daher aus und rundet einen genussvollen Urlaub ab. Das Weingut Perelada beeindruckt zudem mit…
… einer Kunstinstallation, die durch die Geschichte des Weinguts führt. Im Restaurant vor Ort kann der Wein in Kombination mit delikatem Essen genossen werde.

Information & Buchung
Anreise: Wien–Barcelona. Von Barcelona mit dem Auto circa zwei Stunden Fahrzeit bis zur Costa Brava. Wer keine geführte Reise bucht, nimmt am besten einen Mietwagen und entdeckt die Regionen individuell.
Zum aktuellen Katalonien-Angebot von ÖAMTC Reisen (Linkgültigkeit endet mit der Verfügbarkeit des Reiseangebots).
Mehr Infos unter der Hotline Tel. 01 711 99 34000 und in den Filialen von ÖAMTC Reisen.
ÖAMTC-Länderinformationen: Katalonien
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