Bild von Marko, Paul und Stephanie. Sie stehen vor ihren Autos, ein blauer Subaru BRZ, ein weißer Ford Fiesta und ein grün-grauer Fiat Grande Panda.
© Sebastian Weissinger
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März 2026

Mein erstes Auto

Für viele junge Menschen ist das eigene Auto ein wichtiger Schritt zu mehr Unabhängigkeit. Wie sich die Kosten senken lassen, welche Modelle empfehlenswert sind und worauf beim Kauf geachtet werden sollte.

Paul P. ist 19 Jahre alt und liebt Autos. Nach der Führerscheinprüfung war für ihn sofort klar: Ein eigener Wagen muss her. Seit zwei Jahren fährt er nun schon einen weißen Ford Fiesta, den er mit dem Verkauf eines Autos finanziert hat, das ihm seine Großeltern geschenkt haben. Die laufenden Kosten zahlt er selbst: "Der Fiesta hat nur 60 PS – ­daher kann ich mir die Versicherung leisten."

Der zwei Jahre ältere Marko J. konnte zunächst nur den Ford Galaxy seiner Eltern nutzen. Um wirklich unabhängig unterwegs zu sein, wünschte auch er sich ein eigenes Auto. Nach vielem Sparen und mit Unterstützung der Groß­eltern erfüllte er sich mit einem Subaru BRZ seinen Traum.

Stephanie S. wollte "unbedingt einen Fiat 500, am liebsten als Cabrio". Zufällig haben sie und ihre Familie dann tatsächlich einen gefunden: acht Jahre alt und 69 PS stark. "Das Auto ist so süß, genau mein Ding", schwärmt die 21‑Jährige.

Mit dem ersten Auto kommen junge Menschen nicht nur von A nach B – sie legen damit auch wichtige Kilometer in Richtung Unabhängigkeit zurück. Doch diese Fahrt ins Erwachsenenleben ist heute aus Kostengründen schwieriger zu bewältigen als noch vor ein paar Jahrzehnten. Trotzdem gibt es viele junge Autofans: Waren 2006 noch 20,4 Prozent aller neu ausgestellten Autoführerscheine L17‑Lenkberechtigungen, lag der Anteil 2023 laut Statistik Austria bereits bei 38,6 Prozent. Generell können laut einer AutoScout24-Umfrage 67 Prozent der 18- bis 20-Jährigen im Alltag nur schwer auf ein Auto verzichten. Und laut der Ö3-Jugend­studie aus 2025 wollen fast 50 Prozent der 16- bis 25-Jährigen ein eigenes Auto besitzen.

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Wunsch versus Wirklichkeit

Die größte Hürde zwischen Wunsch und Wirklichkeit beim Autobesitz sind die Kosten. Laut Wirtschaftsforscher Dr. Sebastian Koch ist individuelle Mobilität in den vergangenen 20 Jahren teurer geworden. Das liege jedoch nicht nur am Kaufpreis der Autos. "Viel dramatischer fallen Dienstleistungen rund ums Auto ins Gewicht – etwa Reparaturen oder Wartungen. Auch die Führerscheinkosten sind deutlich stärker gestiegen als die allgemeine Inflation", erklärt Koch.

Drei Schritte zum günstigen Neuwagen

Der Traum vom Neuwagen scheitert bei jungen Menschen dennoch oft an den hohen Anschaffungskosten. Die ­wenigsten haben in jungen Jahren das nötige Budget. Kredite sind in diesem Alter kaum möglich, und auch die Familie kann und will unter Umständen nicht die erforderlichen finanziellen Mittel beisteuern.

Der erste Schritt, um den Wunsch trotzdem zu realisieren, ist, das persönliche Maximalbudget festzulegen. Dabei ist wichtig zu bedenken, dass es bei den ­Anschaffungskosten nicht endet: Ein Drittel des Budgets ­sollte für Reparaturen, Versicherung, Reifen etc. reserviert werden, um laufende Ausgaben zu decken.

Im zweiten Schritt ist die Suche nach Sonderaktionen sinnvoll, Abstriche bei der Ausstattung zu machen ebenso. Günstiger sind zudem Vorführwagen, also jene Autos, die beim Händler zum Probefahren bereitstehen. Ein weiterer Tipp: ­Sobald Facelifts oder neuere Modelle auf den Markt kommen, sinken üblicherweise die Preise des Vorgängermodells.

Dritter Schritt: Autohändler locken mit Finanzierungs­angeboten sowie Eintauschboni, Sondereditionen oder händler­spezifischen Rabatten. Wer ein neues Auto will, aber den vollen Preis nicht bezahlen kann, hat zudem die Option eines Leasingvertrags, an dessen Ende die Wahl zwischen Kauf oder Autowechsel besteht.

Trotz aller Einsparungsmöglichkeiten sind rund 15.000 ­Euro für einen Neuwagen notwendig – eine schwer finanzierbare Summe am Beginn des Erwachsenenlebens. Bleibt als Plan B die Suche nach einem Gebrauchten.

Tipps für die Gebrauchtwagensuche

Viele Modelle sind bereits ab wenigen Tausend Euro zu haben. Außerdem verliert ein Neuwagen im ersten Jahr 20 bis 30 Prozent seines Werts, während der Wertverlust bei einem älteren Auto deutlich langsamer verläuft. Finanziell ist ein Gebrauchtwagen also durchaus sinnvoll – wichtig ist nur, beim Kauf genau hinzuschauen.

Den besten ersten Eindruck gewinnt man freilich bei ­Tageslicht; etwaige Schäden sind dann klarer zu erkennen. Idealerweise nimmt man eine Begleitperson mit – vier Augen sehen mehr als zwei. Wirkt nach optischem Check und Probefahrt alles in Ordnung, bietet eine umfangreiche ÖAMTC-Kaufüberprüfung zusätzliche Sicherheit, dass keine Mängel verborgen bleiben. Während eine §57a-Überprüfung ­lediglich die gesetzlich vorgeschriebene Verkehrs- und Betriebs­sicherheit eines Fahrzeugs bestätigt, beurteilt die Kaufüberprüfung den allgemeinen Zustand und dokumentiert dabei auch etwaige Vorschäden.

Beim Vertragsabschluss sollte ein offizieller schriftlicher Kaufvertrag – etwa jener des ÖAMTC – verwendet werden. Außerdem gilt es alle wichtigen Unterlagen einzufordern: ­Typenschein, Zulassungsschein, alle Fahrzeugschlüssel, §57a‑Bericht sowie das vollständige Serviceheft. Vor dem Kauf lohnt sich ein Preisvergleich auf mehreren Webseiten, um ­keine günstigeren Angebote zu verpassen. Kleinere, schwächere Modelle mit einer eher einfachen Ausstattung sind in vielen Aspekten günstiger: Der Kaufpreis ist niedriger, und auch Versicherung sowie Verbrauch sind bei weniger PS-starken Modellen geringer.

Hohe Leistung kann in den Händen von Fahr­neulingen zudem zum Sicherheitsrisiko werden. Marko, der mit dem 234-PS-Subaru nicht gerade das typische Jugendauto fährt, bestätigt das: "Ich bin froh, dass ich nicht von Anfang an mit dem ­Subaru gefahren bin. Das hätte mich überfordert."

Schließlich spart ein gebrauchtes Auto auch bei der Ver­sicherung Geld, denn die passende Deckungsart hängt stark vom Wert des Autos ab. Bei Neuwagen ist eine Vollkasko die klügere Variante, bei einem alten Gebrauchtwagen mit geringem Wert reicht in der Regel die weniger kostspielige Haftpflichtversicherung aus. "Die Versicherung für meinen Fiat kostet ca. 60 Euro im Monat, da er nur 69 PS hat und ich nur eine Haftpflichtversicherung habe", erzählt etwa Stephanie.

Ein Punkt, der jedoch für Neuwagen spricht, ist die Garantie. Sie bleibt aber nur bestehen, wenn das Service direkt bei ­einer zum Hersteller gehörenden Werkstatt gemacht wird. Dort sind die Preise allerdings mitunter höher als bei freien Werkstätten. Außerdem kommen in Vertragswerkstätten nur Original­ersatzteile zum Einsatz, was die Kosten erhöht.

Paul, Marko und Stephanie lehnen an zwei Autos, ein weißer Ford Fiesta und ein grün-grauer Fiat Grande Panda. © Sebastian Weissinger

Das erste Auto – 10 Kandidaten

Preis, Sicherheit, unterschiedliche Bedürfnisse: Eine objektive Auflistung der besten Anfänger-Autos ist kaum möglich. Die folgenden Vorschläge können daher lediglich als Anregungen dienen

Neuwagen (Tipp: Finanzierungsangebote nutzen!)

  • Dacia Sandero: Günstigster Neuwagen in Österreich; auch vollausgestattet noch erschwinglich – ab € 12.690,–.
  • Fiat Grande Panda Elektro: Vergleichsweise günstiger Stromer mit jugendlich-frischer Optik – ab € 23.900,–.
  • Seat Ibiza: Frisch überarbeiteter Kleinwagen mit jugendlichem Flair; 10 Jahre Garantie – ab € 17.490,–.
  • Suzuki Swift: Günstigster Neuwagen mit Allradantrieb auf dem heimischen Markt – ab € 18.990,–.
  • VW Polo: Seit 50 Jahren ein Kleinwagen-Klassiker; schon bald auch als E-Auto erhältlich – ab € 18.990,–.

Gebrauchtwagen (max. 10 Jahre/70.000 km)

  • Audi A3: Kleinwagen mit Premium-Flair; viele Antriebsversionen; auch Allrad verfügbar – ab ca. € 17.000,–.
  • Fiat 500: Kultiger Stadtflitzer, in fröhlichen Farben und als Cabrio zu haben – ab ca. € 8.500,–.
  • Škoda Fabia: Auf 4,11 Metern bietet der Fabia viel Platz; gebraucht auch als Kombi erhältlich – ab ca. € 7.500,–.
  • Toyota Yaris: Sehr zuverlässiger Kleinwagen; auch als Hy­brid verfügbar – ab ca. € 10.000,–.
  • VW Golf: Enormes Angebot an Gebrauchtwagen, mehrere Karosserievarianten – ab ca. € 11.000,–.

Nicht bei der Sicherheit sparen

Ältere gebrauchte Autos sind zwar meist die günstigere Wahl fürs Portemonnaie, verursachen aber früher höhere Reparatur­kosten und weisen bei der Sicherheit möglicher­weise Schwächen auf. Besonders unerfahrene Fahrer:innen sind gut beraten, diesen Aspekt beim Autokauf im Auge zu behalten: Je älter das Fahrzeug, desto größer der Kompromiss bei der Sicherheit. Die Euro-NCAP-Bewertung bietet – ­kombiniert mit einem Blick auf die vorhandenen Sicherheits­systeme – eine gute Orientierung beim Kauf.

Zur Pflichtausstattung zählt klarerweise das Antiblockiersystem (ABS) sowie das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), um das Auto bei nasser Fahrbahn oder abrupten Ausweichmanövern stabil zu halten. Frontairbags sind ein Muss; noch besser wäre es, wenn zusätzlich Seiten- und Kopfairbags an Bord sind. Diese liefern bei Seitencrashs wichtigen Schutz. Bei der aktiven Sicherheit sind der Notbrems- und der Totwinkelassistent eine wirkungsvolle Unterstützung, ­genauso wie der Spurhalteassistent. Parksensoren sind nicht unbedingt nötig, erleichtern Neulingen aber das Einparken.

ÖAMTC-Technikexperte Steffan Kerbl definiert die ­Sicherheit eines Autos nicht nur über die Ausstattung: ­"Neben dem bloßen Vorhandensein der Systeme spielt auch der technische Zustand des Wagens eine große Rolle. Ein Auto mit weniger Sicherheitsausstattung in gepflegtem Zustand kann sicherer zu fahren sein als eines mit allen Extras, deren Systeme wegen fehlender Wartung nicht funktionieren."

Bild von Marko, Paul und Stephanie. Sie stehen vor ihren Autos, ein blauer Subaru BRZ, ein weißer Ford Fiesta und ein grün-grauer Fiat Grande Panda. © Sebastian Weissinger

Auto gesund halten

Doch auch nach dem Kauf des eigenen Autos lässt sich noch viel Geld sparen. Denn wer es pflegt, spart langfristig Geld.

So lässt sich etwa der Reifendruck an der Tankstelle leicht selbst kontrollieren und korrigieren. Ein korrekt eingestellter Druck verhindert nicht nur erhöhten Verschleiß, sondern sorgt auch für ein sicheres Fahrverhalten. Ölstand, Kühlflüssigkeit und Scheibenwaschwasser lassen sich einfach überprüfen und bei Bedarf nachfüllen. Wer dann auch noch vorausschauend und sanft fährt, schont Motor und Getriebe aktiv und verlängert die Lebensdauer des eigenen Autos.

Ob neu oder gebraucht, das erste Auto ist immer etwas ­Besonderes, wie auch unsere Rubrik "Erste Liebe“ immer wieder zeigt. Das erste Fahrzeug ist ein großer Schritt in die Unabhängigkeit, der in Erinnerung bleibt. Auch wenn es nicht gleich das Wunschauto ist – mit jedem gesparten Euro und jeder finanziell verantwortungsvollen Entscheidung kommt man dem Traum ein Stück näher.

Autokauf: Alle Angebote des Clubs

  • Kaufüberprüfung: technischer Ankaufstest, bei dem der Fahrzeugzustand umfassend geprüft und festgehalten wird.
  • Kaufvertrag: eine kostenlose, standardisierte Kfz-Kaufvertragsvorlage für Privatverkäufe inkl. rechtlicher Hinweise von den Jurist:innen des Clubs.
  • Fahrsicherheitstrainings: In den Zentren der ÖAMTC Fahrtechnik lässt sich das verpflichtende Fahrsicherheitstraining nach dem Führerscheinerwerb absolvieren. Zusätzlich empfiehlt sich für Fahranfänger:innen das Intensiv-Training, in dem Brems-, Ausweich- und Fahrzeugkontrolle in kritischen Situationen trainiert werden.
  • Checkliste für den Kauf von Gebrauchtwagen: Die kompakte Übersicht zeigt, worauf geachtet werden sollte – vom Erstkontakt mit dem Verkäufer bis zur Probefahrt.

Alle Infos zum Neu- und Gebrauchtwagenkauf, zu Auswahl und Finanzierung des passenden Fahrzeugs sowie PDF-Download von Kaufvertrag und Checkliste

Portraitbild von Dr. Sebastian Koch.

Kurzinterview mit Dr. Sebastian Koch

Der wahre Preistreiber bei der individuellen Mobilität sind Dienstleistungen, erklärt Wirtschaftsforscher Dr. Sebastian Koch vom Institut für Höhere Studien.

Sind Autos aktuell wirklich so viel teurer als beispielsweise vor zwanzig Jahren?

Die Anschaffungspreise von Autos, egal ob neu oder gebraucht, sind absolut gesehen seit Anfang 2006 gestiegen. Aber man muss berücksichtigen, wie stark die Teuerung in anderen Lebensbereichen im gleichen Zeitraum war. Vergleicht man den österreichischen Gesamtverbraucherpreisindex mit jenem nur für den Kauf von Kraftfahrzeugen, sind die Preise für Kfz während der letzten 20 Jahre in Relation gesehen sogar gesunken. Wer sich persönlich überzeugen möchte, kann das im Inflationsrechner des IHS tun.

Es gibt also gar kein Preisproblem beim Kauf des ersten Autos?

Im Langzeitvergleich sind die Kaufpreise von Kfz tatsächlich nicht unverhältnismäßig gestiegen. Vergleicht man die heutigen Preise allerdings mit jenen von 2020, also vor Corona, dem
Ukraine-Krieg und der Chipkrise, haben vor allem Gebrauchtwagenpreise mehr zugelegt als die meisten anderen Kosten. Das betrifft ­junge Menschen ganz besonders, schließlich erfreuen sich Gebrauchte hier großer Beliebtheit.

Wie steht es mit den Kosten für die Fahrzeughaltung?

Generell sagt man, dass Dienstleistungen eher Inflationstreiber sind als Güter. Das bewahrheitet sich auch beim Thema Auto. Kosten für Wartung und Reparaturen an Privatfahrzeugen sind in den letzten 20 Jahren deutlich stärker gestiegen als der Gesamtverbraucherpreisindex. Gleiches gilt für Fahrschulpreise. Vor allem Letztere können für junge Menschen den Weg zum eigenen Auto ­erschweren.

Werden die Preise weiter steigen?

Solche Vorhersagen sind für einzelne Sektoren schwierig. Es ist möglich, dass die vielen ­chinesischen Fahrzeuge, die mit Kampfpreisen auf den Markt drängen, den Preisanstieg bei Kfz im Vergleich zur allgemeinen Inflationsrate ­dämpfen. Das ist aber von vielen Faktoren abhängig.

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