Screamer im Test: Wilder Racer im Anime Style

Von Verena Schauer,

Lange ist es her, seit ich ein überzeugendes Arcade-Rennspiel in den Fingern hatte. Need for Speed ist vorerst Geschichte und außer den langersehnten Nachfolger von Forza Horizon gab es keine großen Hoffnungen am Arcade-Horizont. Screamer kommt also genau richtig, um in diesem Genre endlich die erdrückende Leere zu füllen.

Mit Anime-Style, fetziger Musik und wilden Rennen mit leicht dramatisierter Story schafft Screamer endlich wieder zu begeistern. Wir haben getestet, wie gut das Spiel wirklich ist und ob Arcade-Fans auf ihre Kosten kommen.

Factbox

Erscheinungsdatum: 26. März 2026

Plattform: PlayStation 5, Xbox Series, PC

Preis: € 50–70

Infos zum Spiel

1. Das kann Screamer

  • Turnier/Story-Modus: Die Geschichte rund um das Team Banshees und ihre Gegner, die beim Screamer-Turnier teilnehmen
  • Single-Rennen: Freies Offline-Rennen mit anpassbaren Regeln
  • Overdrive‑Herausforderung: So lange wie möglich fahren, ohne die Wand zu berühren
  • Kontrollpunkt-Challenge: Innerhalb einer beschränkten Zeit so viele Kontrollpunkte wie möglich passieren
  • Weitere Solo-Challenges wie Zeitrennen, Teamrennen etc.
  • Mehrspieler: Mit Split-Screen oder online

Intro Screamer

Wie spielt es sich?

1. Die Story

Noch bevor wir einen Blick auf das Menü werfen dürfen, wirft uns Screamer direkt in die Story. Es gibt ein richtiges Anime-Intro, danach entscheiden wir uns für einen Spielmodus (Entspannt, Ausgeglichen oder Anspruchsvoll), schon poppen die ersten Figuren im Anime-Stil auf.

In wenigen Cut-Szenen wird klar: Es ist eine klassische Rachestory. Ein Teammitglied wurde ermordet und das Screamer-Turnier, bei dem Teilnehmer bekanntlich nicht immer überleben, wird Schauplatz des Racheaktes der Bande "Banshees". Dabei stoßen wir auf besondere Charaktere, unterschiedliche Sprachen, einige Sci-Fi-Elemente und natürlich wilde Rennen. Kurz: eine wunderbare Cyber-Punk-Atmosphäre.

Die Figuren sind in sich alle stark und die Cut-Szenen können sich sehen lassen. Die Story selbst war jetzt nicht die spannendste Geschichte aller Zeiten und die Dialoge teils etwas unangenehm, aber trotzdem macht der Modus sehr Spaß. Und das Wichtigste, die Rennen, funktioniert top.

Mit jedem abgeschlossenen Kapitel der Story erweitert sich auch die Welt in den anderen Modi. Charaktere werden mitsamt ihrer zugehörigen Fahrzeuge freigeschaltet, genauso wie die neuen Strecken. Das passiert aber auch in den anderen Spielmodi – die Story ist also kein Muss, um alle Inhalte von Screamer zu erhalten.

2. Viele Modi halten bei Laune

Neben der Story gibt es für Singleplayer noch einige Modi. Etwa die Overdrive-Challenge, die Punkte-Challenge, die Checkpoint-Challenge, normale Rennen außerhalb der Story und auch klassisches Zeitfahren.

Im Overdrive startet das Fahrzeug einen extremen "Powerzustand" wodurch die Geschwindigkeit stark erhöht wird und wir sämtliche Gegner:innen bei Kontakt aus dem Weg räumen. Eine Kollision mit der Wand bedeutet aber das sofortige Game Over. Und genau darum geht es in der Challenge: Wie weit können Spieler:innen in diesem Modus fahren, ohne K.O. zu gehen?

Die Punkte-Challenge ist ein Modus, in dem Spielende über mehrere Events hinweg Punkte für Platzierungen und Aktionen auf der Strecke sammeln. Entscheidend ist nicht nur der Sieg im einzelnen Rennen, sondern wie viele Punkte über die gesamte Serie durch das Fahrverhalten angesammelt werden.

Bei der Checkpoint-Challenge gibt es einen Countdown. Ist dieser bei 0, ist die Challenge beendet, doch jede Durchfahrt eines Checkpoints schenkt Spielenden wieder wertvolle Sekunden. Das Ziel: So viele Checkpoints wie möglich durchfahren.

3. Vielfältig, aber manchmal schwierig

Screamer bietet nicht nur zahlreiche Modi, sondern liefert auch innerhalb der Rennen und der Story ein vielfältiges Erlebnis. Die Charakterzüge der Figuren zeigen sich nämlich nicht nur optisch oder in den Cut-Szenen, jeder Racer hat ein fixes Auto, eine besondere Fähigkeit und einen ganz eigenen Fahrstil. Sogar die Musik im Rennen passt sich an die jeweilige Bande an.

In jedem Kapitel werden wir in den Kopf einer anderen Person geworfen, mit deren Skills sowie deren Fahrzeug wir dann ein Rennen bestreiten. Somit wird jedes Kapitel der Story ein neues Rennerlebnis mit immer wechselnden Herausforderungen.

Besagte Herausforderungen machen es aber teils schwierig, in der Story weiterzukommen. In jedem Rennen wird die Erfüllung von extra Challenges verlangt, etwa eine gewisse Platzierung oder eine Anzahl an Boosts. Das war kein Problem bei Charakteren, deren Fahrzeug und Stil mir gut lag, aber bei den Kandidaten, die eher weniger meinen Geschmack trafen, hing ich oft lang bei einer Challenge fest.

Der Schwierigkeitsgrad konnte zwar sowohl grundlegend als auch spezifisch für die KI angepasst werden, wirklich easy wurde es dadurch aber nicht. Die Schwierigkeit innerhalb der Story variiert gefühlt teils stark – einmal fahre ich mit einem Charakter easy als Erste ins Ziel, zwei Rennen später ist es mit exakt der gleichen Figur plötzlich eine extreme Herausforderung. Ein Fehler reichte oft aus, und die Gegner düsten vorbei. Arcade hin oder her, ein wenig Skill ist selbst im leichtesten Modus notwendig, um weiterzukommen.

Kurz: Die Vielfalt in Sachen Charakteren ist großartig, aber kann aufgrund des nicht ganz klaren Schwierigkeitsgrades anstrengend werden.

4. Großer Fahrspaß

Trotz der manchmal mühsamen Challenges sind die Rennen wirklich gut gelungen. Passend zum Ambiente kracht und blitzt es durchgehend, die Autos sind mehr Maschine als Fahrzeug und kein Rennen bleibt kollisionsfrei. Auch die Musik macht Bock und untermalt das Ambiente perfekt.

Zur Playlist von Screamer

Die unterschiedlichen Figuren geben dem Spiel Charakter und die Runden ziehen nur so vorbei. Das schränkt natürlich auch die Zeit ein, die extra Aufgaben zu erfüllen, trotzdem bin ich ein Fan vom flotten System.

Kombiniert mit der Story bleibe ich problemlos mehrere Stunden in Screamer hängen und genieße es, mit dem Auto wild zu rammen und die Gegner:innen sogar zum Explodieren zu bringen, um mich auf Platz 1 vorzukämpfen. Das Fahrgefühl ist manchmal angenehm, manchmal sehr brutal – aber das hängt eben stark vom Charakter ab und sorgt dafür, dass in Screamer für jeden ein Liebling dabei ist. Mein Favorit: Die quirlige Lavinia.

Auch sehr cool: Screamer bietet einen lokalen Mehrspieler, mit einem Splitscreen der auf bis zu vier Spieler:innen ausgelegt ist.

Fazit

Screamer ist damit genau das, was es auf den ersten Blick verspricht: ein stilverliebter Anime-Racer, der mit wilden Drifts, wuchtigen Karambolagen und überzeichnetem Story-Drama mehr Gefühl als Vernunft bedient. Für mich ist Screamer eine der größten Überraschungen der letzten Monate und ich war selbst erstaunt, wie heftig ich in diese fiktive Rennwelt hineingekippt bin.

Wer wilde Rennen liebt, eine etwas dramatische Story schätzt, vielfältige Charaktere mag und sich auf die Mischung aus Arcade-Chaos sowie Kampfspiel-Mechaniken einlässt, bekommt endlich wieder einen Racer, der im Gedächtnis bleibt.

Pros:

  • Coole Optik und generell toller Vibe
  • Amüsante Rennen
  • Liebevoll gestaltete Story und Welt
  • Viele Modi für Einzelspieler
  • Lokaler Mehrspieler mit Splitscreen mit bis zu 4 Spieler:innen
  • Sehr coole Musik

Cons:

  • Zwang alle Charaktere zu spielen
  • Schwierigkeitsgrad nicht wirklich klar & sauber
  • Teils wenig Erklärungen
Screenshot von Screamer. Autos nachts im Rennen in der Stadt.
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