Spätestens nach der fünften, eher schon nach der dritten Kurve, hat er klargemacht, dass das hier sein Revier ist, er hierher gehört, für Tage wie diese gebaut wird. Ob das jetzt die schwungvolle Küstenstraße auf Mallorca ist, die sich dem Meer entlang schmiegt, der Tiroler Bergpass, der sich wie ein Korkenzieher die Alpen hochkreiselt oder die Straße, die sich über den sanften Hügeln der Südsteiermark arbeitet, ist eigentlich egal. Hauptsache Kurven.

MG Cyberster mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis
Die Rede ist vom MG Cyberster. Ein Auto, das die Brücke zwischen britischer Heritage und chinesischer Elektro-Technologie schlägt. Und eines, das – bis auf einige wenige Fragwürdigkeiten bei der Bedienung – überaus ordentlich, hübsch und vor allem unterhaltsam ist. Und bei Betrachtung der Hauptingredienzien des Fahrzeuges auch eigentlich eines, das in gewisser Weise sogar preiswert ist. Fair enough, klingt bei einem Einstiegspreis von 62.990 Euro verrückt. Doch das Paket, das man dafür bekommt, ist mit 340 PS, fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h, 507 Kilometer Normreichweite und dem spektakulären Design samt spektakulärer Scherentüren ein doch recht faires.

GT-Version mit 510 PS
Darüber hinaus gibt es auch noch die schärfere GT-Version: Sie bietet Allrad- statt Heckantrieb, wahnwitzige 510 PS und die 100-km/h-Marke knackt man in nur 3,2 Sekunden. Ein federleichtes Fahrgefühl wie beim Mazda MX-5 darf man sich im MG Cyberster zwar nicht erwarten. Doch dank der tief verbauten Akkus liegt der Elektro-Roadster satt auf der Straße und reagiert auch angemessen direkt auf Lenkbefehle. Und am Kurvenausgang katapultiert er sich derart schlagartig nach vorne, dass selbst dem Fahrer schlecht wird.

MG-Chef im Interview
Und dennoch: Wenn die Geraden länger werden und damit auch die Zeit, in der man über mehr als nur den nächsten Scheitelpunkt nachdenken kann, drängt sich unweigerlich die Frage auf, was MG mit diesem Teil denn eigentlich erreichen will. Wie praktisch, dass es neben einer Handvoll Cyberster auch Alexander Struckl, Marken-Chef von MG Motors in Österreich, von Wien nach Mallorca geschafft hat. Also, Herr Struckl:
Setzt man dann mit dem Roadster MG Cyberster auf das richtige Pferd?
Wir wollen dieses Jahr etwa 7.000 Autos verkaufen – über 100 davon werden Cyberster sein. Der Anteil ist also nicht so groß. Aber: Der MG Cyberster ist unser Hero-Modell. Er zeigt die Heritage der Marke und ist das erste Auto, bei dem man in Sachen Design wieder mehr auf das Britische gesetzt hat. Aus der Historie heraus haben britische Autos lange Schnauzen, weil dort früher große Motoren hineinpassen mussten. Das greift der Cyberster wieder auf.
MG performt in Österreich nicht so gut wie anderswo in Europa. Wieso?
Das hat zwei wesentliche Gründe. Erstens wurde MG schon früher in andere Märkte eingeführt. Und zweitens ist Österreich ein sehr traditioneller und vor allem ein zu 50 Prozent deutscher Markt. Diese Situation haben wir in quasi keinem anderen Land.
Welche Auswirkungen hat der Krieg im Iran auf den heimischen Automarkt?
Das Momentum liegt nun stark auf Seiten der E-Autos und die Geschwindigkeit, in der sich die Menschen für Elektromobilität entschieden haben, ist enorm. Wir haben innerhalb kürzester Zeit sämtliche Lagerbestände verkauft – und ich spreche nicht nur von MG, sondern von der ganzen Denzel-Gruppe. Der Preis an der Zapfsäule ist für viele ein großes Thema genauso wie die Versorgungssicherheit.
Günstige E-Autos sind am Vormarsch, allen voran der VW-Konzern bringt 2026 einiges. Wie optimistisch ist man dennoch bei MG?
Kund:innen, die zu uns kommen, tun dies tendenziell von alten und bereits etablierten Marken. Das wissen wir von der Analyse unserer Eintauschquoten: Unsere Kund:innen kommen häufig von Herstellern aus Frankreich, von Ford und VW zu MG. Wobei sich der hohe VW-Anteil natürlich durch die dominante Marktstellung in Österreich erklärt. Asiatische Marken werden hingegen seltener eingetauscht.



