BMW iX3 50 xDrive blau
© Sebastian Weissinger
© Sebastian Weissinger
April 2026

Strom-Schnelle

Viel Technik, viel Masse: BMW iX3 im Reichweiten-Check. 

Der neue iX3 ist das Auto, mit dem BMW die viel beschworene „Neue Klasse“ nicht nur verspricht, sondern konkret auf die Straße bringt. Herausgekommen ist ein vollelektrisches SUV, das deutlich selbstbewusster auftritt als sein braver Vorgänger – technisch wie optisch.

Statt eines umgebauten X3-Verbrenners steht der iX3 jetzt auf einer reinen Elektro-Plattform. Die geschlossene Niere, eine markante LED-Signatur und kurze Überhänge betonen auch optisch den eigenständigen Charakter der neuen Klasse. Markant ist auch das Heck mit seinen breiten Leuchten.

Wer den „klassischen“ X3 mag, muss vielleicht erst mit der sehr glatten, fast schon klinisch sauberen Formensprache warm werden. Aerodynamisch ist sie ­total sinnvoll, emotional aber nicht jedermanns Geschmack.

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Das Video zum BMW iX3 50 xDrive

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Digital statt analog

Der Innenraum ist hochwertig und modern, der große Touchscreen und das reduzierte Tastenlayout bringen Ordnung ins Cockpit. Die Kehrseite: Wer von ­einem älteren BMW mit vielen Direktwahltasten kommt, braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit. Einige Funktionen sind mühsam zu finden. Beispiel: Zum Verstellen der Rekuperation muss man in etliche Untermenüs – Paddles am Lenkrad wären deutlich komfortabler.

Auch die Sprachbedienung arbeitet im Alltag nicht immer souverän, vor ­allem bei komplexeren Eingaben oder Hintergrundgeräuschen. Wer schnell Sitzheizung, Klimazone oder Fahrmodus anpassen will, wird sich gelegentlich wünschen, BMW hätte ein paar klassische Tasten übrig gelassen.

BMW iX3

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1 Statt eines umgebauten X3-Verbrenners steht der iX3 jetzt auf einer reinen Elektro-Plattform. Das zeigt sich in der Seitenlinie mit weit nach außen gerückten Rädern und einem langen Radstand, was gleichzeitig Optik und Innenraum zugutekommt. © Sebastian Weissinger

2 Geschlossene Niere, scharf geschnittene LED-Signatur und kurze Überhänge betonen den eigenständigen Charakter der Neuen Klasse. © Sebastian Weissinger

3 Die Rückleuchten sind scharf konturiert und zweidimensional, richten sich deutlich in die Breite und betonen so die Fahrzeugbreite. © Sebastian Weissinger

Alles im Blick

Sehr übersichtlich ist die BMW Panoramic Vision. Sämtliche relevanten Informationen werden von A-Säule zu ­A-Säule über die gesamte Breite unterhalb der Windschutzscheibe projiziert.

Optisch ungewöhnlich, aber ergonomisch ist das Lenkrad. Die Speichen stehen nämlich senkrecht, schaffen damit aber mehr Platz für die Daumenmulden. Die Lenkradtasten sind beleuchtet, ­diverse Funktionen beginnen erst dann zu leuchten, wenn sie auch wirklich benötigt werden.

Das Platzangebot fällt dank der neuen Plattform großzügig aus: Der Fond bietet ausreichend Bein- und Kopffreiheit, die Sitze sind auch auf längeren Fahrten ausgesprochen bequem. Der gut 500 Liter große Kofferraum ist alltagstauglich. Praktisch: Erstmals gibt es einen kleinen Stauraum (Frunk) für Ladekabel und Kleinkram unter der vorderen Haube.

Sportliches Schwergewicht

Fahrdynamisch ist der iX3 ein klassischer BMW: präzise, sehr direkte Lenkung und ein sauber abgestimmtes Fahrwerk. Im Alltag fährt er sich erfreulich entspannt und agil.

Trotzdem: Die deutlich über zwei Tonnen Eigengewicht spürt man, sobald es kurvig wird oder man auf schlechten Straßen unterwegs ist. Das Gewicht lässt sich physikalisch eben nicht wegzaubern. In schnellen Wechselkurven wirkt der iX3 eher behäbig als sportlich, und im Komfortmodus filtert er zwar vieles weg, aber kurze harte Schläge dringen spürbar durch.

Top: die enormen Fahrleistungen – trotz des hohen Eigengewichts.

Stichwort Verbrauch: Die hohe Reichweite von knapp über 800 Kilometern nach WLTP klingt fantastisch, hängt in der Realität aber stark vom Fahrprofil ab. Auf unserer Verbrauchsrunde schaffte der iX3 einen Verbrauch von 21,4 kWh/100 km. Das ist angesichts von Gewicht und Luftwiderstand durchaus okay, aber nicht berauschend. Die Reichweite liegt damit bei rund 550 Kilo­metern und doch ziemlich weit weg von den WLTP-Werten. Optimal für die Langstrecke: die hohe maximale DC-Ladeleistung von 400 kW dank 800-Volt-Technik.

Mein Fazit

Der BMW iX3 ist ein sehr reifes Elektro-SUV mit solider Reichweite, starker Ladeperformance und typischem BMW-Fahrgefühl. Das alles hat aber seinen Preis. Und: Etliche sinnvolle Features kosten extra und treiben den Preis entsprechend in die Höhe. Ein Basis­modell mit Hinterradantrieb um rund 60.000 Euro kommt aber noch heuer.

Christian Stich, Redakteur

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